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Autor Thema: Teichschnecken  (Gelesen 14537 mal)
Lucia
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Lucia
Hemerocallis Rainbow Gold


« am: 08. April 2002, 11:36:29 »

Ich habe den Eindruck, daß die Schnecken in meinem Teich langsam überhand nehmen.
Es handelt sich um zirka 3 cm große Schnecken, die ich oft, mit dem Haus nach unten, die Oberfläche wie Fensterglas putzen sehe.
Frage: Wie heißen diese Schnecken?
Können Sie durch Überpopulation schädlich werden?
Was mache ich wenn ja, ich will sie ja nicht totmachen.
Mit den Teichmolchen, Kröten, Fröschen und Pflanzen scheinen sie sich gut zu arrangieren.
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Wer träumen will muß wacher sein und tiefer träumen als andere.
Karl Foerster (1874-1970)
baerbel m-v
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baerbel m-v

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« Antworten #1 am: 08. April 2002, 23:42:06 »

Hallo Lucia,
Du hast sicher Spitzschlammschnecken im Teich, von denen in manchen Gartenbeiträgen behauptet wird, sie würden sich an den Wasserpflanzen gütlich tun. In meinen Teichen habe ich auch viele von diesen Schnecken, die sich aber am liebsten von den Algen ernähren. Schäden an den Wasserpflanzen habe ich, bis auf eine abgefressene Aster puniceus, noch nicht bemerkt. Allerdings habe ich auch viele Unterwasserpflanzen, die auch nicht überhand nehmen sollen. Im übrigen werden die Eier gern von den Molchen und anderem Wassergetier gefressen, sodass sich mit der Zeit die Zunahme in Grenzen hält.
Ich würde mir an Deiner Stelle deshalb keine Sorgen machen.
Grüße
baerbel m-v
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Lucia
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Lucia
Hemerocallis Rainbow Gold


« Antworten #2 am: 09. April 2002, 09:24:18 »

Aha, Bärbel, Spitzschlammschnecken also!
Über Deine Antwort bin ich froh und vor allem freut mich, daß meine geliebten Molche Schneckeneier zum Frühstück haben können Zunge

* Quellstein_Sommer (Photo) (44,4 KB, 448x294 - angeschaut 595 Mal.)
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Karl Foerster (1874-1970)
gregor
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« Antworten #3 am: 11. April 2002, 11:34:50 »

Naja, Spitzschlammschnecken sind häufig in Gartenteichen, aber bei der Beschreibung fallen mir mindestens 10 Arten aus der früheren Großgattung Lymnaea ein.
Egal welche, sowohl Lymnaea stagnalis als auch die Radix-Arten, fressen sehr wohl höhere Pflanzen, wenn auch nur sehr zarte. In Teichen, die Lymnaea oder Radix beherbergen, kann eine Reihe zarter Pflanzen nicht gehalten werden (Utricularia, Aldrovanda, Callitriche etc.), andere werden dauernd "pinziert" und gelangen kaum zur Blüte (Hottonia, mitunter Ranunculus).
Besser geeignet sind da die lymnaeaähnlichen Stagnicola-Arten, die Posthornschnecke, oder Sumpfdeckelschnecken (Viviparus-Arten)

Überpopulationen entstehen in Gartenteichen sehr häufig, da Enten als Hauptfeinde meist keinen Zugang haben. Es kommt aber im Normalfall nach wenigen Jahren zum Zusammenbruch der Population.
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d'Ehre
Grischa
baerbel m-v
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« Antworten #4 am: 12. April 2002, 00:34:03 »

Hallo Gregor,
Spitzschlammschnecken habe ich viele im Teich, Callistriche gedeiht aber ebenso gut
Grüße
Baerbel m-v
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gregor
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« Antworten #5 am: 12. April 2002, 09:57:29 »

Bärbel, vielleicht hast Du Stagnicola corvus, die größenmäßig L. stagnalis nicht zurücksteht?  Oder die Callitriche wächst so gut, daß die Viecher nicht nachkommen. Oder Du hast eine der winterwachsenden Callitrichen, da sind die Schnecken inaktiv.
Ich schaffte es nicht, die genannten Arten gemeinsam mit Lymnea zu kultivieren.
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d'Ehre
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renate
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« Antworten #6 am: 15. April 2002, 09:13:47 »

Gerade habe ich auf der Seite des ARD-Ratgebers "Heim&Garten" einen Tip gegen Schnecken im Teich gefunden (http://www.wdr.de/tv/ardheim/zuschauer.phtml ganz unten), der wegen seiner Knappheit erschreckend dilettantisch ist. Da die ARD mit solchen Tips nicht alleine ist, sage ich als Wirbellosenfan hier mal was dazu.

Die HP empfiehlt "Edelkrebse". Das ist der deutsche Name eines einheimischen Krebses (Astacus astacus). Genau das ist die einzige Art, die als Schneckenfresser für Gartenteiche in Frage kommt. Auf die "Fluchtgefahr" erwachsener Tiere (Überland-Wanderungen) wird auf der Seite hingewisen, aber nicht gesagt, welche Folgen das haben kann.

Das Problem ist, daß sich weder Verkäufer und häufig nicht einmal Zoos mit solchen Arten auskennen. In aller Regel wird mensch den Kamberkrebs (Orconectes limosus) kaufen können, und genau der sollte es unter gar keinen Umständen sein.

Diese Art wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Europa eingeschleppt, verbreitete die Krebspest unter den Edelkrebsen und hat ihn bis auf wenige isolierte Gebiete vollständig in Europa verdrängt.  Kamberkrebse im Gartenteich auszusetzen ist Umweltverschmutzung übelster Art.


Ich weiß nicht, wie Krebse und Molche zusammenpassen - vermutlich wird der Molch-Laich gefressen.

Trotzdem ist die Haltung von Krebsen im (molchfreien) Teich IMO[1] erstrebenswert. Nur stellt dann bitte sicher, daß Ihr nicht den Kamberkrebs, sondern eine geeignete, europäische Art kauft. Vermutlich ist die Bezugsquelle, die die ARD angibt, wirklich seriös. Aber im Handel, selbst im Fachhandel bekommt mensch mit ziemlicher Sicherheit andere Arten bzw. Kamberkrebse, egal, was auf dem Etikett steht oder das Verkaufspersonal erzählt. Da hilft nur genaue Information vor dem Kauf. Ich empfehle dazu die Seiten der AG Wirbellose Tere der Binnengewässer (http://www.wirbellose.de/), speziell die Artenbeschreibungen. Dort gibt es auch Hilfen zur Wasserschnecken-Bestimmung Smiley. Die von der ARD genannten Links gehen auf die Problematik nicht ein (sondern beschäftigen sich eher mit Krebsen für den Kochtopf), die der AG Wirbellose sind unbedingt vorzuziehen.

Gruß,
Renate



[1]IMO - In My Opinion = meiner Meinung nach ...
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baerbel m-v
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baerbel m-v

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« Antworten #7 am: 15. April 2002, 19:50:35 »

Hallo Gregor,
wie kann ich unterscheiden, was es für eine Schneckenart ist? Mein Callistriche scheint tatsächlich wintergrün zu sein, es hat sich jedenfalls schon wieder ganz schön ausgebreitet. Da es aber unter Wasser ist und hübsch ausschaut, reduziere ich es nicht, jedenfalls nicht absichtlich.
Grüße
Bärbel
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gregor
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« Antworten #8 am: 15. April 2002, 20:12:45 »

Bärbel, hier kann ich nur immer wieder Steinbachs Naturführer empfehlen. Hab den Autor vergessen, er is ein splitter, hat also einige überflüssige Gattungen und Arten (Xerolenta, Helix-Arten und -Splittergattungen, …), aber es ist ein exzellentes Buch.
So wüßt ich nicht, wie ichs jetzt beschreiben sollt.
d'Ehre
Grischa
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d'Ehre
Grischa
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