Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
08. März 2021, 22:29:24
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Alte Umfrage: Sollte die Sommerzeit (MESZ) abgeschafft werden?
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Botanikforum (Moderatoren: Giuseppe, Blue)  |  Thema: Woher kommt der merkwürdige Name "Nachtschattengewächse"? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] 2 Nach unten Drucken
Autor Thema: Woher kommt der merkwürdige Name "Nachtschattengewächse"?  (Gelesen 11697 mal)
Habakuk
*****
Offline Offline


Jeder Tag ist ein Geschenk !


« am: 08. September 2002, 08:05:18 »

Huch

Habakuk
« Letzte Änderung: 31. Juli 2015, 10:22:35 von flor » Gespeichert

Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
nina
Gast
« Antworten #1 am: 08. September 2002, 08:12:09 »

Hallo Habakuk,
hat was mit Albträumen zu tun...
http://www.wdr.de/tv/ardheim/archiv/2001/03/04_6.html

Liebe Grüße Nina
Gespeichert
Cosima
Moderatoren
*****
Offline Offline


Waterkant


« Antworten #2 am: 08. September 2002, 08:20:00 »

Dazu hatten wir kürzlich schon einen Thread hier:

http://forum.planten.de/index.php?board=24;action=display;threadid=1146

 Zwinkernd

Liebe Grüße
Cosima
Gespeichert

Allerbeste Grüße, Cosima

Buddhafiguren sind die Gartenzwerge von heute.
Meine moderativen Beiträge sind blau
Silvia
Gast
« Antworten #3 am: 08. September 2002, 09:36:57 »

Zumindest scheint der Begriff Nachtschatten international zu sein.  Auch im englischen heißt es ja night shade.

Wer hat sich eigentlich im Gegensatz dazu den lateinischen Ausdruck ausgedacht? Der ist ja neu und leitet sich von solanin, dem enthaltenen Gift, ab. Das finde ich merkwürdig, da sol ursprünglich Licht, Glanz hieß und später zur Sonne wurde. Oder hat man eher an solacium gedacht? Das heißt  Trostmittel.

Gruß Silvia

« Letzte Änderung: 08. September 2002, 09:39:20 von Silvia » Gespeichert
Cosima
Moderatoren
*****
Offline Offline


Waterkant


« Antworten #4 am: 08. September 2002, 10:12:01 »

Auf dieser Seite habe ich folgende nicht gesicherte Ableitung gefunden:

http://www.uni-essen.de/~bbo010/GATTUNGS.DOC
Solanum (Solanaceae):  gr. solamen = Trost (Rauschgift), Abl. nicht gesichert; "Nachtschatten"

Dort sind auch noch viele andere Ableitungen beschrieben - sehr interessant.

Liebe Grüße
Cosima

Gespeichert

Allerbeste Grüße, Cosima

Buddhafiguren sind die Gartenzwerge von heute.
Meine moderativen Beiträge sind blau
Silvia
Gast
« Antworten #5 am: 08. September 2002, 10:40:21 »

Solamen, solaminis, n = Trost ist eigentlich lateinisch.  Sollte man dem Autor vielleicht einmal mitteilen. Oder heißt das im Griechischen genauso?

Gruß Silvia
Gespeichert
Cosima
Moderatoren
*****
Offline Offline


Waterkant


« Antworten #6 am: 09. September 2002, 08:14:53 »

Tja, griechisch kann ich auch nicht.

Liebe Grüße
Cosima
Gespeichert

Allerbeste Grüße, Cosima

Buddhafiguren sind die Gartenzwerge von heute.
Meine moderativen Beiträge sind blau
Günther
Gast
« Antworten #7 am: 13. September 2002, 18:03:30 »

Hat mit Griechisch absolut nix zu tun, da gibts nix , was auch nur entfernt paßt.
Solanin dürfte sich eher von Solanum ableiten, als umgekehrt.
Mein schlaues Buch schreibt dazu: "prob. fr.sol sun + -anum, neut. of  -anus -an" (Webster's Third New International Dictionary).
Also: Nix Genaues weiß man nicht.
Gespeichert
Silvia
Gast
« Antworten #8 am: 13. September 2002, 18:20:10 »

Vielleicht sollte man einmal die Leute fragen, die neue Wörter in das Lateinsche übersetzen. (Es gibt tatsächlich Wörter für Kurbelwelle und Waschmaschine.)

Aber anus, ana, anum heißt alt. Das passt nun überhaupt nicht, finde ich.  Zumindest scheint mir diese Ableitung eher unwahrscheinlich.

Wann heißen Substanzen denn mit -in am Ende? Es gibt ja z.B. auch Strichnin und Anillin.

Gruß Silvia
Gespeichert
Günther
Gast
« Antworten #9 am: 13. September 2002, 21:21:42 »

Das ist eine alte endlose Geschichte. Da gibts eine (halb-)wissenschaftliche Nomenklatur mit "funktionellen" Endungen, mit -ol, -en, -in, -id, -it, oder noch länger mit -ether, -säure, -ester, usw.
Und, nicht zu vergessen, die pseudo-wissenschaftliche Nomenklatur. Beliebt im Bereich Haushaltchemie, Kosmetik, von Erdal bis Odol (soll keine spezielle Auswahl sein).
Etymologie ist oft recht interessant, aber meist gar nicht so einfach, und voller Irrwege.
Gespeichert
Christiane
***
Offline Offline


Rosen - eine Leidenschaft, die Leiden schafft?


WWW
« Antworten #10 am: 14. September 2002, 17:48:31 »

Genaust schreibt dazu im etymologischen Wörterbuch:

Solanum <Nachtschatten, Bittersüß (einschl. Kartoffel und Aubergine)>; Name von Linné und auch vorlinn. für eine Reihe von Nachtschattengewächsen (Gatt. Atropa, Capsicum, Datura, Lycopersicon, Physalis, Solanum), aber auch für ganz andere Sippen (Gatt. Mirabilis, Paris, Phytolacca) verwendet; von den in Europa heimischen Arten der Gattung Solanum kommen dabei nur S. dulcamara und S. nigrum in Betracht; <lat. Solanum> Schwarzer Nachtschatten, S. nigrum>(Plin. 27,132), das unbekannter Herkunft ist und kaum zu lat. sol = Sonne zu gehören scheint. Der Schwarze Nachtschatten heißt bei Hildegard von Bingen (phys. 1,121; caus. 167,17) Nachtschade/Solatrum und wird dort als alte Heilpflanze (entsprechend den Angaben zu gr. strychnos) gewürdigt; möglicherweise gehört daher der lat. Pflanzenname zu lat. solari = trösten, lindern, im Hinblick auf die lindernden Eigenschaften solcher gr. strychnos genannten Sippen von Nachtschattengewächsen, die in geringer Dosis einschläfernde Wirkung hatten.

Liebe Grüsse
Christiane
Gespeichert

Es mag sein, dass ich meine Ziele nie erreichen werden, aber ich kann sie schauen, mich an ihnen erfreuen und sehen wohin sie mich leiten.
Louisa M.
Basilaris
Gast
« Antworten #11 am: 01. Oktober 2002, 06:58:20 »

Hallo zusammen

Ein intressanter Aspekt zu diesem Thema ist die Tatsache, dass Nachtschattengewächse ihre Hauptwachstumszeit während der Dunkelheit haben (besonders bei Tomaten gut zu beobachten)!

Gruss
Basilaris
Gespeichert
gregor
*****
Offline Offline


« Antworten #12 am: 01. Oktober 2002, 09:15:16 »

Dieses Märchen existiert auch von den Gurken, die laut bäuerlicher Botanik Nachtschattengewächse sind. Was bei Paradeisern und Gurken oft sichtbar ist, ist die Chlorophyllarmut jüngster Pflanzenteile. Das hat aber nix mit nächtlichem Wachstum zu tun. Wachstum kann bei allen Pflanzen auch in der Nacht stattfinden. In der Nacht läuft nur ein Teil der Photosynthese ab, nämlich der Citratzyklus oder die Dunkelreaktion, das ist das Festsetzen von CO2 für die Lichtreaktion. Nur die Lichtreaktion erzeugt die für das Wachstum nötigen Zucker. Das Hauptwachstum findet daher bei allen Pflanzen unter Tags statt, die Zucker werden sofort veratmet bzw. zu Phytomasse umgebaut. Überschüssige, nicht gleich verwendbare Zucker werden als Stärke o. Ä. (z.B. Inulin bei den Korbblütlern) in Wurzeln oder anderen Speichermedien festgesetzt, und können, so ausreichend vorhanden, auch in der Nacht oder unter Lichtabschluß unter Energieverlust zu Wachstum verwendet werden.
Gespeichert

d'Ehre
Grischa
badorties
Gast
« Antworten #13 am: 20. Oktober 2002, 14:27:53 »

gregor, vielleicht müsstest Du uns Preußen erstmal bewußt machen, daß Paradeiser Tomaten sind (Mein Stiefvater ist zum Glück Huch Steirer), denn wir im Norden können mit diesem Begriff gewöhnlicherweise nichts anfangen Küsschen
Aber mal zum Solanin:
Bei Kartoffeln (Erdäpfeln Zwinkernd) und Auberginen soll man ja vom rohen Verzehr Abstand nehmen, da das Solanin toxisch für uns sein soll.
Das Solanin wird durch Kochen unschädlich gemacht oder verändert es seine Konsistenz beim Erhitzen? (ich bin nicht nur kein Botaniker sondern auch kein Chemiker)
Und wieviel Solanin ist in den anderen Nachtschattengewächsen? (ich denke da hauptsächlich an meine geliebten Capsica) Heißt das, daß man alle Nachtschattengewächse nur gekocht verwenden sollte oder hält sich der Solaningehalt bei den anderen Solanaceae in grenzen?
Gespeichert
Günther
Gast
« Antworten #14 am: 20. Oktober 2002, 14:46:06 »

Solanin ist hitzebeständig...
Beim Kochen geht ein nicht unbeträchtlicher Teil ins Wasser über, das man dann wegschüttet.
Paradeiser und Paprika sind roh genießbar, Nachtschatten- und Erdäpfelfruchtmarmelade sind auch länger gekocht nicht zu empfehlen.
Gespeichert
Seiten: [1] 2 Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Botanikforum (Moderatoren: Giuseppe, Blue)  |  Thema: Woher kommt der merkwürdige Name "Nachtschattengewächse"? « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines