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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Brennesseljauche - Verwendung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Brennesseljauche - Verwendung  (Gelesen 73060 mal)
juno
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Ich liebe dieses Forum!


« am: 25. Juni 2005, 01:40:20 »

Aufgrund meines Urlaubes steht bei mir angesetzte Brenneseljauche schon 7 Wochen (mit Pulver angemacht) in einem Mörtelbottich ungenutzt.

Wie kann ich den Saft (der langsam sehr stinkt) noch verwenden und wie verdünnt man? Als Spritzmittel zur Vorbeugung von Krankheiten und/oder als Dünger beim nächsten Giessen?!

Welche "Kraft" hat die Brühe resp. wie lange muß ich warten für die nächste Anwendung bei welchen Pflanzen?

LG

Frank
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Frank-Juno
Sheevah
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Sheevah
Klimazone 8a


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« Antworten #1 am: 25. Juni 2005, 03:25:59 »

Du kannst die Brühe in einer Verdünnung von 1:10 sowohl als Dünger wie auch als Spritzmittel gegen Blattläuse einsetzen.
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Viele Grüße
Sheevah
heidi
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« Antworten #2 am: 25. Juni 2005, 12:48:56 »

Du kannst die Jauche auch, wenn es nicht zu warm ist, als Dünger an Starkzehrer gießen.
Ich benutze sie als Dünger bei den Tomaten und Kürbissen, die Rosen bekommen auch immer was mit ab, aber zum Spritzen habe ich sie noch nicht verwendet.
lg heidi
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Christine N.
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Das Forum lebt!


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« Antworten #3 am: 25. Juni 2005, 14:02:02 »

Die Brühe verdünne ich auch 1:10, d.h. ich gebe pro 10 l Gießkanne einen 1l-Messbecher Brühe dazu und rühre gut um. Ich ziehe dazu aber Handschuhe an, denn der Geruch hält sich lange.  Ärgerlich

Vom Spritzen kann ich eher nur abraten. Die verrotteten Pflanzenreste würden die Spritze nur schnell verstopfen.

Gegen Blattläuse hilft auch nur die kurz angesetzte Brennnessel-Brühe, also über Nacht höchstens 24 Stunden im Wasser liegen lassen.

Doch als Dünger ist diese Brühe sehr wirkungsvoll. Besonders bei Stauden, die etwas mickrig wachsen, sieht man schnell einen Wachstumsschub. Besonders die Blätter bekommen ein satteres Grün. Und diese gekräftigten Blätter sind auch für Blattläuse härter zu knacken.

Liebe Grüße,
Christine
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renate
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renate
phänologischer Naturraum 59/62 - Klimazone 7


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« Antworten #4 am: 25. Juni 2005, 14:10:45 »

Hallo Christine,

ich spritze, die Spritze ist noch nie verstopft. Ich siebe die Menge, die ich spritzen will einfach durch ein feines, billiges Aquariennetz. Das ist schnell ausgespült. Die matschigen Reste tun dem Kompost gut.

@Frank: Schlecht ist die Brühe auch nach 7 Wochen noch nicht. Allenfalls ist die Anzahl der verschiedenen Mikroorganismen darin etwas zurückgegangen. Wen das stört ... zum Spritzen sind sie nicht wichtig und haben allenfalls für das Bodenleben Bedeutung.

Wenn ich habe, spritze ich ein Mal pro Woche. Sonst eben seltener.

Gruß,
renate
« Letzte Änderung: 25. Juni 2005, 14:11:13 von renate » Gespeichert
Walther
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Walther

« Antworten #5 am: 28. Juni 2005, 09:58:42 »

Was ich schon immer mal wissen wollte -

welche Bestandteile dieser gepriesenen Jauche bewirken eigentlich diese Eigenschaften?

Und gibt es Zahlenwerte, auch im Vergleich mit anderen Pflanzen? Oder ist möglicherweise mehr oder weniger doch Pflanzenjauche gleich Pflanzenjauche?

Und dann die Verdünnung auf 1 zu 10 - von welcher Ausgangskonzentration denn? Setze ich 3 Blättchen, einen ganzen Arm voll Brennesseln oder 100kg in 200 l Wasser an?

LG
Walther
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Sheevah
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Sheevah
Klimazone 8a


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« Antworten #6 am: 28. Juni 2005, 10:56:49 »

Man geht von 1 kg frischer Brennesselmasse auf 10 l Wasser aus. Da ich in unserem Garten nie soviel zusammen kriege, nehme ich einfachm was ich habe, und verdünne entsprechend weniger. Um ehrlich zu sein, mache ich das alles sowieso nur pi mal Daumen ... Zwinkernd
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Viele Grüße
Sheevah
Reiner
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Der Teich von Reiner
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« Antworten #7 am: 28. Juni 2005, 13:27:48 »

Hallo,

ich messe oder wiege weder beim Ansetzen der Brennnesseljauche noch bei der Ausbringung.

In der Regel fülle ich einen 10 Liter Eimer halb voll mit kleingeschnittenen Brennneseln. Schön verdichtet.
Darauf kommt dann ein Stein zur Beschwerung und der Eimer wird randvoll mit Regenwasser gefüllt.

Nach einem Tag nutze ich das Zeug zum Spritzen gegen Blattläuse, sofern welche aufgetreten sind. Nach zwei Tagen als Dünger.

Dabei verdünne ich nicht, sondern gebe den Pflanzen genau die Menge Jauche, die sie sonst als Gießwasser bekommen hätten.
Ich verwende die Jauche für die Tomaten, die Zucchini, die Dahlien und die Canna.

Anschließend fülle ich den Eimer wieder mit Wasser auf. Das ganze wird so 3 bis 4 mal wiederholt, dann landet die inzwischen stark riechende Blattmasse auf dem Kompost.
Es kommt auch mal vor das die Jauche 4 bis 5 Tage steht ehe ich sie als Dünger verwende.

Zumindest konnte ich keine Nachteile bei den gedüngten Pflanzen feststellen.

Manche lassen die Jauche bis zu drei stehen ehe sie verwendet wird. Dann sollte wohl aber verdünnt werden.

Löwenzahl soll ähnliche Eigenschaften haben.

Die Schülerinnen Antonia Glatzel und Franziska Schliephake
vom Gymnasium in Nienburg haben beim Landeswettbewerb "Jugend forscht" 2005 in Niedersachsen eine solche Untersuchung durchgeführt:
Zitat
Untersuchungen zur Wirksamkeit und Wirkungsweise von Pflanzenjauchen

Schon wegen des Namens und der geruchsbelästigenden Wirkung reizte es uns, die Brennnesseljauche, die eines der beliebtesten biologischen Mittel gegen Blattläuse ist, zu unserem Studienobjekt zu machen. Während unserer Forschungen, insbesondere beim Schneiden und Entblättern der Brennnesseln, stellten wir uns die Frage, ob es denn unbedingt Brennnesseljauche sein müsse, da die Herstellung einer Kräuterjauche sicherlich weniger schmerzhaft sei. Wir beschlossen deshalb nicht nur Brennnesseljauche, sondern auch Kräuterjauche herzustellen, die Wirkung beider Mittel zu vergleichen, beide Jauchen anschließend zu analysieren und ihre Wirksamkeit auf die Blattläuse zu testen.

Quelle: TU-Clausthal

Leider sind mir die Ergebnisse nicht bekannt.


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Viele Grüße Reiner

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« Antworten #8 am: 28. Juni 2005, 15:28:13 »

....Leider sind mir die Ergebnisse nicht bekannt....

Noch nicht muß ich sagen, denn ich versuche gerade den Kontakt herzustellen und vielleicht berichten die Mädchen mal hier über ihre Arbeit.

So wie ich mehr weiß lasse ich es Euch wissen.
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Viele Grüße Reiner

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Walther
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Walther

« Antworten #9 am: 28. Juni 2005, 16:19:40 »

Nun dachte ich, die Anwender könnten die Inhaltsstoffe problemlos nennen.  Lächelnd

Na gut, googeln kann ich auch, dabei habe ich folgendes gefunden:

http://www.fh-weihenstephan.de/fgw/wissenspool/infos/img/brennessel-tab-g.jpg

Nitrat   1495mg/kg Brennessel Frischmasse
Phosphor 1021mg/kg Brennessel Frischmasse
Kalium   3375mg/kg Brennessel Frischmasse

Mal angenommen, das geht sogar alles in die 10 Liter Lösung und wird noch 1 zu 10 verdünnt dann auf mehreren Quadratmetern ausgegossen oder ggf. auf noch viel mehr Quadratmetern verspritzt,  

Gedankenstrich,

wie soll denn da noch eine Düngewirkung beobachtbar sein?

Das sind 15mg Nitrat pro Liter Gießwasser, (bis 50mg sind z.B. für die Säuglingsernährung uneingeschränkt zugelassen)

Oder wo ist mein Gedankenfehler?
Und - sind die Werte für andere Pflanzengrünmassen grundlegend anders?

LG
Walther
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Maria R.
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..dieses Forum gefällt mir!


« Antworten #10 am: 28. Juni 2005, 23:13:50 »

Zitat
....wie soll denn da noch eine Düngewirkung beobachtbar sein?

Hallo Walther,
wenn etwas eine Wirkung zeigt, muß *ich* nicht unbedingt wissen, warum das so ist.
Wenn Du lieber Nitrat, Phosphor und anderes exakt abwiegst und Dir dabei wohler ist, dann machst du es eben SO.

Ich kann mir vorstellen - oder  besser: ich hoffe - dass es immer ein paar Dinge zwischen Himmel und Erden geben wird, die wir nicht genau analysieren und verstehen können.

Zitat
... Löwenzahn
da ich davon ziemlich viel habe, kam ich auch auf die Idee, aber der wollte sich partout nicht verjauchen lassen. Er benahm sich, als hätte ich ihn in eine Vase gestellt. Da konnte ich umrühren, soviel ich wollte.

Maria
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am Waldrand in Süd-West Mecklenburg, sandig
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Reiner
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« Antworten #11 am: 29. Juni 2005, 07:49:52 »

... Er benahm sich, als hätte ich ihn in eine Vase gestellt. Da konnte ich umrühren, soviel ich wollte...

...vielleicht hilft kleinschneiden und mit heißen Wasser übergießen? Zumindest sollte er nach ein paar Tagen in der Sonne nicht mehr wie Löwenzahn in der Blumenvase aussehen.
Appropos Blumenvase. Wasser was lange mit Blumen in einer Vase steht ist nach ein paar Tagen auch eine Pflanzenjauche.
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Viele Grüße Reiner

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Walther

« Antworten #12 am: 29. Juni 2005, 10:45:53 »

Zitat
... muss *ich* nicht unbedingt wissen...

Entschuldige, das verlangt ja auch niemand von dir, ich wollte es ja hauptsächlich für mich selbst wissen.

Platz in meinem Garten ist kostbar und die Zeit im Garten möchte ich genießen.

Warum sollte ich also -

Raum für Tonnen opfern, die weder organoleptisch noch ästhetisch der Renner sein würden,
warum sollte ich mir die Mühe machen und
warum die brennnesselspezifischen Widrigkeiten in Kauf nehmen,
warum sollte ich auf mindestens einen Schmetterling im Garten verzichten

- wenn die Jauche keinen überzeugenden Nutzwert hat.

Zitat
... und vielleicht berichten die Mädchen mal ...
Danke, Rainer, für deinen Vorstoß - das würde ich auch ausgesprochen begrüßen! Gute Idee!

LG
Walther
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« Antworten #13 am: 29. Juni 2005, 14:06:58 »

.....
warum sollte ich auf mindestens einen Schmetterling im Garten verzichten
....
Du mußt ja nicht alle Nesseln "verjauchen". Ich hole mir die Nesseln aus dem benachbarten Wald. Im Garten bleiben genügend stehen für die Landkärtchen(Araschnia levana L.).

Mit dem Nutzwert ist das so eine Sache.
Ich persönlich kann sagen, das Einsprühen bei Blattlausbefall und bei Raupen hilft (und sei es nur der Gestank der sie vertreibt).

Beim Einsatz als Dügere konnte ich zumdest keine Verkümmerung feststellen.

 
Ich habe soeben per Mail die beiden (Antonia und Franziska) kontaktiert. Mal schaun, eventuell steigen sie direkt in Diskussion ein.

Warten wir's mal ab.  
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Viele Grüße Reiner

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Antonia
Gast
« Antworten #14 am: 29. Juni 2005, 15:07:57 »

Hallo.
Ich habe mit einer Freundin bei dem Wettbewerb Jugend forscht mit dem Brennesseljauchen-Thema mitgemacht und wir haben uns intensiv mit den jauchen beschäftigt.
Ich schreibe einfach mel die Wichtigsten Aspekte unserer Arbeit auf...
einfachste und bestmöglichste Herstellung (Ergebnis nach zahlreichen versuchen)  Zwinkernd:

-Brennesseln werden oberhalb der erde abgeschnitten
-1 kg brennessellaub wird mit 10 Litern wasser in einen Eimer gegeben
-Jauche wird einmal täglich kurz umgerührt
-Wenn die Temperatur zu fallen beginnt und beim Umrühren keine Bläschen mehr aufsteigen, ist die jauche fertig

Vergleichende anwendung von Brennessel und Kräuterjauche:

-Die mit Brennesseljauche besprühten Blattläuse konnten sich nach unseren versuchen noch frei bewegen. Sie starben nach ca. 30 sec.
-Die mit Kräuterjauche besprühten Blattläuse klebten in der schleimigen Kräuerjauche (Löwenzahn, Wegerich...)fest und starben nach ca. 25 sec.

Erklärung zur Wirksamkeit von Pflanzenjauchen:

Wenn Pflanzen unter Einfluss von Sauerstoff zersetzt werden, so entsteht am Ende Kohlenstoffdioxid und Wasser (aerober Abbau)
Bei 1 kg Pflanzen auf nur 10l wasser ist jedoch nicht genug Sauerstoff vorhanden, sodass die Bakterien die Pflanzen ohne Sauerstoff (anaerober Abbau) zersetzen müssen. ----> Gärung
Dabei entstehen sogenannte faulgase:
Methan
Ammoniak
Schwefelwasserstoff (daher kommt der Geruch der Jauche)

Weil die Jauche nicht zu tränen reizte (wie ammoniak) und auch Methan nicht für die Tötung der Läuse verantwortlich sein kann, da es ungiftig ist, sind wir davon ausgegangen, dass H2S die Läuse tötet (H2S riecht nach faulen eiern, ist hochgiftig, etc)
Daher haben wir Schwefelwasserstoff durch diverse Versuche sowohl qualitativ als auch quantitativ in beiden Jauchen nachgewiesen.
---> Brennesseljauche enthält geringfügig mehr Schwefelwasserstoff !!

Dass Kräuterjauche bei Blattläusen eine schnellere wirkung zeigt, kann man auf die schleimige  Konsistenz der Kräuterjauche zurückführen. Die Blattläuse bleiben mit ihren Beinen in der jauche hängen, sodass ihre Stigmen (Tracheen) ganz nahe an der jauche sind  und der Schwefelwasserstoff schneller in ihr Tracheensystem eindringen und mit dem Hämoglobin der Läuse reagieren kann.


Das war erstmal das wichtigste...
Wir haben noch meht untersucht, habn die bestandteile überprüft (Gaschromatographie)und versucht Histamin nachzuweisen, weil es in brennesselpflanzen enthalten ist..

Das wird aber fürs erste zu viel...
Bei weiteren fragen.. Wir sind inzwischen "Spezialisten" auf dem gebiet.

es hat uns echt total viel Spass gemacht uns damit zu beschäftigen..
Liebe Grüße
antonia

Edit: Textformatierungen korrigiert. Gruß, ren@te
« Letzte Änderung: 29. Juni 2005, 15:23:22 von ren@te » Gespeichert
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