Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
24. Oktober 2020, 11:32:19
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Folge planten.de und Forum auch auf Twitter !
forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Tipula maxima 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Tipula maxima  (Gelesen 12228 mal)
Katrin Ufen
Gast
« am: 24. Mai 2002, 01:09:44 »

Hallo,

mein sorgsam gehegter Rasen kümmert. Grund: massenhafter Befall mit Tipula-Larven (geschätzter Besatz 100 St./qm). Da sich die Larven demnächst verpuppen, werde ich in dieser Saison nichts mehr unternehmen.
Für's nächste Jahr jedoch suche ich bereits jetzt nach ebenso wirksamen wie nützlingsschonenden Bekämpfungsmethoden. Ich habe gehört, dass das Ausbringen von Kalkstickstoff sinnvoll sein soll.
Kann mir jemand sagen, worauf die Wirkung von Kalkstickstoff im Boden beruht? Wann müsste ich streuen, um den Larven rechtzeitig vor der Hauptfraßzeit den Garaus zu machen, und in welcher Menge? Und schließlich: Wie bekommt Kalkstickstoff den übrigen Bodenbewohnern, vor allem den Regenwürmern?
« Letzte Änderung: 24. Mai 2002, 01:11:27 von Katrin Ufen » Gespeichert
peterr
Gast
« Antworten #1 am: 24. Mai 2002, 07:32:26 »

Hallo Katrin,

Tipula spec., die Schnaken vermehren sich vor allem auf umgebrochenen Felder, bei Kartoffeln, Klee und Gräser. Bevorzugt auch im hohen Rasen. Massenweise, wie bei dir, treten sie gerne bei sehr feuchtem Standort auf.

Eine gute Vorbeugung sind: günstige Bedingungen für Werren, Spitzmäuse, Igel, Maulwürfe (im Rasen vielleicht nicht sooo vorteilhaft) und vor allem Vögel.

Kalk unterstützt die Prophylaxe und ist in mässigen Gaben dem Rasen wowieso angenehm.

Zur direkten Bekämpfung habe ich schon erfolgreich nachts nasse Jutesäcke ausgelegt und frühs darunter die Larven abgesammelt. Allerdings nicht in deiner angegebenen Menge. Mein Versuch mit einem angeblich funktionierenden Köderrezept, unter den Säcken ausgelegt, brachte kein zusätzliches Erfolgserlebnis. Vielleicht bei dir:
200 g Kleie, 20 g Zucker und 20 ccm Pyrethrum mit Wasser zur quarkähnlichen Masse rühren. Langt für 100 qm.

Peterr
Gespeichert
Katrin Ufen
Gast
« Antworten #2 am: 24. Mai 2002, 11:43:38 »

Hallo Peterr,
danke für deine Antwort. Das mit dem Köder kenne ich, aber ich fürchte, damit auch die Regenwürmer zu ermorden. Und womöglich den Igel? Deswegen wollte ich darauf gern verzichten.
Den Rasen halte ich übrigens kontinuierlich kurz, aber ich lebe in einer niederschlagsreichen Gegend mit lehmigem Boden. Beste Bedingungen für Schnaken...
Gespeichert
Arnold
Moderatoren
****
Offline Offline

Arnold
Mein liebster Treffpunkt.


WWW
« Antworten #3 am: 24. Mai 2002, 20:46:05 »

Hallo aus Brunsbüttel
Mit Kalkstickstoff würde ich gaaaaans vorsichtig sein. wenn du zu viel nimmst, hast du einen gelben bis braunen Rasen. Durch zuviel Stickstoff verbrannt. Bei zu wenig hast du zwar einen giftgrünen Rasen, aber die Tipula Larven stört es meines wissens nicht. Die Bodenfauna wird für kurze Zeit erheblich gestört. Gaben von Brantkalk soll Befallsmindernd wirken.
Gruß aus Dithmarschen
Arnold
Gespeichert

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
(Uralte Chinesische Bauernregel)
Andreas Regner
Global Moderator
*****
Offline Offline

Klimazone 7 (6-8), phän. Naturraum 70


WWW
« Antworten #4 am: 25. Mai 2002, 07:39:37 »

Tipula spec., die Schnaken vermehren sich vor allem auf umgebrochenen Felder, bei Kartoffeln, Klee und Gräser.

Moin moin,

Massenvermehrung von Tipula-Larven kenn ich v.a. auch aus Neuanlagen, z.B. nach einer Rasenneusaat. Oder auch nach grossen Dachbegrünungen. Insofern sind sie dann auch ein Stück weit normal für einen neuen - extrem gestörten -  Standort. Dieses Massenvermehrungen regulieren sich in aller Regeln binnen weniger Jahre. Oftmals sind sie nur eine Erscheinung in einem oder zwei Jahren.

Ist dein Rasen eine Neuanlage?
Gespeichert

grüsse
andreas
Günther
Gast
« Antworten #5 am: 25. Mai 2002, 20:44:54 »

Kalkstickstoff= Calciumcyanamid ist erstens ätzend und zweitens toxisch. Wenn man die Dosierung so hält, daß das Gras nicht "verbrennt", dann bringts vielleicht die Larven um. Der Rest der Bodenbevölkerung stirbt allerdings wahrscheinlich auch.
Einer meiner Schmöker empfiehlt bei starkem Befall Spruzit-Nova-Staub oder notfalls Nexion-Streumittel in den Boden einarbeiten.
"Biologisch" geht fast nix, Maulwürfe, Krähen, Stare sind die Hauptfeinde.
Gespeichert
Katrin Ufen
Gast
« Antworten #6 am: 25. Mai 2002, 22:53:04 »

Hallo... lauter Nordlichter?! Fein.

Andreas, der Rasen wurde vor fünf Jahren auf einem Neubaugrundstück angesät. Tipula-Larven habe ich von Anfang an gefunden, jedoch nie so massenhaft wie in diesem Jahr. Der Rasen ist ansonsten in einem sehr guten Zustand. Ich mähe mit einem Spindelmäher ohne Fangkorb und dünge regelmäßig. Der Boden ist lehmig, frisch bis mäßig feucht und tiefgründig. Verdichtungen oder sonstige Schäden durch die Baumaßnahmen kann ich mittlerweile nicht mehr fest stellen. Warum also dermaßen viele Larven? Und dann schreibst du, dass sich der Bestand normalerweise mittelfristig reguliert. Wodurch geschieht dies?

Von Kalkstickstoff lasse ich jedenfalls die Finger, wenn er das Bodenleben so empfindlich stört, wie ihr es beschreibt.

Arnold, wenn Kalkstickstoff ätzend wirkt, wie Günter schreibt, dürfte das für Branntkalk ebenso gelten, oder?

Günter, es gibt eine biologische Waffe: Nematoden. Soll jedoch recht teuer sein.

Übrigens: Schöne Grüße aus Marne!
Gespeichert
Günther
Gast
« Antworten #7 am: 25. Mai 2002, 23:03:57 »

Nematoden sind momentan DIE Wunderwaffe gegen Alles. Es gibt immer so schöne Dinge, an denen sich manche eine goldene Nase verdienen. Großflächiger Einsatz ist jedenfalls teuer und setzt schon eine gewisse Entwicklungsstufe voraus. Bis dahin fressen die Larven ziemlich unbehelligt. Am sichersten funktionieren Nematoden im Glashaus. Die beliebten Blatt-, Stengel- und Wurzelälchen sind übrigens auch Nematoden. Trichinen gehören ebenfalls in die Verwandtschaft.
Je nun. Erfahrungsgemäß brechen solche Überpopulationen erfreulicherweise nach einiger Zeit von selber zusammen, Seuchen, natürliche Feinde, usw.
Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Tipula maxima « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines