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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Re:Lehm 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Re:Lehm  (Gelesen 21301 mal)
Iris
Gast
« Antworten #60 am: 20. April 2002, 21:55:55 »

Der Gartenboden selbst ist doch wie Sandpapier. Wenn Du lange in der Erde wühlst, dann ist das, als ob Du die Hände schmirgelst. Aber vom Schmirgeln werden Hände nicht glatter, nur Holz. Oder Du trägst Handschuhe, dann schwitzen die Hände in ihrem eigenen Saft und der kann auf Dauer auch das Fett aus der Haut lösen. Oder - und das ist das Wahrscheinlichste - Du wäschst sie anschließend lange und intensiv und am Ende sogar noch warm :-(. Da ist dann schon alles zu spät... zumindest bei meinen Omahänden. Letzte mir bekannte Möglichkeit: viel Kalk. Entspricht dann leider nicht dem pH-Wert der Haut (sauer) und laugt die Hände im wahrsten Sinne des Wortes (!) aus.
Deinen Händen meine besten Wünsche (bei meinen kommt alles zu spät)!
Iris
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silvia
Gast
« Antworten #61 am: 20. April 2002, 22:12:04 »

Tja, bei mir trifft alles zu, erst Handschuhe, die ich spätestens nach einer Stunde an die Seite legen, dann sehr kalkhaltiger Boden und am Ende intensivstes Schrubben mit warmen Wasser und Wurzelbürste. Sonst werden die Fingernägel nicht sauber. Und wenn ich den ganzen Tag im Garten gewurschtelt habe, brauche ich abends noch die Badewanne. Ich schätze aber, bei mir ist der Hauptübeltäter der Kalk im Boden.

Na ja, ich will ja auch kein Hand-Modell werden. Zwinkernd

VLG
Silvia
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Günther
Gast
« Antworten #62 am: 20. April 2002, 22:52:28 »

Ein großer Teil der Lehmbestandteile, resp. der Tonmineralien, sind sehr aktive Silikate mit großen aktiven Oberflächen. Die halten nicht nur Wasser, sondern auch allerhand andere Substanzen sehr gut fest. Mit speziellen Tonen (Bleicherde) kann man Farben und Fette binden, die "Kalkbinder" in modernen Waschmitteln sind spezielle synthetische Silikate, und bei Vergiftungen hat man früher Tone zur Entgiftung gegeben.
Kurz: Ton bindet auch das Hautfett, je trockener, desto eher. Kalk (hier: Kalziumkarbonat) bindet auch, aber nicht so gut. Fein verteilte Kreide, die praktisch reines Kalziumkarbonat ist, entfettet nicht gar so arg. Kalk im Sinne von Kalkhydrat allerdings ist arg, er bildet mit den Fetten Kalkseifen. Deswegen zerstört Mörtel oder Zement richtiggehend die Haut.
Abhilfen: Vaseline wird nicht verseift, schützt also VOR der Erdarbeit einigermaßen (Melkfett!), nachher gut mit Fettcreme einschmieren.
Die Huminsäuren im Boden sind eher günstig - siehe Moorpackungen oder Moorbäder. Reiner Sand schädigt, wenn überhaupt, nur mechanisch. Am Strand wird die Haut nicht kaputt...
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Anne (Rhein-Main)
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Anne (Rhein-Main)

« Antworten #63 am: 22. April 2002, 10:52:34 »

Zu einer Frage: Wie kriege ich Lehmboden lockerer? Hier eine Warnung!Auch wo ich wohne, gibt es viel Lehm. Ist ja auch gut so. Um die Erde lockerer zu machen, habe ich mir viel Sand bringen lassen und den mit der Erde allmählich vermischt. Weil ich's gut meinte (das ist oft bekanntlich das Gegenteil von gut), habe ich dann die Erde gewässert. Plus die schönen sonnigen Tage, die wir vor 2 Wochen hatten. Ergebnis: Nun lese ich seit 2 Wochen festgebrannte Kugeln und Kügelchen vom Boden. Und bin noch lange nicht fertig.
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Günther
Gast
« Antworten #64 am: 22. April 2002, 13:01:45 »

Einarbeiten vorzüglich organischer Substanz. Laub(-kompost) ist gut, bei Torf schreien schon viele Feuer, ganz gemeine Zeitgenossen nehmen Styromull.
Ansonsten gingen noch Vermiculit und Perlit.
Alles eine Frage der Verfügbarkeit, des Preises, der Einarbeitungsmöglichkeit, usw.
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Ursula
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Zone 8


« Antworten #65 am: 25. April 2002, 09:14:27 »

Meistens hat man ja nicht sooo viel Kompost, daß er für den ganzen Garten reicht.
Rindenmulch zum Abdecken ist auch nicht schlecht. Die Würmer arbeiten den pö a pö in den Boden ein.
 
Allerdings bei großen Flächen ist Rindenmulch aus dem Gartenmarkt sehr teuer. Die Stadt oder einige "Holzunternehmer" (bei uns ein Kleinbauer) geben das Zeug meistens sehr billig ab. Für einen m3 habe ich letztes Jahr 10 DM bezahlt.

Liebe Grüße,
Ursula
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Goldiloss
Gast
« Antworten #66 am: 04. Mai 2002, 21:28:57 »

Hallo Raphaelita,

Zeigerpflanzen
für neutralen bis schwach sauren Boden sind :
Ackersenf
Erdrauch
Persischer Ehrenpreis
Saudistel
Ackerfrauenmantel
Flughafer
Windhalm
Ackergauchheil

schwach sauer bis sauer:
Hederich
Reiherschnabel
Stengelumfassende Taubnessel
Hundskamille

stark sauer:
Kleiner Sauerampfer
Weiches Honiggras
Ackerspörgel
Hasenklee
Sandstiefmütterchen

Quelle: DER GÄRTNER/Ulrich Sachweh
'Grundlagen des Gartenbaus'

Gruß Goldi
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Christine N.
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Das Forum lebt!


WWW
« Antworten #67 am: 08. Mai 2002, 19:14:31 »

Lehm, was habe ich ihn verflucht! Im nassen Zustand zäh wie Kaugummi, wurde sehr schlecht warm und zarte Pflänzchen konnte ich erst fast im Sommer setzen, sie erstickten geradezu.

Wenn es heiß war, war er wie ein Stein. Genauso habe ich dann den Boden zerkleinert: Lehmbrocken auf einen Stein gelegt und mit Spaten oder einem anderen Stein zerklopft.

Gaaanz langsam wurde der Boden besser: Die besten Gartenhelfer, die Regenwürmer, anlocken mit Kaffeesatz, Pferdemist, Kompost aus allem was ich bekommen konnte, und immer wieder mal Sand dazwischen.

Heute vermisse ich diesen Boden. Jetzt habe ich Sandboden. Hier gebe ich nun wieder Bentonit dazu. Aber bei beiden extremen Böden ist Kompost das ausgleichende Element.

Einen Vorteil hatte der Lehmboden allerdings: So schöne Rosen mit so großen Blüten habe ich hier nicht.

Liebe Grüße,
Christine
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siebenschläfer
Gast
« Antworten #68 am: 09. Mai 2002, 22:00:05 »

Also gut, Günther, kein Lehrer  Augen rollen (nehme selbigen zurück), aber den Chemiker hast Du nicht verneint, oder  Grinsend
Ergo - habe ich vielleicht doch ein bißchen ins Schwarze getroffen Cool

Ursula


Hallo,
Soll ich Euch etwas verraten?
Günther ist nicht nur in Chemie eine EINS, sondern auch Historiker in Sachen alter römischer Geschichte.  Zwinkernd
Mit freundlichen Grüssen, Siebenschläfer




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Anne (Rhein-Main)
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Anne (Rhein-Main)

« Antworten #69 am: 12. Mai 2002, 10:58:51 »

Um die Lehm-Klumpen (=Modellierknete)kleinzukriegen, nehme ich jetzt meinen Fleischklopfer zur Hilfe und gehe peu à peu die Erde durch, so sie trocken ist. Bringt zwar die Nachbarn zum Lächeln, aber ich denke, das isses. Ich hoffe, dass meine vielen neu gepflanzten Rosen das zu würdigen wissen... Lehm mögen sie ja, nur nicht die dicken Klumpen. Das kann ich natürlich nur machen, weil ich Zeit habe und nicht mehr fremdbestimmte Arbeit tun muß.
Anne

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