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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Re:Lehm 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Re:Lehm  (Gelesen 21304 mal)
Günther
Gast
« Antworten #45 am: 06. April 2002, 14:35:17 »

Zur korrekten und schnellen Findung braucbarer Ergebnisse.
Schön langsam kommen wir vom Lehm zum Schmeißen ein bisserl weit weg.
Der kann im Stereoscan gut ausschauen, Angeber wenden auch BET dabei an, konventionelle Zeitgenossen machen Gartenzwerge draus.
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Ursula
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Zone 8


« Antworten #46 am: 08. April 2002, 13:14:39 »

@ Iris:
Ahaaaaa  Cool Habe ich doch schon immer gewußt.  Grinsend.
Das glaubt mir zwar kein Mensch, aber es ist auch besser so.  Augen rollen

Ehrlich gesagt bin ich genau so schlau wie vorher, d.h. ein seeehr vage Vorstellung ist schon entstanden. Ach, was soll ich mich rausreden. Für Otto-Normal ist es echt total uninteressant.

Danke Dir trotzdem für die Mühe mit uns Dummerles Zwinkernd

Liebe Grüße, Ursula
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Günther
Gast
« Antworten #47 am: 08. April 2002, 14:15:12 »

Auf das hab' ich schon lange gewartet, na, probieren wir's.
Zur Untersuchung auf, zur Bestimmung, zur Strukturanalyse vieler organischer Substanzen verwendet man die Bestimmung der Lichtabsorption, vor allem im infraroten Bereich. Jede Verbindung, jede spezielle chemische Struktur hat ein bestimmtes Absorptionsmuster - diese Muster werden in speziellen "Bibliotheken" gesammelt -, wodurch Informationen gesammelt werden können. Leider sind die meisten Verbindungen (und auch Glas) im Infraroten sehr schlecht durchlässig, so daß man zu Tricks greifen muß. Die zu untersuchende Substanz kann nicht in Lösungsmitteln gelöst werden, da diese meist ebenfalls störende Absorptionen haben. Daher verreibt man das Zeug mit Kaliumbromid beispielsweise, das absorbiert sehr wenig, und man kann so "verdünnen". Dazu: Reibschale/Mörser + Pistill. Die so erhaltene Mixtur ist ein Pulver, das schlecht zu manipulieren ist. Abhilfe: Man preßt aus dem ganzen Pulver mit hohem Druck eine Art Pillen ("Preßlinge"), die mechanisch halbwegs stabil und durch das Wegfallen der beim Pulver eingeschlossenen Luft leidlich durchscheinend sind. Diese Preßlinge werden in einen geeigneten Klapparatismus ("IR-Spektrometer") eingesetzt. Auf der einen Seite glüht freundlich ein Nernst-Stab (eine Art Glühstab aus Magnesiumoxid mit einer Heizwendel), das Licht geht - hoffentlich - durch die Probe und wird auf der anderen Seite durch einen speziellen Spiegel ("reflexives Gitter") in die einzelnen Wellenlängen aufgespalten, deren Intensität entweder direkt oder nach mathematischer Aufbereitung dargestellt wird. Nechanisch und elektronisch recht aufwendig. Ergebnis: Ein Spektrogramm, entweder ein grafisches Faltengebirge mit Unmengen Zacken, oder eine endlose Menge von Zahlen. Daraus wird man, manchmal, schlau, und kann sagen, da ist die Verbindung X drinnen, oder das Zeug hat das Strukturmerkmal Y, oder sonst noch was.
Stark vereinfacht und unvollständig, aber halt ein bisserl zur Erläuterung gedacht.
Noch Fragen?
Oder gehts wieder um Lehm?
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kap-horn
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kap-horn

« Antworten #48 am: 08. April 2002, 15:18:11 »

Danke damit könnte ich bei Günther Jauch auch Fragen zu IR-Preßlingen beantworten  Cool.Ansonsten  gehört es sicher in die Rubrik : Muß man nicht wissen...
Zurück zum Lehm   Smiley  : Bei mir wachsen Eisenhüte so gut - wenn sie genug Wasser haben - daß man sich beim Ausgraben wie bei der Kartoffelernte vorkomt.
Karin
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Günther
Gast
« Antworten #49 am: 08. April 2002, 16:14:30 »

Eisenhutwurzeln kann man auch ähnlich wie Kartoffel in der Küche verwenden, allerdings nur einmal, dann steht man in der Tageszeitung.  Zwinkernd
Siehe auch den lateinischen Namen...
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Ursula
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Zone 8


« Antworten #50 am: 09. April 2002, 10:07:44 »

Hallo Günther,

gib es zu - man hat Dich jetzt erwischt -, Du bist doch Lehrer oder - noch schlimmer - Chemiker oder sonst was abartiges  Zwinkernd

Nichts desto weniger trotz - die Erklärung war so eindeutig, daß selbst ich es verstehen mußte. Obwohl ....vielleicht ist das Thema noch nicht ganz ausgereizt ...  Cool

Ansonsten bleibe ich dabei: die Chemie überlasse ich lieber den Experten. D.H. wenn ich mit chemischen Experimenten anfange, fliegt garantiert der ganze Chemiebaukasten (narrensicher und für Kleinkinder geeignet) samt angrenzenden Gebäuden in die Luft Grinsend
Für mich ist effektiv Eisenhut ungefährlicher, den kenne ich wenigstens.

Liebe Grüße,
Ursula
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Günther
Gast
« Antworten #51 am: 09. April 2002, 11:36:23 »

Nocheinmal: Ich bin KEIN Lehrer, vielleich kann ich deshalb manchmal was verständlich darstellen...
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Ursula
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Zone 8


« Antworten #52 am: 09. April 2002, 13:37:06 »

Also gut, Günther, kein Lehrer  Augen rollen (nehme selbigen zurück), aber den Chemiker hast Du nicht verneint, oder  Grinsend
Ergo - habe ich vielleicht doch ein bißchen ins Schwarze getroffen Cool

Ursula

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Günther
Gast
« Antworten #53 am: 09. April 2002, 16:09:10 »

Sollte sich aber schon langsam in (fast) allen Foren herumgesprochen haben...
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Ursula
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Zone 8


« Antworten #54 am: 09. April 2002, 16:40:11 »

Treffer und versenkt  Cool

Da ich nicht alle treads lesen kann (notorische Zeitnot) blieb mir dies bislang verborgen. Außerdem beginne ich erst allmählich damit, Personen mit den dazugehörenden Namen anhand ihrer Eigenschaften zu identifizieren.

Also laßt mir noch etwas (Eingewöhnungs-)Zeit, um mich hier zurechtzufinden  Smiley

Viele Grüße
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lissard
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Zone 7b / 177 m ü.NN


« Antworten #55 am: 15. April 2002, 15:16:20 »

Und um jetzt doch noch einmal auf den Lehm zurückzukommen....auch bei mir ist der Boden so stark lehmhaltig, daß man daraus Figuren formen kann...und leider auch häufig stark verdichtet und staunass. Außerdem ist der Boden extrem rot und nachdem ich mich hier nun komplett "durchgelesen" habe, sehe ich da evtl. eine Verbindung zu den hier häufig vorkommenden und auch zum Bau verwendeten roten Sandsteinen..!?? Und Sandstein ist dann sauer? Oder gibt es da auch noch Unterschiede zwischen verschiedenen Sandsteinen? Außerdem gibt es hier jede Menge Schiefer (auch eher braun als schwarz). Läßt sich da etwas 'raus ableiten??
Nun, wie dem auch sei - man hat mir in einer Gärtnerei dazu geraten, den Boden nicht mit Sand sondern mit Rindenhumus zu lockern. Damals habe ich das nicht weiter hinterfragt, so im Nachhinein überlege ich mir aber doch, warum? Und was ist der Unterschied zwischen Rindenmulch und Rindenhumus, abgesehen von der Tatsache, daß man Mulch überall und Humus kaum irgendwo bekommt?
Grüblerische Grüße, Lilli  Huch
« Letzte Änderung: 15. April 2002, 15:16:57 von Lilli » Gespeichert

Nirgends habe ich mehr Ruhe gefunden, als in Wäldern und Büchern. (Thomas von Kempen)
Günther
Gast
« Antworten #56 am: 15. April 2002, 17:27:26 »

Rot ist bei Erden und Gesteinen ein eher "lebensfeindliches" Zeichen. Terra rossa ist ein meist sehr nährstoffarmes Verwitterungsprodukt beispielsweise. Die rote Farbe kommt von höheren Eisenoxiden, während biologisch aktive Böden reduzierend wirken und eher niedere Oxide enthalten.
Sandstein besteht zur Hauptsache aus Quarz und ein bisserl Bindemittel, im günstigsten Fall etwas Kalk.
Lehm an sich wäre nicht so schlecht, wenn er ein bißchen aufgelockert wäre. Daher vermutlich die Empfehlung des Rindenkomposts (ich glaube, es tut jeder andere Kompost auch).
Rindenmulch besteht NUR aus gehäckselten Abfallrinden, meist von Nadelhölzern, und ist eigentlich steril. Rindenkompost ist schon biologisch aufbereitet, eventuell störende Gerbstoffe fehlen mehr oder minder, dafür gibts Bodenbakterien und sonstige Kleinlebewesen.
Im Lehm fehlt gerne Kalk, eine pH-Bestimmung ist sinnvoll.
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Iris
Gast
« Antworten #57 am: 18. April 2002, 09:28:13 »

Auf die Gefahr hin, als dickköpfig zu gelten und vorweg mit der Bemerkung, dass ich mich in Fragen der Bodenbeschaffenheit nicht besonders gut auskenne: mir ist von meinem Gärtner gesagt worden, dass gerade im Lehm viel Kalk ist. Bei uns auf jeden Fall (nachweislich), aber Kalk wäre (so mein Gärtner; Gartenarchitekt) das, was im Lehm so pappt. Ich laß das mal so stehen und würde mich über Lieteraturquellen (z.B. von Günther) sehr freuen. Weil sie mir nämlich auch fehlen. Werde demnächst wenn ich mehr Zeit habe auch noch mal meinen Gärtner danach fragen.
Und noch mal kurz was: Rindenmulch steril? Meistens als Sackware im Baumarkt verschimmelt oder vergoren; so meine Erfahrung.
Liebe Grüße,
Iris
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Günther
Gast
« Antworten #58 am: 20. April 2002, 18:33:18 »

Beim Rindenmulch: mit "steril" meinte ich, daß keine Bodenorganismen drin sind. Wenn er vergammelt, kann allerhand unerwünschtes Zeug drinnen wachsen.
Im Humus hingegen tummelt sich schon so vielerlei.
Ad Lehm: Formbarkeit hat mit Kalkgehalt SEHR wenig zu tun. Porzellanmasse ist quasi feinster Lehm und enthält überhaupt keinen Kalk - sie wäre sonst unbrauchbar. Ziegeleien schätzen auch Kalk im Lehm nicht zu sehr, der würde bein Brennen zu Ätzkalk und macht nachher mit Wasser Schweinereien. Wäre im Ton merklich Kalk drin, würde jeder Blumentopf mit Wasser stark alkalisch reagieren.
Ich weiß, Lehm und Ton sind nicht dasselbe, Ton ist die Basis von Lehm, dazu kommen noch Schluff (=Feinstsand) und Sand.
Kalk ist kein essentieller Bestandteil des Lehms.
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silvia
Gast
« Antworten #59 am: 20. April 2002, 21:18:45 »

Schluff ist Feinstsand. Endlich sagt mir das einmal jemand!

Aber nun habe ich auch noch eine Frage: Wieso zieht Erde das Fett aus der Haut? Jedesmal, wenn ich im Garten war, habe ich anschließend Hände wie Sandpapier. Was ist da noch drin?

Gruß Silvia
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