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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Re:Lehm 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Re:Lehm  (Gelesen 21303 mal)
Gudrun (Callis)
Gast
« am: 27. März 2002, 01:12:14 »

Hallo Raphaela,
Deiner Frage kann ich mir nur anschließen.
Bei 1200 qm und noch einigen hundert bei den Nachbarn würde ich endlose Teststäbchen für die verschiedenen Beete brauchen.
Gibt es vielleicht Zeigerpflanzen unter den 'Un'kräutern, die Hinweise geben?
Gudrun
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Günther
Gast
« Antworten #1 am: 27. März 2002, 01:13:29 »

Der berühmte Tropfen Salzsäure, der bei Kalk zu Aufbrausen führt (hat natürlich jede Gärtnerin in der Handtasche...).
Ansonsten: Feinspitze merkens am Geruch - das läßt sich nicht beschreiben. Außerdem gibts Leitpflanzen, die bei einer frisch planierten Fläche auch nicht weiterhelfen.
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PP
Gast
« Antworten #2 am: 27. März 2002, 17:04:45 »

Hallo!

Was ist eigentlich saurer Lehm?
Ich hab schon öfter gehört, daß
Lehmböden oberflächlich entkalkt
sein können, geht es darum?
Und wenn auf meinem Lehm
Edelkastanien gut gedeihen, kann ich
dann davon ausgehen, daß er sauer ist?

Gruß

PP

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Günther
Gast
« Antworten #3 am: 27. März 2002, 22:27:47 »

Sehr stark vereinfacht ist Lehm das, was übrigbleibt, wenn ein Gestein verwittert und die löslichen Anteile mehr oder minder ausgeschwemmt sind. Und der lösliche Anteil ist halt im wesentlichen Kalk.
Die Mineralogen werden mich jetzt mit Lehm bewerfen, sei's drum. Sonst wirds eine wissenschaftliche Abhandlung über Lehm, Ton, Schichtsilikate, und, und, und,...
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zorro
Gast
« Antworten #4 am: 29. März 2002, 09:13:52 »

An der Vegetation lässt sich auch erkennen ob der Boden sauer ist oder nicht.
Kommen dort Weinbergschnecken vor, so kann man davon ausgehen, dass ausreichend Kalk im Boden ist, denn sonst könnten die Schnecken keine Gehäuse ausbilden.
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Silvia
Gast
« Antworten #5 am: 29. März 2002, 12:37:10 »

Gerade was die Bodenzusammensetzung angeht, habe ich mich schon durch viele Internetseiten gewühlt, die mich aber nur teilweise erhellt haben, weil mir immer die grundsätzliche Unterscheidung zwischen den einzelnen Begriffen gefehlt hat und Bezeichnungen verwendet werden, die dann aber nicht näher erläutert werden und eher Fragen aufwerfen.

Ich habe mir deshalb eine naive Theorie zusammen gebastelt:

Soweit ich das verstanden habe, sagen die Bezeichnung Sandboden, Lehmboden, Lößboden und Tonboden vor allem etwas über die Korngröße und Struktur der einzelnen Bodenpartikel aus und weniger etwas über die Zusammensetzung der Mineralien. Stimmt das?

Sandpartikel haben dabei ein großes Porenvolumen und ein runde Form. Sandböden sind daher sehr wasserdurchlässig, binden aber kaum Nährstoffe und Wasser. Wurzeln können sich aber schnell ausbreiten.

Tonpartikel haben eine flache, plättchenförmige Struktur, die sich zu wasserundurchlässigen Schichten aufeinanderlagern. Sie können Wasser und Nährstoffe zwar gut binden, aber es nur schwer an die Umgebung abgeben. Zwischen den gepackten Partikeln haben Bodenlebewesen kaum eine Chance zu existieren und Wurzeln breiten sich nur schwer aus.

Lehm- und Lößboden nun ist eine Mischung aus beidem, haben also eine gemischte Korngröße. Sie haben genügende Wasser- und Nährstoffhaltefähig und die Wurzeln können sich gut ausbreiten.

Aber es bleiben eine Menge Fragen. Was ist z.B. Schluff? Bezeichnet es nur eine Korngröße?

Aus was für einem Mineral besteht Ton? Anscheinend nicht automatisch aus Kalk, sonst würden sie nicht getrennt aufgeführt, oder?

Ist es richtig, dass Lehmböden dabei eine Mischung aus Ton, Sand und Schluff darstellen und Lößboden eine Mischung aus Kalkstaub und Ton? Letzterer müsste dann doch aber sehr schwer sein, oder?
Und wie kann Lehmboden dann sauer sein, wie Raphaela auch fragt, wenn er doch meist so viel Kalk enthält?

Irgend etwas schmeiße ich da noch durcheinander. Also, ich hätte gegen etwas theoretisches Wissen nicht einzuwenden.

Viele Grüße
Silvia

« Letzte Änderung: 30. März 2002, 00:12:56 von Silvia » Gespeichert
Iris
Gast
« Antworten #6 am: 29. März 2002, 20:51:27 »

Saurer Boden kann mittelfristig keinen Kalk enthalten. Das ist chemischer Fakt. In saurem Boden wird Kalk so umgesetzt, daß er wasserlöslich wird (als Calciumhydrogencarbonat). Dabei entsteht noch mehr Wasser (was bei dem Mischen von Torf mit stark kalkhaltigem Lehm neben vielen anderen Punkten zu Staunässe bei Regen führen kann). Das heißt, daß ein saurer Boden durch viel kalken entweder neutralisiert wird und dann nicht mehr sauer ist und dadurch in der Lage, Kalk zu halten, oder aber, daß saurer Boden dafür sorgt, daß Kalk mit dem Gieß-/Regenwasser wieder ausgewaschen wird. Ist das so verständlich?
Ach ja, und - Günther - Du müßtest doch wissen, daß man zu diesem "Test" auf Kalk nicht unbedingt HCl braucht! Jeder Essigreiniger (und sogar die sehr schwache Zitronensäure; die auch als Entkalker verwendet wird) kann Kalk lösen. Also das mit der Salzsäure in der Tasche... nana! Arbeitssicherheitsmäßig gibt das eine Rüge  Zwinkernd!
Liebe Grüße,
Iris
Gespeichert
Günther
Gast
« Antworten #7 am: 29. März 2002, 22:25:01 »

Ich weiß, ich weiß. Trotzdem bevorzuge ich Salzsäure. Ist schließlich auch im Magen. Verdünnte Essigsäure reagiert kalt sehr langsam, Zitronensäure detto (und kann auch schimmeln), und Sulfaminsäure ist nicht jedermanns Sache. Die Kaffeemaschinenentkalker arbeiten schließlich heiß und trotzdem recht langsam.
Schluff ist eine Korngröße
Tonmineralien sind vor allem diverse Schichtsilikate (Stichworte: Zeolithe, Bentonit, Kaolin).
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Iris
Gast
« Antworten #8 am: 30. März 2002, 12:04:10 »

Raphaela, das mit dem Moos stimmt so auch nicht. Bei mir und sogar bei den Nachbarn die entsprechende "Rasenpflege" bereiben wächst Moos sehr sehr gut, obwohl unser Boden recht alkalisch ist. Das liegt daran, daß hier am Nordhang wenig Sonne ist und der (kalkhaltige) Lehmboden sehr verdichtet ist. Dadrauf liegt dann einen millimeter hohe Schicht ständig feuchter Humus (weil das Wasser ja durch die Lehmschicht so schwer durchgeht) und da Moos nun überhaupt nicht tief wurzelt, wächst es dort. Es merkt den alkalischen Boden direkt da drunter kaum! Also halte ich von Moos als "Zeigerpflanze" überhaupt nichts. Ich hatte das nämlich vor einiger Zeit als Greenhorn auch irgendwo gelesen und dann in der irrigen Annahme, sauern Boden zu haben, Rhodos und Heide (wäre unter der Birke so schön gewesen) gepflanzt. Hmm. Jetzt habe ich den Salat... und den Boden im Nachhinein... ach, ist ja egal!
Liebe Grüße (warum bist Du nicht draußen?!)
Iris
Gespeichert
Günther
Gast
« Antworten #9 am: 30. März 2002, 21:21:22 »

Kleiner Versuch: Einen Moospolster abheben und von unten anschauen.
Meist sieht man dort einen vom Moos selbst geschaffenen Boden, der ziemlich scharf vom sonstigen Untergrund getrennt ist.
Also nur schlechter Indikator.
Gespeichert
zorro
Gast
« Antworten #10 am: 31. März 2002, 12:17:20 »

Kalkzeiger sind:
Acker-Haftdolde
Gewöhnl. Venuskamm
Sommer-Adonisröschen
Einjähriges Bingelkraut
Acker- Schwarzkümmel

Mangelzeiger:
Windhalm-Gesellschaft
Einjähriges Knäul
Acker-Spark
Kleiner Sauerampfer

Trockene Böden:
Hasen-Klee
Wundklee
Thymian
Steinklee

frische Böden:
Acker Hellerkraut
Breit Wegerich
Wegwarte
Rainfarn

feuchte Böden:
Kohldistel
Acker-Minze
Wiesen-Schaumkraut
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Irmel
Gast
« Antworten #11 am: 02. April 2002, 05:25:01 »

Hallo FReunde;
toll, daß ich Euch wieder treffe!
ich habs immer noch geschafft, mich anzumelden, aber auf die Schnelle eine ganz 100% Zeigerpflanze für Kalk:
wenn bei Euch jetzt gerade gelbe Korbblüten auf silbrig behaarten, weichen Stengeln mit kleinen, filzigigen Schuppenblüttern aus dem Boden sprießen (meist auf Ödland oder anderweitig offenem Boden Z.B. Abraumhalden, dann ist es der HUFLATTICH. Wenn die Blüten verschwunden sind, treiben die Blätter nach, die mit etwas Phantasie die Form von Hufabdrücken haben.

Anzeiger für Versauerung im Trockenen: Nardus stricta (fällt mir der deutsche Name gerade nicht ein), Potentilla erecta=Blutwurz, Tausendgüldenkraut, Polygonum bistorta=Schlangenknöterich. Ich müßte nachschauen, es gibt noch genügend andere. Wir sitzen hier auf Kalk, weshalb mir die saueren nicht so geläufig sind. Wenn in eueren Buchenwäldern die gelbe Form des Buschwindröschens oder Fuchsgreiskraut steht, habt ihr wahrscheinlich Sandstein oder Granit im Untergrund, also auch sauer.
Auch beim Moor gibt es die kalk- und nährstoffreiche Variante, nämlich das Niedermoor mit Schilf, Rohrkolben, Seggen (Carex), Erle, weide und
die n#ährstoffarme, kalkfreie Variante des Hochmoors mit Torfmoosen (Spagnum), Wollgras, Simse, Sumpfbinse und Glockenheide.
 Zu den Böden:
 Ausgangsgestein, Klima, Geländegestalt, Vegetation und Tierwelt und die Tätigkeit des Menschen haben Einfluß auf die Bodenbildung.
Tone sind Endprodukte der Verwitterung. Je nach Ausgangsgestein haben ihre Mineralien unterschiedliche Sorptions- und Ioneneigenschaften.
 Aus 3-schichtigem Glimmer ( Si-Al-Si-Silikat mit 10%-igem K-Gehalt entsteht durch Auswaschung zunächst Hydroglimmer, dann Illit und über Überganngsmineralien Montmorillonit oder  Vermiculit mit nur 1% K- Gehalt.
Tonmineralien in Sedimentgesteinen sind rel. Stabil und verändern sich im Lauf der Bodenbildung nicht mehr. Unterscheiden muß man zwischen den Nicht quellbaren Zweischichtmineralien (Kaolinit=Porzellanerde) und den den quellbaren, sehr wertvollen Dreischichtmineralien. Hier vor allem Montm. mit einer Sorptionkapazität von 80-150 und Verm. mit 100-150 mval/100g. Illit dagegen nur 10-50 und Kaolinit nur 3-15, was jedoch durch Mahlen auf 100 erhöht werden kann.
Alles aus dem alten Skript herausgelesen! Ich fürchte jedoch, daß es auch wenig zur Erhellung der Frage beigesteuert hat. Bei diesem komliexen Thema ist man leicht geneigt, bei Pontius und Pilatus anzufangen! Also sorry, wenn ich daneben liege!
Nach dem langen Forumsentzug habe ich mir die Ausschweifung erlaubt.
Bis demnächst Euere Irmel
                       
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kap-horn
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kap-horn

« Antworten #12 am: 02. April 2002, 11:22:58 »

Ein paar eigene Beobachtungen:
Ich habe sauren Lehm, wie sauer weiß ich nicht, Rhododendren gedeihen problemlos. Meine Mutter hat teilweise wunderbaren sandigen Rheinschlammboden und nachtraeglich eingebrachten gräßlichen Lehm, der eher basich reagiert, Rhododendren mögen ihn nicht, Astilben wachsen jedoch noch ganz gut.
Da ich schon viel hin und her gepflanzt habe, kann ich sagen, daß Eisenhut lieber saurer wächst, Astrantia und Salomonssiegel bei meiner Mutter bedeutend besser wachsen.
Buschwindröschen weiss und gelb und Helleborus wachsen bei mir sehr gut, Schneeglöckchen sind "fast" ein Unkraut.
Karin
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Günther
Gast
« Antworten #13 am: 02. April 2002, 12:07:43 »

Flint ist Quarz, der aus Kieselschwämmen entstanden ist, und der ursprünglich in Kreide eingebettet ist. Kreide ist Kalk. Allerdings sind größere Flintmengen meist zusammengeschwemmt und ohne Kalk.
Fazit: Wenn der Flint nicht mehr mit der Kreide vergesellschaftet ist, ist nicht unbedingt mehr was mit Kalk.
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Hans
Gast
« Antworten #14 am: 02. April 2002, 13:17:23 »

Hallo,

im Pflanzenbuch kann man etwas über das Gelbe Windröschen erfahren.

Schöne Grüße
Hans
Gespeichert
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