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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Garten-Erdbeere und botanischer Name 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Garten-Erdbeere und botanischer Name  (Gelesen 3572 mal)
botanikus
****
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Botanikus

WWW
« am: 20. Mai 2002, 13:41:08 »

Welches ist denn der momentan gültige botanische Name der Garten-Erdbeere ?
Fragraria ananassa oder Fragraria x ananassa ?
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viele Grüße
Uwe Lochstampfer
Günther
Gast
« Antworten #1 am: 20. Mai 2002, 19:53:43 »

Auf alle Fälle Fragaria irgendwas. Die jetzigen Sorten sind vermutlich so durcheinandergekreuzt, daß selbst Taxonomen Probleme haben.
GREEEEEGOR!!!
Fragaria vesca ist mir lieber, deswegen wächst sie bei mir im Garten.
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gregor
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« Antworten #2 am: 21. Mai 2002, 21:00:56 »

Garnicht wahr ;-)
Gartenerdbeeren gibt es aber mehrere. Da gibz einmal die Kulturform einer der heimischen Arten, der Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), nämlich die Monats-Erdbeere, besser Monats-Wald-Erdbeere (Fragaria vesca var. semperflorens).
Dann gibz die, die meist unter Garten-Erdbeere rennt, bei uns im Süden aber  Ananas-Erdbeere heißt. Sie ist die Hybride F. chiloensis x F. virginiana. Daher muß der korrekte Schreibweise F. x ananassa lauten. Wenn die Hybriden stabilisiert sind, könnte mensch von einer hybridogen entstandenen Art, F. ananassa, sprechen. Allerdings scheinen sich die Taxonomen darüber einig zu sein, daß dieser Fall nicht eingetreten ist. Der Name Ananas stammt vom "Frucht"kelch, der sich mit der Scheinfrucht von der Pflanze löst und wie der Schopf einer Ananas auf der Frucht sitzt.
Weiters gibt es noch die Wiesen-Erdbeere (F. x vescana), eine Hybride aus Ananas- und Wald-Erdbeere. Dazu gehören sehr aromatische, ausläuferreiche, großfrüchtige, vom Kelch lösende Sorten, die unter "Erdbeerwiese" rennen, etwa 'Spadeka'.

Wild wachsen bei uns drei Arten: Wald-Erdbeere (F. vesca) bewohnt die unterschiedlichsten Lebensräume von der collinen bis zur subalpinen Stufe. Die größere und aromatischere Zimt-Erdbeere (F. moschata) ist schon anspruchsvoller. Sie bewohnt frische, lichte Edellaubwälder, frische Waldränder und Gebüsche. Leider fruchtet sie selten, da sie zweihäusig ist und männliche Klone überwiegen. Auch ist die Art in vielen Gebieten nur in so isolierten Klonen vertreten, daß auch weibliche Exemplare selten bestäubt werden.
Die Dritte im Bunde ist die Knack- oder Hügel-Erdbeere (F. viridis, syn. F. collina). Sie ist nicht sehr schmackhaft und bleibt meist grünlich. Als einzige europäische Art reißt bei ihr der Kelch mit der Scheinfrucht ab, was ein knackendes Geräusch verursacht. Sie bewohnt Halbtrockenrasen und lichte Trockenwälder, -gebüsche und deren Säume.
Wenn mensch die Gattungen phylogenetisch faßt, was früher oder später auf uns zukommt, gehören Potentilla rupestris, P. sterilis und P. micrantha ebenfalls zu Fragaria.
Dagegen gehört die sich in Mitteleuropa immer stärker ausbreitende Indische Scheinerdbeere (Duchesnea indica), mit gelben Blüten und roten, geschmacklosen Scheinfrüchten, als Potentilla indica zu Potentilla im engsten Sinn (P. reptans, P. heptaphylla etc.)
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d'Ehre
Grischa
botanikus
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Botanikus

WWW
« Antworten #3 am: 21. Mai 2002, 22:49:30 »

Danke, Gregor

Das war wahrlich eine erschöpfende Auskunft !
Gespeichert

viele Grüße
Uwe Lochstampfer
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