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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Gehölze-Forum (Moderatoren: Hilmar, winterliesel)  |  Thema: Forsythien-Problem 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Forsythien-Problem  (Gelesen 16984 mal)
Hans
Gast
« Antworten #30 am: 03. Oktober 2003, 12:16:01 »

Hallo zusammen,

es mag ja sein, dass manche Leute die Forsythien schön finden und ihr Gemüt aufhellen. Andere Menschen fühlen sich beim Anblick eines Verhehrsschildes (meist dann, wenn es eine Geschwindigkeitsbegrenzung aufhebt) glücklich und ihr Herz springt vor Freude.
Der Wert für die Natur dürfte bei beiden so ungefähr identisch sein und gegen Null tendieren.

Die F. hat weder eine Wohlfahrts- noch irgendeine andere Funktion für Vogel, Schmetterling und Co. Das sind, tut mir leid es sagen zu müssen, aber es sind an den Haaren herbeigezogene Vergleiche. Schatten, in dem sich eine Hauskatze aalt, wirft auch eine Betonmauer. Und wenn eine Amsel zu Füßen der F. nach Regenwürmern pickt, sagt dies gar nichts aus. Das würde sie auch zu Füßen der Betonmauer tun.

Ausserdem wird diese so genannte Grundsatzdiskussion nicht immer wieder geführt. Im Gegenteil - viel zu wenig. Hier geht es zu über 95 Prozent ausschließlich um die völlig subjektive Meinung von Schönheit und Eleganz exotischer, meist wertloser Gehölze und fast nie um den ökologischen, naturschützenden Gedanken. Traurig, aber wahr.
MSG-like eben. Dafür werden dann im Winter selbst bei warmen Wetter die Vögel gefüttert ... und damit hat man dann ja seinen Teil für den Naturschutz beigetragen.

Es ist nun einmal Tatsache, dass die ach so sehr geliebte F. keinerlei Wert hat.


Schöne Grüße
Hans        
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Silvia
Gast
« Antworten #31 am: 03. Oktober 2003, 12:33:48 »

Wertlos für wen?

Zählen denn nur die ökologichen Werte für Tiere? Ich bin als Mensch doch auch noch da, wenn's konveniert  Augen rollen. Die Kugel wollte ich mir jetzt aus lauter schlechtem Gewissen, dass ich lebe und auch an mich denke, nicht geben. Zwinkernd

Lieben Gruß
Silvia

P.S. Ach ja, und eine Forsythie zu haben bedeutet ja nicht gleichzeitig im Umkehrschluss, andere Pflanzen nicht zu haben. Außerdem Verkehrsschild, Betonmauer und Forsythie zu vergleichen - ich bin doch kein Betongärtner, tztz. Und was soll ich mit einem Verkehrsschild im Garten, Hans? Kannst du mir das mal verraten? Augen rollen
« Letzte Änderung: 03. Oktober 2003, 12:48:46 von Silvia » Gespeichert
Caracol
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Caracol

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« Antworten #32 am: 03. Oktober 2003, 12:38:51 »

Mensch Hans, wenn dir das Thema "nützliche und sinnvolle Gartenpflanzen" so am Herzen liegt (und ich kann das schon nachfühlen) dann mach doch einen neuen Thread unter einem neuen interessanten Titel auf! Da kannst du dann deine Erfahrungen mitteilen, welche Tiere wo und wann welche Pflanzen nutzen. Interessant fänd ich's schon und da könnte man's dann ausgiebig weiter vertiefen ohne die Forsythienfreunde zu beleidigen. Zwinkernd
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Allerbeste Gärtnergrüße von Gert
aus der Klimazone 8b - Südengland
Peter
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Klimazone 7a, 413 m.ü.M.


« Antworten #33 am: 03. Oktober 2003, 12:44:14 »

Ich kann deinen Unmut verstehen, Hans. Und ich bin absolut einverstanden mit deiner Aussage, dass der ökologische Wert von Forsythien hierzulande gleich null ist.
Gleichzeitig verstehe ich alle, die ihre Forsythie(n) schön finden und sie gerne behalten möchten.

Das Problem ist, dass "ökologischer Wert" und "emotionaler Wert" zwei Kategorien sind, die a) nicht vergleichbar und b) nicht gegeneinander ausgespielt werden können.

Oder anders gesagt: Befürworter und Gegner von Forsythien reden tendenziell aneinander vorbei, weil sie Äpfel mit Birnen vergleichen.

Unbestritten ist: Ökologisch machen Forsythien nicht viel her. Unbestritten ist auch: Man kann Forsythien schön finden.

Nun sind unsere Gärten immer auch oder sogar in erster Linie Orte, wo wir unsere persönlichen Vorlieben ausleben wollen (und hoffentlich können). Und wir alle reagieren tendenziell gereizt, wenn uns da jemand reinreden will.

Persönlich halte ich es hier einmal mehr mit Paracelsus' "Die Menge machts": Wir haben in unseren Gärten eine ökologische Verantwortung (ob wir das gerne hören oder nicht). Wenn wir diese Verantwortung wahrnehmen und (in unserem Garten natürlich!) der einheimischen Natur wirklich genügend Raum lassen, liegen ein paar "ökologisch wertlose Exoten" allemal drin, die wir wegen ihrer Schönhheit oder ihrer Exklusivität bei uns haben wollen.

Gruss von

Peter

der morgen eine 30jährige Kirschlorbeer-Hecke umsägen und durch eine Hecke aus einheimischen Wildsträuchern ersetzen wird. Warum? a) Ich finde Kirschlorbeer nicht schön. b) Kirschlorbeer ist ökologisch nicht wirklich wertvoll.  Zwinkernd

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Don't argue with idiots. They'll drag you down to their level and beat you with experience.
punga
Gast
« Antworten #34 am: 03. Oktober 2003, 15:11:38 »

Hallo zusammen

Bevor unsere Ereiferer die Forsythien noch verbieten - möchte ich doch mal darum bitten diese URL anzuklicken und zu lesen.

http://www.familie-im-web.de/familie/cybergarten/gartenblumen/f/forsythia_suspensa_varietaet_fortunei.html

punga
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Fleadheat
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N 52° 14' 15'' O 09° 51' 15''; Klimazone 7b


« Antworten #35 am: 03. Oktober 2003, 20:28:33 »

Hallo zusammen,
Forsythien sind m.E. deshalb so beliebt, weil sie in der Beschaffung sehr preiswert sind. Zur Not reicht es, ein Steckholz in die Erde zu rammen. Anschließend erfreuen einen viele Jahre die Massen an gelben Blüten, wenn ansonsten, oberflächlich betrachtet, noch nichts anderes da ist. Erst im Alter fängt der Strauch dann wieder an, Probleme zu machen, wenn er innen immer kahler wird. Das beste Mittel ist dann die Radikalkur. Dann hat man zwar zwei Jahre keine Blüte aber danach gehts wieder munter weiter. Insgesamt also eine pflegeleichte Pflanze. Wie das meiste im Garten also Geschmacksache.

Gruß

P.S.: Mein Geschmack sind sie nicht Zwinkernd
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Unkraut ist die Auflehnung der Natur gegen die Diktatur der Gärtner
Caracol
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Caracol

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« Antworten #36 am: 04. Oktober 2003, 13:34:12 »

Also Problem oder nicht... da wir gerade beim Thema Forsythien sind:

Hat jemand von euch F-Freunden Erfahrungen sammeln können mit der Abeliophyllum distichum, der Schneeforsythie? Die hat mich schon immer unheimlich gereizt, habe aber noch nie eine real gesehen. Vielleicht sind sie ja sehr selten. Das wäre ja schon ein Grund, sich für sie zu interessieren. Zwinkernd Grinsend

Hier ein Link mit schönen Fotos:

Abeliophyllum distichum

 
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Allerbeste Gärtnergrüße von Gert
aus der Klimazone 8b - Südengland
punga
Gast
« Antworten #37 am: 04. Oktober 2003, 15:01:25 »

Ja - diese wunderschöne Forsythia gibt es und auch diese gehört zu den ganz wertvollen Bienennährgehölzen - denn sie blüht schon im März!
Ich habe diese Sorte kennengelernt als ich noch in Baden-Baden tätig war. Tatsache ist, dass sie einen wärmeren geschützten Standort bevorzugt.
Der Strauch duftet während der Blütezeit "nasenbetäubend" und ist eine optische Bereicherung für jedes GRÜN.
Sie ist sehr selten - ich werde sie pflanzen - ab und an muss man einen Schubser kriegen.
Bruns führt sie auch :

http://www.bruns-pflanzen.de

punga
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2003, 19:06:54 von bernhard » Gespeichert
punga
Gast
« Antworten #38 am: 04. Oktober 2003, 15:04:47 »

Andreas bitte mache mal Link (Doppelpunkt) gängig ich kann das ja nicht mehr!
Danke !

punga
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bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #39 am: 04. Oktober 2003, 19:08:32 »

so punga, bin zwar nicht andreas  Zwinkernd aber jetzt ist die bruns-url eine klickbare!

abeliophyllum d. hab ich an einem südwesthang stehen. noch sehr klein, heuer im frühjahr gepflanzt. bin bezgl. des ersten winters gespannt. werden ja sehen.
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freundliche Grüße,
Bernhard
bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #40 am: 05. Oktober 2003, 09:15:01 »

die forsythie wird vom bundesamt für naturschutz als "kulturell wertvolles" kulturgehölz eingestuft, da es beireits seit weit über 100 jahren bestandteil unserer gärten ist. es geht um die erhaltung der biologischen vielfalt in stadt und dorf. zu finden auch in dieser checkliste.

mir ist schon klar, daß die f. absolut keine magnet für vögel und insekten ist (was aber andere "exoten" durchaus sein können (zb sophora j.), sie aber andere funktionen erfüllt und daher sehr wohl ihre berechtigung hat (siehe links oben und viel schwerwiegender wie auch sylvia schon erwähnt hat: die individuelle wohlfahrt die sie verursacht. für mich persönlich würde im garten etwas fehlen, wenn ich mich im frühjahr nicht am goldglöckchen visuell berauschen könnte. dies bedeutet nicht, daß ich mich nicht auch an cornus mas beglücke, oder daß ich stolz darauf bin colutea zu kultivieren oder auch mich daran zu erfreuen, wie sich die vögel vor meinem küchenfenster an den früchten des wilden weins laben. für mich machts die vielfalt. eine f.-monokultur in meinem garten, würde mich nicht befriedigen!
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2003, 09:24:50 von bernhard » Gespeichert

freundliche Grüße,
Bernhard
punga
Gast
« Antworten #41 am: 05. Oktober 2003, 16:59:51 »

Danke Bernhard!

Hallo zusammen

In meinem Forum habe ich gerade 2 Aufsätze geschrieben, die die Ökologie etwas erhellen und einige Dinge hervorheben sollen.
Es geht einmal um die Schmetterlinge - die wie die Zugvögel jedes Jahr zu uns kommen und einmal um die Ökologie als Ganzheit.
Ich finde es nämlich nicht richtig - dass Parolen in die Öffentlichkeit gestreut werden, die auf falschen Interpretationen beruhen.
Man kann noch nicht mal einem alten Gummistiefel einen gewissen ökologischen Wert absprechen, wenn er dazu beiträgt einen Biotop zu bilden. Einer Forsythie erst Recht nicht.

Denn es heißt von der Ökologie:
Sie ist die Lehre von den Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und ihrer belebten und unbelebten Umwelt.

Und wenn eine Forsythie einen Zaunkönig vor dem Zugriff des Sperbers schützt - indem sie ihm Unterschlupf und Zuflucht gewährt, dann hat sie einen Teil der ökologischen Werte erfüllt. Im übrigen werden mindestens 2 Forsythiensorten als Bienennahrung bezeichnet. Und dennoch geht es nicht immer nur um die Bienen und Hummeln.
Ich muß immer schmunzeln - wenn ich lese - an diesem Strauch können 25 Tierchen leben - an jenem nur 6 !?
In den Listen werden die Pflanzen aufgelistet und die Tierchen aufgezählt - die an ihnen leben können, wobei die Betonung auf
k ö n n e n  liegt. Es ist keineswegs so, dass man einen solchen Stauch ins freie Feld setzen kann und schon kommen die 25 Tierchen - das ist platter Unsinn und gehört nicht unter die Leser im Internet. Meine Forsythien sind in jedem Jahr löchrig und zerfressen. Es müssen sich Schädlinge daran befinden, aber das kann ja nicht sein - wie man immer wieder hört  Smiley

punga
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Tolmiea
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Liebe ich dieses Forum???


« Antworten #42 am: 05. Oktober 2003, 17:14:32 »

Tja, so gehen die Meinungen auseinander.
Ich find auch diese Goldlöckchen gehören endlich aus meinem Garten. Wegen der Farbe.
Aber immernoch hab ich zwei  Augen rollen

Abeliophyllum habe ich im Frühling bei uns im Gartencenter entdeckt. Total braun verblüht und trotzdem noch sehr teuer.
Dachte wenn ich noch etwas warte, wird sie runtergesetzt.
Pustekuchen, die haben sie verblüht wie sie war dann an das Muttterhaus zurückgeschickt  Weinen

liegrü g.g.g.

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Hans
Gast
« Antworten #43 am: 05. Oktober 2003, 17:24:35 »

Na, dann lasst euch mal von euren ökologisch wertvollen Goldglöckchen berauschen.
Vielleicht noch ein Tip:
Kauft ein Bilderbuch über Schmetterlinge und Vögel (z.B. "Was fliegt denn da"), damit ihr euren Enkeln noch zeigen könnt, wie unsere flatterhaften Gesellen ausgeschaut haben.

Ach ja, es ist wirklich lustig, wenn Leute, die gegen die Natur gärtnern, über Ökologie und deren Zusammenhänge fantasieren. Ungefähr so, wie wenn Walfischer über den Schutz der Wale fabulieren.    

Wenns nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.


Schöne Grüße
Hans  
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2003, 17:27:04 von Hans » Gespeichert
Tolmiea
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Liebe ich dieses Forum???


« Antworten #44 am: 05. Oktober 2003, 19:04:32 »

Wenns nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.
Schöne Grüße
Hans  

Irendwo versteh ich dich ja, Hans, geht mir z. Z. zu Hause auch so, ich red mir, weil ichs gut meine, den Mund fusselig, versuche zu überzeugen, werd dafür dann noch dumm angemacht und keiner hört auf mich. Wenigstens musst du uns nicht noch trösten wenn die Erde in den Brunnen gefallen ist.

Nun, für unser aller Seelenheil sei erwähnt, dass unser aller Gregor in seinem Buch "Bunte Hecken und grüne Grenzen" bei den einzelnen Portraits der "Naturhecke" auf Seite 88 die Forsythie vorstellt und dabei erzählt, dass an ihr auch die interessanten Ligusterschwärmer-Raupen leben!!

Also wenn das nicht für eine Absolution der Forsythie und der Besitzer reicht, weiß ich auch net   Zwinkernd

liegrü g.g.g.


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