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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Gehölze-Forum (Moderatoren: Hilmar, winterliesel)  |  Thema: diese Eiche möchte bestimmt werden 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: diese Eiche möchte bestimmt werden  (Gelesen 6731 mal)
Sepp
Gast
« Antworten #30 am: 08. August 2003, 21:54:17 »

hmmm, der Name Q. variabilis ist aber gefallen, sicher, aus deinem Munde. Jaaajaaaa. Egal, es gibt eh keine Photos. Fest steht nur, dass es keine 'Pseudoturneri' war.

Zitat
Wieso wollt ihr alle Eicheln essen, wo es doch Kastanien gibt? Und wenn Eicheln, dann sollten sie doch auch nach solchen schmecken Cool!

warum denn nicht? Es weiss doch niemand mehr, wie die gerbstofffreien(was ein Wort) schmecken.
Ich hoffe, mit Kastanien meinst du Esskastanien. Aesculus möchte ich nicht essen.

Ach, da fällt mir ein: um die Gerbstoffe der Eicheln zu lösen, haben die Indianer sie 1-2 Tage in fleissendes Gewässer gelegt.

Zum Mästen von Schweinen sind Eicheln vorzüglich, wenn die Tiere es gewohnt sind. Ansonsten gibt's Magenverstimmungen, wie mir alte Bauern erzählten, die das nach dem Krieg gemacht haben.
In Portugal verkauft man das Fleisch von eichelgemästeten Schweinen jedenfalls als Delikatesse.

btw. sollen 1/3 der Waldfläche Portugals brennen/verbrannt sein. Und das in einem Land, wo die eh schon so arme Landbevölkerung vom Kork lebt.
Katastrophal in meinen Augen. Weinen

Sepp



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Hilmar
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« Antworten #31 am: 08. August 2003, 21:55:22 »

Die Linde als Baum der Deutschen, bloß weil sie derzeit so häufig in den Ortschaften anzutreffen ist, ist historisch gesehen fehlerhaft. Da war nämlich die Ulme mindestens genauso wenn nicht so gar häufiger anzutreffen. Nur die fiel dem Ulmensterben zum Opfer. Die Eichen dagegen werden im Vergleich zu den restlichen Laubbäumen uralt. Und unter diesen sollen ja schon die alten Germanen Gericht abgehalten haben oder sie waren anderweitig als Mittelpunkt eines Kultplatzes auserkoren. Schon von daher kann ich mit dem Begriff Deutscher Eiche recht gut leben.

Die Sämlinge der Zerr-Eiche wachsen bei einem Arbeitskollegen ausgezeichnet im Garten. Meine wurden leider aus Unkenntnis der Materie als Unkraut 100 %-ig aus dem Garten entfernt. Sie scheint, wenn sie einmal an die Klimaverhältnisse gewohnt ist, recht frosthart zu sein. Die Sämlinge sind alles von selbst aufgegangene Eicheln der Zerr-Eiche.

Der Korkbaum (Phellodendron amurense) ist interessant, kommt aber mit den Eichen, zumindest in unseren Breitengraden, nicht mit. Selbst die Korkleisten sind bei einem Feldahorn (Acer campestre) oder bei einem Amberbaum (Liquidambar styraciflua) ausgeprägter.

Ilex leitet sich wahrscheinlich von dem keltischen Wort ic oder ac ab, welches Spitze heißen soll, wegen der stachligen Blätter.

Gruß Hilmar

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Hilmar
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« Antworten #32 am: 08. August 2003, 22:12:37 »

Q. variabilis gibt es.
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Sepp
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« Antworten #33 am: 08. August 2003, 22:17:33 »

Die Linde als Baum der Deutschen, bloß weil sie derzeit so häufig in den Ortschaften anzutreffen ist, ist historisch gesehen fehlerhaft.

Begründung? Quellen?
Bei mir sind es die ähnlichen Bücher "Mythos Baum" und "Auf den Eichen wachsen die besten Schinken", beide verliehen Augen rollen


Zitat
Die Eichen dagegen werden im Vergleich zu den restlichen Laubbäumen uralt. Und unter diesen sollen ja schon die alten Germanen Gericht abgehalten haben

Es wundert mich seh, wie da die Meinungen auseinandergehen.
Meiner Information nach, waren es sog. "Gerichtslinden" unter den geurteilt wurde und an denen u.U. gleich gehängt wurde.

Die Eiche war ein heiliger Baum, Symbol für Männlichkeit, Treue, Tapferkeit und Donar, dem Gott der Fruchtbarkeit gewidmet.

Die Ulme war bei den Germanen der Baum, aus dem die Frau geschnitzt wurde (die Esche ('Ask') war es beim Mann).


Der Phellodendron hat ja auch ne ganz andere Art von Rinde, als Liqidamber oder Feldahorn. Keine Korkleisten, sondern eher eine wunderschöne, malerische Rinde.

Sepp
« Letzte Änderung: 08. August 2003, 22:23:47 von Sepp » Gespeichert
Sepp
Gast
« Antworten #34 am: 09. August 2003, 09:20:12 »

OT:

zu den Linden:
http://www.hs-west.at/linde/gesbed.htm

http://www.lexi-tv.de/lexikon/thema.asp?InhaltID=740

Klopstock und die Eichen:
Zitat
Die moderne patriotische Verehrung der Eiche in Deutschland
begann allerdings erst im 18. Jahrhundert mit Klopstock.
http://www.allergiemagazin.de/Biologie/eiche.html

hab mich um ein Jhdt. vertan, aber was ist schon ein Jhdt... Smiley

Ende OT
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Hilmar
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« Antworten #35 am: 09. August 2003, 18:06:23 »

Die Linden in den Ortschaften dienten meist zur Kühlung (Kühlschränke gab es ja noch nicht) und als Blitzableiter. Da bei einem Blitzeinschlag der Blitz an den Linden nicht so zerstörerisch wirkt wie an den grobborkigen Eichen, waren sie deshalb geeigneter. Und daher wurden eben Linden in den Ortschaften gepflanzt.
Aus den Zeiten, wo die alten Germanen oder welcher Volksstamm auch immer, noch den alten Götter unter mächtigen Bäumen opferten, ist heute sowieso kein Baum mehr vorhanden.

Die Eicheln dienten als Viehfutter und da das Vieh außerhalb der Ortschaften gehütet wurde, blieben sie halt "außen vor". Dafür wurde sie aber nicht minder "verehrt". Mit zunehmender Besiedelung und erhöhtem Bedarf an Bauholz merkte man recht schnell, dass das Eichenholz fest und ausdauernd gegenüber Witterungseinflüssen ist. Durch die Härte und Festigkeit des Holzes kam es zu einer Renaissance der Eichenverehrung, welche mit den ursprünglichen Gottheiten oder ursprünglichen Sitten nichts mehr gemein hatten. Blätter und Eicheln wurden in Wappen und Bannern übernommen. Sie sollten die Dauerhaftigkeit und Mächtigkeit symbolisieren. Diese Tradition ist nicht nur in Europa verbreitet, sie lässt sich bis Mittel- und Südamerika verfolgen (Staatswappen von Kuba, Mexiko, Honduras, Italien, Frankreich). Für Deutschland nehme ich nur mal die Münzsätze, da brauche ich noch nicht mal die zahlreichen Ortsnamen berücksichtigen.

Hilmar
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Sepp
Gast
« Antworten #36 am: 09. August 2003, 22:11:10 »

Zitat
Dafür wurde sie aber nicht minder "verehrt".

Das behaupte ich ja auch nicht.
Ich sag jetzt einfach mal, dass Eichen und Linden gleich stark verehrt wurden und als heilig galten, keine Frage.
Auch Ahorne, Äpfel, Buchen, Birken, Weiden wurden verehrt, in manchen Gebieten verstärkt in manchen weniger.

Wollen wir einen "Mythos Baum"-Thread eröffnen, da es hier ja doch OT ist?
Jemand Interesse?
Ich hätte da noch eine Zusammenfassung der einzelnen Arten, wie sie in verschiedenen Kulturen verehrt wurden.

Grüsse

PS: Opferbäume waren bei den Germanen übrigens die Weiden, dei dem Gott Viddhar gewidmet waren, der für den Tod zuständig war.
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Iris
Gast
« Antworten #37 am: 11. August 2003, 12:44:47 »

Ähh. Zum Phellodendron amorense muss ich noch...
Das Interessante an ihm ist neben der wunderbaren (schon etwas korkigen) Rinde doch auch der tolle horizontale Wuchs. Kann man doch mit Liquidambar (bei meiner ganzen Liebe für ihn) und Feldahorn (der sich im Alter übrigens auch nicht immer korkleistet!) nicht vergleichen! Er sieht im Habitus aus wie ein asiatischer Schirm und spendet - so man denn einige Jährchen investiert Zwinkernd- wunderbaren, angenehmen lichten Schatten. Wer immer noch nicht überzeugt ist, der sollte sich tatsächlich das Exemplar im Bot. Garten Augsburg ansehen. Ja doch, die Quelle war verlässlich!

Grüsse,
Iris
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Hilmar
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« Antworten #38 am: 11. August 2003, 19:52:29 »

Zum Phellodendron amurense:
In Berlin - Zehlendorf steht davon eine ganze Allee. War aber irgendwie nicht so beeindruckend. Kann im Freistand natürlich ganz anders wirken.
Acer campestre korkleistet sich meist nach Schnitt. Besonders korkleistig bei Verwendung als Hecke.
Mittlerweilen total OT.
Hilmar
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Sepp
Gast
« Antworten #39 am: 11. August 2003, 19:58:01 »

[OT-Modus)

wie gesagt, Hilmar, der Phello bildet keine Korkleisten, sondern eine korkige, malerische Rinde.
Als Alleebaum finde ich ihn ungeeignet, da er schon von unten sehr in die breite wächst. Da ist dann einiges an Aufasten nötig, damit auch die 4m hohen LKWs noch durchpassen.

[OT-Modus aus]
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Klimazone 6


« Antworten #40 am: 12. August 2003, 10:26:03 »

wir bräuchten jetzt einen mythos baum-thread, einen phellodendron thread und den eichen-thread ...... .....  Huch
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freundliche Grüße,
Bernhard
Sepp
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« Antworten #41 am: 12. August 2003, 16:19:48 »

hat doch keiner Interesse an einem Mythen-Thread Weinen
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« Antworten #42 am: 13. August 2003, 00:13:11 »

Ach komm, du kennst uns doch, also jetzt zier dich net so  Lächelnd

liegrü g.g.g.
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Caracol
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Caracol

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« Antworten #43 am: 08. September 2003, 01:50:39 »

Quercus robur, die Stiel-Eiche, auch Sommer-Eiche. Der Begriff "Engliche Eiche" ist mir völlig neu.

Doch, kann ich bestätigen. Hier in England heißt die Quercus robur English Oak oder Common Oak. Mir scheint, dass diese einheimische Eiche aufgrund dieser genannten Charakeristik eben als nationaler Baum gesehen wird. Sie ist ja vermutlich eben so heimisch in Deutschland wie in England.
« Letzte Änderung: 08. September 2003, 01:52:07 von Caracol » Gespeichert

Allerbeste Gärtnergrüße von Gert
aus der Klimazone 8b - Südengland
Sepp
Gast
« Antworten #44 am: 08. September 2003, 20:59:14 »

Hallo Gert,

die Engländer haben ja auch der Eiche einiges zu verdanken...

Grüsse,
Sepp
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