Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
24. September 2020, 16:15:48
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Schon den planten.de-Feed endeckt? Aktuelle Meldungen zu Garten, Natur und Umwelt.
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Botanikforum (Moderatoren: Giuseppe, Blue)  |  Thema: Samenvermehrung von Wildpflanzen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Samenvermehrung von Wildpflanzen  (Gelesen 2475 mal)
Suse
***
Offline Offline

Wildlife

« am: 08. Juli 2003, 08:05:47 »

In meinem Garten möchte ich Wildpflanzen durch Samen vermehren.Wie erkenne ich,welche sich unerwünscht miteinander kreuzen,gibt es da botanische  Regeln oder so?
Schöne Grüße an alle,Susanne
Gespeichert

Liebe Grüsse, Susanne
Peter
****
Offline Offline


Klimazone 7a, 413 m.ü.M.


« Antworten #1 am: 08. Juli 2003, 09:30:46 »

Was verstehst du unter unerwünscht?

Grundsätzlich können sich nur nah verwandte Arten kreuzen - ein Vorgang der manchmal auch in der Natur vorkommt, falls die entsprechenden Pflanzen am selben Standort oder nahe beieinander vorkommen. Im Garten ist es halt so, dass wir oft Arten nahe nebeneinander pflanzen, die sich in der Natur auf Grund ihrer Standortansprüche kaum je begegnen würden - und dann kann es sein, dass Mischformen herauskommen, die am Naturstandort kaum entstehen können. Das ist aber- solange die Mischformen auf den Garten beschränkt bleiben nicht weiter tragisch. In der freien Natur sind sie vermutlich nicht konkurrenzfähig, da sie an keinen Standort wirklich gut angepasst sind.
Hinter dieser mangelnden Anpassung verbirgt sich aber in anderer Hinsicht ein ernstes Problem: Pflanzen der gleichen Art (z.B. Prunus spinosa) weisen je nach Herkunft verschiedene Eigenschaften auf, es gibt unterschiedliche Ökotypen der gleichen Art. Ein Schlehdorn aus Osteuropa hat andere (nicht sichtbare) Eigenschaften als ein Schlehdorn in der Schweiz. Die lokal vorkommenden Arten sind jeweils optimal an die lokal vorherrschenden klimatischen und anderen Bedingungen angepasst. Darauf wird aber heute kaum mehr Rücksicht genommen: Wenn du im Gartencenter "einheimische Wildpflanzen" kaufst, oder wenn z.B bei einer Renaturierung Wildsträucher in grossen Mengen verwendet werden, sind dies oft NICHT lokale Ökotypen. Natürlich kreuzen sich die "Neuen" mit den "Alteingesessenen" - und dies führt dann dazu, dass einerseits die genetische Vielfalt abnimmt und andererseits die eigentlich einheimischen Pflanzen gar nicht mehr optimal an ihre Umgebung angepasst sind. Wie sich das auf den Naturhaushalt auswirkt, ist weitgehend unbekannt.
Wenn du daraus Regeln für den Umgang mit Wildpflanzen im Garten ableiten willst:
1. Verwende nur Pflanzen, die wirklich aus deiner Gegend stammen
2. Mische in deinem Garten nicht wild Standorte
3. Ernte von allen Pflanzen einer Art Samen, nicht nur von den schönsten, grössten und am längsten blühenden. Für den Erhalt der genetischen Vielfalt ist es wichtig, dass auch (nach menschlichem Ermessen) die kümmerlichen Exemplare ihre Gene weitergeben können. Denn sie sind vielleicht wesentlich frost- oder schneckenresistenter als ihre "schönen" Artgenossen.

Gruss

Peter
Gespeichert

Don't argue with idiots. They'll drag you down to their level and beat you with experience.
Suse
***
Offline Offline

Wildlife

« Antworten #2 am: 08. Juli 2003, 18:03:58 »

Hallo Peter,
Deine Antwort ist sehr anschaulich und gibt mir schon ein besseres Verständnis.Unter unerwünscht verstehe ich 'wilde' Kreuzungen,die ich dann anderen als eine bestimmte Sorte weitergebe,die ja dann nicht der erwarteten Pflanze entspricht (Farbe,Wuchsform etc)  
Was meinst Du mit:Mische in deinem Garten nicht wild Standorte?
Es wäre interessant zu wissen,welche Pflanzen mehr und welche weniger zum verkreuzen neigen.
Tschüß,Susanne
Gespeichert

Liebe Grüsse, Susanne
Peter
****
Offline Offline


Klimazone 7a, 413 m.ü.M.


« Antworten #3 am: 08. Juli 2003, 20:57:36 »

Mit "Standorte nicht wild mischen" meinte ich, dass du - obwohl dies im Garten sicher möglich wäre - nicht z.B. einen Feuchtstandort neben einem Trockenstandort neben einem Abschnitt mit Gebirgspflanzen anlegen solltest. Abgesehen davon, dass dies m.E. wenig harmonisch wirken würde, ist dann auch die Möglichkeit eher gegeben, dass sich verwandte Pflanzen, die sich kaum je begegnen würden, dann eben kreuzen könnten. Beispiel: Stachys alpina x Stachys palustris (ob das funktionieren würde, weiss ich aber nicht. Es gibt z.B. in der Natur Mischformen von Stachys alpina und S. sylvestris). Solche Kreuzungen sind sicher nichts Schlimmes - nur sollte man sie nicht noch weiter verbreiten.
Welche Arten zum Verkreuzen neigen, weiss ich auch nicht im Detail. Bei Verbascum z.B. gibt es auch in der Natur Mischformen.
Spannend für dich sind im Zusammenhang mit der Vermehrung von Wildpflanzen evtl. die Richtlinien, die der  Verein für Naturnahen Gartenbau VNG in der Schweiz für Wildpflanzen-Produktionsbetriebe aufgestellt hat. Sie geben recht gut darüber Auskunft, worauf man achten muss: http://www.vng.ch/richtlinien.htm
Gruss
Peter
Gespeichert

Don't argue with idiots. They'll drag you down to their level and beat you with experience.
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Botanikforum (Moderatoren: Giuseppe, Blue)  |  Thema: Samenvermehrung von Wildpflanzen « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines