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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: "selbstfruchtbare" edelkastanien 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: "selbstfruchtbare" edelkastanien  (Gelesen 10074 mal)
bernhard
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Klimazone 6


« am: 27. April 2002, 15:51:32 »

edelkastanien (castanea sativa) sind bekanntlich einhäusige bäume, mit getrennten männlichen und weiblichen blüten.
die blütezeit der männlichen kätzchen (auffallend, duftend) liegt etwas vor jener der weiblichen blüten (eher unscheinbar), welche oft auch noch kurze männliche kätzchen ausbilden, diese blühen meist nicht mehr auf und verkümmern.
die befruchtung findet in der überschneidungszeit der beiden blütezeiten statt. bestäubung lt. literatur durch insekten.
da die überschneidungszeit durch die leicht unterschiedliche beginnzeit der blühperioden einzelner bäume verlängert wird, kommt es in der regel zu üppiger befruchtung, wenn mehrer exemplare gepflanzt sind bzw. sich in der nachbarschaft oder im wald befinden. bei auseinanderfallenden zeiträumen eines einzelexemplars kann die befruchtung äußerst dürftig ausfallen.

baumschulen verkaufen oft "selbstfruchtende" fruchtsorten. ich denke, grundsätzlich sind ja alle edelkastanien selbstfruchtend. kann es sich bei diesen pflanzen um selektionen handeln, bei denen lediglich die überschneidungszeit der blüten genetisch vorprogrammiert länger dauert, als zB bei der wildform? sind diese blütezeiten denn nicht auch sehr standort und klimavariabel?

... das interessiert mich brennend
« Letzte Änderung: 30. April 2002, 08:40:42 von bernhard » Gespeichert

freundliche Grüße,
Bernhard
bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #1 am: 05. Juni 2002, 12:54:23 »

für die, dies interessiert:

nach einiger recherchearbeit konnte ich folgendes in erfahrung bringen: die edelkastanie ist bezüglich ihrer früchte sehr variabel. folglich dürfte es wohl ein sehr große zahl an fruchtsorten - wohl auch unentdeckte - geben. diese starke variation wird auch als für die arterhaltung unerlässlich (?) eingestuft. eine art überlebensstrategie. das forschungszentrum seibersdorf in Österreich legt deshalb auch ein gendatenbank aller fruchtsorten an, um diesen variationsreichtum zu erhalten.

in österreich hat sich laut auskunft verschiedener baumschulen eine fruchtsorte in hinblick auf klimaverträglichkeit, robustheit und auch selbstfruchtbarkeit besonders hervorgetan. mit dessen entdeckung/verbreitung hat sich offenbar eine alte grazer baumschule hervorgetan. dementsprechend heißt diese fruchtsorte "typ egger I". sie wird in vielen steirischen baumschulen und auch in niederösterreich/oberösterreich veredelt.

die blütezeit dieser selektion soll sich - genetisch festgelegt - sehr stark überschneiden, sodaß auch die pflanzung nur eines baumes ausreichende fruchtbildung garantiert. meinem bisherigen wissensstand zufolge dürfte dies allerdings nicht für alle fruchtsorten gelten.
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freundliche Grüße,
Bernhard
bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #2 am: 22. November 2002, 10:31:28 »

nun, die oben beschriebene edelkastanien fruchtsorte heißt korrekt "typ ecker 1". veredlungen werden außer von der erwähnten grazer "baumschule" (die sich darauf spezialisiert hat) von nur sehr wenigen betrieben durchgeführt. die meisten erwerben dort die einjährigen veredlungen und schulen sie dann ein paar jahre auf. veredeln ist ja bei c.s. ein schwieriges unterfangen. die erfolgsquote liegt bloß bei 50 %. dürfte anscheinend für das österreichische klima die volltreffer-selektion sein.

aus eigener erfahrung kann ich nun bezgl. typ ecker 1 berichten: die früchte sind groß und kommen selbst in klimatisch schlechten lagen an die größe von italienischer importware heran. geschmacklich vorzüglich. reifen bei mir in zone 6 schon anfang oktober. sehr starke fruchtbildung (eine außerordentliche zierde) führt trotz tauber früchte zu befriedigender ernte. bei meinen jungen bäumen hatte ich im vorjahr lediglich ein kleine kostprobe. heuer wars schon ein körberl voll. wenn das so weiter geht, stell ich mich in fünf jahren auf den markt  Grinsend
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freundliche Grüße,
Bernhard
Anette
Gast
« Antworten #3 am: 06. Januar 2003, 14:39:15 »

Hallo,

ab welchem Alter tragen Edelkastanien überhaupt?

Gruß Anette
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peterr
Gast
« Antworten #4 am: 06. Januar 2003, 14:57:57 »

Bernhard wirds mir hoffentlich nachsehen, wenn ich mal eben schnell mitmische!

Die ersten Früchte von Castanea sativa können zwischen dem 15. und 20. Standjahr erwartet werden. Ich gehe davon aus, dass der Standort und die Sorte hierbei ein Mitspracherecht haben. Veredelte Bäume sind wohl auch schneller als Sämlinge. Die höchste Fruchtproduktion wird mit etwa 100 Jahren erreicht. Ab 200 Jahren geht der Ertrag spürbar zurück. Na ja, mich persönlich tangiert das jetzt nicht sooo....Bei mir stehen vier Exemplare.....seit vergangenem Jahr.....

peterr
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bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #5 am: 08. Januar 2003, 19:37:24 »

meinen bescheidenen bisherigen erfahrungen zufolge stimme ich peterr zu und sehe ihm die einmischung nach - ausnahmsweise. die wildform muß 15 bis 20 alt werden bevor sie zum ersten male fruchtet.

veredelte pflanzen können in aller regel schon im ersten standjahr fruchten. mit sicherheit allerdings im zweiten, wenn die faktoren klima, boden, mikroklima etc. stimmen!

im ersten standjahr reagieren sie merklich auf den klimawechsel zw. baumschule und endgültigem standort, selbst wenn es sich bloß um wenige km handelt oder dem wechsel zu einem anderen nahen garten (mikroklima) handelt. habe ich selbst schon zweimal erlebt. ein baum in voller männlicher blüte versagte mir nach transport und pflanzung die weibliche blüte und setzte keine einzige frucht an. im nächsten jahre war der baum bereits übervoll mit früchten. in einem zweiten fall konnte ich von der verpflanzten (bei mir) und den in der baumschule verbliebenen im herbst deutliche unterschiede in den fruchtansätzen bemerken.
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freundliche Grüße,
Bernhard
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