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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Gehölze-Forum (Moderatoren: Hilmar, winterliesel)  |  Thema: Suche schnell wachsenden Baum. 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Suche schnell wachsenden Baum.  (Gelesen 1108 mal)
Anika
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KZ: 7b


« am: 04. April 2020, 07:41:34 »

Hallo in die Runde!

Ich brauche Rat. Hinter unserem Garten wird gerade ein recht hohes Haus (für diese EFH Gegend) gebaut. Die Arbeiter schauen mir nu schon auf die Kaffeetasse. Ich bin totunglücklich und möchte einen Baum pflanzen. Dieser sollte schnell wachsen, bzw. schnell eine Höhe von 5-7 Metern erreichen. Danach kanns gern langsamer voran gehen. Ich bin für alles offen und habe sogar schon an Zypressen, Säulenbuche, usw. gedacht. Daneben würde eine Zierkirsche stehen. Also, bitte gern aus eigener Erfahrung Tipps einwerfen ;-)

Dank im Voraus,

VG
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G.
A.

Tipp- und Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der Belustigung des Lesers.
a.regner
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« Antworten #1 am: 04. April 2020, 19:41:31 »

Hallo,

was für ein Boden? Wasserverhältnisse (Feuchtezahl) ? Licht?

Wenn es auch ein Strauch sein darf: möglicherweise Salix daphnoides. Die Reif-Weide wird ca. 15 m hoch und ist raschwüchsig. Kopfbaumerziehung möglich. Lebendverflechtung möglich. Durch Flechten u.o.o. Schnitt könnte sie interessant sein, um differenziert bestimmte Sichtachsen zu schließen.

Nutzung: Blumenstrauß (in der Floristik beliebte "Kätzchenweide")
Bienenweide (Imkerei)
Flechtmaterial f. z.B. Korbflechterei.
Sehr gute Art für Lebendverflechtungen (z.B. Zelte für Kinder), da starker Austrieb auch in den unteren Bereichen
Viehfutter (u.a. Pferde, Ziegen)
Ingenieurbiologie (Sicherungsbauweisen (Lebendbau))

Salz (daher z.B. für Meeresküstenschutz nicht* geeignet) und hohe Schwermetallbelastungen nicht ertragend (potentielle Ausschlusstandorte wegen Pb u.a.m.  könnten ( --> ggf. Bodengutachten) z.B. Kohlekraftwerke oder ehemalige Gerbereistandorte sein). * Dazu beginne ich hoffentlich im Herbst ein mehrjähriges Experiment ;-)

Ich verwende die Art relativ häufig auf Baustellen in Privatgärten (z.B. als (Lebend-)"Flecht-Torbogen"). Sie kommt auf den meisten Gartenböden gut zurecht. Anfang der Woche habe ich noch ballenlose Sträucher  (=oB = wurzelnackt) in eine bunte Wildgehölzhecke auf einem Privatgrundstück am Nordostseekanal in der Nähe Kiels gepflanzt. In Kürze gibt es saisonbedingt nur noch Containerware (ab Spätherbst dann auch wieder ballenlose). I.d.R. gut marktverfügbar (BdB) als Strauchware (1-2 xv oB und etwas schwieriger mB/Co). Als Solitär (3xv mB/Co) oft schwierig erhältlich, aber im Prinzip auch nur bedingt sinnvoll. Autochtone oder regionale Herkünfte schwieriger und z.T. mit langen Lieferzeiten.

In der Roten Liste S-H wird sie als extrem selten gelistet ("Seit jeher extrem seltene bzw. sehr lokal vorkommende Arten. Es ist kein merklicher Rückgang bzw. keine Bedrohung feststellbar, dennoch können sie aufgrund ihrer Seltenheit durch unvorhergesehene menschliche Einwirkungen schlagartig ausgerottet oder dezimiert werden")  https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/pflanzen/rl_pflanzen1.pdf
Die Gefährdung in D: stark gefährdet (Gefährdungskategorie 2)   http://www.floraweb.de/pflanzenarten/gefaerdung.xsql?sipnr=5164



Für den schnellen Sichtschutz (unabhängig von der ausgewählten Art und in sinnvoller Anpassung an diese) auch überlegen an einer zusätzlichen Kletterpflanze, z.B. Clematis tangutica (Goldrebe), wenn der Sichtschutz in einer Höhe von 4-6 besonders gewährleistet sein muss (als Beispiel). Das könnte den Laubfall etwas ausgleichen und auch im Winter relativ dicht werden.
« Letzte Änderung: 04. April 2020, 22:46:20 von a.regner » Gespeichert

Viele Grüsse
Andreas
aquileia
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aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #2 am: 04. April 2020, 21:17:27 »

Andreas,

ich würde da zuerst andere Fragen stellen: Eine Einfamilienhaussiedlung und die Bauarbeiter schauen in die Kaffeetasse. Das bedeutet doch sehr wenig Platz zwischen den Häusern. Also wieviel Platz ist zwischen den Gebäuden und wie breit ist der Streifen zwischen dem eigenen Haus und der Grenze? Bäume und Sträucher, die höher als 2 m sind, müssen (in der Regel, gegebenenfalls unterschiedlich je nach Bundesland) mindestens zwei Meter von der Grenze entfernt angepflanzt werden. Wenn es sich nicht gerade um Pappeln oder die erwähnten Säulenbuchen oder Zypressen handelt, benötigen sie auch einen entsprechenden Platz auf der Hausseite (und der Nachbar kann verlangen, dass Du überstehende Äste entfernst). Stellt sich die Frage, was soll in dem Gartenstück sonst noch wachsen. Bei Laubbäumen stellt sich natürlich auch das Problem, dass diese 4 - 5 Monate im Jahr ohne Laub sind und so gar keinen Sichtschutz bieten. Je nachdem, wie das Haus ausgerichtet ist (und wie nah ein Baum an das eigene Haus gepflanzt würde), ist natürlich auch mit einer entsprechenden Beschattung der eigenen Terrasse, des eigenen Balkons zu rechnen.

Für Kletterpflanzen (z.B. Clematis tangutica  oder Blauregen) benötigst Du Strukturen an denen diese klettern können. Das ist an einer Gebäudewand sicher zu verwirklichen, stellt aber dann keinen Sichtschutz dar. Am Zaun, an der Grenze ist eine 6-7 m hohe Konstruktion welcher Art auch immer als Klettergerüst nicht zu verwirklichen.

aquileia
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a.regner
Administrator
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« Antworten #3 am: 04. April 2020, 21:55:40 »

Also wieviel Platz ist zwischen den Gebäuden und wie breit ist der Streifen zwischen dem eigenen Haus und der Grenze? Bäume und Sträucher, die höher als 2 m sind, müssen (in der Regel, gegebenenfalls unterschiedlich je nach Bundesland) mindestens zwei Meter von der Grenze entfernt angepflanzt werden. (...)  was soll in dem Gartenstück sonst noch wachsen. Bei Laubbäumen stellt sich natürlich auch das Problem, dass diese 4 - 5 Monate im Jahr ohne Laub sind und so gar keinen Sichtschutz bieten. Je nachdem, wie das Haus ausgerichtet ist (und wie nah ein Baum an das eigene Haus gepflanzt würde), ist natürlich auch mit einer entsprechenden Beschattung der eigenen Terrasse, des eigenen Balkons zu rechnen.

Für Kletterpflanzen (z.B. Clematis tangutica  oder Blauregen) benötigst Du Strukturen an denen diese klettern können. ....

Ja, das sind gute Fragen letztlich wissen wir zu wenig über das Grundstück. Wichtig ist für mich auch immer der geplante zukünftige Arbeitseinsatz zur Unterhaltung (also: welches Pflegekonzept?). Das sind die perspektivisch bedeutenden Zeitaufwände (Kosten) - nicht so sehr die Pflanzung.

Nach der Überlegung der Standortgerechtigkeit der Pflanze (biologisch; formal) ist das entscheidende das Pflegekonzept für den beabsichtigten Zeitraum (hängt u.a. mit dem beabsichtigten Nutzungszeitraumes des Grundstückes ab, was aber nicht der alleinige Faktor ist. Also: Was ist in 5, 10, 20,... Jahren zu tun? Im engeren Siedlungsbereich sind die überlegten Zeiträume meist sehr kurz (Überformung von Wohnquartieren u.v.a.m.) In der landschaftlichen oder waldbaulichen Überlegung sind es viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte: Rot-Buchen z.B. werden mit 80 langsam "erwachsen"

Nachbarschaftsrecht, perspektivisch u.U. Verkehrssicherung sollte beachtet werden oder eine abweichende schriftliche Vereinbarung mit dem Nachbarn geschlossen werden.

Da nach einem Baum der schnell auf 5-7 m Höhe wächst gefragt wurde, ging ich von entsprechendem Platz zumindest in der Höhe aus.

Auch deswegen war mein erster Vorschlag ein Strauch und kein Baum - wegen der vglw. guten Formbarkeit (klar, mit Formschnitt kann ich auch Bäume entsprechend gestalten). Wenn Schatten ein Problem ist, dann scheiden Immergrüne und Halbimmergrüne möglicherweise aus. Bei (einer Südausrichtung) der Terrasse kann eine (Teil)Verschattung aber auch sehr sinnvoll sein (je nach Windverhältnissen; "Sonnenfalle (vor ein paar Tagen habe ich bei ca. 8 Grad Lufttemperatur auf einer "Sonnenfallen-Terrasse" im T-Shirt gearbeitet und nicht gefroren) u.a.m.).  

Die von mir überlegte Weide (aber auch viele andere Gehölze) lassen sich durch Schnitt u.o.o. Verflechtung sehr dicht hinbekommen und den Rest macht dann der Kletterer der auch (im Rahmen des möglichen Größenwachstums) gut lenkbar ist in der Richtung oder auch in einer bestimmten Höhe (z.B. durch Schnitt). Auch wäre es denkbar, sie sehr schmal zu erziehen.

Oder wenn Geld in der Anlage keine Rolle spielt (die von mir überlegten Pflanzen S.d.+C.t. hätten einen Kostenaufwand von etwa 15 Euro "Listenpreis") könnte man auch ein paar tausend Euro für ein zufällig in der Formschnittgebung passend  geformtes Gehölz ausgeben oder entsprechen alte Eiben oder was auch immer entsprechend den Bedürfnissen umformen (so denn Verschattung kein Problem wäre), z.B. T.b. als Sol. 8xv  6-7m hoch mit > 20.000 Euro "Listenpreis".

Die Idee mit dem Kletterer bezieht sich (angpasst) auf das zu pflanzende Gehölz. Also zusammen pflanzen. Die Kletterhilfe ist das Gehölz.

Und es gibt sehr viele andere gute (Kombinations-)möglichkeiten - je nach Standort, Platz, gewünschter Arbeitsintensität... Denkbar ist z.B. auch freistehende Spalierobst (wenn man den vglw. zeitaufwändigen Formschnitt nicht scheut).  
Wenn Licht auf der Terrasse wichtiger als der Sichtschutz ist ein Baum mit vglw. lichtem Laub wie der Eberesche vielleicht angeraten.

Oder wenn man entsprechend Platz hat und ganz wenig Arbeit investieren will: "Modernes" Knicken: 5 Haselnüsse kreuzversetzt und die vordere und die hintere Reihe werden alle ca. 5, 7, ... Jahre alternierend am Boden abgeschnitten (also Schnittintervall in der Reihe alle 10, 14... Jahre).
Oder (angelehnt an das traditionelle Knicken) : Anschlagen einzelner Triebe und seitliches Einflechten (lebend oder z.T. ggf. auch tot)

Ebenfalls eine Kombinationsmöglichkeit: Gehölz(e) mit Totholzhecke kombinieren. Je nach Höhe der Hecke 1,5-2 (3) Meter absoluter Sichtschutz.
« Letzte Änderung: 04. April 2020, 22:37:59 von a.regner » Gespeichert

Viele Grüsse
Andreas
Wilhelmus
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abends schließt die Nevada ihre rosafarbnen Blüten


« Antworten #4 am: 05. April 2020, 06:32:43 »

Ja, Neubauten zur Wohnraumverdichtung sind heutzutage eine schlimme Zumutung, da sie die Lebensqualität aller schwer beeinträchtigen.
Was kann man daraus machen? Früher hat man vor allem Nadelbäume wie ordinäre Fichten ("Tannenbäume") gepflanzt. Diese wachsen relativ schnell, werden aber im Alter sehr hoch, oft 20m oder so. Nach geltendem Nachbarschaftsrecht muß man meist 5-8m zur Grundstücksgrenze einhalten. Hieran hält sich aber fast nie jemand. Solange niemand klagt, kann man viel machen.  "Tannen" kann man auch stutzen, am besten aber nicht erst, wenn sie schon 20m hoch sind, denn sonst sind sie unten völlig kahl. Tannen sind FLachwurzler. Dies kann bei Sturm ein Problem sein.
Eiben wachsen langsam, werden aber im ALter auch über 10m hoch und sind auch in Bodennähe sehr dicht. Man kann natürlich auch alte Eiben verpflanzen. Dies kostet aber in die Tausende und alte Bäume brauchen nach dem Verpflanzen oft Jahre, um vernünftig anzuwachsen.
Hainbuchen mit sehr lang haftendem Laub (gut im Internet recherchieren!). Hier gibt es verschiedene Sorten. Sie eignen sich auch für sehr hohe Hecken. Evtl kann man in zwei Reihen pflanzen. Die vordere Reihe läßt man nur ca. 3-4m hoch werden. Dann ist sie unten herum noch dicht. Die zweite Reihe kann man bei 8m stutzen.
All diese Lösungen sind wahrscheinlich nicht mit dem Nachbarschaftsrecht vereinar. Es ist daher klüger, nicht gleich 8m hohe Bäume zu pflanzen. Wenn man allmählig wachsen läßt, gewöhnen sich die Nachbarn meist daran. 
« Letzte Änderung: 05. April 2020, 07:18:30 von Wilhelmus » Gespeichert
aquileia
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aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #5 am: 05. April 2020, 13:14:52 »

Vielleicht sollte ich noch auf den Bebauungsplan hinweisen. Bei uns ist dort eine Liste von einheimischen Baumarten enthalten, aus der ausgewählt werden soll. Es versteht sich, dass in der Liste einige einheimische Bäume fehlen, weil sie zu groß für eine Einfamilienhaussiedlung werden. (Beispiele: Eiche, Buche, Kastanie und Walnuss)

aquileia
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Habakuk
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Jeder Tag ist ein Geschenk !


« Antworten #6 am: 06. April 2020, 10:07:29 »

Traubenkirsche, what else?
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Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
Anika
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KZ: 7b


« Antworten #7 am: 09. April 2020, 16:51:48 »

Hallo!

Habe bisher nur quer gelesen. Muss mir heute Abend Zeit nehmen. Aber hier schon einige weitere Infos: Sonniger Standort. Was es für ein Boden ist, weiß ich nicht. In gleicher Reihe steht eine wilde Blutpflaume komplett runter geschnitten, eine Zierkirsche, ein Cornus und eine Birke! Thema Grenze: Ist mir egal. ich weiß, das es Ärger geben kann. Die Nachbarn haben noch nie was gesagt. Es stand bis zum letzten Jahr auf deren Seite, auch ganz nah an der Grenze, eine Tanne, die allerdings nur noch ein totes Gerüst war udn gefällt wurde. Eine Hecke steht quasi auf der Grenze (Rotbuche), alle genannten Bäume haben keinen Mindestabstand. Würde gern ein Foto hochladen, aber da streikt leider immer was  Unentschlossen  Kriege es nicht hin!

VG
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G.
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clara
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Klimazone 8 - Phänolog. Naturraum 67 36m NN


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« Antworten #8 am: 15. April 2020, 16:38:11 »

denke auch bei den Höhen und dem sonnenstand ob deine Kaffeetasse beschattet wird.
Felsenbirne hat dichtes GEsträuch und hübsche Blüten und schönes Herbstlaub- aber ob die HÖhe genügt`?
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Blumigen Gruß
clara
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ein feines und interessantes Forum mit netten usern
und informativem Austausch - mit Gartenerfahrungen, keine Ausbildung -
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