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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Baumschutz-Forum (Moderator: Hilmar)  |  Thema: extreme Trockenheit 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: extreme Trockenheit  (Gelesen 2320 mal)
wombat
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« am: 03. September 2019, 14:30:06 »

Hallo, ich wohne in einer der trockensten Gegenden Deutschlands und nach 2 extremen Hitzesommern hab ich in diesem Jahr viele Verluste zu verkraften.
Bäume die 80 Jahre klaglos jedes Jahr gewachsen sind, sind im 2. Hitzjahr nun endgültig vertrocknet.
Da ich ein kleines Arboretum besitze, möchte ich auch gerne wieder nachpflanzen, aber eben nun gezwungenermaßen dem künftigen Klima angepasst.
Leider finde ich kaum Literatur, die Baumarten nennt, die diese bisher ungewöhnliche Trockenheit vertragen.
Vielleicht kann mir jemand helfen und entsprechende Literatur benennen, oder noch besser Baumarten aus eigener Erfahrung beschreiben, die extreme Trockenheit gut überstehen, d.h. auch ohne Grundwasser oder zusätzliches wässern. 
Hier herrscht kalkhaltiger leicht lehmiger Boden vor mit Grundwasser in 65m Tiefe.
Bei Interesse kann ich auch gern meine Erfahrungen mitteilen und ich hoffe auf möglichst viele Antworten, da ja dieses an sich tolle Forum leider momentan etwas eingeschlafen erscheint. Vielen Dank schonmal im Vorraus!
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Apfelmann
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« Antworten #1 am: 06. September 2019, 18:18:53 »

Es gibt keine trockenresistente Bäume bei uns,
dafür sind meiner Meinung nach die Bodenfruchtbarkeit und die Humusschicht zuständig.

Hier bei uns ist der Boden schon im letzten Jahr bis über 1,5 m tief ausgetrocknet und hat jede Struktur verloren,
Regenwürmer gibt es nur noch im Kompost,  unter Tränken und Wasserfässern, das Bodenleben ist nicht mehr zu finden.

Bei Neupflanzungen auf alles achten, was die Bodenfruchtbarkeit erhält
Mulchen, Tröpfchenbewässerung ....

LG
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wombat
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« Antworten #2 am: 07. September 2019, 09:37:15 »

Danke für die Antwort, Apfelmann. Die Angaben der Bodentrockenheit kann ich leider nur bestätigen. Allerdings spricht aus ihrer Antwort eine gewisse Resignation und ich bin noch nicht bereit hier alles versteppen zu lassen.
So habe ich einen kleinen ca. 5m hohen Perückenstrauch- Baum mit Stamm (Cotinus sind ja hauptsächlich Sträucher) der trotz extremer Trockenheit nichtmal die Blätter hängen ließ, während drumherum alles vertrocknete. Auch Feuerdorn und Schneeflockenstrauch (hab ich als 6m hohen Baum) sehen sehr gut aus. Auch der Maulbeerbaum hat die beiden Sommer gut überlebt, aber der schon mit hängenden Blättern. Ich hatte viele Nadelgehölze. Davon richtig gut sehen nur noch die Atlas Zedern und die Douglasien aus.  Selbst Abies numidica hat gelitten, hatte mir gerade bei ihr mehr versprochen. Auf dem Anzuchtbeet habe ich kleine Eiben, die kerngesund und dunkelgrün aussehen, ohne das sie monatelang auch nur einen Tropfen Wasser gesehen haben, während alte gut eingewurzelte große Eiben vertrocknet sind. Muss man beobachten. Über weitere Tipps wie z.B. die oben beschriebenen Cotinus Sorten würde ich mich sehr freuen und diese gern ausprobieren. Vielen Dank.
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lissard
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Zone 7b / 177 m ü.NN


« Antworten #3 am: 30. Juli 2020, 20:24:32 »

Hmm, keine Ahnung, ob dieses doch schon ältere Thema noch interessant ist, aber da ja auch dieser Sommer nun eher spärlich mit Regenfällen gesegnet ist, dachte ich, ich teile einmal meine Erfahrungen in Bezug auf trockenresistente Gehölze.

Sowohl der Sommer 2018 als auch der Sommer 2019 waren ja extrem trocken, und unser Garten in genau dieser Zeit sich selbst überlassen, da wir von Ende 2017 bis Ende 2019 überwiegend im Ausland gelebt haben. Es wurde in diesem Zeitraum (volle 2 Jahre!) NICHTS gegossen oder gepflegt, vieles ist verwildert oder an der Trockenheit zugrunde gegangen. Unser Boden ist größtenteils toniger Lehm und ist er erst einmal richtig trocken, wird er hart wie Beton.

Zu den Totalausfällen gehörten diverse Thuja, Irischer Efeu, ein sehr imposanter und wunderschön gewachsener Euonymus alatus und ein riesiger Elaeagnus ebbingei. Obwohl alle gut 20 Jahre alt und bisher auch so gut wie nie im Sommer bewässert, war die Trockenheit der letzten Jahre für diese Gehölze offenbar einfach zuviel.

Syringa swegiflexa, die Rispenhortensien, sowie ein Sorbus vilmorinii haben übelst geschwächelt, schienen sich aber in diesem Frühjahr zunächst wieder zu erholen. Die erneute Trockenheit der letzten Wochen setzt ihnen jetzt zu, obwohl ich wässere. Sie scheinen nach den beiden Hitzesommern generell schwächer und empfindlicher geworden zu sein. Sorbus hupehensis und Sorbus aucuparia fastigiata haben sich anders als der vilmorinii sehr gut gehalten, speziell der hupehensis hat die Trockenheit sang- und klanglos weggesteckt. Das gleiche gilt erstaunlicherweise für meine Hydrangea 'Annabelle' – das ihr die Trockenheit so wenig ausgemacht hat, war die größte Überraschung!

Zu den absoluten Klimagewinnern gehören bei mir aber die Korallen-Ölweiden. Sie sahen nach den Hitzesommern besser aus als je zuvor und trugen so viele Früchte, dass die Äste bis zum Boden hingen. Woher sie die Kraft holten, ist mir ein Rätsel, die Wurzeln müssen wirklich sehr tief gehen! Sie haben kaum Laub abgeworfen, trotz der Trockenheit. Auch Deutzia scabra 'Pride of Rochester' und Philadelphus lemonei 'Erectus' sowie die Kolkwitzia haben sich extrem tapfer gehalten.

Von den größeren Gehölzen ist besonders Heptacodium miconioides ist sehr gut durch die Trockenheit gekommen. Er hat zwar die Blätter ständig eingerollt aber sonst keinerlei sichtbare Schäden davon getragen, und hat den Nachbarn zufolge auch in den heißen trockenen Jahren 2018 und 2019 im Spätsommer überreich geblüht.

Die größte Angst hatte ich um meinen Cercidiphyllum, aber auch dieser hat die Trockenheit sehr gut überstanden. Er hat zwar den ganzen Sommer über deutlich Laub abgeworfen, aber beim kleinsten bisschen Regen sofort willig wieder neu ausgetrieben, und scheint auch nicht geschwächt.

Welche Gehölze haben sich bei Euch gut/nicht so gut bei der Trockenheit gemacht?
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Nirgends habe ich mehr Ruhe gefunden, als in Wäldern und Büchern. (Thomas von Kempen)
wombat
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« Antworten #4 am: 05. August 2020, 10:52:37 »

Danke für die Antwort lissard, habe schon gar nicht mehr damit gerechnet.
Für mich ist das Thema interessanter denn je, denn leider hat sich ja nichts an der Dringlichkeit geändert.
In diesem Jahr sind bei mir alle großen Lärchen eingegangen. Auch bei den Nachbarn wird ständig gesägt, aber größtenteils nichts ersetzt, sondern Schotter in den Garten gekippt. Furchtbar!
Mit großem Interesse habe ich die Ausführungen über den Kuchenbaum gelesen, soll  er laut Literatur doch eher mehr Wasser benötigen und ursprünglich meist an Flußläufen beheimatet sein.
Ölweiden habe ich gerade gepflanzt und hoffe auf gute Ergebnisse.
Dafür macht mir mein großer Maulbeerbaum nun Sorgen, befinden sich doch plötzlich Pilze in der Krone und ein Teil ist abgestorben. Das sah im vergangenen Jahr optisch noch ganz anders aus.
An den trockensten und sonnigsten Stellen hab ich nun Fraxinus ornus, Koelreuteria paniculata Fastigiata und Cladastris lutea nachgepflanzt.
Die Erfahrung mit Heptacodium miconioides kann ich voll und ganz bestätigen. Bei mir hat der Strauch nichtmal die Blätter eingerollt. Allerdings steht er schon viele Jahre und in seiner Jugend musste ich recht viel gießen.
Deutzia scabra werde ich mir mal näher ansehen und ev. in meine Wunschliste aufnehmen. Vielen Dank für die guten und wichtigen Hinweise! Über weitere Erfahrungsberichte zum obigen Thema würde ich mich sehr freuen.
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