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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Monilia erkennen - Pilzkrankheit am Apfelbaum 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Monilia erkennen - Pilzkrankheit am Apfelbaum  (Gelesen 1104 mal)
Walther
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Walther

« am: 12. März 2017, 11:22:22 »

Wie eigentlich in jedem Winter/Frühjahr nutze ich möglichst alle Gelegenheiten, um an Baumschnittkursen teilzunehmen. Es gibt nämlich immer mal wieder andere oder neuere Theorie-Varianten und Erkenntnisse, die beim praktischen Obstbaumschnitt Anwendung finden könnten und die ich dann in meine eigenen Vorstellungen vom Obstbaumschnitt einbauen kann - oder auch nicht.

Diesmal hatte erstmals ein Fachmann einen kleinen frisch abgeschnittenen Zweig mit, der die für diese Jahreszeit typischen Überwinterungs-Sporenlager, kleine graue Kissen der Apfelbaum-Monilia trug, die dann zur Blütezeit für die Infektion der Blüten mit Monilia-Pilzsporen verantwortlich sind. Sein Fazit: Beim Winterschnitt darauf achten und wegschneiden.



Ich will das eigentlich nicht anzweifeln, hätte aber gerne eine Bestätigung durch eine weitere Quelle. Ich konnte das Zweiglein fotografieren. Sind diese kleinen grauen Polster die Fruchtkörper des Monilia-Pilzgeflechts, das sich in Inneren des Zweigs befindet? Weiß jemand was, oder kennt eine weite Quelle?

LG
Walther
 
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« Antworten #1 am: 12. März 2017, 21:04:42 »

So kenne ich es eigentlich nicht und in den älteren und moderne Obstbaubüchern ist dazu leider sehr wenig zu finden.

Ich kenne es eigentlich so, dass besonders dürre, rissige und borkige Zweige entfernt werden sollten.
Krankes immer herausschneiden und verbrennen.

Etwas Genaueres habe ich hier gefunden:
Bildtafeln von Schädlingen und Krankheiten unserer Kulturpflanzen
VEB Berlin-Chemie
(um 1953 - ich habe eine Genehmigung der Berlin-Chemie AG zur Veröffentlichung der Bildtafeln auf meiner Seite, ich bin aber immer noch auf der Suche nach dem Grafiker / Zeichner)

Der Erreger des Apfelschorfes (Venturia inaequalis) überwintert auf dem abgefallenen Laub und entwickelt daran bis zum Frühjahr seine dem unbewaffneten Auge kaum sichtbaren Fruchtkörper (Perithezien).
Die Rinde junger Zweige ist besonders an ungepflegten Birnbäumen stark rissig und borkig (Zweiggrind).
Hier kann der Pilz als Myzel (Pilzgeflecht) überwintern und bereits im zeitigen Frühjahr durch Konidien (Sommersporen) das eben hervorbrechende Laub infizieren, unter Umständen später die befallenen Zweige zum Absterben bringen.

Daher muß die Bekämpfung der Schorfkrankheiten (Fusicladium) bereits iim Winter beginnen. Die Baumkronen sind gründlich auszulichten und dabei grindiges Holz, dürre Zweige und Äste zu entfernen und zu verbrennen. Auch sollte das alte Laub besser nicht auf den Komposthaufen gebracht, sondern tief vergraben werden. Mit dieser Winterarbeit und einer sachgemäßen Düngung der Obstbäume ist schon sehr viel zur Minderung des Schorfbefalls im kommenden Jahr getan. ...

LG
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thuja thujon
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« Antworten #2 am: 12. März 2017, 21:49:04 »

Hallo,
ich muss sagen ich habe sowas noch nicht gesehen. Auch wenns hier schneinbar alles in den umliegenden Schrebergartenanlagen zu geben scheint.

Monilia scheint sich bei Kernobst wohl deutlich anders zu verhalten wie bei Steinobst. Dass Monilia laxa variabel ist, sieht man auch schon an dem Vergleich Süßkirsche/Sauerkirsche. Bei der ersten vertrocknen die Buketttriebchen, bei der sauerkirsche wenns dumm läuft ganze Äste. Weil der Pilz zumindest beim Steinobst die Leitungsbahnen verstopft, kommts mir sehr merkwürdig vor, dass er bei Kernobst aussen auf dem Holz sitzen und sporulieren soll. Sporulieren sollte doch eigentlich nur die Form, die später im Jahr auf den Früchten wächst.
Ich lass mich aber gerne von der Theorie dienes bekannten überzeugen.
Als ich der Beratung hier mal Bilder von Birnengitterrost auf Holz gezeigt habe, waren die auch total begeistert.

Schöne Bilder zu diversen Pilzkrankheiten, auch die, die in den üblichen Büchern nicht vorhanden sind, habe ich hier gefunden:
http://www.laimburg.it/de/pflanzenschutz/789.asp

« Letzte Änderung: 12. März 2017, 21:51:37 von thuja thujon » Gespeichert
Walther
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Walther

« Antworten #3 am: 13. März 2017, 11:57:28 »


Danke für die Anmerkungen bis jetzt!

... dass er bei Kernobst aussen auf dem Holz sitzen und sporulieren soll. Sporulieren sollte doch eigentlich nur die Form, die später im Jahr auf den Früchten wächst.

Ich hatte mir das so vorgestellt, dass das Myzel im Holz lebt (sichtbar als brauner Punkt in der Anschnittfläche) und nur die Sporenträger durch die Rinde schiebt - das kann aber natürlich falsch sein.

An meinen Apfelbäumen ist leider (eigentlich zum Glück) kein Befall mit diesen Pusteln am Holz beobachtbar. Ich habe auch bei den Nachbarn ohne Erfolg gesucht.

LG
Walther


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