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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Gehölze-Forum (Moderatoren: Hilmar, winterliesel)  |  Thema: Rhododendron kümmert 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Rhododendron kümmert  (Gelesen 5432 mal)
Dietmar
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« am: 01. August 2016, 16:44:25 »

Hallo Gatenfreunde,
mein Rododentron kümmert seit einigen Monaten sehr trotz guter Bewässerung und vorgeschriebener Düngung.
Wühlmäuse können es von der Lage her nicht sein. Er steht zwar auf der Nordseite des Hauses, hat aber morgens und abends Sonne. Die Blätter sind recht dunkelgrün, was auf eine richtige Düngung hindeutet aber sie sind deutlich nach unten gerollt.
Wassermangel könnte es nicht sein. Kalkauswaschung von Hausfundamenten?
Könnte es sein, dass dies auch durch böswilliges übergießen mit RoundUp oder sog. Unkrautex entsteht?
Welche Auswirkung hätte ein solcher Angriff auf diesen Strauch (Durchmesser ca. 1,20 m)?
Ich bitte um Kommentare.
Danke
Dietmar
« Letzte Änderung: 02. August 2016, 07:48:16 von Cosim@ » Gespeichert
Hahahanne
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« Antworten #1 am: 01. August 2016, 17:15:47 »

Eingerollte Blätter sind in der Regel ein Verdunstungsschutz und weisen auf Wassermangel hin.
Der kann verschiedene Ursachen haben:

1.   Wind und Wärme erhöhen die Verdunstung gewaltig. Bei gleichzeitigem Regenmangel trocknet auch der bindigste Boden irgendwann tiefgründig aus. Da Rhodos Flachwurzler sind, geht das Austrocknen sehr viel schneller als man denkt.

2.   Verlust von Wurzelmasse
2a)  mechanisch, durch Fraßschäden oder Bauarbeiten
2b)  durch Fäulnis wegen Staunässe
Auch bei zu viel Nässe können Pflanzen also wegen Wurzelverlust vertrocknen. Passiert ziemlich oft bei Zimmerpflanzen, die gerne totgegossen werden.

3.   Pilzbefall, welche die Leitbahnen mit ihrem Myzel verstopfen.
Die richtige Menge Wasser ist vorhanden, kann aber wegen Verstopfung nicht transportiert werden.

...um nur die wichtigsten Gründe zu nennen. Guck dir das alles noch einmal an und mache ggf. ein Foto. Von Rhodos habe ich zwar nicht sooo viel Ahnung, aber ich bin ja nicht alleine hier.

LG Hanne


PS: RoundUp oder sonstiges Unkraut-Ex sieht anders aus.
« Letzte Änderung: 01. August 2016, 17:18:47 von H a n n e » Gespeichert
Dietmar
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« Antworten #2 am: 01. August 2016, 19:48:23 »

Hallo, Bild ist nun anzusehen in der Galerie.
Bei meinem Nachbarn (15 m entfern) sind es die gleichen Bodenverhältnisse aber seine
Rhod. stehen prächtig...
Er gießt nicht sonderlich bei gleichem Sandboden und Grundwasser bei 8 m ...
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Cosima
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Waterkant


« Antworten #3 am: 01. August 2016, 20:00:22 »

Hallo Dietmar,

ich vermute, zwischen den zwei Hausmauern und den Steinen am Boden, die sich ja alle bei Sonne bzw Wärme stark aufheizen, ist es ihm zu warm. 
« Letzte Änderung: 01. August 2016, 20:02:40 von Cosima » Gespeichert

Allerbeste Grüße, Cosima

Buddhafiguren sind die Gartenzwerge von heute.
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Hahahanne
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« Antworten #4 am: 01. August 2016, 20:12:40 »

Uiuiui... vital sieht anders aus.

So richtig grün ist der nicht und einige Blätter zeigen sogar eine Chlorose (gelbes Blatt mit dunkelgrünen Blattadern). Das sollte ein Eisenmangel sein, der bei zu hohem pH-Wert auftreten kann.

Ich würde mal den pH-Wert kontrollieren. Da gibt es so kleine Meß-Sets, die für den Hausgebrauch hinreichend genau sind. Vielleicht kommt ja doch eine Kalkgabe aus dem Fundament erschwerend hinzu. Vielleicht gießt dein Nachbar mir Regenwasser und du gießt mit Leitungswasser? Ist auch ein erheblicher Unterschied - sowohl in der Menge, als auch im pH-Wert.

Möglicherweise steht Nachbars R. nicht so dicht an einer kalkspendenden Wand und er hat mehr Torf ins Pflanzloch gegeben. Möglicherweise ist bei dir aus ganz alten Zeiten Bauschutt unten drunter, der das Wasser extrem schnell versickern lässt.

Ich tippe auf Wassermangel plus zu hohen pH-Wert.
Hoffentlich meldet sich noch jemand anders und ergänzt oder berichtigt meine Weisheiten.

LG Hanne
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Hahahanne
Gast
« Antworten #5 am: 01. August 2016, 20:15:09 »

Danke Cosima, Hitzestress kommt da tatsächlich noch dazu. Eine natürliche Humusschicht wirkt kühlend und ausgleichend.

LG Hanne
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aquileia
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aquileia
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« Antworten #6 am: 01. August 2016, 20:42:54 »

Für mich sieht das Ganze neu angelegt aus. Wann wurde der Rhododendron dort gepflanzt? Wo stand er vorher?

Wenn er "neu" verpflanzt wurde: Wie groß war der Ballen, das Pflanzloch? In welcher Erde steht der Rhododendron?

Hitze und Nordseite? Mangel an Regen (Wasser) unter einem überstehenden Dach?

aquileia
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thuja thujon
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phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


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« Antworten #7 am: 01. August 2016, 21:51:22 »

Hallo,
Blattchlorosen sehe ich nur als Folge von dem Abstoßen der Blätter. Weil er sie nicht mehr halten kann, Alterserscheinung, Seneszens, vorzeitiges Vergreisen. Eisenmangel, Stickstoffmangel, Magnesiummangel und alle anderen Nährstoffmangelerscheinungen und auch Herbizide als Ursache von Chlorosen sehen anders aus. Nicht jede Chlorose ist Eisenmangel.

Steinmulch erwärmt den Boden noch etwas mehr als ein hoher Humusgehalt und damit dunkler Boden.

Wenn es im Frühjahr recht regnerisch war, die Blätter wachsen verweichlicht, kurz darauf recht schlagartig die Hitze kam, da wird den Blättern alles abverlangt, was sie nicht haben, dann kann das auch mal der ganzen Pflanze schwer zusetzen und man sieht es erst Wochen später. Das Wachstum hat er ja vor längerer Zeit schon eingestellt, es sind ja nicht nur die eingerollten Blätter. Ihm gehts schon seit mehreren Wochen nicht mehr so prickelnd.

Soweit eine Theorie.

Jetzt die nächste:
trockener Sandboden weigert sich oft erstaunlich lange, vorhandenes Giesswasser aufzunehmen. Das läuft entweder oberirdisch ab oder läuft in Ritzen und Risse, die weit weg von dort sind, wo man eigentlich den Boden feucht machen wollte. Da giesst man 30 Liter ud der Boden ist hinterher knochentrocken. Wegen der Mulchschicht kann man es nicht sehen, wo das Wasser hingeht und was alles wirklich feucht ist.
Das Wachstum war die letzten Jahre jetzt auch schon nicht übermäßig. Mit welchem Dünger und wie oft versorgst du ihn?
Auch hier gilt, nur weil man es gemacht hat, heißt das noch lange nicht, dass es auch dort ankommt wo es hin soll.

Ich tippe unterm Strich also nicht auf ein akutes Problem wie Schädlinge oder einseitige Ernährung usw, sondern eher auf grundsätzliche Probleme vom Standort bzw unzureichende Pflege, gerade in einem so extremem Jahr wie 2016.  Auch wenn man dir da sicher keinen Vorwurf machen kann, aber so heißt es nun mal, wenn aus irgendwelchen Gründen die Vitalität flöten geht. 2016 ist sicherlich ein Jahr, da hat keiner Vorzeigepflanzen zum präsentieren. Wo ich hingucke nur Stress und Krankheiten, bei mir tauchen alle Wehwechen auf, von Nässepilze bis Trockenpilze und sämtliche Tierchen, aber die meisten Schäden hat bei mir dieses Jahr der Stress durch die extreme Witterung gemacht. Da ist man einfach machtlos.

Ich würde erstmal den Schotter vorsichtig wegschieben und den Boden darunter kontrollieren. Dann weitersehen.

Gruß thuja
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Dietmar
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« Antworten #8 am: 01. August 2016, 22:06:49 »

Danke, ganz toll eure Antworten.
Hier meine Ergänzungen:
-vor 2 Jahren von einem Gartenbaubetrieb liefern und einpflanzen lassen mit Pflanzerde und Düngergabe, Pflanzloch ca. 80 cm,
 stand in der Baumschule sicher in geeigneterem Boden...
-unter Schotterschicht ansonsten 15 cm Mutterboden, darunter Sand und Kies, Grundwasser ca. 8 m
-gießen mit Leitungswasser, Nachbar ebenso (aber deutlich weniger als ich)
-Rodod. steht zwischen Fundament Haus und Grundstücksbegrenzungsmauer, Abstand ca. 2,00 m
-seitlich mit je 2,00 m Abstand steht ein Kirschlorbeer Edna (seit diesem Frühjahr) und eine Säulenkirsche (seit 3 Jahren),
 beide machen sich gut
-ph-Wert prüfen lassen werde ich machen
-kein überstehendes Dach darüber, kein Bauschutt darunter
-morgen lege ich ein Situationsfoto in meine Galerie ein
Danke!!!
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Cosima
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Waterkant


« Antworten #9 am: 02. August 2016, 07:16:17 »

Hitze und Nordseite?

Ähm, ich weiß nicht, wie das bei Euch ist, aber zumindest bei uns strahlt im Sommer die Sonne in der Mittagszeit ziemlich senkrecht vom Himmel und trifft daher auch Pflanzen oder Böden an der Nordseite des Hauses. Im Rest des Jahres, wenn die Erde eine etwas andere Neigung hat, ist das natürlich anders.

Meine Hortensien direkt an der Nordseite, die leider keinen gesonderten Schatten von oben haben, sehen im Sommer an Knalle-Sonne-Tagen teilweise ziemlich traurig aus.

DSC_1953_nord

PS: Aber immerhin können die sich nachts etwas erholen, weil sie nicht von aufgewärmten Steinen, die die Tageswärme allesamt speichern, von drei Seiten beheizt werden.
« Letzte Änderung: 02. August 2016, 07:54:20 von Cosim@ » Gespeichert

Allerbeste Grüße, Cosima

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Dietmar
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« Antworten #10 am: 02. August 2016, 08:34:29 »

Hallo liebe Helfer,
soeben habe ich ein Übersichtsfoto eingestellt. Blick von Ost nach West.
Die Hitzewelle ist ja wohl erstmal vorbei, ich werde dieser Tage mal noch intensiver wässern...und nachdüngen?
Aber Ihr werdet mit dem Kalkausschwemmen aus den Fundamenten (ist ja auch recht eng dort) und dem ph-Wert
schon auch Recht haben.

Mein Ansinnen ist, diese Rhod. im Herbst in einen anderen Garten (mit anderem und bindigerem Boden) umzusetzen, um
nicht jedes Jahr die gleichen Probleme mit diesem Flachwurzler zu haben.
Aber welche Alternativen für einen immergrünen Strauch habe ich denn an diesem Standort???
Kirschloorbeer Edna steht schon. Einen Kirschlorbeer Herbergii dort auch noch hinsetzen? Zu eintönig?
Vier verschieden große Buxen stehen auch schon. Die halten durch.
Immergrüne deshalb, weil der jährliche Blattabwurf bei dem Schotter zu pflegeaufwändig würde...
Es sollte etwas sein, das gleich von vornherein etwas über die Mauer herausragt, um optisch etwas Abstand zur Straße zu schaffen.
Wir meinen, dass Nadelgehölze allgemein (friedhofsmäßige wie Thuja) an diesem Standort eher unpassend sind.
Oder ginge etwa einen Eibenbusch??
Bodendecker erfüllen nicht den Anspruch des Kontrastes zur Hauswand bzw. zur Mauer. Niemand würde sie sehen.
Wir denken, dass von der Straße sichtbares Grün schon dort sein sollte...
Ihr habt doch sicher weitere gute Gedanken und Hinweise?
Vielen Dank bisher!
DietmarIMG_3475
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Cosima
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Waterkant


« Antworten #11 am: 02. August 2016, 09:34:12 »

Vielleicht einen Spindelstrauch:

z B Japanischer Spindelstrauch 'Aureomarginatus'

Das müssten welche sein:

Westseite im April 2005 Westseite 2009

PS: Mein Rhododendron zwischen den Euonymus im ersten Bild hat auch nicht überlebt.
« Letzte Änderung: 02. August 2016, 09:39:41 von Cosima » Gespeichert

Allerbeste Grüße, Cosima

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winterliesel
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« Antworten #12 am: 02. August 2016, 20:27:34 »

Rhododünger mit einem guten Schubs Rhododendronerde haben bei uns einem Rhodo über die Saison geholfen, bis er in einen anderen Garten umziehen konnte. Wir haben bei uns recht kalkhaltigen Boden (was mir damals nicht klar war), so dass die armen Dinger echt nur mickern konnten.

Inzwischen gibt es aber auch kalktolerantere Sorten - WENN es denn am ph-Wert des Bodens liegt, wäre eine solche Sorte vielleicht ja eine Alternative.
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<°)))o><) Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge zukneift. (E. Ionesco)

Glück ist eine schnurrende Katze auf dem Schoß.
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Dietmar
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« Antworten #13 am: 20. Oktober 2016, 12:21:51 »

Vielen Dank Euch für die großartige Diskussion.
Ich habe den Rhodod. ausgebaut und was sehe ich:

1. Er hat in 3 Jahren kaum nennenswerte Wurzeln aus dem Pflanzballen herausgetrieben.
2. Von der 3 m entfernt stehenden 5 m hohen Zierkirsche sind massenhaft Wurzeln genau in Richtung des Rhod. getrieben!

Also habe ich beim Gießen nur der Zierkirsche geholfen und die hat dem Rhod. kein Wasser gegönnt.
Mit dem Ph-Wert wird auch etwas 'dran sein...

Jetzt steht wie von Euch empfohlen ein Japanischer Spindelstrauch 1,70 m hoch.
Ich werde allerdings als gelegentlichen Winterschutz etwas Reißig und vorsichtshalber Vlies bereit halten.
Danke und Grüße
Dietmar 
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winterliesel
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« Antworten #14 am: 20. Oktober 2016, 20:11:15 »

 Lächelnd Dann wünsche ich Dir viel Freude damit, hoffentlich kommt er mit dem Wurzeldruck der Kirsche besser zurecht kommt. Aber da kannst Du ja jetzt ein Auge drauf haben  Zwinkernd.
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