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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Was tun gegen Misteln am Apfelbaum? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Was tun gegen Misteln am Apfelbaum?  (Gelesen 10881 mal)
Praunheimer Bub
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« am: 19. Januar 2016, 11:25:24 »

Hallo,
bei einigen ca. 10 Jahre alten Hochstämmen (Mostobst, Frankfurter Raum) haben sich Misteln angesiedelt.
Vermutlich ist das Vögeln zu verdanken, die die Samen von benachbarten Ruinen (eines anderen Eigentümers)
befördert haben.
Z.T. haben sich die Pflanzen unterhalb des ersten Leitastes eingenistet.
Ist es sinnvoll, die befallenen Äste zu entfernen,
oder ist das sinnlos, wenn nicht die Ruinen zuerst gerodet werden?
« Letzte Änderung: 01. Februar 2016, 12:40:38 von Walther » Gespeichert
Cosima
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Waterkant


« Antworten #1 am: 19. Januar 2016, 12:25:02 »

Ist der Befall sehr stark?

Ansonsten schrieb Gregor mal:

Zitat
Die Fähigkeit ohne Bodenkontakt zu wachsen erklärt sich im Schmarotzertum der Misteln. Sie senden Senkerwurzeln in Rinde und Holz. Diese dienen einerseits der Verankerung, andererseits zapfen sie mit sogenannten Haustorien die Leitungsbahnen der Wirtspflanze an. Im Gegensatz zu Sommerwurz (Orobánche), Schuppenwurz (Lathráea) und Teufelszwirn (Cúscuta) sind sie keine Vollschmarotzer, die selbst keine Photosynthese betreiben und sich ausschließlich auf Kosten des Wirtes ernähren, also dessen zum Wachstum benötigte Assimilate (Kohlehydrate) "stehlen", sondern Halbschmarotzer, die der Wirtspflanze lediglich das aus den Wurzeln Richtung Blätter gepumpte Wasser mit seinen Nährsalzen entziehen und selbst assimilieren. Dadurch wird der Wirt kaum geschwächt und erst bei Massenbefall geschädigt. Lediglich für die Holzindustrie sind die durch die Senkerwurzeln entstehenden Löcher mitunter ein Schaden.... 

Zitat
m Wiener Raum ist die Laubholz-Mistel (Víscum álbum) häufig anzutreffen. Sie ist auf den meisten Laubbaumarten zu finden, meidet jedoch Eichen und fehlt auf Buche und Nadelbäumen. Sie schmarotzt aber auch an anderen Mistelarten, so kann dann der Eindruck entstehen, sie würde auf Eichen oder Koniferen wachsen. Sie ist die einzige Art mit rein weißen Beeren und weißen Samen.

Zitate aus: http://forum.planten.de/index.php/topic,1226.msg12050.html#msg12050
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Allerbeste Grüße, Cosima

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Zwiebelchen
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Zwiebelchen
Rosenfan, jetzt schwäbisch-fränkischer Wald, 500 m


« Antworten #2 am: 19. Januar 2016, 15:24:53 »

Ich war bisher auch der Meinung das Misteln die Bäume nicht so arg schädigen.
Hier im Streuobstländle sieht man ja viele befallene Obstbäume. Bei einem Obstbaumverein im Nachbarort werden die Misteln regelmässig entfernt, habe ich gelesen.
Ich habe eine schon etwas größere Mistelpflanze an einer alten und sehr grossen Blautanne. Sie ist leider schon am Absterben. Wird aber wohl nicht an der Mistel liegen
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Grüße vom Zwiebelchen
Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)
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« Antworten #3 am: 19. Januar 2016, 16:39:08 »

Fragt doch mal einen Druiden! Grinsend Grinsend Grinsend (Das wollte ich loswerden, seit ich diese Thread-Überschrift gelesen habe!)
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« Antworten #4 am: 19. Januar 2016, 17:18:27 »

Ich würde sie zum nächsten Weihnachtfest ernten und mit einer großen roten Schleife dran verschenken. Oder im Blumenladen meines Vertrauens abgeben und mir dafür was anderes mitgeben lassen. Wenn der Befall mit Misteln auf diese Art moderat bleibt, sollte das dem Baum nicht schaden.

LG Hanne
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Zwiebelchen
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Zwiebelchen
Rosenfan, jetzt schwäbisch-fränkischer Wald, 500 m


« Antworten #5 am: 19. Januar 2016, 18:07:11 »

In der Weihnachtszeit stehen hier immer Hänger auf der Wiese und man kann für 10 Euro einen kleinen Strauß mitnehmen zur Deko
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Grüße vom Zwiebelchen
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Walther
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Walther

« Antworten #6 am: 01. Februar 2016, 12:20:06 »

Zurück zum Tema: Mistel in Obst-/Apfelbäumen.

Misteln an Obstbäumen spielen in meinem Erfahrungshorizont keine große Rolle. Ich habe nur einige Fotos, die auf Interpretation warten.

Ich kenne aber einige Hobby-Apfelbaumbesitzer die meist vergeblich versucht haben die Mistel zu Zierzwecken bei sich im Garten anzusiedeln. Man benötigt dazu, wie gesagt wird, ganz frisch geerntete Saat und die passenden Wetter- und Lichtbedingungen.

Die Bekämpfung der Mistel am Einzelapfelbaum von üblicher Größe im Privatgarten stelle ich mir eigentlich nicht so schwierig vor. Hängt vermutlich auch mit der Größe und dem Alter der Mistelbüsche zusammen.

Man schneidet entweder den befallenen Apfelbaumast ganz raus oder 'erntet' nur die Mistelzweige, auch um den Saatdruck für die Nachbarn zu verringern.



Ob die Mistel dann wieder austreibt und die Ernte alle paar Jahre wiederholt werden muss, ist mir nicht bekannt. Es könnte ja möglich sein, dass die Mistel entweder aus ihren Wurzeln unter der Rinde neu nach oben durchwächst oder, dass sie nach dem Abschnitt/Abbruch ihrer Zweige, aus den am Apfelbaumast verbleibenden Mistelstümpfen wieder austreibt. 



Hat hier jemand schon mal so etwas genauer beobachtet?

In der Regel dürfte die Mistel selbst ja kaum Eigeninteresse haben ihren Wirtsbaum so stark zu schädigen, dass der (astweise?) eingeht. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass vitale Apfelbäume in der Lage sind, von Misteln befallene Bereiche oder Äste irgendwie abzuschotten, um die 'Peiniger' loszuwerden.

Praunheimer Bub, wenn das Deine Bäume sind, hast Du es in der Hand, die verschiedenen Möglichkeiten in Laufe der nächsten Jahre auszuprobieren. Deine Beobachtungen teilst Du dann hoffentlich mit uns. Ich fände es jedenfalls prima wenn Du den Verlauf hier auch fotografisch dokumentieren könntest. 10-jahrige Bäume lassen sich leitertechnisch ja noch ganz gut handhaben.

LG
Walther
« Letzte Änderung: 01. Februar 2016, 13:07:42 von Walther » Gespeichert
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« Antworten #7 am: 02. Februar 2016, 01:27:39 »

Die einen lieben sie, die anderen möchten diese gern loswerden. Gut, ich persönlich finde diese recht dekorativ, und weiss aus langjährigen Beobachtungen, das Bäume auch mit Mistelbewuchs recht alt werden können. Nur auf Obstbäumen, zumindest denen, die im Ertrag stehen, und auch dementsprechend genutzt werden, sind diese nicht gern gesehen. Da hilft nur regelmässiges Ausschneiden.
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Aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man schönes bauen.
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Walther
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Walther

« Antworten #8 am: 10. Februar 2016, 12:36:37 »


Wie es der Zufall will, hat der Sturm der letzten Tage mir einige Mistel-Zweige vor die Kameralinse geweht.

Ich nutze das mal dazu, hier noch einige Detailaufnahmen zu zeigen.


Man sieht deutlich, dass die Misteln recht brüchig sind. Die Entfernung unerwünschter Mistelzweige aus dem Apfelbaum bedarf also wohl keiner großen Mühe.





An den Internodien verzweigen sich die Misteln. Wenn mal was rausbricht treiben, so wie es aussieht, neue Augen aus.





Auch die Blüten bzw. hier die Beeren wachsen an den Internodien.



LG
Walther


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Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #9 am: 17. Februar 2016, 01:34:37 »

Man kann versuchen die befallenen Äste zu retten, indem man die Misteln abschneidet und dann versucht, mit lichtdichtem Klebeband o. ä. die befallenen Stellen vor Neuaustrieb zu schützen (Misteln brauchen Licht). Konnte das aber nicht abschließend testen, weil die Versuchsbäume umgesägt werden mussten ...

Gruß
Baumfex
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Walther
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Walther

« Antworten #10 am: 25. Februar 2016, 11:14:12 »

Zum Klebe- bzw. Abdeckverband über Mistelbuschreste an Apfelästen gibt es im Jahresheft 2015 (Seite 176 ff) des Pomologen-Vereins eV einen Artikel/Bericht über erste Ergebnisse bei Versuchen mit verschiedenen Klebebandqualitäten.

Es wurden schwarzes Teerband, silbernes Klebeband, Kreppband, dunkle Stofflappen, Jutegewebe und Siloballenfolie eine (bis jetzt) Vegetationsperiode lang mehr oder weniger erfolglos getestet. Die Materialen waren meist ungeeignet; sie verwitterten, oder schädigten die Baumrinde, oder die Mistelneuaustriebe wuchsen neben den Verband aus (Adventiv-)Knospen an den Wuzeln neu aus.
Fazit: Die lichtdichte Abdeckung sollte den Wurzelbereich der Mistel mehr als vollständig abdecken und einige Jahre an Baum verbleiben können. Materialexperimente sind wohl noch nötig. 
Quellenangabe: http://pomologen-verein.de/fileadmin/user_upload/Jahresheft_2015/PV_Jahresheft_2015_Leseprobe.pdf Der Mistelartikel findet sich aber nicht in der Leseprobe.

In den Literaturhinweisen des Artikels gibt es einen Hinweis auf andere Autoren, die über Misteln schreiben.
Z.B. diese hier sehr ausführlich: http://www.baumpflege.ch/Beitraege_Fachzeitschriften/04_11/Mistel%20bek%C3%A4mpfen%20oder%20sch%C3%BCtzen%20TASPO%20Baumzeitung%203%202011.pdf

Als Norddeutschem war mir bis jetzt nicht so richtig klar, welches Ausmaß der Mistelbefall an Apfelbäumen annehmen kann. Das geht anderen Usern möglicherweise auch so, darum ein Foto aus dem Süden, das ich diese Tage machen konnte.




LG
Walther
« Letzte Änderung: 27. Februar 2016, 09:02:27 von Walther » Gespeichert
Walther
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Walther

« Antworten #11 am: 21. November 2016, 14:44:37 »


In den letzten Wochen konnte ich beobachten, dass die Mistel im Herbst ihr Laub abwirft. Für mich war das überraschend, da ich die Mistel für immergrün gehalten hatte.

Hier das Falllaub:



LG
Walther
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winterliesel
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winterliesel
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« Antworten #12 am: 21. November 2016, 20:46:49 »

Oh das ist ja mal interessant - ich finde eigentlich auch überall nur "immergrün" im Zusammenhang mit Misteln. Treiben die denn schon gleich wieder durch? Sie blühen und fruchten ja wohl auch im Winter.
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<°)))o><) Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge zukneift. (E. Ionesco)

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Walther
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Walther

« Antworten #13 am: 21. November 2016, 21:04:22 »


Das Foto wurde hier in HH in Klein Flottbek gemacht, so dass ich noch mal bei Gelegenheit kontrollieren kann, ob wirklich alle Blätter abgefallen sind.

LG
Walther
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thuja thujon
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« Antworten #14 am: 22. November 2016, 00:47:52 »

Auch immergrüne werfen irgendwann ihr altes Laub ab und kahlen etwas auf.
Ich meine mich zu erinnern, dass Misteln eher im oberen Bereich belaubt sind und unten eher nackig. Habe schon lange keine mehr aus der Nähe gesehen.

@Walther: den Baum finde ich beeindruckend.
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