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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Uran im Phosphatdünger 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Uran im Phosphatdünger  (Gelesen 8164 mal)
Obstbrenner
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« am: 25. Juli 2013, 10:07:22 »

Hallo liebe Forumsmitglieder
Vor ein paar Tagen lief in der Glotze ein Beitrag über Uran im Phosphatdünger.
Da ich Kunstdünger sowieso sehr kritisch gegenüber stehe, wollte ich mal auf das Thema
aufmerksam machen.
Anscheinend ist es so, dass im phosphathaltigen Gestein auch Uran enthalten ist, das im
Produktionsprozess nicht entfernt wird.
Diese strahlende Beigabe landet auf den Feldern und in der Nahrung.
Das Bundesumweltministerium verweigert jegliche Stellungnahme.
Düngung ist wichtig, aber nur wenn ein Mangel vorliegt. Ausserdem
sind die meisten Böden in Deutschland dank der Kunstdüngererfindung
schon längst überdüngt. Guter Kompost und Stallmist sind m.E. ausreichend.
Von daher: Holt euch nicht die Pest ins Haus.
Auch mir als Gärtner war das neu, aber wundern tut´s mich nicht, da ich
der Industrie und der Lobby fast alles zutraue.
LG
Obstbrenner
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Walther
Global Moderator
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Walther

« Antworten #1 am: 25. Juli 2013, 11:23:54 »


Den Hinweis auf den Film gibts hier:

http://forum.planten.de/index.php/topic,44575.msg446858.html#msg446858

LG
Walther

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Efeu
Gast
« Antworten #2 am: 25. Juli 2013, 12:46:23 »

Nunja- auch Blaukorn enthält Uran.

http://www.ndr.de/ratgeber/garten/uranduenger101.html

Ich verwende nur Natürdünger- Hühnermist, Kuhmist...
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Grasso
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« Antworten #3 am: 25. Juli 2013, 14:23:10 »

Hallo!

Ausserdem sind die meisten Böden in Deutschland dank der Kunstdüngererfindung
schon längst überdüngt.

Nein. Kunstdünger ist im strengen Sinn nur Stickstoffdünger, dessen Stickstoff aus der Luft mittels Strom, Druck und Hitze geholt wurde. Daneben könnte man raffinierte, das heißt gereinigte Dünger auch Kunstdünger nennen.

Mit Stickstoff wird wohl nicht mehr viel überdüngt. Haustier- und Menschenpisse und eutropierte Gewässer sind immer noch ein Problem, aber kein so großes mehr wie früher, glaube ich.

Raffinierte Dünger sind im Fall bergmännisch abgebauter Phosphate zu begrüßen, weil da eben das Uran entfernt werden kann. Ich las allerdings, daß unsere Böden mit Phosphat extrem überdüngt sind, und das, obwohl es die Wissenschaft schon immer besser wußte. Das Phosphat ist mit Kalk in der leicht stroh- und wurzelversetzten Tonpappe, die Ackerboden genannt wird, gebunden.

Demnächst also einfach eine Tüte voll Ackerboden für die Tomaten im Garten holen, einarbeiten, draufpissen, gut ist.

Grüße, Grasso
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Der Bauer darf 100 Hektar 1 Meter tief pfügen, mit Dreck tränken und darauf Elend züchten, doch ich darf nicht ein paar Quadratmeter Hanf anbauen???
Apfelmann
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WWW
« Antworten #4 am: 25. Juli 2013, 19:43:04 »

Die Überdüngung gibt es immer noch,

da die Fließgeschwindigkeiten im Grundwasser sehr langsam sind,  dauert es einige Jahre bis die Nitratbelastungen aktuell werden.
Hier bei uns sind fast alle Brunnen wegen dieser Belastungen gesperrt worden, wenn die Dorfbrunnen weg sind, kommt das Wasser über eine Ringleitung von woanders.
Die Wasserversorgung hier in der Umgegend kommt jetzt aus ehemaligen Armeebrunnen aus dem dritten Horizont .

Da wir sehr abseits wohnen, haben wir noch unsere private Wasserversorgung,
wir müssen Filtern und zeitweise Keime abtöten,
die Wasserproben sind beängstigend.

Der Ackerboden wird nicht mehr richtig bewirtschaftet, alles wird auf chemische Düngung und Pflanzenschutzgifte reduziert , die natürlichen Stoffkreisläufe sind gestört und das Bodenleben wird immer ärmer.

LG


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Habakuk
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« Antworten #5 am: 26. Juli 2013, 21:46:50 »

Früher wurde Phosphat in der Südsee abgebaut (Insel Nauru), deren Lagerstätten sind erschöpft.  Jetzt wird Phosphat verwendet, das höhere Urangehalte hat.

Wikipedia Phosphatj
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Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
Manni0815
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« Antworten #6 am: 27. Juli 2013, 10:25:57 »

@Grasso
wesentlich für eine Auswaschung des Nitrats ist nicht nur die Menge, sondern in erster Linie die Bodenbeschaffenheit. Man versucht zwar nicht mehr zu überdüngen, das was eingesetzt wird genügt aber, um unser Grundwasser nachhaltig zu verschmutzen.
Logischer Weise müsste dieses Wasser wieder zur Düngung verwendet werden. Dann hätten die Bauern aber binnen kürzester Zeit ein Resistenzproblem, denn die Pestizide werden ja mit ausgewaschen, in ihrer ganzen Vielfalt.
Je humusreicher die Böden sind, desto geringer ist die Auswaschung von Salzen.
Da Phosphat im Boden bleibt, sind bei den meisten NPK Düngeranwendern die Phosphatwerte eh zu hoch. Dann einfach mal Ein- und Zweinährstoffdünger verwenden.
Wer Sorge hat, aufgrund von Düngung zuviel Uran im Boden zu haben, dem empfehle ich eine regelmäßige Ausgleichskalkung.
Zitat aus "Eintrag von Uran über Phosphat- und KPN-Dünger:
Gefahr für das Grundwasser?
"
Im Boden können nur so viele Kationen und somit Uranyl bzw. Uranyl-Spezies fixiert werden, wie es die
Kationenaustauschkapazität (KAK) zulässt.

Natürlich ist es dann im Brunnenwasser.
Hohe Aktivität des Bodenlebens baut den Schlamassel jedoch langsam ab.
'zitiere weiter:
Fazit ist, dass im Boden Uran aus phosphathaltigen Düngern sehr effektiv zurückgehalten werden kann
ausschlaggebend sind:
• Urangehalt im Düngemittel..
• ausgebrachte Düngermenge,
• Bodeneigenschaften: pH-Wert, Redox-Potential, Ionenaustausch- und Sorptionskapazität (was
hauptsächlich durch das Vorhandensein von Tonmineralen, organischer Substanz und Eisenhydroxide
gesteuert wird),
• Redoxstadium von Uran (U6+-mobil, U4+ - Bildung schwer löslicher Komplexe),
• Urankonzentration in der Bodenlösung (ggf. Ausfällung von Uranylphosphaten oder Calciumuranat
sowie Uranit, wenn U als U4+ vorliegt) sowie Verfügbarkeit anderer Ionen und geladener Komplexe wie
Phosphat oder Karbonat.

d.h. ausgeglichene Düngung, kein Humusabbau, aktives Bodenleben fördern.
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Efeu
Gast
« Antworten #7 am: 27. Juli 2013, 10:32:25 »

hohe Aktivität des Bodenlebens baut den Schlamassel jedoch langsam ab.
'

Entschuldige- Uran kann nicht abgebaut werden. Es kann nur durch organische Verbindungen und durch Kalkung fixiert werden.
Sorry
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Blaue Rose
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« Antworten #8 am: 27. Juli 2013, 10:36:41 »

Wie ist  das denn eigentlich mit dem natürlichen Uran im Boden? Gibt es da was? Wir haben Lehm-Humus-Gemisch im Garten.
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Rosengrüße von Tina
Komm doch in den Garten! Ich hätte gern, daß meine Rosen dich sehen. (R.B.Sheridan)
Efeu
Gast
« Antworten #9 am: 27. Juli 2013, 11:14:25 »

@Blaue_Rose
Du müsstest den Boden untersuchen lassen, pauschal ist nichts dazu u sagen.

Wenig bekannt ist, dass Uran auch in Trinkwässern und Mineralwässern vorkommt.
Bis vor einigen Jahren wurde das noch nicht untersucht, aber jetzt sollte man sich schon noch erkundigen ob das Lieblingsmineralwasser belastet ist.

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/pdf/uran.pdf

http://zeus.zeit.de/online/2008/32/Uranwerte_Trinkwasser.pdf
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Habakuk
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« Antworten #10 am: 27. Juli 2013, 11:38:08 »

Wie ist  das denn eigentlich mit dem natürlichen Uran im Boden? Gibt es da was? Wir haben Lehm-Humus-Gemisch im Garten.

Da hast Du dann mehr Kalium-40 im Boden, auch schon egal...
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Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
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Efeu
Gast
« Antworten #11 am: 27. Juli 2013, 11:46:26 »

@Habakuk

An Kalium-40 ist das Leben von Anfang an angepasst.
Uran ist auch chemmisch gesehen ein giftiges Element. Die Strahlung kommt dazu.
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Grasso
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« Antworten #12 am: 29. Juli 2013, 22:05:23 »

Hallo!

Die Überdüngung gibt es immer noch,

da die Fließgeschwindigkeiten im Grundwasser sehr langsam sind,  dauert es einige Jahre bis die Nitratbelastungen aktuell werden.
Hier bei uns sind fast alle Brunnen wegen dieser Belastungen gesperrt worden, wenn die Dorfbrunnen weg sind, kommt das Wasser über eine Ringleitung von woanders.
Die Wasserversorgung hier in der Umgegend kommt jetzt aus ehemaligen Armeebrunnen aus dem dritten Horizont .

Da wir sehr abseits wohnen, haben wir noch unsere private Wasserversorgung,
wir müssen Filtern und zeitweise Keime abtöten,
die Wasserproben sind beängstigend.

Der Ackerboden wird nicht mehr richtig bewirtschaftet, alles wird auf chemische Düngung und Pflanzenschutzgifte reduziert , die natürlichen Stoffkreisläufe sind gestört und das Bodenleben wird immer ärmer.

Das Nitrat im Grundwasser hatte ich vergessen, natürlich ist das schlecht. Keime haben damit aber wenig zu tun, das liegt dann eher an eurer privaten Situation.

Zitat von: Manni0815
wesentlich für eine Auswaschung des Nitrats ist nicht nur die Menge, sondern in erster Linie die Bodenbeschaffenheit. Man versucht zwar nicht mehr zu überdüngen, das was eingesetzt wird genügt aber, um unser Grundwasser nachhaltig zu verschmutzen.
Logischer Weise müsste dieses Wasser wieder zur Düngung verwendet werden. Dann hätten die Bauern aber binnen kürzester Zeit ein Resistenzproblem, denn die Pestizide werden ja mit ausgewaschen, in ihrer ganzen Vielfalt.
Je humusreicher die Böden sind, desto geringer ist die Auswaschung von Salzen.

Aus meinen Komposthaufen hat der Regen die Nährsalze immer schnell ausgewaschen. Und mein Mais auf der Grundfläche des Komposthaufens, den ich im Frühjahr geerntet habe, wächst auch längst nicht so gut wie der von Bauer Chemie. Sicher liegt das am sandigen Boden, da fehlt einfach Löß. Dort hätte ich besser Kartoffeln gepflanzt.

Früher soll es kein Nitrat im Grundwasser gegeben haben, weil die Leute weniger gewesen seien, kaum Fleisch gegessen und ihren Acker selbst bestellt haben sollen, sagt man. Ich fürchte jedoch, daß der Schritt zurück in die Vergangenheit mit genauviel Unsicherheit und Problemen behaftet sein wird, wie es der voraus in die Zukunft war. Ist mir aber egal, denn ich will mit meinen Händen im Dreck wühlen, bis ich sterbe.

Grüße
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Der Bauer darf 100 Hektar 1 Meter tief pfügen, mit Dreck tränken und darauf Elend züchten, doch ich darf nicht ein paar Quadratmeter Hanf anbauen???
Günther
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Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #13 am: 30. Juli 2013, 09:05:53 »

Hallo!

Früher soll es kein Nitrat im Grundwasser gegeben haben, weil die Leute weniger gewesen seien, kaum Fleisch gegessen und ihren Acker selbst bestellt haben sollen, sagt man. Ich fürchte jedoch, daß der Schritt zurück in die Vergangenheit mit genauviel Unsicherheit und Problemen behaftet sein wird, wie es der voraus in die Zukunft war. Ist mir aber egal, denn ich will mit meinen Händen im Dreck wühlen, bis ich sterbe.

Grüße

In der guten alten Zeit war kein Nitrat im Grundwasser, weil keiner gewußt hat, was das ist. Von einer analytischen Bestimmung ganz zu schweigen.
Dafür war der Hofbrunnen gleich neben dem Misthaufen...
Erinnert an den Kalauer: "Was haben die Leute geatmet, bevor der Sauerstoff entdeckt wurde?".
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