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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Kalimangel im Boden 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Kalimangel im Boden  (Gelesen 6700 mal)
Margitta
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Ich liebe dieses Forum!


« am: 17. Mai 2013, 18:10:03 »

Ich habe kürzlich eine Bodenprobe ausführen lassen (hatte den Eindruck, dass mein Gemüse mickert) und dabei wurde festgestellt, dass im Gemüsebeet stark erhöhter Phosphor, hoher Magnesium und hoher Kalk (pH)-Wert, aber niedriger Kali (K2O)-Wert (nur 13 mg in 100 g) vorliegen. Empfohlen wurde von dem Labor Düngung mit Ammonsulfatsalpeter oder Kalimagnesia.
Ich habe bisher im Gemüsebeet nur Hornspäne (v.a. für Starkzehrer) und im Frühjahr Kompost verwendet und möchte eigentlich auch weiterhin keine Chemiedünger verwenden. Gibt es "natürliche" Alternativen, um den Kali-Gehalt zu erhöhen? Und wäre es ggf. nicht sinnvoller reinen Kalidünger (wie es ihn zu kaufen gibt) zu verwenden anstatt die angegebenen Gemische?

Danke für Ratschläge!
nurraus
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Apfelmann
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« Antworten #1 am: 17. Mai 2013, 20:20:40 »

Pferdemist hat reichlich Kali, gut verrotten lassen und oder kompostieren,
Holzasche hilft auch

LG
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thuja thujon
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phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


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« Antworten #2 am: 18. Mai 2013, 07:29:44 »

Pferdemist schleppt wie der Kompost nur noch mehr Phosphat in den Boden.

Holzasche enthält hauptsächlich Kalk, von dem gibts genug im Boden. Zuviel davon frisst immer den Humus auf und verschärft die Phosphatproblematik. Kali ist nur vergleichsweisse wenig entahlten und mit vielen anderen Nährstoffen `belastet´.

Die Ergebnisse bei den Bodenuntersuchungen, hier wohl absolut typisch, sind die Folge von Mehrnährstoffdüngern. Ob Mist, Kompost oder Blaukorn spielt keine Roplle, die Theorie, dass bei Mehrnährstoffdüngern alle Nährstoffe aufgebraucht werden, so dass sie sich nicht anreichern können, funktioniert einfach nicht.

Wegen der Kaliproblematik, es gibt keine naturbelassenen Kalidünger ohne andere Ballaststoffe, ist selbst für den Bioanbau Patentkali (Kalimagnesia) zugelassen.

Man muss sich halt überlegen, was man will. Boden ohne einseitig überhöhte Nährstoffgehalte oder den naturbelassenen Mehrnährstoffdüngern treu bleiben. Beides zusammen funktioniert nicht. Gerade was die Wirkung von Kali auf die Pflanzen angeht, ist das eigentlich der Nährstoff, der am ehesten im Überschuss vorhanden sein könnte.

Wurde bei der Analyse auch der Humusgehalt gemessen? Oftmals ist in den Gartenböden reichlich vorhanden, manchmal auch zuu viel. Zuu viel Humus ist auch wieder schädlich, dass ist nichts, was ohne Probleme maßlos überdosiert werden kann.
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Anne Rosmarin
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Mittelfranken Klimazone 6b, Naturraum 11


« Antworten #3 am: 18. Mai 2013, 08:41:47 »

Beinwelljauche oder Beinwellmulch. Enthält relativ viel Kali.

LG
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Margitta
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Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #4 am: 19. Mai 2013, 15:22:41 »

Danke Thuja Thojon für die hilfreichen Erklärungen. Erst zu Deiner Frage: der Humuszustand ist angeblich "mittel", und dann noch eine andere Frage:

Patentkali/Kalimagnesia - letzteres wurde auch vom Labor empfohlen - enthält doch ebenfalls Magnesium und das ist doch eigentlich schon mit "hoch" eingestuft worden... ? Und die zweite Laborempfehlung – Ammonsulfatsalpeter – ist, soweit ich rausfinden konnte, ein Schwefel-Stickstoffdünger, also wie beeinflusst das denn den Kali-Mangel? Gibt es denn Kali auch in reiner Form (ich habe, ohne genau auf der Packung zu lesen, z.B. im Gartenmarkt "Kali-Dünger" gesehen) und falls ja, wäre das nicht sinnvoller?

Danke für weitere Aufklärung, bin nämlich kein Chemiker...
KG

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aloe
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aus dem Innviertel Österr.


« Antworten #5 am: 19. Mai 2013, 18:35:18 »

Holzasche sollte man nicht mehr verwenden. Hoher Gehalt an Schwermetallen etc. -  reichlich Info im www.
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thuja thujon
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phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


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« Antworten #6 am: 23. Mai 2013, 07:56:54 »

Kalidünger aus dem Gartenmarkt würde ich nicht kaufen. Zu teuer und man weiß nicht was drin ist. Reiner Kalidünger legt auch den Verdacht nahe, das es sich um Kaliumchlorid handelt. Der billigste von allen, ist auch oft in den Pappschachtel mit organsich-Mineralischem Dünger drin. Bedeutet unnützer Salzballast, viele Pflanzen kommen zudem mit dem Chlorid nicht zurecht.

Magnesium sollte man regelmäßig mitdüngen, weil es auswaschungsgefährded ist. Alternative wäre Kaliumsulfat, aber mit dem kann man schon eher mal Fehler machen, eben wegen des Magnesiums, K und Mg konkurrieren.

Humuszustand Mittel ist ok, dann weiterhin nicht damit übertreiben sondern Höchstmenegn von 3 Liter Kompost pro m² jährlich einhalten. Höchstens... Ergänzungsdüngung mit Patentkali und Stickstoff in einem gesunden Verhältnis zueinander.

Schwefel-Stickstoffdünger beeinflussen den Kalimangel recht wenig. Je mehr Stickstoff, desto mehr Kali braucht auch die Pflanze beim zügigen Wuchs. Vielmehr gehts beim Kali darum, den mobilen Kalibodenvorrat mal wieder aufzufüllen. Auswaschung auf Lehmboden kommt selten vor. Stickstoffdünger auf Hornspänebasis versagen oft im Gemüsebeet, weil sie die nötigen Stickstoffmengen nicht ausreichend schnell freisetzen. Bei sehr hohen Humusgehalten fällt das weniger auf, da liefert der Humus Stickstoff im Überfluss. Stickstoffdüngung ist recht Kulturabhängig, das kann man ganz gut handhaben, wenn man weiß, was man mit der Düngung erreichen will. zB. damit die Buschbohnen in der aktuellen Kälte etwas rauswachsen um mehr Substanz für mehr Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Damit die einfach schneller aus der kritischen Phase kommen. Da gebe ich zur Saat mineralischen Stickstoff, kurz vor der Blüte Kali. Der Rest kommt vom Kompost, Mulch und den Knöllchenbakterien.
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thuja thujon
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phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


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« Antworten #7 am: 23. Mai 2013, 17:59:35 »

Was mir gerade wieder einfällt, Gurken, Zucchini usw. haben im Vergleich zum Phosphorgehalt einen sehr hohen Kaligehalt. (~150mg/100g).
Riesenzucchinis fallen bei Hobbygärtnern öfters als Müll an, die kann man verjauchen. Ich habe vom letzten Herbst noch ein Fass Gurkenjauche rumstehen. Vielleicht mache ich mal Gefäßversuche damit. Purer Sand mit Kompost, je einmal mit und ohne Stickstoff bzw. Kali. Mir fällt nur aktuell keine Pflanze ein, die auf Kalimangel überdeutlich reagiert.

Um 15g Kali auf einen Quadratmeter Gartenboden zu bringen, müsste man 10kg Zucchini pro m² verteilen. Wunder kann man damit wohl nicht erwarten.
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Grasso
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« Antworten #8 am: 26. Mai 2013, 12:39:20 »

Hi, wird Kaliumsulfat nicht raffiniert, schon um eventuelle Gifte zu entfernen, und wird dieses Raffinat nicht auch und bevorzugt im Biolandbau (Ausnahme wohl Demeter) verwendet? Ansonsten: Fleisch- und salzarm essen und mit der Pisse düngen, da ist noch das ganze Kalium drin. Grüße
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Der Bauer darf 100 Hektar 1 Meter tief pfügen, mit Dreck tränken und darauf Elend züchten, doch ich darf nicht ein paar Quadratmeter Hanf anbauen???
Efeu
Gast
« Antworten #9 am: 27. Mai 2013, 11:48:36 »

Ich dünge meine Blumen immer mit Kaffesatz - enthält sehr viel Kalium.
Natürlich ist das nur lokal möglich.
Rosen dünge ich mit Kuhmist-Pellets ein sehr kaliumreicher Dünger, der dadurch den Blütenansatz fördert.

Holzasche ist ebenfalls geeignet, wenn auch vorsichtig einzusetzen wegen "mobilen" Schwermetallen.
Ich werfe wegen möglicher Schwermetalle die Holzasche immer auf den Komposthaufen zusammen mit Kalk.
Huminsäuren binden dann Schwermetalle zu unlöslichen Komplexen und Kalk verschiebt den pH-Wert ins Basische,
was die Löslichkeit der Schwermetalle weiter einschränkt.
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