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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: pH-Messung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: pH-Messung  (Gelesen 4276 mal)
Mickey
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« am: 20. April 2002, 11:23:24 »

Ich möchte ein pH-Messgerät zum Messen des Boden pH-Wertes kaufen und möchte mich auf Tips von euch verlassen. Wer hat ein Gerät, das gut und günstig ist? Wo kann ich sowas kaufen?

Schöne Grüsse
Mickey
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Eva
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You are a guest of nature. Behave.


« Antworten #1 am: 22. April 2002, 17:36:08 »

Hallo Mickey,

leider hab ich keine Antwort auf Deine Frage, sondern gleich noch eine Frage hintendrein. Ein pH-Meter hab ich bei mir im Labor. Das mag aber eher wässrige Puffer-Lösungen messen. Wie krieg ich aus so einem Gerät und einer Handvoll meiner Gartenerde einen pH-Wert?
Wieviel Erde mit wieviel Wasser (mein A.dest ist recht wenig sauer, zum Glück) mischen?
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Mickey
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« Antworten #2 am: 22. April 2002, 19:08:53 »

Hmmm, ist 'ne ziemlich gute Frage... hab ich mir echt auch noch gar nicht überlegt.

Ich meine allerdings, dass dieses Gerät, das ich schon mal gesehen habe, zwei Zinggen hat, die man in die zu messende Erde steckt. So zeigt das Gerät dann den pH-Wert an. Wie genau diese Messung ist, weiss ich allerdings nicht. Grundsätzlich geht das aber sicher auch mit Teststreifen oder?

Ich warte halt einfach weiter, wenn es so ein Gerät gibt, dann meldet sich schon noch wer!

Gruss
Mickey
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Günther
Gast
« Antworten #3 am: 22. April 2002, 19:13:20 »

Der pH-Wert des Bodens wird in wäßriger Aufschlämmung mit einer Kaliumchloridlösung gemessen. Es gibt dazu einschlägige Normen, die ich nicht bei der Hand habe, da müßte ich erst ein paar Ausgrabungen in meinem Literaturchaos veranstalten.
Spezialgeräte können direkt in die Erde gesteckt werden und liefern bei ausreichender Feuchtigkeit (!) brauchbare Werte. Sie sind deswegen meist auch mit einem Feuchtigkeitsmeßgerät verbunden.
pH-Meter gibts wie Sand am Meer, von Schätzeisen aus dem Baumarkt um ca. 5 Euro bis zu Luxusgeräten zu beliebigen Preisen. Unter 50 bis 70 Euro kann man arg einfahren, da ist etwas Sachverständnis hilfreich.
Prinzipiell gibts die üblichen Geräte mit Glaselektroden, billiger, aber relativ empfindlich, und mit Halbleitersensoren, teuer, aber ziemlich robust.
Um sinnvoll zu messen, muß so ein Gerät regelmäßig mit Standardlösungen kalibriert werden, sonst kriegt man Hausnummern. Deswegen sind pH-Meter in Gärtner-Laien-Hand mit Vorsicht zu genießen.
Ich empfehle deshalb immer wieder pH-Teststreifen, mit einem passenden eingeschränkten Bereich, keine Universal-Indikator-Papiere, die bei korrekter Handhabung auf 0,1 - 0,2 pH genau abgelesen werden können, mehr als genug. Übliche pH-Meter sind auch nur auf 0,1 pH genau, wer mehr behauptet, ist meist ein Angeber. Teststreifen brauchen keine Batterie, können nicht zerbrechen, und sind bei durchschnittlichem Gebrauch nicht teurer als ein besseres pH-Meter. Wenn jemanden die Wissenschaft juckt, kann er sich noch immer so ein Gerät besorgen.
Hilft das schon?
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Mickey
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« Antworten #4 am: 22. April 2002, 19:23:53 »

Wow, und wie das hilft! Hmmm, dann werde ich mich für's erst nun doch nach Teststreifen umsehen... ein Messgerät kann ich mir ja dann immer noch zulegen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich es brauche...

Für einen Tip wäre ich jedenfalls trotzdem noch dankbar, vielleicht gibt es jemanden, der gute (oder auch schlechte Erfahrungen) mit einem Gerät gemacht hat. Dann weiss man, nach welchem Gerät man suchen muss oder eben nicht.

Vielen Dank auf jeden Fall mal für Deine Ausführungen Günther!

Mickey
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klaus
Gast
« Antworten #5 am: 22. April 2002, 19:24:18 »

Ich habe über die Anschaffung eines solchen Gerätes noch nicht nachgedacht. Bisher glaubte ich, dass der PH-Wert eine Summenformel ist und ohne Bodenanalyse als reiner Wert keine besondere Aussage zu den Inhaltsstoffen oder den Mangelerscheinungen zuläßt. Täuche ich mich?
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Günther
Gast
« Antworten #6 am: 22. April 2002, 20:25:05 »

Der pH-Wert des Bodens (eigentlich eine nicht ganz sinnige Aussage, definitionsgemäß gibts den pH-Wert NUR in wäßriger Lösung, ein trockener Boden hat keinen pH-Wert) ist ein Teil der Bodenanalyse, kein ganz unwesentlicher, muß natürlich, genauso wie jeder andere Analysenwert im Zusammenhang und mit Verstand (Hauptproblem) betrachtet werden. Ein saurer Moorboden und ein möglicherweise gleich saurer Sandboden sind klarerweise total verschieden. Man darf überhaupt keine sklavische Zahlenmystik betreiben. Wenns beispielsweise heißt, eine Pflanze gedeiht bei pH 5,8 - 6,5 , dann stirbt sie bei 6,6 auch nicht, sie hat vielleicht Probleme mit der Eisenaufnahme, die man anderswie beheben kann. Lebewesen sind da doch etwas flexibel.
Ich habe in meinem Job genügend mit pH-Messungen zu tun gehabt, und Dutzende verschiedener Geräte ausprobiert. Ganz allgemein sind Markengeräte für Standardbatterien und für Elektroden mit Standardanschluß in der Regel brauchbar. Ich möchte keine Namen nennen, aber es gibt -durchaus gute- Geräte, die ausgefallene Batterien brauchen, oder Spezialelektroden, die nur der Hersteller hat, die können Umstände machen. Und selbst die Kollegen, die gute robuste Geräte hatten, haben trotzdem immer wieder Indikatorstreifen verwendet. Die sind bequem einzustecken, fast gewichtslos, da kann keine Elektrode zerbrechen, kalibrieren ist unnötig, Batterien detto, und am A.... der Welt, wo nix funktioniert, kein Platz ist, keine Ruhe für vernünftige Messungen, da kann man noch immer einen Teststreifen hineinstecken und hat schnell ein brauchbares Ergebnis.
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Hans
Gast
« Antworten #7 am: 22. April 2002, 21:00:26 »

Hallo Günther,

spielt bei den Teststreifen die Tageszeit oder die Witterung eine Rolle? Ich  meine wenn man testet.
Sollte man eigentlich in jedem Beet einen eigenen Test machen.

Schöne Grüße
Hans
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Günther
Gast
« Antworten #8 am: 22. April 2002, 21:33:38 »

Eigentlich nein. Nachdem man auch bei Teststreifen nicht die Streifen in die Erde steckt, sondern eine Bodenprobe mit etwas Wasser aufschlämmt und dann entweder die Streifen hineinsteckt oder, wenn die Suppe zu trüb ist, bei Testpapieren einen fetten Tropfen auf die Rückseite aufbringt und wartet, bis die Reaktion auf die Vorderseite durchschlägt, bzw. ein bisserl abfiltriert, zur Not absitzen läßt, und dann mißt, sollte es von Tageszeit, Witterung, Mondphasen, usw., unabhängig sein.
Wie schon gesagt, eigentlich gehörte die Bodenprobe mit Kaliumchloridlösung aufgeschlämmt, aber, bei Verzicht auf wissenschaftliche Genauigkeit, man kann auch Leitungswasser nehmen (Labormäuse weghören!). Der Boden sollte genug gepuffert sein, daß der eventuell abweichende pH-Wert des Wassers keine Rolle spielt. Bedeutend schlimmstenfalls bei reinen Sandböden.
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