Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
27. November 2020, 15:22:27
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Probleme bei der Account-Aktivierung?
forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Sortenreine Hobelspäne statt Mulch? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] 2 Nach unten Drucken
Autor Thema: Sortenreine Hobelspäne statt Mulch?  (Gelesen 17051 mal)
Dornroeschen
***
Offline Offline

Dornroeschen
Mein Garten haßt mich!


« am: 10. Juli 2012, 17:14:03 »

Hallo zusammen!
meinen diesjährigen Urlaub habe ich mit Garten und Hobbyschreinerei verbracht.
Nach Jäten und dem Aufbringen von 6 m³ Pinienmuluch hätte ich nun vom Tischlern noch ca. 600 l sortenreine Erlenspäne übrig und würde sie gerne statt weiterem Mulch unter Büschen und Bäumen verteilen. Mach´ich da was gut - oder gebe ich dann dem Garten "den Rest"?
Hilft es gegen Unkraut oder kann das auch gräulich schief gehen, indem ich die Bodenqualität verändere?
Freue mich auf Infos!
Liebe Grüße
Ina
Gespeichert

Gartenzwerge tragen roten Mützen, damit sie beim Rasenmähen nicht überfahren werden...
thuja thujon
Moderatoren
*****
Offline Offline


phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


WWW
« Antworten #1 am: 10. Juli 2012, 22:04:53 »

Hallo Dornroeschen,
ich bin der Meinung Holzspäne sind um Welten bodenfreundlicher als Rindenmulch.
Die ganzen Gerbstoffe hast du im Holz nicht in dem Maße drin, wie in der Rinde.

Fallen bei mir größere Mengen Holzspäne an, kompostiere ich sie zusammen mit Rasenschnitt. Kleinere Mengen kommen direkt auf die Beete, die sind aber meist schon vom Kaninchen vollgemacht. Also genug Stickstoff für eine halbwegs zügige Rotte drin.
Gespeichert
Susele
*****
Offline Offline


Pfalz/Rheinebene, Weinbau, Klimaz. 8, 157m ü. NN


« Antworten #2 am: 11. Juli 2012, 06:40:46 »

Ich hab von nem Hobbyschreiner auch schon säckeweise Hobelspäne im Garten verteilt. Hat nichts geschadet.
Das einzige, worauf man achten muß ist, daß man ihn nicht zu dick auslegt. Sonst verdichtet er sich und unter den dann entstehenden "Platten" schimmelts dann.
Unkraut verdrängt er zwar nicht so effektiv wie Rindenmulch, geht aber auch.

LG
Susele
Gespeichert

Im Sommer brauche ich zur vollkommenen Zufriedenheit mein Motorrad, einen Garten, eine Weißherbstschorle und MINDESTENS eine Katze :-).
Im Winter brauche ich meine Nähmaschine, schöne Stöffchen, ne Tasse Kaffee und HÖCHSTENS EINE Katze.
Dornroeschen
***
Offline Offline

Dornroeschen
Mein Garten haßt mich!


« Antworten #3 am: 11. Juli 2012, 15:44:01 »

o.k. jetzt trau´ ich mich!
Danke für Eure Erfahrungsberichte.
Liebe Grüße aus dem Saarland
Gespeichert

Gartenzwerge tragen roten Mützen, damit sie beim Rasenmähen nicht überfahren werden...
aquileia
****
Offline Offline

aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #4 am: 18. Juli 2012, 18:19:56 »

dem Aufbringen von 6 m³ Pinienmuluch hätte ich nun vom Tischlern noch ca. 600 l sortenreine Erlenspäne übrig

Gut, ich hätte die Holzspäne unter den Rindenmulch gemischt. Dann würde sich das Problem mit dem Verdichten lösen.

Hilft es gegen Unkraut oder kann das auch gräulich schief gehen, indem ich die Bodenqualität verändere?

Auch mit Rindenmulch veränderst du langfristig die Bodenqualität. Beides wird abgebaut und benötigt dazu Stickstoff wie Deine Nutzpflanzen.

aquileia
Gespeichert
Günther
*****
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #5 am: 18. Juli 2012, 19:44:09 »

WÄHREND des Abbaus wird Stickstoff verbraucht, d.h. gebunden. Nachher wird der gebundene Stickstoff wieder weitgehend freigesetzt. Im Idealfall ein Nullsummenspiel. Zusatz von z.B. Hornspänen ist trotzdem sinnvoll.
Gespeichert
aquileia
****
Offline Offline

aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #6 am: 18. Juli 2012, 21:51:06 »

Was hilft es, wenn Du  Konkurs anmelden musst, weil Dein Geld gerade unzugänglich in irgend welchen Fonds angelegt ist und Du nicht dran kommst, wenn Du es bräuchtest.  Zwinkernd

Langfristig mag sich dies ausgleichen. Was bleibt, ist, dass Du die Bodenqualität sowohl mit Holzschnitzel als auch mit Rindenmulch veränderst.

Die nächste Herausforderung ist, dass Du ja nicht vorrangig den Rindenmulch oder die Holzspäne abbauen möchtest. Im Gegenteil, Du möchtest diese als Schutz gegen "Unkräuter" (Beikräuter) möglichst lange erhalten. Wie also den Bereich düngen, in dem die Wurzeln der Nutzpflanzen sind ohne den Abbau des Rindenmulchs bzw, der Holzspäne zu födern? Kompost und Hornspäne müssten also eingearbeitet werden, bevor der Rindenmulch, bzw. die Holzspäne aufgebracht werden.

Das geht aber nur bevor der Rindenmulch aufgebracht wurde. Später Huch

Näheres werde ich wohl erst in etlichen Jahren sagen können, wenn ich weiß, wie es der Blumenrabatte vor dem Haus geht, die jetzt im zweiten Jahr mit Rindenmulch bedeckt ist.

aquileia
Gespeichert
thuja thujon
Moderatoren
*****
Offline Offline


phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


WWW
« Antworten #7 am: 18. Juli 2012, 21:59:11 »

Ich zitiere mich mal selbst:
Fallen bei mir größere Mengen Holzspäne an, kompostiere ich sie zusammen mit Rasenschnitt. Kleinere Mengen kommen direkt auf die Beete, die sind aber meist schon vom Kaninchen vollgemacht. Also genug Stickstoff für eine halbwegs zügige Rotte drin.

Die übliche Praxis, Hornspäne unter den Mulch zu streuen, halte ich für zweifelhaft. Wie Stickstoff aus dem Boden nach oben steigen soll, um die Bakterien zu ernähren, die das Holz zersetzen, ist mir ein Rätsel. Ich denke das sind physikalisch 2 relativ streng getrennte Welten, die da nach der Theorie aufeinander prallen sollen.  

Logisch nachvollziehen kann ich den Umstand, dass durch ein Übermaß an Stickstoff die wuchshemmende und bakterienfeindliche Wirkung der Gerbstoffe aus dem Rindenmulch aufgehoben oder abgemildert wird.
Beim Holzspänemulch sind die Gerbstoffe nicht in den Mengen wie im Rindenmulch enthalten. Schaut man sich den umgestürzten und in der Luft hängenden Baum im Wald an, ist das Holz zuerst zersetzt und die Rinde drumrum ist noch fast intakt. Also 2 völlig verschiedene Materialien, die man nicht hoppladihopp miteinander vergleichen kann.


Speziell für Günther: 1,3-Dicarbonyl oder 1,3-Dihydroxymuster sind potentielle Komplexoren für Aminosäuren und ähnliches (Fe am active site in Enzymen usw.), daher die breit koagulierende Wirkung der Gerbstoffe und der Rattenschwanz an biologischen Folgen, der meiner Meinung nach mit einem Überschuß an N überdeckt werden soll.
Gespeichert
Soili
****
Offline Offline



« Antworten #8 am: 18. Juli 2012, 22:05:25 »

Ich habe im Sommer 2009 das Beet unter einer mehrstämmigen Birke, die, wenn sie Blätter hat, die Äste ziemlich runterhängen lässt, gejätet. Anschließend gegen Unkraut einige Schichten nasse Zeitungen in die Zwischenräume zwischen den gepflanzten Stauden ausgebreitet und darauf Rindenmulch ausgebracht. Den Pflanzen geht es gut, Unkraut ist keines durchgekommen, allerdings könnte ich wieder etwas jäten, denn vom Wind ist Unkrautsamen hingeweht worden.
Gespeichert

Lieber Hydrokultur als gar keine Bildung.
thuja thujon
Moderatoren
*****
Offline Offline


phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


WWW
« Antworten #9 am: 18. Juli 2012, 22:13:00 »

@Aquileia:
ich denke gegen Unkraut ist jede regelmäßig benutzte Hacke dem Mulch überlegen.
Ich bevorzuge die zügige Rotte zwecks Humusanreicherung und einem regen Bodenleben. Deswegen arbeite ich den Mulch nach einiger Zeit ein und ersetze ihn durch neuen.

Geht es um Unkrautbekämpfung, gibt es bessere Wirkstoffe als die Gerbstoffe aus dem Rindenmulch und andere, chemisch neutralere Materialien wie Lavagranulat um gerade angekeimte Sämlinge auszutrocknen bevor sie Fuß fassen können. Die Hacke, zum passenden Zeitpunkt eingestezt, ist langfristig effektiver, als alle mechanischen Trennschichten zum lebensspendendem Unterboden, die gerade so im Umlauf sind.
Gespeichert
aquileia
****
Offline Offline

aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #10 am: 18. Juli 2012, 22:27:33 »

thuja thujon, ich stimme Dir zu, dass dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass "Stickstoff" nach oben steigen sollte, zumal der Mulch ja eher die Kapillarwirkung des Bodens unterbricht.

Wir müssen also mit zwei (oder gar drei) verschiedenen Schichten rechnen.

Die Aufgabe ist also, dem unteren Bereich die Nährstoffe zukommen zu lassen, die für das Wachstum der Pflanzen erforderlich sind, ohne die obere (Mulch-)Schicht so zu düngen, dass sie sich baldmöglichst zersetzt.

aquileia
Gespeichert
aquileia
****
Offline Offline

aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #11 am: 18. Juli 2012, 22:50:17 »

thuja thujon:

Im Gemüsebeet gebe ich dir Recht. Das grabe ich nach der Ernte einfach um. Schwieriger wird es in einem Beet mit mehrjährigen Stauden.

M.E. geht es beim Mulchen gar nicht um die Gerbstoffe, sondern einfach um eine Schicht, die verhindert, dass Keimlinge hinreichend Licht bekommen, um sich entwickeln zu können. 

Oder anders gesagt: Ich kann im März locker Mulch aufbringen. Die Osterglocken werden durchkommen. Allerdings kann ich im April mit der Hacke nichts mehr ausrichten (zumindest nicht ohne größere "Kollateralschäden" in Kauf zu nehmen).

aquileia
Gespeichert
thuja thujon
Moderatoren
*****
Offline Offline


phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


WWW
« Antworten #12 am: 18. Juli 2012, 23:33:10 »

Was die Düngung angeht: wenn nichts verrotten soll, aber verrottbares Material die obere von den 3 Trennschichten ist, bleibt nur rein mineralische Düngung. Es sollte in dem Falle praktisch jegliches Bodenleben komplett unterdrückt werden. Am besten noch zusätzlich Desinfektionsmittel ausbringen.  Huch

Was die Schicht angeht, die die Keimlinge physikalisch unterdrückt: ganz dick Eisenbahnschotter hat sich jahrzehntelang halbwegs bewährt.

Also mal ernsthaft, so wirklich überzeugend ist die Mulchgeschichte wegen Unkrautunterdrückung nicht wirklich, oder?
Ich könnte ja mal Fotos von extensiven Rosenbeeten in Rindenmulch machen, da sieht man vieles, aber keine Rosen. Dafür fast meterhohes Unkraut, das ein- oder zweimal im Jahr von der Stadt gerodet wird. Und sowas soll ansprechend sein?

Seit Jahrzehnten (-hunderten) nehmen die Gärtner eine Hacke gegen Unkraut, erst seitdem die Waldarbeiter nicht mehr wissen, wohin mit dem Sch..., wollen auf einmal alle mulchen. Auch unter mehrjährigen Stauden kann man den Boden bearbeiten. Ansonsten kann man dicht pflanzen, schluckt auch Licht, und die Schattengare ausnutzen.
Also mulchen ja, als Bodenschutz usw, aber nicht gegen Unkraut.

Gespeichert
Günther
*****
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #13 am: 19. Juli 2012, 07:50:33 »

Nicht umsonst hab ich vom "Zusatz" von Hornspänen gesprochen....

Heutzutage wird jeglicher Abfall als "Mulch" mit Wunderwirkung verhökert.
In den Betrieben des Stadtgartenamtes (Wien) hab ich jedenfalls Hobelspäne als Mulch im Einsatz gesehen. Rindenmulch hinwiederum ist ein vorzügliches Pilzsubstrat....

Und daß man etwas schon "jahrhundertelang" gemacht hat, ist wahrlich kein Argument - "des hamma scho immer so gmacht".
Gespeichert
aquileia
****
Offline Offline

aquileia
Klimazone 6b/Naturraum 05


« Antworten #14 am: 20. Juli 2012, 18:00:14 »

Also mal ernsthaft, so wirklich überzeugend ist die Mulchgeschichte wegen Unkrautunterdrückung nicht wirklich, oder?
Ich könnte ja mal Fotos von extensiven Rosenbeeten in Rindenmulch machen, da sieht man vieles, aber keine Rosen. Dafür fast meterhohes Unkraut, das ein- oder zweimal im Jahr von der Stadt gerodet wird. Und sowas soll ansprechend sein?

...

Also mulchen ja, als Bodenschutz usw, aber nicht gegen Unkraut.

Nun, ich kann nicht sagen, was Deine städtischen Angestellten machen, aber, ich gebe Dir recht, dass (Rinden-)Mulch aufbringen und dann Alles vergessen, natürlich nicht reicht.

Ich habe im vergangenen Jahr Rindenmulch (relativ grob) auf ein Blumenbeet vor dem Haus aufgebracht. Dabei ist die Schicht noch nicht einmal sehr dick (ca 1 -1,5 cm) und die Menge an Beikräutern hat sich stark reduziert.

Natürlich muß ich alle drei bis vier Wochen drüber gehen um die Beikräuter zu entfernen, die es trotzden schaffen, durch diese Schicht durchzuwachsen. Das sind weitgehend Wurzelunkräuter, wie z.B. Winden.

Übrigens, der Zeitaufwand dafür ist ein Bruchteil, dessen, was ohne Rindenmulch erforderlich wäre um das Beet in einem ansehbaren Zustand zu halten. Im Gegensatz dazu habe ich im nicht gemulchten Gemüsebeet jede Menge Unkraut, das ich auch durch hacken nicht weg bekomme, da ich meine Nutzpflanzen nicht gleich mitjäten möchte.

aquileia
Gespeichert
Seiten: [1] 2 Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Sortenreine Hobelspäne statt Mulch? « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines