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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Kompostierung Schilf und Gräser 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Kompostierung Schilf und Gräser  (Gelesen 13356 mal)
ursel60
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« am: 12. März 2012, 21:16:38 »

Hallo,

hoffentlich ist meine Frage hier im Stauden-Forum richtig:

in unserem Garten fallen im Frühjahr große Mengen trockener Schilf- und
Gräserschnitt an.

Bisher haben wir das Schnittgut per Pkw-Anhänger abgefahren.

Gibt es eine Möglichkeit, das sehr trockene Schnittgut zu kompostieren?
Mein Versuch vor vielen Jahren war leider erfolglos.

Viele Grüße
Ursel

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Günther
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« Antworten #1 am: 12. März 2012, 21:26:48 »

Erster Gedanke: Häckseln und mit anderem Grünmaterial mischen.
Zu trocken hält sich Schilf recht gut - für Dich. leider....
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Giuseppe
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« Antworten #2 am: 12. März 2012, 21:40:04 »

Ja, schon klar. Ein riesiger Haufen trockener Schilfschnitt kompostiert ganz schlecht.

1) muss das Kompostiergut feucht sein,
2) feucht und
3) auf der nackten Erde liegen.

Bakterien und Würmer, die das Zeug zersetzen kommen dann von selbst. Wenn Du es mit anderem - feuchtem - Kompostiergut und zusätzlich etwas Gartenerde mischst, geht die Zersetzung schneller los. Wenn es noch einigermaßen isoliert untergebracht wird, sodass die beim Kompostieren entstehende Wärme nicht so schnell in die Umgebung verpufft, dann freuen sich alle Beteiligten - inclusive des Gärtners, weil es dann besonders schnell geht.

Giuseppe
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Mithilfe von Stereotypen können sich Voreingenommene das Dazulernen ersparen
ursel60
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« Antworten #3 am: 13. März 2012, 11:52:45 »

Hallo Günther und Guiseppe,

danke für eure Antworten.

Platz zum Kompostieren wäre da; werde mein Glück versuchen.

Im Herbst fällt auch viel Walnusslaub an, das wir auch immer abfahren;
vielleicht könnte das auch mit auf diesen Kompost (weil die Verrottung ja
auch lange dauert); dazwischen würde ich dann frische Garten- und Küchenabfälle
geben?

Viele Grüße
Ursel
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Blaue Rose
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« Antworten #4 am: 13. März 2012, 13:42:29 »

Walnußlaub darf auf gar keinen Fall auf den Kompost, weil da giftige Abfallstoffe (Blausäure?) entstehen!
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Günther
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« Antworten #5 am: 13. März 2012, 15:32:52 »

Wo kommt dieses Latrinengerücht her?HuchHuchHuch?


Fullquote entfernt von Walther
« Letzte Änderung: 13. März 2012, 17:15:30 von Walther » Gespeichert
Blaue Rose
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« Antworten #6 am: 13. März 2012, 17:06:49 »

Habe ich mir da was Falsches gemerkt? Traurig Mein Mann entsorgt das Walnußlaub immer in der Biotonne, weil es angeblich nicht auf den Kompost darf.
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Walther
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Walther

« Antworten #7 am: 13. März 2012, 17:14:32 »



Hallo Günter,
statt die Grenzen der Sachlichkeit/Höflichkeit auszutesten könntest Du besser die Quelle zitieren, die belegt, dass Blaue Rose sich mit Blauer Säure 'ins Blaue' begeben hat. Es lernen doch alle User gerne dazu.

Du könntest zB nach so vielen Jahren immer noch lernen, dass Vollzitate hier unerwünscht sind.

LG
Walther
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Günther
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« Antworten #8 am: 13. März 2012, 17:48:11 »

Vollzitate haben den Sinn, zu verhindern, daß das Original nachträglich verändert wird.....
Und woher soll ich eine Quelle für Unsinn finden?
Walnußlaub verrottet langsamer, sonst gar nix.
Selbst Blausäure, aus z.B. Apfelkernen, Zwetschkenkernen, Marillenkernen, udgl., verschwände im Kompost sehr schnell und trüge zur Stickstoffversorgung bei.
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Blaue Rose
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« Antworten #9 am: 13. März 2012, 18:27:04 »

Habe nochmal nachgesehen: nicht Blausäure, sondern Gerbsäure wäre das Problem.
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« Antworten #10 am: 13. März 2012, 19:22:23 »

Ist ein bisserl was anderes Grinsend
Nußlaub (und auch Eichenlaub) enthalten tatsäcghlich mehr Gerbsäuren, dadurch verrotten diese Laubsorten auch langsamer.
Allerdings, weder unter Nußbäumen noch unter Eichen liegen meterdicke sterile Laubschichten, da gibts genauso normalen Humus, vielleicht vorübergehend etwas saurer.
Kannst ja auf den Komposthaufen etwas Holzasche oder Mergel geben, die Gerbsäuren abzufangen.
Auch Nadelhumus ist eher saurer, Rhododendren, Himbeeren, und andere Liebhaber nicht-alkalischen Bodens freuen sich darüber.
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thuja thujon
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« Antworten #11 am: 13. März 2012, 19:48:17 »

Allerdings, weder unter Nußbäumen noch unter Eichen liegen meterdicke sterile Laubschichten, da gibts genauso normalen Humus, vielleicht vorübergehend etwas saurer.
Vielleicht, vielleicht auch nicht.
Wenn die Gerbstoffe das schnelle verrotten hindern, werden sie ihre denaturierende Wirkung auf die Eiweiße entfalten können. Es ist nun mal Gift, deswegen der langsame Aubbau von Rinde, Eichen- oder Walnusslaub.

Was die Gerbstoffe oft nicht sind, sind wirkliche Säuren. Deswegen spricht man auch lieber von Gerbstoffen und nicht von Gerbsäuren. Das evtl. versauern ist mMn. auch so ein Latrinengerücht, ich mein, Humus ist, vereinfacht gesagt, nix anderes als Huminsäure und Fulvosäure. Humus ist immer sauer, geht garnicht anders. Da ist Gerbstoff 3mal weniger sauer als die `Humus-´ und `Rottesäuren´.

Wenn Pflanzen wegen angeblich bodenversauernden Gerbstoffen nicht wachsen wollen, liegt es an der Giftwirkung der Gerbstoffe, nicht am pH-Wert. Wer es nicht glauben mag, kann ja gerne mal nachmessen.
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Günther
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« Antworten #12 am: 13. März 2012, 20:43:26 »

Gerbstoffe als "Gift" bzw. "giftig" zu bezeichnen, ist zumindest, höflich gesagt, stark übertrieben.
Ja, ein großer Teil der Gerbstoffe besteht auch aus Polyphenolen - die allerdings reagieren auch schwach sauer.
Und Humus besteht durchaus nicht nur aus den erwähnten Säuren, wobei Huminsäuren auch nicht arg sauer sind. Ich hab michmit dem Zeug genug herumärgern müssen...
Dafür IST Humus üblicherweise halt mehr oder minder sauer, gottseidank. Torf ist noch viel saurer.
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thuja thujon
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« Antworten #13 am: 14. März 2012, 06:44:38 »

Bei Gerbstoffen von `Gift´ zu sprechen, dass das stark übertrieben ist, damit kann ich leben. Mittlerweile ist im Volksmund wohl alles chemisch klingende `Gift´. Nach Paracelsus: es gibt kein Ding ohne Gift... Ich habe auch kein Problem mehr damit, bei Kochsalz von Gift zu reden.

Man kann sich ja mal den Spaß erlauben und in ein Walnussblatt beißen, das zieht den ganzen Mund zusammen. Ähnlich geht es den Bakterien. Die biologische Aktivität der Gerbstoffe ist wohl unbestritten.

Bezüglich Huminsäure, ich hatte auch Rottesäuren geschrieben, wie Essigsäure usw. Das `Säureangebot´ im Humus ist ja vielfältig, und wegätzen oder sofort Boden versauern habe ich beim Kompost ausbringen noch nicht beobachtet.

Die weitverbreitete Annahme, dass Kompost aus gerbstoffreichen Materialien den Boden versauert und deswegen nichts wächst, halt ich für komplett unhaltbar und im Ansatz schon falsch. Um mehr ging es mir nicht. Ich denke da sind wir 2 uns einig, oder?


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