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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Alte Apfelsorten 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Alte Apfelsorten  (Gelesen 17674 mal)
ninauwe
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ninauwe
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« Antworten #15 am: 19. Juni 2003, 15:03:55 »

@peterr

kennst Du auch Signe Tillisch? Wollte ich mir eigentlich zusammen mit Cox Orangenrenette bestellen.

Kann mir jemand den Geschmack der 2 beschreiben?

Viele Grüsse

Nina
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peterr
Gast
« Antworten #16 am: 19. Juni 2003, 15:57:40 »

Signe Tillisch kenn ich nur aus der Literatur:

...Dänemark 1866...noch heute wird der Geschmack gehobenen Ansprüchen gerecht...später Ertragsbeginn...sehr krankheitsanfällig v.a. Mehltau bzw. Schorf, je nach Standort)...Reife Ende September...8 Wochen lang geniessbar...grosse Frucht...wird auch von älteren, zähnegeplagten Menschen geschätzt...Fleisch cremegelb, saftig, weich, mildsäuerlich, sehr aromatisch...mittelstarker Wuchs...alternierend...nicht für höhere Lagen als 600 Meter...frosthart...

Cox`s Orangenrenette alias Cox Orange alias Russet Pippin u.a. habe ich vor 5 Jahren auf Wunsch meines Altvorderen gepflanzt. Tät ich nicht mehr. Nicht nur nicht, weil er ständig von Wühlmäusen umgenagt wird und nicht in die Gänge kommt. Er ist offenbar sehr sehr heikel: höchste Ansprüche an Standort und Boden...Holz soll stark frostgefährdet sein (kann ich in Zone 6 aber nicht bestätigen)...erhebliche Ansprüche an den Standort...Schosserneigung erfordert Sommerschnitt...vorzeitiger Blattfall...Ertrag lanfristig mittelmässig...anfällig für Krebs, Kragenfäule, Blutlaus, Holzparasiten, Feuerbrand, Gummiholz, Sternrissigkeit, Phytoplasmose Triebsucht (wer hat die nicht), Fruchtfäule Stippigkeit...mein Gott...du hast hoffentlich noch keinen bestellt?

Es gibt so tolle, auch alte Apfelsorten, da muss man sich keinen potentiellen Versager in den Garten holen. Aber natürlich kann jeder machen was er will....

Ich bin nicht der grosse Obstspezialist, aber so ein paar Dinge interessieren mich auf diesem Gebiet schon. So habe ich heuer folgende Sorten, in Zusammenarbeit mit einem werten Forumsmitglied, erfolgreich veredelt: Topaz auf Berlepsch, Maigold auf eine vermutete Ananasrenette,  Graue Herbstrenette, Wiltshire und Goro. Goro? Nie gehört? Ich bis dato auch nicht. Finde ich auch in meiner Literatur nicht. Wurde mir aber vom Freak sehr empfohlen. Kennt ihn jemand?..den Apfel...nicht den Freak?
Karmijn de Sonnaville ist mir wegen nahezu wurzelloser Unterlage vertrocknet, Zitrina wurde vom Geflügel abgerissen.
Bin immer an Reisertausch interessiert.

peterr
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ninauwe
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ninauwe
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« Antworten #17 am: 19. Juni 2003, 17:33:05 »

@ Peterr

Nein, habe ich noch nicht. Dann empfehle mir doch bitte 2 alte Sorten, die nicht allzu anfällig sind, ein herrliches Aroma haben und Herbstäpfel sind.
Ich wohne in der Nähe von Braunschweig, vielleicht gibt es ja was aus der Gegend  Huch .

Was sagt denn Deine Literatur zu
Katalonischer Spilling und
Lutzelsachser Frühzwetsche?

Die wollte ich nämlich auch bestellen.

Aber der gute Baumgartner antwortet sowieso nicht auf meine Mail. Traurig

Dann bleibt noch die Frage Hochstamm oder Halbstamm...... Unentschlossen


Viele Grüsse und Dank

Nina
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peterr
Gast
« Antworten #18 am: 20. Juni 2003, 12:48:15 »

Also  nochmal...nur weil ich eh noch nicht graben kann:

Katalonischer Spilling kennt meine Literatur nicht. Kommt mir spanisch vor.

Über Lützelsachser Frühzwetschge erfahre ich auch wenig. Wird wohl eine Frühzwetschge aus Lützelsachs sein. So, wie die Bühler Frühzwetschge aus...und die Wangenheimer....
Reifemonat August, starkwüchsig, Wuchsform nicht zu breit, nicht zu schlank, Bezüglich Fruchtmonilia, Blütenfrost oder Scharka liegen keine Bedenken vor. Aaaaber  die Lützelsachser Frühe ist nicht selbstfruchtbar. Das heisst, sie braucht einen Pollenpartner. Geeignete Spender sind z.B: Bühler Frühzwetschge, Belle de Paris, Czar, Fellenberg, Kirkes, Ontario (Die ist mir mal erfroren).

Apfelsorten zu empfehlen ist sehr problematisch, weil die Geschmäcker so verschieden sind.  Ich z.B: habe mir, wie gerade erwähnt, die graue Herbstrenette veredelt. Ein potthässlicher Apfel, so furchtbar, dass man gleich erschrickt und aus seiner Haut kann man Schuhsohlen fertigen! Kein mit EWG- Masstab messendes Schwein wird diesen Apfel kaufen. Aaaber seine Qualitäten als Kochapfel sind schwer zu überbieten.

Nun möchte ich trotzdem konkret helfen. Also geb ich mal wenigstens die Suchbegriffe "Herbst und Kankheitsresistenz" in mein Kopp ein und....Moment....Moment...da erscheint: Dülmener Rosen, Filippas, Adersleber Kalvill, Rote Sternrenette, Reglindis, Reka, Releika, Reanda, Rene, Resi, Rewena...und was fällt auf? Na? Ja! Genau 11 Sorten. Und was noch? Richtig! Viele mit "RE". Es handelt sich um Züchtungen des Instituts für ...Kulturpflanzenforschung in Pillnitz bei D"RE"sden. Hier werden neue Sorten gemacht mit einem ausgewogenen Verhältnis von Resistenz, Fruchtqualität und Ertrag. Einige habe ich verkostet. Mir haben sie sehr gut geschmeckt.
Nach alten, bewährten Lokalsorten zu fahnden, ist sicher kein Fehler.

Hochstamm oder Halbstamm? Wer Platz und Geduld  und eine stabile Leiter hat, ein Gespür für Ästhetik und Natur mitbringt, wer gedenkt auch im fortgeschrittenen Alter noch bewegliche Knochen und ausreichend Motivation zu haben...der sollte eigentlich einen Hochstamm pflanzen oder zwei...

Literatur:

Manfred Fischer. Farbatlas Obstsorten Ulmer
Walter Hartmann: Farbatlas Alte Obstsorten Ulmer

Üppiger.

Silbereisen, Götz, Hartmann: Obstsortenatlas Ulmer

Who the f... is Baumgartner?

peterr

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Sepp
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« Antworten #19 am: 20. Juni 2003, 13:08:44 »

die RE-Sorten sind sehr unterschiedlich in Sachen "Resistenz".
Reglindis wäre sehr zu empfehlen.
aber es wurden ja nach alten Sorten gefragt..

ich hab mir mal gute, nicht anfällige, alte Sorten herausgeschrieben. Was davon Herbsäpfel sind, müsste ich nachschauen, hab wenig Zeit:

Geflammter Kardinal
Kaiser Wilhelm
Jakob Lebel
Danziger Kant
Gewürzluiken
Roter Eiserapfel




Zitat
Who the f... is Baumgartner?

http://www.baumgartner-baumschulen.de/

müsstest du eigentlich kennen; ist ein Nieder(?)bayer, bei Landau irgendwo...
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peterr
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« Antworten #20 am: 20. Juni 2003, 13:30:24 »

Geflammter Kardinal und Roter Eiser, ja. Kaiser Wilhelm wird nach meinen Unterlagen bezüglich Feuerbrandgefahr als hoch eingestuft. Jakob Lebel und Danziger Kant stehen in der Feuerbrandliste sogar ganz oben. Die Liste stammt vom Landratsamt Rosenheim, also dem Zentrum des Feuerbrandes. Wills also glauben, weil ich die Leute vom dortigen Gartenbauamt, die diese Listen erstellen und deren Arbeit auch kenne.

peterr
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Baumfex
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« Antworten #21 am: 20. Juni 2003, 14:12:13 »

Ich kann für feuchten, nährstoffreichen Boden noch den Rheinischen Winterrambour empfehlen (groß, süß mit rauher Schale), gilt allerdings eher als Wirtschaftsapfel. Die robusten Äpfel können bis zu 400g schwer werden und pro Baum hängen in guten Jahren mal problemlos 500 kg!
Gewürzluiken sind sehr aromatisch zeigen in meiner Gegend teilweise starke Abbauerscheinungen - sprich hohe Krankheitsanfälligkeit (v.a. Krebs und Spitzendürre) - die würd ich bei ungünstigem Klima höchstens mit einveredeln.

LG
Baumfex
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Aliquid amplius invenies in silvis quam in libris.
Ligna et lapides docebunt te, quod a magistris audire non possis.
peterr
Gast
« Antworten #22 am: 20. Juni 2003, 15:03:42 »

Nicht alles Alte muss deshalb gut sein, weil es alt ist.
Das Neue sollte seine Chance haben. Zumal sich Klima und Geschmack gewandelt haben, neue Krankheiten hinzukamen...

Eigentlich könnte ich ganz gut auf meinen Geheimrat Dr.(!) Oldenburg von 1897 verzichten. Andererseits würde ich sooo gerne die alte Birne Mollebusch pflanzen, wenn der Feuerbrand nicht wäre.
Ich denke, man sollte sich informieren und Erfahrungen sammeln. Wer eine alte Sorte pflanzt, allein weil er glaubt, dadurch besonders ökologisch zu handeln und wer eine neue Sorte pflanzt, allein, weil sie in Baumschulen aus ökonomischen Gründen angepriesen wird....der verdient kein Mitleid.

peterr




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Sepp
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« Antworten #23 am: 20. Juni 2003, 16:12:28 »

peter,
war das jetzt auf mich bezogen?

Die von mir aufgeführten Sorten habe ich ausgesucht, weil sie in verschiedenen Quellen als anspruchslos und gesund beschrieben wurden.
Da gibt es anscheinen unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen.

Für eine der besten Sorten halte ich Reglindis: von allen RE-Sorten am unempfindlichsten und gut schmeckend dazu.
Das war die Empfehlung der Obstbauern, die ich kenne, für extensiven Anbau. Mit alten Sorten kennen die sich leider nicht so gut aus und da muss man der Literatur vertrauen... Unentschlossen
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« Antworten #24 am: 20. Juni 2003, 17:41:58 »

Eine - periphere und ketzerische - Frage: Wie stabil sind so Sorten eigentlich? Die werden ja über Veredelungen weiter fortgepflanzt, ich könnt mir vorstellen, daß da nach Jahrzehnten/Jahrhunderten sich die Eigenschaften verschiedener Linien in verschiedenen Gegenden auseinanderentwickelt haben. Wenn ich so an das Spiel "Stille Post" denke...
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peterr
Gast
« Antworten #25 am: 21. Juni 2003, 07:11:53 »

Nein, nein Sepp. Ich habe nur ganz allgemein vor mich hinphilosophiert.

Liebe Grüsse peterr
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peterr
Gast
« Antworten #26 am: 21. Juni 2003, 08:10:26 »

Ich bin kein Pomologe oder Botaniker. Vorlesen erlaubt?

Also: "Crandall (USA) hatte schon vor 1910 als Grundlage für die Züchtung schorfresistenter Apfelsorten die kleinfrüchtige Wildart Malus floribunda 821...mit der Tafelsorte "Morgenduft" gekreuzt und über eine nochmalige interne Sämlingskreuzung den relativ grossfrüchtigen Zuchtstamm Nr. 26829-2-2 ausgelesen, der in diesen Zuchtprogrammen NOCH HEUTE weltweit als Resistenzspender für Schorf eingesetzt wird."

Das klingt schon ziemlich stabil. Allerdings denke ich mal, dass der Begriff "stabil" an sich sehr instabil ist, weil der Feind ja nicht schläft. Will sagen, dass die Stabilität der von mir so geschätzten, an sich stabilen Birne Mollebusch, nur bis 1957 gilt, weil da der Feuerbranderreger zum ersten mal in Europa auftrat.

peterr
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« Antworten #27 am: 21. Juni 2003, 14:54:28 »

Die größere Krux werden wohl die Unterlagen sein.

WEnn du unterschiedliche Unterlagen hast, kommt oben oft auch was anderes raus. Und zwar sowohl in Größe wie auch Farbe oder auch GEschmack.
Auch deshalb wird bei den gewerblichen Obstgärtnern die Typunterlage verwendet.
Wenn ich sehe, was aus meinen selbstgezogenen Sämlingen der letzten 15 oder 20 Jahre alles wurde. Von Riesen bis zu Zwergen ist alles dabei. Empfindliche Mimosen bis zu wahren Überlebenskünstlern alles möglich.

Falls jemand noch Interesse an einer wohl lokalen Birnensorte hat soll er sich melden. Der einzige alte Baum steht im Garten meines Onkels. Mein Großvater kam 1920 hierher und meinte schon damals sei es ein alter Baum gewesen. Vor ca. 6 Jahren haben wir auf einen Sämling ein paar Reiser aufgepfropft, da könnte man jetzt wieder welche schneiden.
Reifezeit Anfang September. Nicht lagerfähig.
Die Sorte ist hervorragend zum Eindünsten (wir haben noch nichts besseres gefunden). Roh geht sie zum essen, ist aber nichts besonderes. Manchmal leicht steinig, was aber sehr von der Unterlage abhängt. Zum Mosten taugt sie zum Verschnitt mit sauren Äpfeln, teigt aber nach wenigen Tagen, so daß man sie nicht lange sammeln kann, sondern gleich pressen muß.
Der Schnaps ist auch gut, aber es muß schnell gebrannt werden Denn der Maische fehlt genauso wie dem Most, die konservierende Säure, so daß sie schnell umkippt.
Name vermutlich Weissenhorner. Habe die aber  noch nirgends gefunden in der Literatur. Auch wüßte ich keinen weiteren Baum.

mfg
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« Antworten #28 am: 21. Juni 2003, 15:56:16 »

Cox Orange würde ich - so lecker er ist,  für einen Privatgarten auch nicht empfehlen.
Im früheren Garten stand ein Bäumchen, war wohl ca. 20 Jahre alt, hatte mit Mühe einen Kronendurchmesser von drei Metern. Viele KrebsAmputationen mußten vorgenommen werden. Geblüht hat er  wunderbar. Aber es gab kein Jahr ohne starken Schorfbefall.

Aber zur Resistenz der Re-Sorten. Vor Mooooonaten hab ich im Net darüber gelesen, daß diese Resistenz wohl leider nicht von Dauer ist, da es reichlich Varianten von Schorf- und anderen Erregern gibt....

Und zu ihrer Entstehung ist Interessantes - inzwischen Historisches - zu wissen:
Die DDR hatte ja bekannterweise keine Devisen und konnte nicht im Dezember giftgrüne Chile- oder SüdafrikaÄpfel oder giftige  Schockiert SüdtirolÄpfel einführen. Genauso knapp waren Spritzmittel. So wurde mit recht großem Aufwand - genau wie in der Tschecheslovakai - gezüchtet. Und dabei sind wirklich gute Äpfel entstanden, die auch eine eindrucksvolle Lagerzeit haben. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, probiert mal im Frühjahr einen gut gelagerten Pinova  Lächelnd Diese Sorten tragen mit einer absolut zuverlässigen Regelmäßigkeit.
Tja - diese Institute in Pillnitz sollten nach der Wende "platt gemacht" werden, da zuviel Konkurrenz und zuwenig ChemieAbsatz befürchtet wurde. Zum Glück gab es auch andere Interessensverbände, die sich für den Erhalt - erfolgreich - stark gemacht haben.

Wühlmausgrüße
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YodaBerlin
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« Antworten #29 am: 06. August 2003, 11:36:36 »

Hallo
ich bin auf der Suche nach einer Baumschule oder einem Ableger für den Danziger Kantapfel. Kannst ihr mir eine Möglichkeit nennen?
Danke im Voraus
mit freundlichen Grüßen
Karsten
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