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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Säulenförmige Obstbäume? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Säulenförmige Obstbäume?  (Gelesen 9314 mal)
Molly
Gast
« am: 20. Januar 2003, 14:10:51 »

Hallo,

ich brauche bitte mal den Rat unserer erfahrenen 'Nutzgärtner' - ich will ja erst noch einer werden.

An der Ostwand des Hauses möchte ich zwei Bäum(chen) pflanzen, aus optischen und praktischen Gründen (Gewächshaus, Fenster etc.) sollten es schmale Bäume werden. Ich hatte schon mal an Eiben gedacht, weil ich die durch Schnitt gut in Form halten könnte. Dort soll aber auch das neue Gemüsebeet hin - und da fänd' ich Bäume mit was Eßbarem einfach passender. Eine Endhöhe von ca. 3m wär optimal. Etwas als Spalier an der Hauswand ziehen, geht wegen der Fenster nicht.

Mein Freund hätte gerne einen Pflaumenbaum, aber wenn ich meine Bücher richtig gelesen habe, kann man Pflaumen im Gegensatz zu Äpfeln nicht so schmal halten, weil der Fruchtansatz ein anderer ist und damit andere Schnittmaßnahmen erfordert.

Die schmalen Apfelbäume, die ich nur aus diesen Fies-Katalogen kenne,  finde ich ziemlich künstlich. Aber ich hab’ sowas auch noch nicht in natura und vielleicht ausgewachsen gesehen.

Habt ihr irgendeine Idee, was da möglich wäre? Wenn Pflaume nicht geht, kann es alles andere sein. Ich hab’ bei Obst keine besonderen Vorlieben. (Nee, stimmt nicht ganz. Mirabellen fänd’ ich toll – ist aber hier (6-7) wohl zu kalt dafür)

Molly
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Wühlmaus
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Wühlmaus
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« Antworten #1 am: 20. Januar 2003, 15:01:47 »

Hallo Molly,

müssen es unbedingt Äpfel sein? Gerade an einer Wand könnten sich in Deiner Lage auch Birnen recht wohl fühlen. Und z.b. auf QA (eine Quittenunterlage) bleiben sie recht klein und schmal.
Ist es reine Ostlage oder vielleicht sogar SüdOst? Das wäre dann noch besser.
Und bei den Spindelbüschen hast Du inzwischen auch eine schier unerschöpfliche Auswahl an Apfelsorten.

Bei den reinen Säulenäpfeln (Ballerinas) ist die Auswahl doch sehr eingeschränkt.

Wühlmaus
« Letzte Änderung: 20. Januar 2003, 15:03:08 von Wühlmaus » Gespeichert
Molly
Gast
« Antworten #2 am: 20. Januar 2003, 15:34:07 »

Wühlmaus,

es ist eher Südost. Die Sonne verschwindet erst am späten Mittag um die Ecke. Es kann ganz schön heiß werden bis dahin.

Birnen wären wunderbar. Zarte, saftige, gelbe z.B. Kennst Du eine gute Sorte?

Gibt es vielleicht auch eine Internet-Seite, auf der ich mir noch Infos holen könnte? Wie sieht denn überhaupt ein Spindelbusch aus?

Fragen über Fragen.

Molly

 
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peterr
Gast
« Antworten #3 am: 20. Januar 2003, 16:58:20 »

Hallo Molly,

Spindelbüsche werden zeitlebens auf 2 bis 3 Meter Höhe gehalten.

Vorteile: Man stürzt nicht so tief bei Baumpflege und Ernte, Ertrag je nach Sorte ab dem zweiten Jahr....bei Äpfeln bis 25 Kg,  geringer Platzbedarf, auch gute neue Obstsorten erhältlich.

Nachteile: Fehlende Aura eines Hochstammes, etwas pflegeaufwändig, brauchen lebenslänglich einen Pfahl, geringe Lebenserwartung von etwa 20 Jahren.

Ich habe für meinen Vater, um ihn von der Leiter zu locken, einige Spindelbüsche zwischen meine Hochstämme gesetzt. Birnen mussten wegen Feuerbrand sofort wieder beseitigt werden. Manche Apfelsorten tragen erstaunlich schnell und gut. Mit den Kirschen sind wir -die Wühlmäuse und ich- auch sehr zufrieden. Von Zwetschgen weiss ich nichts.

Spalier kann man gut um die Fenster herum erziehen. Kann sehr schön aussehen.

Zone 6 ist für die meisten Mirabellen kein Problem, wenn man akzeptiert, dass Spätfröste mitunter eine Jahrhunderternte verhindern. Bei mir gibts Pfirsich und Aprikose an einer Südmauer.

Was hältst du von Quitte, Zierapfel, Wein, Sorbus...?

peterr

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Molly
Gast
« Antworten #4 am: 20. Januar 2003, 17:40:50 »

Hallo Peter,

Zierapfel und Wein hab' ich schon, Sorbus soll an eine andere Stelle. Ich mag das, wenn ich mich durch die Botanik mampfen kann. Wenn man als Kind immer Zeug ernten mußte, das man nicht mochte (Sauerkirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren), von allem, was sofort eßbar war, aber ferngehalten wurde (Erdbeeren, junge Erbsen, Süßkirschen, Brombeeren etc.) dann hat das mit dem sofort-essen-können einen magischen Reiz. Die Bäume müssen darum auch nicht riesige Mengen tragen, aber was Feines. Am Baum gereift auf den Punkt, dann ab in den Mund. Grinsend Grinsend

Mit Spindelbüschen sollt' ich mich vielleicht doch mal befassen. Obwohl Du natürlich Recht hast, ein Baum ist ein Baum. Und ich hab' da nur Platz für Mickerchen.

Spalierobst find' ich wunderschön. Aber wegen der Lage und Größe der Fenster müßte das meiste oberhalb der Fenster wachsen. Da könnt' ich ja nicht mal ein Pfläumchen oder so ohne Leiter ernten. Wobei mir gerade einfällt, daß ich noch ein anderes Stück Süd-Ostwand ohne Fenster habe, hoch und kahl. Noch weniger Platz in der Tiefe, weil dort die Stufen zum 'Loch' runterführen, aber eigentlich ideal, um Spalierobst in den schönsten Mustern wachsen zu lassen. Ich konnte mich bisher nicht zwischen goldenem Hopfen und Clematis rhederiana entscheiden, darum ist die Wand noch kahl. Aber jetzt nicht mehr lange! Lächelnd Vielen Dank! Ein Problem gelöst, daß ich noch garnicht erkannt hatte!!

Also, bleiben die beiden Bäumchen. Ich such' mir jetzt mal Bilder von Spindelbüschen. Die könnte man doch vielleicht auch ein bißchen aufasten, damit sie mehr wie Bäume aussehen, oder?

Molly
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Wühlmaus
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Wühlmaus
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« Antworten #5 am: 20. Januar 2003, 19:26:20 »

Hallo Molly,

wenn Dir Andreas nicht weiterhelfen kann  Zwinkernd, dann schau mal bei Johannes  http://www.baumschule-boysen.de/ vorbei. Der hat ein wunderbares Obstangebot!

Bei mir wächst als "ZwergBirne" Williams Christ, Alexander Lucas und Conference. Allerdings stehen sie nicht sooo ideal und daher ist der Ertrag nicht sehr berauschend Traurig Aber mir gefallen diese Bäume!

Zu den Äpfeln: Die Spindelbüsche - hier werden sie Pillarbäume genannt, werden vom Prinzip her ganz anders geschnitten, als ein Halb- oder Hochstamm. Aber genau dadurch würden sie nach meinem Empfinden besser zu Deinem Standort passen. Aber ist Geschmackssache....

Und einen generellen Vorteil haben diese kleinen Bäume: Der Ertrag bleibt immer überschaubar  und so kann man die Sortenvielfallt besser pflegen Schockiert

Wühlmaus
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Hilmar
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« Antworten #6 am: 20. Januar 2003, 21:06:16 »

Hallo Molly,

die säulenförmigen Obstbäumne gibt es nicht nur in den Fies-Katalogen, auch in den Baumschulen kann man sie haben. Als ich noch ein gut- und leichtgläubiger Gärtner war, habe ich mir solche Kirschbäume in einem dieser Fies-Kataloge bestellt (Abbildung mit 2 Zentnern Kirschen an 1,5 m hohem Baum). Die haben sogar im zweiten Jahr geblüht (kapitale zwei Blüten) und weil ich mich darüber derart gefreut habe, sind gleich danach abgestorben.
Das soll dich aber nicht abhalten, mal in den Baumschulen nachzusehen bzw. nachzufragen. Die Qualität der dortigen Pflanzen war allemal besser wie der meinigen Bäume. Ich habe auch schon Bäume gesehen, gerade Birnen, welche als Spindelbäume schon eine Höhe von 3 m hatten, dicht beastet und belaubt bis knapp über dem Boden mit ausreichenden Erträgen. Es gibt also anschaffungswerte Spindelobstbäume. Die Seitenäste wollen aber länger werden und erfordern einen regelmäßigen Rückschnitt (bis 2 x im Jahr).

Gruß Hilmar
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Elro
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« Antworten #7 am: 21. Januar 2003, 02:39:23 »

Hallo Molly,

wir haben vier Spindelbäumchen.
Ein Apfelbaum bringt jedes Jahr reiche Ernte.
Mein Baum ist ca 2,2m groß und höchstens 1,5m breit und hat drei volle 10 Liter Eimer gefüllt, alles ungespritzt. Es war eine Pi-Sorte, den genauen Namen weis ich leider nicht mehr.
Das andere "Bäumchen" ist ein wenig zu groß geraten, kann aber an der Sorte liegen, es ist eine Nashi. Ist 3m hoch und 2,20 breit. Ich finde daß die auch ganz toll sind , man muß aber genau den richtigen Erntezeitpunkt erwischen sonst werden die Früchte braun.
Die anderen Zwei sind Granny Smith (hab ich mal vom Obst- und Gartenbauverein geschenkt bekommen), absolut ungeeignet, die werde ich dieses Jahr umveredeln.
Also ich werde so nach und nach auf Spindel umrüsten.
So habe ich mehr Sorten und muß nicht auf die Leiter.

Liebe Grüße Elke
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peterr
Gast
« Antworten #8 am: 21. Januar 2003, 08:42:38 »

Spindelbüsche aufasten? Machbar ist alles. Aber man stelle sich einen 2 Meter hohen, AUFGEASTETEN Apfelbaum vor! Molly, so geht das nicht!

BTW es ist schon klar, dass Spindelbüsche mit den bunten Ballerinabäumchen nichts zu tun haben? Letztere sind diese Obststecken, ganz ohne Seitenäste. Das sieht, mit Verlaub, sehr bedenklich aus. Zur Erntezeit halte ich so etwas für einen XXXL Früchtespiess von einem Oktoberfestsüsswarenstanderl. Man sägt das Ballerinabäumchen ab, taucht es in heisse Schokolade....
Spindelbüsche hingegen sind ernst zu nehmen. Wengleich ich persönlich mit deren Ästhetik gewisse Schwierigkeiten habe.
Das Wühlmaus´sche Argument der Sortenvielfalt auf begrenztem Raum ist ein wichtiges.
Der Schnitt ist nicht schwierig, aber man muss ihn präzise, regelmässig und nach den richtigen Regeln handhaben, wenn man ein gutes Ergebnis erreichen möchte. Aber so weit sind wir ja noch nicht.

peterr
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Molly
Gast
« Antworten #9 am: 21. Januar 2003, 16:17:38 »

Hallo,

erstmal lieben Dank für eure Tips!

Peter, jaaa, ist ja gut....! Ich dachte an sowas Großbonsai-mäßiges... War wohl nix  Grinsend Grinsend

Also, Ballerinas scheiden definitiv aus. Sehen ja aus wie Kastraten!

Ich denke, Spindelbäume (=Spindelbüsche, nehm' ich mal an) sind wohl das Geeignete. (Und meine Sehnsucht hängt weiter an einem riesigen Apfelbaum...) Vor den nötigen Schnittmaßnahmen hab' ich keine Angst.

Ich hab' mal etwas rumgegoogelt und noch ein paar interessante Sachen gefunden. Erstmal ein Obst-Forum im  alten planten.de-Forum. Schon damals trat Wühlmaus als Expertin auf  Lächelnd. Danke! Die ganzen Sachen zum Thema Birnengitterrost sind ja eher entmutigend. Muß ich mal meine Bücher wälzen.

Dann hier http://www.fh-weihenstephan.de/va/infos/merkblaetter/ob/unterlagen.html den Hinweis, daß es eine schwachwüchsige Unterlage für Pflaumen gibt, WEITO-Typ 226.

Aber was bitte ist ‚scharka-empfindlich’?

Dann hab’ ich noch den http://www.bergischer-naturschutzverein.de gefunden. Unter ‚Streuobstwiesen’ gibt’s noch ein paar Hinweise auf alte Obstsorten. Ich hatte schon mal gelesen, daß das Anlegen solcher Wiesen stark förderungswürdig ist. ... obwohl das ja jetzt bei mir nicht so zutrifft ...  Grinsend Aber schön isses hier, oder??

Und hier http://www.bund-nrw.de/obstsortenlisten.htm noch ein paar interessante Sachen, die nicht nur das Bergische Land betreffen. Sogar die ‚Mirabelle von Nancy’ wird hier traditionell angebaut – wer hätte das gedacht?

Allerdings, weiß ich jetzt nicht, ob ich mit meinen zwei Bäumelchen unbedingt etwas zur Erhaltung der Landschaft beitragen muß Huch.

Aber ’ne Baumschule, die auf WEITO-Typ 226 veredelt und evtl. auch versendet, hab’ ich noch nicht gefunden.

Molly
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peterr
Gast
« Antworten #10 am: 21. Januar 2003, 17:41:55 »

Der Scharka- Virus ist für die Scharka- oder Pockenkrankheit der Zwetschge verantwortlich. Sie ist die gefährlichste Virose beim Steinobst. Übertragung während des Pfropfens und durch Blattläuse. In meiner div. Literatur wird bei Befall ausschliesslich zur Rodung aufgerufen. Hauptmerkmal: das Fruchtfleisch kranker Früchte ist schwarz-braun verfärbt, von Gummi durchsetzt und ungeniessbar. Vom Gartenbauamt Rosenheim werden als scharkaresistent folgende Sorten empfohlen:

Lützelsachser Frühe
Schönberger
The Czar (allerdings sehr hohe Moniliaanfälligkeit)
Katinka
Opal
Valor

Ein gutes Büchlein zu krankem Obst:
Die wichtigsten Obstkrankheiten von Georg Vukovits, Leopold Stockerverlag

peterr
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Molly
Gast
« Antworten #11 am: 22. Januar 2003, 16:01:26 »

Vielen Dank Peter!

Mit euren Vorschlägen fahr' ich jetzt mal in die beste Baumschule hier, mal sehen, was sie so haben.

Liebe Grüße,
Molly
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