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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Baumschutz-Forum (Moderator: Hilmar)  |  Thema: Kappen von Tannen sinnvoll? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Kappen von Tannen sinnvoll?  (Gelesen 71832 mal)
Mikki
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« am: 24. Mai 2007, 15:50:40 »

Hallo,

habe ca. 30-40 Fichten u. Tannen als Sichtschutz vor meinem Garten. Die Tannen sind
schon mind. 20 Jahre alt u. 15-20 meter hoch. Da die ersten Anzeichen auftauchen das
sie sich langsam verabschieden, wurde uns von einem Forstwirt geraten die Bäume an
den Kronen zu kappen da sie dann noch einige Jahre halten würden da dadurch die
Bäume nicht noch stärker durch die Wurzeln versorgt werden müssen u. so noch erhalten
blieben. Mal abgesehen das es ja nicht so toll aussieht, ich mich aufgrund der Erhaltung
jedoch dafür entscheiden würde wenn denn diese Aussage stimmt. Gibt es da irgendwo
Erfahrungne die mir jemand schildern könnte ?
« Letzte Änderung: 24. November 2015, 08:52:31 von flor » Gespeichert
Tolmiea
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Liebe ich dieses Forum???


« Antworten #1 am: 24. Mai 2007, 17:18:49 »

Es gibt etliche Fachleute, die sich gegen die Kappung von Nadelbäumen aussprechen, soweit ich mich erinnern kann, u.a. auch Andreas, unser Forenbetreiber, sicher mit guten Gründen.

Wir haben trotzdem vor einigen Jahren mehrere hohe Fichten gekappt. Natürlich sehen sie wenn die Spitze fehlt nicht mehr bilderbuchartig aus, insbesondere in den ersten Jahren. Aber die Alternative wäre Fällen und damit der Verlust der Beschattung unseren alten Daches samt Sichtschutz auf Jahrzehnte gewesen. Für uns war es eindeutig die bessere Lösung.
Je nach Lichtexposition bauen sich z.Z. gerade mehre Spitzen resp. eine neue Leitspitze aus.
Gegenüber blicke ich auf durch einen Sturm gekappte Fichte mit zwei Spitzen, also "natürlich" ist das Kappen somit allemal..... Zwinkernd

liegrü g.g.g.
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Baumpfleger
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Baum für Baum


« Antworten #2 am: 24. Mai 2007, 19:42:34 »

Hallo ihr beiden,
Kappungen sind in der Baumpflege keine Pflegerische Massnahme, da der Baum nicht sicherer wird durch den Verlust der Krone. Die Triebe, die jetzt versuchen den neuen Gipfel zu bilden stehen in Konkurrenz zueinander und werden sich in paar Jahren durch das Dickenwachstum gegenseitig verdrängen. Kronenteilausbrüche könnten die Folge sein. Ebenso sind die Astanbindungen am Stamm teils nicht der Last gewachsen, die sich im Laufe der Zeit bildet- es werden also weitere Schnittmassnahmen die jedesmal Geld kosten folgen müssen.
Diese Folgekosten können jetzt evtl schon in größere Nachpflanzungen investiert werden und der Garten erstrahlt früher in neuem Glanz :-)
Gruß KLaus
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jepe
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Zone 6, 360 M ü.NN


« Antworten #3 am: 24. Mai 2007, 21:53:14 »

Hallo Mikki,

die Aussage deines Forstwirtes ist total unlogisch.
Wie schon gesagt wurde entwickeln sich mehrere neue konkurrierende Leittriebe, der Baum wird damit noch kopflastiger und statisch ins Ungleichgewicht gebracht.
Hier bei mir im Ort wurden vor Jahren zahlreiche zu gross gewordenen Fichten in Hausgärten an der Spitze gekappt.
Irgendjemand hat dabei einiges Geld verdient.
Mittlerweile steht von denen keine einzige mehr - 1. sah es abscheulich aus und 2. hat es nichts gebracht.
Also doppelt gezahlt ...
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Mikki
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« Antworten #4 am: 25. Mai 2007, 13:48:18 »

Also ich danke schonmal für die vielen netten Antworten. Wie ich daraus erlese bringt
es der Erhaltung der tannen dann wohl nichts. Dann lasse ich sie wohl besser weiter
in die Höhe treiben und fange an sie nach u. nach zu fällen wenn die ersten absterben.
Bisher wurde mir auch noch von niemandem bestätigt das durch die Kappung eine Lebens-
verlängerung der Bäume erreicht wird.
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Gustl
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Kanton Zürich und gelegentlich Vorarlberg


« Antworten #5 am: 27. Mai 2007, 22:38:04 »

Hallo Mikki,
Hallo,
habe ca. 30-40 Fichten u. Tannen als Sichtschutz vor meinem Garten. Die Tannen sind
schon mind. 20 Jahre alt u. 15-20 meter hoch. Da die ersten Anzeichen auftauchen das
sie sich langsam verabschieden, wurde uns ...


Warum sollen die sich verabschieden?
20 Jahre sind für Fichten noch ein jugendliches Alter. Bilden die Deinen schon Zapfen aus?


Zitat:
Nach einem Alter von 40 bis 60 Jahren blüht der Baum das erste Mal. In Abständen von 4 bis 7 Jahren blüht die Fichte dann regelmäßig. Die männlichen Blüten sind kugelig und etwa 1 cm groß. Sie sind erst karminrot und werden dann gelb. Die weiblichen Blüten sind leuchtend purpurrot und zapfenförmig aufrecht stehend. Im Jahr darauf werden sie reif und braun. Die 10 bis 16 Zentimeter langen Fichtenzapfen sind im August ausgewachsen und im Oktober reif.

hier nachzulesen

Ich habe bei meinem Haus der Grenze entlang eine Reihe etwa 20 - 30 jähriger Fichten stehen. Nach und nach wurden einzelne aus der Reihe herausgesägt, damit die übrigen besser wachsen konnten. Einige wurden aus Sichtgründen etwas gekappt, dabei aber gleichzeitig zwei Äste  hochgebogen (mit einer Schnur verbunden) um so neue neue Wipfel zu bilden. Nach etwa ein bis zwei Jahren wurde der schwächere der beiden dann entfernt. Die Fichten stehen zum Teil auf tiefgründigem Lehmboden. Die grösste Fichte wächst uns demnächst mit ihren Ästen ins Schlafzimmer herein. Die letzten in der Reihe haben nur etwa zwei Spaten tiefen Boden, darunter ist Nagelfluh-Felsen. 
Sie sind im Vergleich zu den grossen Schwestern fast so etwas wie Bonsai in ihrem Wuchs.
L.G.
gustl
« Letzte Änderung: 27. Mai 2007, 22:40:31 von Gustl » Gespeichert

Susanne: Wenn ich morgens die Amseln singen höre, frage ich mich, was denn Franz von Assisi ihnen zu predigen hatte. Die Vögel predigen doch uns!
Ich: Vielleicht war es genau das, was er ihnen predigte.
Mikki
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« Antworten #6 am: 29. Mai 2007, 14:11:39 »

Und ob die Tannen Zapfen ausbilden. Die ganzen Kronen hängen voll. Das sie eingehen
sieht man daran das sie immer brauner werden u. dieses Jahr auch mit Läusen befalllen
waren. Ich denke sie haben keinen ausreichenden Platz mehr was die Wurzeln betrifft.
Wegen der Höhe behindern die Tannen niemanden.Es stellt sich mir halt nur die Frage
ob die Bäume länger leben wenn man sie kappt. Das konnte mir noch keiner so recht
beantworten.
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Baumpfleger
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Baum für Baum


« Antworten #7 am: 30. Mai 2007, 18:11:14 »

Hallo Mikki,
durch die Kappung würdest du dem Baum richtigen Schaden zufügen- bisher hat keiner dein Vorhaben gutheissen können...
Aus Biologischer Sicht öffnest du für Fäulen Tür und Tor. Ebenso werden die Leitungsbahnen durchtrennt und der Sog wird unterbrochen, was zur Foolge haben kann, dass auch Triebe unterhalb der Kappungsstelle vertrocknen. Lufteintritt in Leitungsbahnen bedeutet auch hier eine Art Embolie- dir tut Luft in der Blutbahn auch nicht gut :-)
Lieber konsequent handeln- spart Geld und sieht allemal besser aus als die Adlerhorste im Garten!
Kappungen sind keine Baumpflegerischen Massnahmen- jeder Baumpfleger wird dir aus fachlicher Sicht abraten oder den Auftrag nicht annehmen (Berufsehre) ein 'Hausmeisterservice' wird den Rubel rollen sehen und dem sind deine Bäume sch... egal.
Gruß Klaus
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Simone45
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Simone45
mich knutscht kein Elch


« Antworten #8 am: 18. Juni 2007, 11:19:23 »

Hallo,
wir mußten auf Drängen des Nachbars unsere serb. Fichten innerhalb von 30 Jahren 3 x kappen und hinten zurückschneiden, da sie ein Wenig über die Grundstückgrenze wuchsen. Allerdings standen unsere Fichten schon längst da, bevor er das Grundstück gekauft hat und der Vorbesitzer wollte diese Reihe Fichten als Abgrenzung. Nun ja, zuerst mochte ich nicht hinschauen, wie schrecklich die Fichten ausgesehen haben, aber innerhalb kurzer Zeit hatten sie wieder eine Spitze und sahen topp aus! So gesehen ist das Kappen m.E. schon sinnvoll, wenn du ein Wenig Geduld hast, bis wieder eine Spitze da ist.
Leider mußten wir in diesem Frühjahr bis auf eine alles umsägen - Borkenkäfer.
Aber aus der Not mache ich eine Tugend und deshalb vielleicht als Tipp hier: beim Fällen wurden jeweils ca. 30 cm Stamm stehen gelassen, warum auch immer. Ich mache daraus eine Blumenbank: Bohlen dazwischen genagelt und schon habe ich einen Primaplatz für Kübelpflanzen  Grinsend
VLG / Simone
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Wenn einem Pessimisten ein Stein vom Herzen fällt, dann bestimmt auf den Fuß.
Man kann sich immer ärgern, verpflichtet ist man dazu nicht.
Mikki
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« Antworten #9 am: 19. Juli 2007, 13:33:01 »

Habe soviele nette Antworten bekommen bzgl. der Tannenkappung das ich jetzt
noch eine Frage habe:

Kann man Tannen ohne weiteres an den Seiten etwas schneiden (wie z.B. eine Hecke),
da mache Bäume furchtbar breit geworden sind u. auf die Straße reichen. Oder gehen
sie dann auch kaputt bzw. wachen Triebe evtl. nach ?

Viel. weiß hierauf auch jemand eine Antwort?
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jepe
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Zone 6, 360 M ü.NN


« Antworten #10 am: 19. Juli 2007, 14:22:33 »

Hallo mikki,

ehrlich gesagt: ich würde sie einfach roden.

Bevor sie noch grösser werden und noch breiter und noch mehr Arbeit machen und den Boden noch mehr kaputt machen und noch schwerer zu fällen sind.
Tannen im Hausgarten sind einfach keine gute Idee ...

P.S.: Tannen kann man gar nicht schneiden.
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Amur
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« Antworten #11 am: 19. Juli 2007, 14:59:41 »

Gar nicht schneiden stimmt so nicht. Hecken kann man schon machen. Ob sie einem Gefallen ist eine andere Frage.
Nur solche jahrelang frei gewachsene Bäume lassen sich normalerweise nicht zu einer Hecke umfunktionieren.
Und wenn die Bäume schon jetzt
1. Braun werden, deuted das ja auf Probleme hin
2. zu Breit sind und die Bäume dem Alter nach gerade in den stärksten Zuwachs kommen

würde ich auch unten einen finalen Schnitt machen. Du wirst sonst immer wieder Ärger und ewig Arbeit mit den Bäumen haben und sie dabei nur immer mehr verhunzen, optisch wie auch von der Gesundheit der Pflanze her.

Rausnehmen und dann was Pflanzen das in der gewünschten Größe bleibt.
Tannen (wohl eher Fichten oder?) sind ja nicht gerade die Seltenheit und Schönheit.

mfg
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Simone45
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Simone45
mich knutscht kein Elch


« Antworten #12 am: 19. Juli 2007, 17:54:08 »

Mikki,
ich schneide mein Nadelholz auch, sozusagen gezwungermaßen, zurück. Denn hinten wachsen Äste und Zweige über Nachbar's Grenze, was er nicht will und vorne über den Bürgersteig, was die Fußgänger nicht wollen und Recht haben sie. Im Dunklen ist das einfach zu gefährlich. Vorne ist allerdings ein Hängezeder und dem macht es nichts aus.
Bei der großen Serb. Fichte hinten stelle ich bis jetzt auch keine "Proteste" fest.
Viel Glück!
VLG / Simone
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Man kann sich immer ärgern, verpflichtet ist man dazu nicht.
Baumpfleger
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Baum für Baum


« Antworten #13 am: 23. Juli 2007, 20:45:35 »

Nur mal so als kleine Anfrage an dieses Posting
=> weshalb muss ich mir noch verschiedene Meinungen einholen, wenn mein Vorhaben schon beschlossene Sache ist?!?
Nur gut, dass Bäume nicht schreien können- im Wald schneidet auch keiner die Gipfel runter, damit der Baum älter wird-ich glaub ich steh im Wald wenn ich sowas lesen muss! Also wirklich traurig. Wenn die planerischen Fähigkeiten fehlgeschlagen sind muss der gute alte Baum halt irgendwie in unsere Schablone gedrängt werden...
Macht weiter so- ihr seid auf dem richtigen Weg Huch
Gruß Klaus
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Simone45
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Simone45
mich knutscht kein Elch


« Antworten #14 am: 25. Juli 2007, 20:05:23 »

Hallo Raumpfleger!
Du haust den Nagel auf'm Kopp: im Wald - ohne Straße, ohne Grenzvorschriften.
Hier geht es aber um einen Garten Grinsend . Wie schnell ändern sich innerhalb 20 Jahre die Verhältnisse und/oder Vorschriften - leider. Heute hui, morgen hott. Außerdem hat Mikki geschrieben, dass seine Tannen "sich langsam verabschieden". Wäre sein Garten ein Wald, dann hätte seine Tannen sich schon längst verabschiedet - durch die  Motorsägen der Forstverwaltung.
VLG / Simone
« Letzte Änderung: 25. Juli 2007, 20:12:01 von Simone45 » Gespeichert

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