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Autor Thema: Wärme festhalten  (Gelesen 4604 mal)
Ismene
****
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Ismene
NL Klimazone 7- 8


« am: 17. Oktober 2002, 11:18:06 »

Hallo! Das wollte ich schon immer mal wissen:
wie wird Wärme am Boden festgehalten?

Angenommen ich pflanze Lavendel an sonnigem Platz, aber die Temperatur ist ansonsten nicht so hoch:
wieviel Grad kann man noch herausschinden und womit?
Bzw. Wärme festhalten in der Nacht.
Ich dachte an Lavagestein oder anderes dunkles Gestein.

Bekannt ist ja Stroh für Gurken und diese windgeschützten Mulden (Lanzarote-Krater).

Aber ansonsten habe ich noch nicht so viel zur Wärmespeicherung gehört.

Gruß Ismene  
Gespeichert
Basilaris
Gast
« Antworten #1 am: 17. Oktober 2002, 11:48:52 »

Hallo
Also wieviel Grad (in Zahlen) du mit gewissen Massnahmen herausholen kannst, kann ich dir nicht beantworten, denn da spielen so viele Faktoren mit, das sowas unmöglich wird.
Aber um das Mikroklima "anzuheizen" kann ich dir folgende Möglichkeiten aufzählen:

1. Windschutz: ein dem Wind ausgesetzter Standort ist deutlich kälter als ein windgeschützter, da der Wind die von der Umgebung abstrahlende Wärme wegzieht. Ausnahme: In windstillen, klaren Nächten ist die Abkühlung grösser als in nicht windstillen.
2. Muldenlage: in einer kleinen Senke/Mulde ist die Durchschnittstemperatur höher als auf einem Hügel, da das Volumen der umgebenden Luft im Verhältnis zur Oberfläche kleiner ist, und damit die Abstrahlung grösser. Zudem ist eine Mulde windgeschützter.
3. Hanglage: ein nach Süden oder Westen geneigter Hang ist durch den Eintrittswinkel der Strahlung wärmer als eine Ebene Fläche.
4. Hausmauer: ein Platz an einer Hausmauer ist viel wärmer als ein offener, freier Standort. Wärmeabstrahlung aus dem Haus, wie auch von der Sonne, und der Windschutz heben die Temperatur merklich an.
5. Steine: grosse Steine, möglichst dunkle, geben die tagsüber aufgenommene Wärme nachts langsam wieder ab.
6. Bäume/Sträucher: Einzelbäume/-sträucher werfen zwar eine zeitlang Schatten, wirken aber als natürliches "Dach" und sind temperaturausgleichend, vor allem bei Frostnächten.
7. Hecke: der gleiche Effekt wie eine Mauer kann auch eine dichte Hecke bewirken. Sie hält Wind ab und staut dadurch abfliessende Wärme zurück.

Liebe Grüsse
Basilaris
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ernst
Gast
« Antworten #2 am: 17. Oktober 2002, 12:15:09 »

eine wirksame, jedoch optisch nicht optimale möglichkeit, zumindest für den gemüsegarten brauchbar: schwarze folienschläuche mit ca. 10cm durchmesser mit wasser gefüllt.
grüße ernst!
Gespeichert
Molly
Gast
« Antworten #3 am: 18. Oktober 2002, 10:20:25 »

Basilaris,

ist die Muldenlage wirklich ein Schutz? Es heißt doch auch, kalte Luft sei schwerer als warme und sammle sich daher in Mulden.

Das ist etwas, was ich nie verstanden habe.

Molly
Gespeichert
Basilaris
Gast
« Antworten #4 am: 18. Oktober 2002, 11:37:15 »

Hallo Molly

Eine Muldenlage (grossflächig!) im Sinne einer Senke in der Landschaft, bzw. einer Tallage in hügeligem Gelände ist in der Tat bei klaren Nächten frostgefährdeter als eine Hanglage, da kalte (schwerere) Luft nach unten fliesst. Ausserdem ist eine Muldenlage windgeschützter, was die Frostgefahr noch verstärkt. Bei Sonnenschein bewirkt eine Muldenlage das Gegenteil. Sie wird mehr erwärmt als zB. eine Ebene. Das Klima wird dadurch "kontinentaler".
Ein Mulde als kleinflächige Vertiefung im Garten von 1/2 - 1 m2 oder noch kleiner ist nicht mehr frostgefährdeter als die Umgebung. Dafür ist die Vertiefung schlicht zu klein. Aber sie bewirkt, das der Boden weniger schnell auskühlt (Erdwärme), windgeschützter ist und auch die Strahlung der Sonne besser aufnimmt.
Ich hoffe, dass dir diese Erklärung weitergeholfen hat.

Liebe Grüsse
Basilaris
Gespeichert
Molly
Gast
« Antworten #5 am: 18. Oktober 2002, 12:14:30 »

Aha! Vielen Dank!

Ich kenne niemand, der davon Ahnung hat, darf ich nochmal...?

Du sagst, kalte Luft fließt in Tallagen nach unten. Mein Büro liegt nur 11 km von zu Hause weg, aber 124 m tiefer, quasi auf der Talsohle. Tatsächlich ist hier unten immer erheblich weniger Wind als „auf dem Berg“, aber es ist hier unten auch immer (zumindest morgens und abends) 1-3° wärmer, egal zu welcher Jahreszeit. Wo bleibt denn die kalte Luft, die sich doch eigentlich hier sammeln müßte? Bleibt sie vielleicht in den Bäumen der Talseiten hängen? Bitte nicht lachen!

Molly

Entschuldigung, Ismene - ist ein bißchen OT
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Ismene
****
Offline Offline

Ismene
NL Klimazone 7- 8


« Antworten #6 am: 18. Oktober 2002, 15:28:26 »

Hallo allemal!
@ Ein futuristischer Gemüsegarten hat auch seine Reize, ich hatte mir mal überlegt Schiefernplatten zwischen Pflanzen zu legen.  
@Basilaris: Danke für ausführliche  Lächelnd Antwort, besonders Temperaturausgleich von Baum und Strauch hat mich gefreut. Evcharisto poli! Hätte ich beinah gesagt, weil Deine Name griechisch scheint. Aber vielleicht hats ja was mit Basilea zu tun....
@ Molly OT ist okay, hab ja schließlich auch was von.  
Über Mikroklimate möchte ich viel mehr wissen.

Aufmunternde Grüße
Ismene
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Molly
Gast
« Antworten #7 am: 18. Oktober 2002, 15:52:45 »

Ismene,

Schieferplatten ist gut! Die benutzt man auch im Weinbau, um mehr Wärme zu speichern (oder einzufangen?). Ich hab' Bilder von sehr modernen Gärten gesehen, da wurde statt Kies Schiefer benutzt. Waren ziemlich kleine, abgerundete Platten. Die üblichen Schieferplatten sind ein bißchen groß, und Schieferbruch hat ziemlich scharfe Kanten. Es sieht stark aus!

Molly

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Gussi
Gast
« Antworten #8 am: 18. Oktober 2002, 16:44:14 »

ideal sind Hochbeete für den " Wärmehaushalt " der Pflanzen. Statt einer Ernte erzielt man oftmals zwei oder sogar drei Ernten. Bin gerade dabei ein Kräuterhochbeet zu montieren.
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Basilaris
Gast
« Antworten #9 am: 21. Oktober 2002, 10:44:39 »

Hallo zusammen

@Molly:  Wahrscheinlich hat das Tal ein zu starkes Gefälle, sodass die kühle Luft weiter nach unten fliesst und sich dort ansammelt. Mikroklimatisch gesehen ist eine Hanglage etwas oberhalb der Talsohle wärmer als die Tahlsohle selbst, sofern die Exposition von Südost über Süd bis West reicht. Nord- bis ostseitig ist's im Tal bestimmt wärmer als am entsprechenden Hang.

@Ismene: Der Name "Basilaris" stammt von einer Kakteen-Art, der Opuntia basilaris (basilaris=sich von der Basis verzweigend), welche ich selbst ausgesäät habe und nun ein Plätzchen in meinem Freilandsukkulenten-Beet gefunden hat. Ich bin leidenschaftlicher Sammler von winterharten Kakteen und anderen winterharten, sukkulenten Pflanzen.

Gruss
Basilaris
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Molly
Gast
« Antworten #10 am: 21. Oktober 2002, 13:01:55 »

Basilaris,

das muß ich mir jetzt erstmal ausgedruckt und mit Landkarte in Ruhe ansehen, bevor ich das verstehe. Ich meld' mich wieder.

Molly
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Günther d.G.
Gast
« Antworten #11 am: 13. November 2002, 00:10:05 »

Wenn Du Stahlstangen gut 3 m in den Boden rammst, holst Du Dir die Erdwärme herauf.

Sinnvoller und einfacher ist aber ein "Kragen" aus dunklen Steinen und Nutzung der Solarenergie. Specksteine
und Chloritsteine (aus Trieben in der Steiermark), also alle Natursteine, die man für den Ofenbau verwendet,
speichern Wärme länger....

Kartoffeln gedeigen auf steinigen Feldern besser, weil sie die Wärmespeicherung brauchen...

Günther d.G.
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ernst
Gast
« Antworten #12 am: 13. November 2002, 04:02:07 »

hallo günther!
hast du nähere informationen über den triebener stein. geolog., bezugsquelle, verwendung?
danke ernst!
Gespeichert
Susanne
Gast
« Antworten #13 am: 13. November 2002, 09:37:35 »


Rund um Teiche und Seen und an Wasserläufen ist der Boden (und vermutlich auch die Luft) wärmer, weil das Wasser Wärme speichert. Ich habe jahrelang Balkonfuchsien (Hybriden, nicht magellanica) im Schattenbereich hinter einem Teich gehabt, sie haben dort mit wenig Winterschutz (Schüppe Kompost drübergeschmissen) den einzigen beinharten Winter überstanden, den wir mal in den Neunzigern hatten.

Noch was... Mein Nachbar überwintert seine inzwischen sehr kräftigen Dahlienknollen, indem er sie auf die Westseite hinter die Laube legt, an die Fundamentkante, dann mit ein paar alten Decken und einer dicken Folie abdeckt. Das klappt schon seit Jahren, allerdings hatten wir auch selten mehr als 8° C Frost. Die Laube wird nicht geheizt.




« Letzte Änderung: 13. November 2002, 09:41:10 von Susanne » Gespeichert
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