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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Boden für Dachbegrünung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Boden für Dachbegrünung  (Gelesen 7018 mal)
carsten
Gast
« am: 16. Oktober 2002, 21:23:23 »

Hy,

ich habe da nur mal eine Frage:
Hat jemand Erfahrung mit Dachbegrünung.
Ich weis zwar ungefähr, wie der Aufbau aussehen soll (z.B. Rollrasen), aber darunter gehört immer noch Boden, manche sprechen auch von Substrat.
Konkret: Was und wieviel nehme ich am besten pro m³ ?

LG Carsten Huch
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Susanne
Gast
« Antworten #1 am: 17. Oktober 2002, 03:06:31 »


Rollrasen ist ja nur eine Möglichkeit, und meiner Ansicht nach nicht unbedingt die phantasievollste...
Um Substratmenge und Material zu bestimmen, müßtest man die genauen Verhältnisse kennen.
Je nach Dachneigung, Himmelsrichtung, Sonneneinstrahlung und Klimazone kann so eine Dachbegrünung ganz verschieden aussehen.
Flachdächer stellen andere Bedingungen als Satteldächer, auf vollsonnige Südseiten wächst nicht das Gleiche wie in Schattenlagen. Entsprechend unterschiedlich sind Bepflanzungen und  Substrate zu gestalten. Das kann Kies sein oder Humus, Granulat oder Lehmboden.
Die Menge richtet sich nach Dachneigung und Befestigungsmöglichkeiten, dabei sind zum Beispiel die Gefahren durch Erdrutsche und Auswaschungen zu berücksichtigen.
Wichtig ist auch der Unterbau, also Geflechte zur Stabilisierung, Isolierschichten und Drainageschichten.


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ernst
Gast
« Antworten #2 am: 17. Oktober 2002, 09:00:49 »

hallo!
susanne hat das wesentliche schon gesagt. an deiner stelle würde ich unbedingt den rat sowohl eines begrünungsprofis, wie auch den eines wirklich guten baufachmannes einholen. eine technisch falsche konstruktion führt uu zu massiven und sehr teuren bauschäden! ein gut funktionierendes gründach  bedarf einer sorgfältigen detailplanung und ausführung. habe schon einige schlimme schäden begutachtet, die mit imensen mitteln behoben werden mußten. aber bitte nicht verschrecken lassen: richtig gemacht, ist es eine tolle sache!
grüße ernst
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Eva
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« Antworten #3 am: 17. Oktober 2002, 15:09:27 »

Dachbegrünung spukt mir zur Zeit auch im Kopf umher. Ich möchte nächstes Jahr ein Gerätehäuschen + Fahrradunterstand für meinen Garten bauen und überlege, ob ich bei sowas auch das Dach (wird voraussichtlich ein Pultdach) begrünen könnte? Da muß wahrscheinlich eine recht stabile Konstruktion drunter?
Wisst Ihr Literatur zum Nachlesen? Pflanzbeispiele ( in meinem Fall schattig+Laubfall von einer Zierpflaume)? Vielleicht eine "Dachgartenschau" irgendwo?

Das einzige Beispiel, das ich kenne, ist das begrünte Dach über den Müllcontainern vom Schloß Puchenau. Mit Gras - ist ein bisschen fad, finde ich.

Liegrue
Eva
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Stephan Romahn
Gast
« Antworten #4 am: 18. Oktober 2002, 13:12:50 »

Hallo Carsten,

ja, ich  Lächelnd , da ich mit Dachbegrünungen meine Brötchen verdiene.
Grundsätzlich: "Die" Dachbegrünung gibt es nicht. Wenn Du von Rollrasen spricht, dann meinst Du eine intensive Begrünung, die Geld, Gewicht und Pflegezeit kostet. Sag doch erst mal was über Dein Dach, dann geht es weiter  Zwinkernd
Wieviel und welches Substrat Du einbauen musst, entscheidest Du durch die Vegetation, die drauf wachsen soll, die Lastreserve Deines Daches, Deinen Geldbeutel und die Lust oder Unlust zu pflegen.
Mal ganz grob: Bei 8 cm Substratdicke fängt für mich eine nachhaltig gute extensive Dachbegrünung an. Ab ca. 15 cm kann es schon leicht intensiv werden.... und nach oben hin sind theoretisch keine Grenzen gesetzt.

Aber da ist dann auch die Frage der Dachneigung/Entwässerung und noch vieles andere zu klären.

Gruss

Stephan Romahn
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Gussi
Gast
« Antworten #5 am: 18. Oktober 2002, 16:39:12 »

wir planen für das nächste Jahr die Dachbegrünung auf einem Flachdach.

Neben dem Anbau von Kräuter, sollen auch Schmetterlingsflieder angeplanzt werden (eine Zwergform).
Reicht eine Substratdecke von ca. 30cm für Schmetterlingsflieder.
Was für Erden sind für die Dachgrünung zu empfehlen?

Vielleicht hat jemand Tipps
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sonnenschein
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sonnenschein
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« Antworten #6 am: 18. Oktober 2002, 17:07:56 »

Gutfunktionierende Dachbegrünungen gibt es ab 4 cm. Dann bleibt aber nur Sedum langfristig erhalten.
Hier ein Bild von unserem 4-cm-Pavillondach - allerding mit aufgeschrecktem "Dachhasen".

* Pavillon_grndach (Photo) (29,18 KB, 327x229 - angeschaut 435 Mal.)
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Susanne
Gast
« Antworten #7 am: 19. Oktober 2002, 08:37:35 »


Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole... es gibt für Dachbegrünungen kein Pauschalsystem.
Lage, Dachneigung und Tragfähigkeit sind entscheidend dafür, was drauf kommt, wie der Unterbau ist usw.

Schmetterlingsflieder, gut und schön. Auf einem unbeheizten Gebäude würde er bei 30 cm Substratschicht vermutlich erfrieren. Kann man aber von hier aus nicht sagen, weil die wichtigsten Angaben fehlen.

Ganz allgemein die Bitte, erstmal die Antworten lesen, bevor gleiche Fragen mit ebenso fehlenden Angaben gestellt werden.



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KarinL
Gast
« Antworten #8 am: 22. Oktober 2002, 11:26:03 »

Als Buchtip kann ich empfehlen: Kolb und Schwarz,Dachbegrünung, erschienen im Ulmer-Verlag. Das Buch geht auf die verschiedenen Substrate ein, Untergründe, Abdichtungen, Besonderheiten bei Schräg- und Flachdächern, es beinhaltet Pflanzpläne für verschiedene Aufbauhöhen sowohl für den sonnigen als auch für den schattigen Bereich. Da weiß man ziemlich bald, was machbar und sinnvoll ist, und was nicht.
Außerdem gibt es Spezialisten wie Stefan für Dachbegrünungen, wenn sie aus der jeweiligen Region stammen, wissen sie auch, welche Aufbauten und Pflanzen gut funktionieren und welche nicht. Stefan hat schon weitgehend alles zum jetzigen Kenntnisstand gesagt: Rollrasen bedeutet intensive Begrünung auf einem Substrat mit recht hohem organischen Anteil und guter Bewässerung, Substratdicke ab ca 15cm, eher 20cm. Für Grasdächer werden eher spezielle trockenheitsverträgliche Gräser verwendet, die allenfalls mal gemäht. aber nicht, wie Rasen ständig geschnitten werden.
Zum Schmetterlingsflieder: auch die Zwergsorten (nanho blue etc) werden 1,5-2m hoch, vielleicht zu viel? In 30 cm Substrathöhe kann man schon Kleinsträucher pflanzen, nach Kolb und Schwarz aber noch nicht diese Schmetterlingsflieder, da empfehlen sie Mimimum 50 cm Substrathöhe, für geringere Höhen für Sträucher (ab ca. 25 cm) empfehlen sie z.B. Hauhechel, Zwergflieder "Palibin", Bibernellrose, sibirische Zwergmandel.
Also, wenns nicht so allgemein bleiben soll, brauchen wir mehr Infos: Sonne-Schatten, Klima, zulässige Auflast, Dachneigung.
Beispiel: wir wohnen in einem sehr regenreichen Gebiet, das hat zur Folge, daß die Mini-Aufbauten, 4cm Schichtdicke mit Sedum auf Flachdächern einfach nicht funktionieren. Sie verschlämmen, wenn man Glück hat, siedeln sich Moose an, aber Sedum hat keine Überlebenschance. Im wesentlich trockeneren und sonnigeren Rhein-Neckar-Raum dagegen kann man  prächtige Sedum-Dächer auf minimaler Substratdicke bewundern.
Grüße Karin
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sonnenschein
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sonnenschein
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« Antworten #9 am: 22. Oktober 2002, 18:27:58 »

Einspruch Zwinkernd
Dächer mit geringerer Schichtdicke gedeihen bei Nässe besser! Die Gefahr bei dünnschichtigen Aufbauten ist doch eher die Trockenheit. Deshalb hält sich dort auch Sedum.

Es sei denn, man staut das alles an und es steht dadurch unter Wasser. Dann funktionierts natürlich nicht!

Also, je mehr Trockenheit zu erwarten ist, desto dicker sollte das Substrat sein.

Und verschlämmen kann eine begrünung doch auch nur, wenn man ein Substrat verwendet, welches verschlämmen kann.
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Gussi
Gast
« Antworten #10 am: 23. Oktober 2002, 14:15:39 »


Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole... es gibt für Dachbegrünungen kein Pauschalsystem.
Lage, Dachneigung und Tragfähigkeit sind entscheidend dafür, was drauf kommt, wie der Unterbau ist usw.

Schmetterlingsflieder, gut und schön. Auf einem unbeheizten Gebäude würde er bei 30 cm Substratschicht vermutlich erfrieren. Kann man aber von hier aus nicht sagen, weil die wichtigsten Angaben fehlen.

Ganz allgemein die Bitte, erstmal die Antworten lesen, bevor gleiche Fragen mit ebenso fehlenden Angaben gestellt werden.

Mea culpa Susanne,

es handelt sich bei uns um ein beheiztes Gebäude mit Flachdach.
Die Dachneigung ist derzeit gerade so, dass das Wasser in die Regenrinnen läuft.
Da wir das Dach komplett erneuern, sind wir sehr variabel in der Traglast.

Wenn es mit 30cm sehr knapp für den Schmetterlingsflieder sein kann, werden wir entweder die Substratschicht auf 40 bis 50 cm erhöhen, oder als Alternative dazu, den Schmetterlingsflieder im Kübel aufs Dach stellen.



Da die gesamte Dachbegrünung  eine sehr komplizierte Angelegenheit  ist:
Oftmals Dachdecker versus Landschaftsgärtner.
Daher geht es mir erst einmal darum viele pro und contras zu sammeln.

Um genügend Feuchtigkeit an die Pflanzen auch bei dickeren zu bringen, es eine Verlegung von Kapillarrohren vorgesehen.

Herzlichen Dank schon einmal für die vielen Infos hier im Forum zu diesem Thema


A.R.: technischen Fehler korrigiert.
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2002, 18:57:49 von Andreas Regner » Gespeichert
KarinL
Gast
« Antworten #11 am: 23. Oktober 2002, 17:55:22 »

@Sonnenschein
das Problem ist das Flachdach, wenn da die Neigung zu gering ist oder die Drainage schlecht gebaut wurde (Staunässe), passiert so etwas, leider viel zu oft. In regenreichen Gebieten ists dann aus, in trockeneren Gebieten kann man wässern, ist dann halt "nur" nicht mehr extensiv und selbsterhaltend. Für das Verschlämmen reicht bei solchen staunassen Dächern wohl der natürlich Eintrag.
Liebe Gussi,
ihr habt ja eine richtige intensive Begrünung vor, ich kann Dir nur raten von unseren Erfahrungen und Suchmarathon her: sucht Euch einen Spezialisten für Dachbegrünungen!!!
Auch auf die Gefahr hin, daß ich jetzt Prügel bekomme: Dachdecker haben schon von einfachen Extensivbegrünungen keine Ahnung. Für die gibt es Matten aus Nylon als Drainage, Substratschicht ist oft eine Lage Kokosgeflecht, dadrauf dann Sedumsprossen, das wird wie Rollrasen aufgerollt, das können sie. Bei Landschaftsgärtnern ist es leider oft so: ja, natürlich macht man AUCH Dachbegrünungen...
Das, was Ihr vorhabt ist komplex und teuer, also sucht Euch Euren Partner gut aus. An der Fachhochschule Geisenheim gibt es einen spezialisierten Fachbereich, vielleicht könnt Ihr Euch auch da schlau machen.
Noch zu den Substrathöhen: man kann auch Aufhügelungen machen, wo statisch eine höhere Tragfähigkeit gegeben ist, sieht gut aus, weil die Fläche dadurch strukturiert wird und ist preiswerter, weil man nicht das Substrat in der gesamten Fläche erhöht, sondern nur da, wos nötig ist.
Grüße Karin
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Susanne
Gast
« Antworten #12 am: 23. Oktober 2002, 20:06:54 »


40 bis 50 cm Schichtdicke??? STATIKER!!!

Gussi, bevor euch die Decke auf den Kopf fällt, stell dir mal Folgendes vor:
Zwei bis drei Zehnlitereimer übereinander,
alle voll mit klatschnasser Erdkiesmischung,
darauf noch ein kräftiges Grasbüschel,
darauf noch eine Elster,
und dieses Modell bündig und flächendeckend auf das ganze Dach.
Dafür sind Dächer im Allgemeinen nicht gemacht.
Wie die anderen schon sagen, frag unbedingt einen Spezialisten, ziehe bei Unklarheiten auch einen Statiker hinzu. Kostet mehr, ist aber sicherer und auf die Dauer gesünder.

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sonnenschein
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« Antworten #13 am: 23. Oktober 2002, 20:15:34 »

UND dreißig Zentimeter Naßschnee drauf...
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Susanne
Gast
« Antworten #14 am: 23. Oktober 2002, 21:02:52 »



Sadist! lol

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