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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Spillinge - Spillinge . . . 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Spillinge - Spillinge . . .  (Gelesen 52391 mal)
Laurin
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Den Garten machen die Blumen, nicht der Zaun


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« Antworten #15 am: 17. August 2006, 11:25:46 »

Spillinge und Ziparten sollen kernecht sein,
Laurin
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Zwiebelchen
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Zwiebelchen
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« Antworten #16 am: 18. August 2006, 07:53:34 »

Ja, das ist mir auch bekannt. Aber es dauert doch ziemlich lange bis es ein Bäumchen wird. Früher (Kindheitserinnerungen) gab es eh nicht so viele Baumschulen und da wurden überwiegend Sämlinge in den Garten gepflanzt. Mein Vater hat dies mit allen Bäumen so gemacht. Apfel und Birnensämlinge wurden veredelt. Fast jeder konnte dies und es wurde den Bäumen Zeit gelassen sich zu entwickeln. Jetzt ist es aber so bequem alles im Gartenmarkt für viel Geld zu kaufen.
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Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)
PeterO.
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pecunia non olet


« Antworten #17 am: 18. August 2006, 12:52:18 »

Moin Moin!
In meinem Garten, in Reichweite eines abgesägten Zwetschgenbaums wachsen zwei Bäumchen, die Früchte wie eine Krichenpflaume tragen, nicht steinlösend Verlegen. Und die Früchte sind noch nicht ganz reif.
« Letzte Änderung: 18. August 2006, 12:54:36 von PeterO. » Gespeichert

`s gibt viel zu verdienen, lang zu!

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Laurin
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Den Garten machen die Blumen, nicht der Zaun


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« Antworten #18 am: 18. August 2006, 18:35:17 »

Das sind sicher Kirschpflaumen, denn diese wurden als Unterlage verwendet
LAurin
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Zwiebelchen
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« Antworten #19 am: 20. August 2006, 10:48:06 »

Wie zum Hohn passiert im Leben folgendes:
Noch hier vom Lesen voller Appetit auf die süßen Plaumen, Spillinge oder wie sie sonst heißen, fahre ich zu einem Büromarkt.
Dort in der Zierpflanzengruppe steht ein schöner Baum  und da drunter alles voller Früchte. Beim Nachsehen entdecke ich das das die runde rote Sorte ist.
Also probiert: hmmmm Augen rollen
Im Versand des Artländer Pflanzenhofs ist dieser Strauch unter Kirschpflaume (Türkische Pflaume) verzeichnet mit der Erklärung, das die Art aus Südwestsibirien stammt und um schon vor Chr. nach Europa kam.
Nun muss ich zwei Pflanzstellen suchen: eine für den Spilling und eine für die Kirschpflaume
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benzol
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« Antworten #20 am: 30. August 2006, 19:03:43 »

Hallo,
ich habe mich gerade eben erst angemeldet, weil ich zufällig bei Webrecherchen auf diese Frage stiess.
Ich möchte niemand enttäuschen, aber Spillinge sind alles, aber nicht rund! Sie sehen eher einer Zwetschge ähnlich und sind je nach Sorte gelb, rot oder sonnenseits rot/schattenseitig gelbgrün. Auffällig ist ihr intensiver, angenehm fruchtiger Geruch, ähnlich wie eine vollreife Reineclaude. Heute gibt es sie praktisch nur noch in Brandenburg (Guben) und im Havelland (Werder). In der Pfalz, woher ich stamme, sind meines Wissens gerade mal 4 nachgewiesen.
Ich habe lange danach gesucht, hoffe jetzt endlich 2 Grossbüsche gefunden zu haben. Um das allerdings abzusichern muss ich die Blüte im nächsten Jahr abwarten, dieses Jahr konnte ich nur noch die letzten (überreifen)Früchte ernten.
Gut beschrieben sind die Spillinge im Buch "Pflaumen, Kirschpflaumen, Schlehen" von U. Körber-Grohne. Da sind auch Abbildungen der Früchte, Blüte und Kerne drin.
Das Buch gibts allerdings nur noch antiquarisch, etwa bei ZVAB.com.
Ich hoffe, ich konnte damit helfen, obwohl meine Nachricht so spät kommt.Smiley

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Wutzi
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Wutzi
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« Antworten #21 am: 30. August 2006, 21:26:52 »

@benzol:
Zunächst mal herzlich Willkommen!  Lächelnd
Und nein, du bist nicht zu spät mit deinem sehr interessanten Beitrag zu den Spillingen.
Ich hab ja weiter vorne was von runden "Spillingen" erzählt...also ich hab mich überzeugen lassen. Nein, dass sind wohl keine "Spillinge".
Allerdings hab ich in den letzen Wochen hier in unserm oberfränkischen Dorf mal eine kleine Umfrage gemacht und da waren auch alle überzeugt, dass "Spillinge" irgendein fränkischer Ausdruck für Wildpflaume ist.
Wir verwenden das Wort in unserer Gegend falsch! Nicht nur ich...sondern auch die anderen.

Die Dinger in unserem Garten sind vermutlich doch nichts anderes als Kirschenpflaumen.

Allerdings würde mich eine Sache doch interessieren, Laurin berichtet doch von Spillingen in Österreich und das sehr fundiert! Warum sollen dann die echten Spillinge nur noch in Brandenburg vorkommen?
Und noch eine Frage: Waren die Spillinge in ganz Deutschland und Österreich verbreitet? Oder wie kommt das Wort zu uns nach Franken?

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Zwiebelchen
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Zwiebelchen
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« Antworten #22 am: 31. August 2006, 17:35:33 »

Herzlich willkommen benzol.
Dein Artikel ist sehr interessant. Ich habe von dem Baum aus meiner Kindheit geschrieben und meine Geburtstadt ist Guben  Lächelnd. Dort habe ich also meine Kindheit verlebt wo es die Spillinge gibt.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie fast ausgestorben sind. Sie wuchsen doch quasi wild.
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benzol
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« Antworten #23 am: 31. August 2006, 23:25:08 »

Hallo,
vielen Dank für das herzliche Willkommen und die beiden netten, interessierten Kommentare.
Ich hab mir die Zeit genommen und nochmal nachgesehen - in Deutschland sind wirklich nur noch für die beiden genannten Gebiete
nennenswerte Vorkommen gemeldet. Allerdings stammt die Literatur von Anfang der 90er Jahre. Der Bestand könnte heute durchaus also noch geringer sein als damals. Der Begriff Spilling ist bei uns in der Pfalz selbst bei den "Alten" unbekannt, obwohl wir hier ein traditionelles Anbaugebiet von allen pflaumenartigen Früchten sind. Sogar Kirschpflaumen in allen Variationen sind hier als türkische Kirschen oder Pflaumen noch recht bekannt und wachsen "an jeder Ecke".
Von einem Bekannten, der beim BUND ist, weis ich, dass die in der Pfalz gefundenen Spillinge nicht als solche bekannt waren und die Besitzer erst darauf hingewiesen werden mussten, welche Schätze Sie in Ihren Gärten stehen haben. Das ging bei uns vor ca. 2 Jahren sogar als kleine Sensation durch die Presse.
In der deutschen botanischen und landwirtschaftlichen Literatur wurden die Spillinge bis ins 16. Jahrhundert erwähnt (als gelbe Wachspflaumen), dann verliert sich langsam ihre Spur, bis auf die genannten beiden Vorkommen. Erst im 19. Jhdt. tauchen sie dann in der botanischen Literatur unter dem Namen Spillinge  langsam wieder auf.
Sie scheinen also früher in Deutschland häufiger vorgekommen zu sein, aber doch deutlich seltener als andere Prunus-Arten. Dazu passen Kernfunde in Ausgrabungen aus der Römerzeit (Kastell Köngen am Neckar), wo bei 157 Kernen ganze 10 (möglicherweise) Spillingen zugeordnet wurden. Interessanterweise wurden in Ausgrabungen germanischer Siedlungen bisher gar keine Spillingskerne gefunden.
Da die reifen Spillinge als zerfliesslich beschrieben werden, könnte ich mir gut vorstellen, dass sie als Marktfrucht oder Frischobst durch die Kulturpflaumen und Zwetschgen über die Jahrhunderte langsam aber sicher verdrängt wurden.
Zu den Vorkommen in Österreich kann ich mangels Kontakten nichts sagen. Es wäre interessant, ob alle Merkmale des Spillings bei diesen Gewächsen mit den Beschreibungen übereinstimmen. Da aber in der KuK-Zeit in Österreich gelbe Zwetschgen aus Ungarn gern gepflanzt wurden (die dem gelben Spilling sehr ähnlich sehen), könnte ich mir Begriffsverwirrungen gut vorstellen - aber das ist wie gesagt nur eine Vermutung!
Übrigens kann bei Interesse unter www.baumgartner-baumschulen.de der katalonische Spilling bezogen werden (ca. 20  für einen Busch)
Wenn ich mich nicht irre, wird der Begriff "Spillen" in Franken (Oberfranken?) für die Haferpflaume benutzt, daher kann das mit der Wildpflaume gut hinkommen!
So, ich hoffe ich hab da nicht zuviel geschrieben und das Lesen macht Freude - oder trägt wenigstens etwas zur Information bei.
Weiterhin viel Spass! Smiley
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Wutzi
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Wutzi
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« Antworten #24 am: 01. September 2006, 20:10:00 »

Vielen Lieben Dank, für deine Nachforschungen und dass, du uns davon berichtest.
Vielleicht sollte ich mir ja auch mal einen echten Spilling zulegen. Ein Apfelbaum ist gerade in unserem Obstgarten eingegangen, da wäre die Gelegenheit doch günstig. Und endlich würde Wort und Bedeutung auch in Oberfranken zusammenfinden.  Lächelnd

Ich liebe solche geschichtlichen Exkurse, zu Dingen, Pflanzen des ganz gewönlichen "Alltags". Ich freue mich, dann immer dass auch kleine Dinge eine Geschicht zu erzählen haben. Vorallem wenn man da mehrere Jahrzehnte einfach an dem Ding, der Pflanze oder dem Wort vorbeigegangen ist, macht so ein Aha-Erlebnis wirklich Spaß.
Nochmal Danke für den Link, ich denke dort lohnt es sich auch bei anderen Obstsorten zu stöbern.
 
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booga
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« Antworten #25 am: 06. September 2006, 00:05:29 »

hi
hier zwischen Chemnitz und Stollberg steht grad der uralte Baum im Garten meines Großvaters voller reifer Früchte...
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Zwiebelchen
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Zwiebelchen
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« Antworten #26 am: 07. September 2006, 18:15:13 »

Herzlich willkommen booga,
kannst Du irgendwo Sämlinge sehen? Meist gehen immer mal ein paar der abgefallenen Früchte (Kerne) auf.
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« Antworten #27 am: 08. September 2006, 13:35:20 »

Nein mein opa mäht zeitig aber wir haben gestern eimerweise Früchte verarbeitet und ich will selbst auch einen Baum für mich. Ich versuchs halt mal so, denn alles was als Wurzelsprießer kommt geht mir immer ein wenn wir sie ablösen.
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andreasNB
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« Antworten #28 am: 14. Dezember 2006, 00:35:02 »

So, nachdem ich die letzten Jahre beim "Konkurrenz-Forum"  Zwinkernd  war, muß ich hier auch mal wieder was schreiben.

Wegen den botanischen Namen bei Krieche, Spilling und Co. siehe hier:
http://www.botgarden.uni-tuebingen.de/tiki-index.php?page=Prunus

Das von benzol genannte Buch (Original verpackt) habe ich mir im Frühjahr bei einer Händlerin bei amazon bestellt. Einfach mal schaun.

Zu den Fakten beim Gelb-Roten Spilling stimme ich benzol zu.
Der gelbe Spilling in Österreich dürfte wohl der Katalonische Spilling sein (meine Vermutung). Zwecks eines Vergleiches werde ich ihn wohl nächstes Jahr pflanzen.
 
Ob Spillinge, Ziparten etc. immer sortenecht aus Samen fallen, bezweifele ich persönlich stark. Da die Arten der Familie der Rosaceae innerhalb der jeweiligen Gattung gerne untereinander hybridisieren ... .
Aber Außnahmen bestätigen natürlich immer die Regel  Grinsend
Wobei mir wurzelechte Sträucher bei solch einfachen Rassen im Grunde aber auch lieber sind.

Der gesuchte Gelb-Rote Spillig (Wohlriechender Spilling) aus Guben bzw. Havelland dürfte - wenn ich Körber-Grohne richtig verstehe - eine eigenständige (Unter-)Art sein, welche nahe mit den Zwetschgen verwahnt ist (Hauszwetschge, Gelbe Zwetschge,Spilling).

Zur Info:
Der gesuchte Spilling wird im Herbst ´07 von einer Baumschule im Berliner Umland erstmals verkauft (Veredelung/Viertel-,Halb-,Hochstamm). Die Stadt Guben hat einen Sortengarten angelegt (mit Hilfe eines Pomologen) und läßt bei der Baumschule vermehren. Man kann auch privat bei der Baumschule kaufen/vorbestellen, aber es findet kein Versand statt. Da ich aus zeitlichen Gründen nicht den Versender für ein dutzend weiterer Interessenden machen kann  Cool , gebe ich die Adresse gern an Interessenten weiter welche dort vorbeifahren wollen/können.

Bitte per mail bei mir melden, da ich hier nur sehr selten vorbeischau.

@Zwiebelchen,
ich schick Dir gleich noch ´ne PM.
Meine Mutter kennt den Baum auch aus ihrer Jugend (Raum Frankfurt/Oder). War u.a. deshalb hinter dem Baum her und hab das oben genannte bei einen Anruf in der Stadtverwaltung Guben erzählt bekommen.

VieleGrüße
Andreas




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brennnessel
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« Antworten #29 am: 14. Dezember 2006, 07:10:11 »

Zu Spillingen in Österreich:
Im Garten meiner Tante in Altaussee (Inneres Salzkammergut) steht noch immer ein alter "Spänlingbaum" (so wird er dort ausgesprochen). Die Früchte sind gelbgrün und haben rot-violette Punkte oder Flecken, soweit ich mich erinnern kann. (Zur Zeit der Fruchtreife war ich schon länger nicht mehr dort).
Ich habe mir von diesem Baum vor einigen Jahren einen Wurzelausläufer in meinen Garten (oberösterreichisches Alpenvorland)geholt. Der Baum meiner Tante treibt oft Ausläufer, die sie immer wieder absticht, weil er in ihrem (kargen) Gemüsegartenboden steht.

Früher gab es diese Bäume dort in vielen Gärten, jetzt nur noch selten, wie mir meine Tante sagte. Deshalb hütet sie ihren auch wie eine alte Indianerfrau  Zwinkernd .

LG   Lisl
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