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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Gehölzunterpflanzungen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Gehölzunterpflanzungen  (Gelesen 3983 mal)
allmendeperma
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Keine Bewahrung der Umwelt im Kapitalismus


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« am: 27. September 2002, 17:27:43 »

Hallo liebe Leute,
wir stehen hier in Verden grad vor folgendem Problem: Im Moment etwa 160 Gehölze stehen auf dem Gelände außerhalb der Beetflächen und werden gemulcht, wenn nicht zur Düngung, so doch um ihnen das Gras aus dem Wurzelbereich zu halten. Die damit verbundene Arbeit wächst uns (mit dem Wachstum der Bäume!) über den Kopf. Bedenkt dabei auch, daß wir keine Biomasse ins System einführen und den Mulch so selbst sensen müssen.
Daher gibt es folgende Idee: Die Gehölze mit irgendwelchen verträglichen oder gar zuträglichen Pflanzen zu unterpflanzen und die Düngung nur noch durch verhältnismäßig wenig Schnitt von stickstoffsammelnden Gehölzen durchzuführen.
Die Fragen nun, zu denen wir Antworten, Anregungen, Gedanken suchen:
1. Was sind pflegeleichte Unterpflanzungen, die auch die Konkurenzkraft auf leichtem Boden haben, das Gras wegzuhalten (Comfrey und Alant kenn wir schon...)? Bedenkt dabei auch, daß wir niedrige Sachen brauchen für unter niedrigere Sträucher wie Blaubeeren oder Stachelbeeren oder Gargelsträucher oder oder...

2. Welche Pflanzen könne das Gras unter sich (evtl. ab einer bestimmten Größe?) auch gut ab?
3. Wie ist es mit eher bösen Gehölzen wie Walnuß? Wer hälts unter denen aus?

Wir freuen uns sehr über Antworten, so verbleibt mit Grüßen
Klaus

P.S.: Hier als Anhang eine Liste der Gehölze außerhalb von Beeten, die wir im Moment mulchen:

amelanchier canadensis "Prince Williams"- eine Felsenbirne
amelanchier laevis- eine Felsenbirne
amelanchier lamarckii "Ballerina"     - eine Felsenbirne
aronia melanocarpa "Viking" - Apfelbeere "Viking"   
castanea sativa (Sorte von Fritz Demter aus dem Wald) - Eßkastanie
cercis siliquastrum - Judasbaum
chaenomeles speciosa "Nivalis" - Zierquitte "Nivalis
cornus mas "Berliner Ring" - Kornelkirsche
corylus colurna
crataegus arnoldiana
crataegus submollis
crataegus succulenta
cydonia oblonga "Meisterquitte"
cydonia oblonga "Vranja"
elaeagnus x ebbingei - eine Ölweide
elaeagnus x ebbingei "Gilt edge"
eleutherococcus sieboldianus
hovenia dulcis - Rosinenbaum
mahonia nervosa - Mahonie  
malus communis - Wildapfel  
malus domestica "Boiken" auf MM 106
malus domestica "Gloster"  
malus domestica "Jakob Fischer"
malus domestica "Jakob Lebel"
malus domestica "James Grieve"
malus domestica "Rheinischer Bohnapfel"
malus domestica "Schöner von Bath" auf  MM 106
malus domestica "Schöner von Bath
myrica gale - Gargelstrauch
pinus cembra sibirica - Sibirische Zirbelkiefer
pinus edulis  
pinus monophylla
prunus avium - Süßkirsche "Burlat
prunus avium - Süßkirsche "Große Prinzessin"
prunus domestica "Grüne Reneclode"
prunus domestica "Rote Frühzwetschge"
prunus domestica "Gelbe Eierpflaume"
prunus domestica (Kernechte Mirabellensorte von Oma Langwasser)
prunus domestica "Hauszwetsche"
pyrus communis "Alexander Lucas"
pyrus communis "Clapps Liebling"
pyrus communis "Gräfin von Paris"
pyrus communis "Gute Graue" auf Quittenunterlage
pyrus communis "James Grieve"
pyrus communis "Williams Christ
quercus macrocarpa - Moosbechereiche
quercus patrea x fraterni  
ribes aureum
ribes nigrum (das ist eine gute Sorte von Jürgen Wahl) - schwarze Johannisbeere
ribes rubrum - Stachelbeere
ribes uva-crispa "Mucurinis
ribes x nidigrolaria - Jostabeere
rosa canina "Kiese"
sorbus aria "majestica"   
sorbus domestica - Speierling
sorbus torminalis - Elsbeere
taxus baccata
tilia cordata - Sommerlinde
toona sinensis - Surenbaum
vaccinium corymbosum
vaccinium corymbosum "Bluecrop"
vaccinium corymbosum "Goldtraube"
vaccinium corymbosum "Jersey"
zanthoxylum simulans - Gelbholz

« Letzte Änderung: 30. Januar 2008, 13:08:24 von Walther » Gespeichert
Susanne
Gast
« Antworten #1 am: 28. September 2002, 01:37:05 »



Wenn die Gehölze so groß sind, daß ihr nicht mehr drunter mulchen könnt, dann macht ihnen das Gras auch nichts mehr aus. Eine zusätzliche Bepflanzung auf der Baumscheibe halte ich in dem Fall nicht mehr für angebracht.
Sieh dir mal so eine Situation in der Natur an, da gibt's auch nur Gras auf der Baumscheibe, wenn überhaupt. In dichten Beständen ist es häufig für Gras zu schattig, in lichteren Beständen ist es für andere Pflanzen auf der Baumscheibe zu trocken.

Im "Normalfall" werden solche Probleme von Kleintieren geregelt, das heißt, unter Wildgehölzen fressen Kaninchen das Gras weg, in angelegten Kulturen können das auch Gänse erledigen. Dabei erledigt sich dann auch die Frage der Düngung recht einfach.

Nun vermute ich mal, daß ihr kein Viehzeug in eure Gehölzanlage einbauen könnt.
 Also schlage ich entweder einfaches Mähen zwischen den Gehölzen vor. Wenn es Wege geben soll, regelmäßig mit dem Rasenmäher, wenn es nur darum geht, das Gras 'runter zu halten, ein- oder zweimal jährlich mit der Sense.
Zusätzlich könnte ihr im Frühjahr verrotteten Kuhmist zwischen den Bäumen ausbringen. Der hält Gras eine Weile runter und reicht als Düngung.

Das gilt für alle größeren Gehölze wie zum Beispiel Malus und Amelanchier. Um die kleineren, Ribes und Vaccinium, würde ich nach wie vor eine Mulchschicht legen, auch aus kulturtechnischen Gründen. Aber das sind ja dann nicht mehr viele, es müßte so gehen.

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allmendeperma
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Keine Bewahrung der Umwelt im Kapitalismus


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« Antworten #2 am: 29. September 2002, 15:01:53 »

Hallo Susanne & andere Interessierte,
Danke für die Antwort. Die Idee 1-2mal/Jahr die Baumscheiben zu Sensen find ich ganz interessant. Wie kommst Du zu diesen Zahlen? Gibt es Untersuchungen?

Zum Kuhmist: ich schrieb ja in der Anfrage, daß wir keine Biomasse ins System einführen: Es ist ein Modellversuch. Ein Versuch einen eßbaren Waldgarten aufzubauen, der übertragbar sein soll auf andere Situationen. Es soll auch ein gesellschaftspolitisches/ökonomisches Modell sein: Übertragbar auf große Landstriche. In einer solchen Situation, in der eine Gesellschaft auf Permakultur und Waldgärten umsteigt, hättest Du sofort einen Mangel an frei verfügbarer Biomasse, die Du von irgendwo einführen kannst, um die Bodenfruchtbarkeit in Deinem System zu steigern. So wohl auch mit Kuhmist. Wir sitzen hier in "Verden", das auch eine Traditionelle ReiterInnenstadt ist ("Pferden") und ein Zentrum der Rinderzucht auch, aber nutzen diese Düngerquellen bewußt nicht.
Grüße von Klaus
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Andreas Regner
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« Antworten #3 am: 29. September 2002, 16:47:02 »

Hallo,

in diesem Prinzip arbeite ich auch auf meiner einen Fläche (überwiegend Obst-Hochstämme).

Bei langen Trockenzeiten (hier in S.-H. z.B. häufiger mal im Frühjahr oder dieses Jahr im Sommer) ist das sicherlich nicht optimal in Bezug auf den Ertrag (Wassermangel).
Umgekehrt ist diese Bewirtschaftungsform sehr einfach. Das Grundprinzip dort ist angelehnt an Waldgartenmodelle. Langfristig würde sich eine relativ spärliche Waldvegetation einstellen aufgrund des relativ dichten standes der Bäume. Da haben dann Brennessel und andere Hochstauden; Brombeere, Hundsrose und andere kleinere Sträucher kaum mehr eine Chance aufgrund des Lichtmangels ;-)

Bei starkem Anflug von Gehölzsaat ist es vielleicht sinnvoll 2 x jährlich zu mähen.

Wenn man ganz faul ist, kann das Schnittgut einfach liegen bleiben und unterdrückt damit gleichzeitig den Nachwuchs usw. (Mulch).

Oder man macht einen Versuch draus: teilt die Fläche in 2 Stücke und kehrt das schnittgut von der einen Hälfte in die andere.

Oder man kehrt das Schnittgut aus den freieren Bereichen hin zu den jeweiligen Stämmen...
« Letzte Änderung: 29. September 2002, 16:47:53 von Andreas Regner » Gespeichert

grüsse
andreas
Susanne
Gast
« Antworten #4 am: 29. September 2002, 19:54:32 »

Ich liebe solche tollen, am grünen Tisch gebratenen Projekte...
Zitat
"keine Biomasse ins System einführen: Es ist ein Modellversuch. Ein Versuch einen eßbaren Waldgarten aufzubauen, der übertragbar sein soll auf andere Situationen"


Ja, was denken sich diese Hirnis eigentlich? Daß die Tiere im Wald und auf der Heide Toilettenhäuschen benutzten? Gerade in der Nähe von fruchttragenden Gehölzen finden sich in der Natur regelmäßig Rot- und Damwild, Wildsäue, Füchse, Hasen, Kaninchen, Fasane, Rebhühner, Igel, Mauswiesel und verschiedene andere Kleintiere ein, die dort dinieren und natürlich auch vor Ort markieren.

Wenn ihr also in eurem modellmäßig konzipierten Gehölzsortiment keine Tiere halten dürfen solltet, die a) euer Gras mähen sowie b) euer Fallobst vernichten und dabei c) die Reste in Form von Dünger deponieren, wird das kein eßbarer Waldgarten, sondern ein Gehölzsortiment ohne glaubwürdigen Anspruch auf Naturnähe. Und in dem Fall bliebe euch gar nichts anderes übrig, als zu hoffen, daß die paar durchreisenden Vögel genug Mist fallen lassen.

Ein bis zweimal pro Jahr Sensen entspricht der ein- oder zweischürigen Heuwiese. Es würde reichen, wie Andreas schon sagt, um eingewanderte Gehölzsämlinge unter Kontrolle zu halten.
Wenn ich aber an die "Waldgartenidee" denke, ist selbst Sensen schon zu viel, weil es zum Beispiel Bodenbrüter empfindlich stören würde.

Meine Entscheidung wäre, nur die Gehölzsämlinge, gegebenenfalls auch Brombeeren (weil sie zu schnell alles überwuchern),  zu entfernen und ansonsten alles einfach wachsen zu lassen. Vielleicht würde ich noch zur Erntezeit schmale Wege mähen, um die Ernte zu erleichtern, aber mehr nicht.

Letztendlich hängt alles davon ab, wieviel Naturnähe ihr herstellen könnt, wollt und dürft.




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allmendeperma
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Keine Bewahrung der Umwelt im Kapitalismus


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« Antworten #5 am: 30. September 2002, 21:51:48 »

Danke für die "Hirnis", Susanne (für wie toll hälst Du Dich?). Wir benutzen den Begriff "Waldgarten" in einer in der Permakulturszene üblichen Definition, wie sie auch von Autoren wie Robert Hart oder Patrick Whitefield verwandt wird: Es ist in erster Linie ein auf menschliche Nutzung ausgelegtes Ökosystem, das maßgeblich durch Gehölze geprägt ist. Er wird dabei nur soweit in eine Wildnis eingebunden oder ihre Strukturen kopiert, wie das einer nachhaltigen aber auch energieeffizienten Nutzung dienlich ist. In einer ganz normalen deutschen Gegend wie unserer ist der Wilddruck durch Damm- und Schwarzwild so groß, daß eine Einfriedung der Kulturpflanzen nötig ist (Wildschutzzaun in unserem Fall, kann aber vielleicht auch eine geflochtene Dornenhecke oder Anderes sein).
Das Düngeproblem wird durch stickstoffixierende Gehölze angegangen: der in Ihnen gespeicherte Luftstickstoff wird über Vermulchen anderen Kulturpflanzen zur Verfügung gestellt.
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Susanne
Gast
« Antworten #6 am: 01. Oktober 2002, 00:59:42 »


Eigentlich halte ich mich für ziemlich fit, aber nicht unbedingt für fehlerlos...
Also entschuldige ich mich für die "Hirnis", denn es scheint, daß Ihr diese Kulturmethoden ernsthaft betreibt.

Eure Spezialbegriffe waren mir fremd, wie es eben auch die von dir beschriebenen Kulturmethoden sind.
Wohl nicht zuletzt, weil es mir so unlogisch erscheint, daß man zunächst Lebensformen (Tiere) ausschließt, um dann die dadurch entstehenden Mängel auf Umwegen (über Leguminosen) wieder auszugleichen, in der Folge aber nicht die gewünschte Balance erhält (weil Gründünger nicht tierischen Exkrementen entspricht) - also immer weiter mit Notbehelfen 'rumdoktort, ohne jemals ein natürliches Gleichgewicht zu erreichen.
Mir wär das nicht genug, vor allem nicht als "gesellschaftspolitisches / ökonomisches Modell, übertragbar auf große Landstriche". Da wünschte ich mir eher die Integration des Menschen in die Natur als die Ausgliederung ganzer Lebensbereiche aus der Natur.

Trotzdem viel Erfolg mit Eurem Waldgartenprojekt, ich bin sicher, es wird Euch noch einige Aha-Erlebnisse bescheren.


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