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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Bodenverbesserung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Bodenverbesserung  (Gelesen 5211 mal)
michael
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michael
Akebia quinata


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« am: 24. September 2002, 09:44:25 »

Hallo,

ich habe dieses Jahr einen neuen Gemüsegarten angelegt. Vorher war da Wiese. Im ersten Jahr alles mit Kartoffeln , und, ich hab es jetzt geschafft, alle sind raus(ca. 120qm)!
Der Boden ist extrem bindig und schwer. Ich werde jetzt erstmal ca. 3cm Sand aufbringen(0-2mm) und das dann einfräsen. Danach wollte ich verrotteten Rindermist aufbringen und einfräsen! Geht das? Ich wollte mir das umgraben ersparen, da ich erstens beim Kartoffel rausmachen schon tiefgründig gelockert habe und zweitens, ich hab einfach keine Zeit 120qm umzugraben.

gruss michael
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Christine N.
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« Antworten #1 am: 24. September 2002, 21:54:52 »

Wie wäre es denn mit der Lösung unter dem Thema: 'Wie kann ich die Natur mit arbeiten lassen?' Nachdem Du ja mit der Kartoffel schon einen Helfer hattest und auch noch bei der Ernte die Erde gelockert hast, kannst Du jetzt  Regenwürmer & Co einspannen.

Vorschlag: Erst den verrotteten Rinderdung verteilen und darüber eine dicke Schicht Sand. Der Sand verhindert, dass die evtl. noch strohigen Teile bei Herbststürmen verweht werden. Die Regenwürmer arbeiten die Schichten zum Teil noch durch, den Rest macht der Winter mit seiner 'zermürbenden' Art. Einarbeiten mit einer Fräse könntest Du es ja im Frühjahr immer noch, falls das dann überhaupt noch nötig ist.

Liebe Grüße,
Christine

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Hans
Gast
« Antworten #2 am: 25. September 2002, 20:19:56 »

Hallo zusammen,

in einem Gemüsegarten ist das Wichtigste der Boden und seine niedlichen, meist nicht sichtbaren Kleinstlebewesen.

Michael, was meinst du mit einfräsen? Wenn danach die Erde auf einem halben Meter durcheinander gebracht wird, würde ich es nicht machen. 10 bis 15 cm sind noch OK. Andernfalls würde die Bodenstruktur sehr leiden.

Der Mist sollte vollständig verrottet sein. In einem normalen Komposthaufen benötigt er dazu mindestens 2 Jahre. Halbverrotteter Mist wäre nicht gut.
Ich würde auf jeden Fall noch die gleiche Menge an Kompost einarbeiten.

Über den Winter sollte die Erde nicht offen sein.
Als Gründünger könntest du noch Roggen, Gelbsenf oder auch Feldsalat und Spinat breitwürfig säen.

Aus welchen Gründen willst du fräsen. Und wie tief.

Schöne Grüße
Hans          
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Siebenschläfer
Gast
« Antworten #3 am: 25. September 2002, 22:10:21 »

Lieber Michael
Da sagen Christine und Hans etwas.
Aber Christine sagt mehr. Aber Hans sagt auch richtig.
Ich habe das Buch von Alwin Seifert gelesen.
Gärtnern, Ackern- ohne Gift ISBN 37642 0150 9
Das ist mir ganz schön eingefahren.
So sagt doch ihr Jungen?
Weiter weiss ich auch nicht, aber es klang sehr  real.
LG siebenschläfer
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michael
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michael
Akebia quinata


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« Antworten #4 am: 26. September 2002, 07:04:59 »

Hallo,

Danke erstmal für die Antworten.
Zum Rindermist, es ist ein riesiger Berg(wir haben hier ca. 10-15 Rinder rumstehen), der Mist ist zwischen 1 und 3 Jahre alt. Ich kann mir das also raussuchen.
Einfräsen würde bedeuten ca. 15-20cm tief  lockern bzw. klumpiges Erdreich zerbröseln. Grund: es ist extrem bindiger Boden, ich habe wie schon geschrieben, beim Kartoffeln rausmachen extra tief  gegraben bzw. gehackt, um den Boden schonmal zu lockern. Jetzt liegen die Schollen(die größten Brocken haben so 30cm Durchmesser) herum und mit dem fräsen wollte ich die erstmal kleinmachen. Dazu könnte man eben auch den Mist gleich mit einfräsen, oder doch nicht?!

michael
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Christine N.
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« Antworten #5 am: 26. September 2002, 21:12:48 »

Tja Michael, das ist schon fast eine Glaubensfrage. Für mich ist der Boden ein Ganzes in dem es stimmen muss. Das Lebendige am Boden, also was auch den Erfolg einer Bepflanzung und späteren Ernte ausmacht, sind die Lebewesen. Nicht nur großen, wie z.B. die Regenwürmer, auch die vielen kleinen. Seh Dir einfach mal eine kleine Prise Erde unter dem Mikroskop an und Du verstehst, was ich meine.

Aber auch ohne diese Demonstration geht meine Überzeugung dahin, dass die Erde erst einmal Ruhe braucht. Fräsen ist nur eine mechanische Behandlung. Du änderst nicht viel an der Struktur des Bodens. Ich vermute, dass der Tonanteil hoch und der Humusanteil eher niedrig ist. Es muss also Humus hinein, also viel Kompost. Du hast ja nun schon viel im Boden gearbeitet, aber jetzt muss die Lebensgemeinschaft Boden erst einmal miteinander arbeiten. Es ist vielleicht eine etwas phylosophische Einstellung zur Erde. Aber wenn Du nicht aus finanziellen Gründen auf einen Höchstertrag angewiesen bist, benutze die Kraft der Natur doch für Dich. Es ist doch schöner, wenn die Regenwürmer die Erde durcharbeiten, dabei auch noch ausgezeichneten Dünger produzieren, als wenn sie durch eine Fräse zerschnippselt werden.  

Sehr gut ist die Idee von Hans mit der Gründüngung. Es ist noch ausreichend früh im Jahr dafür. Ich weiß nicht genau welches Gewächs das ist, aber eines macht sehr lange Wurzeln. Wenn Du das dann im Frühjahr untergräbst, hast Du doppelten Erfolg.
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Stephan Romahn
Gast
« Antworten #6 am: 18. Oktober 2002, 13:27:09 »

Hi Kollege,

Sand ist gut, aber je nach Bindigkeit sind 3 cm ein bisschen wenig.
Mist und jeglicher Humus ist natürlich auch gut.

Ob Fräsen überhaupt und dann auf bindigem Boden so toll ist Huch
Damit kannst Du den bindigen Boden supergut verschmieren....
In der Garten-NG habe ich ja die Tage was drüber gepostet.  Zwinkernd
Kennst Du denn keinen - außer mich  Zwinkernd- der einen Schlepper samt Spatenmaschine hat ?

Was ich an Deiner Stelle - 120 m2 sind ja keine Fläche - tun würde: Sand mit Schubkarre drauf, Kartoffelnhacke nehmen und ein bisschen drauf herumhäckeln, jetzt bald Gründüngung in Form von Winterroggen draufschmeißen, im Frühjahr den Mist darauf und dann entscheiden was Du weiter machst.


Grüsse

Stephan

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Gussi
Gast
« Antworten #7 am: 18. Oktober 2002, 16:33:42 »

die beste Arbeit leisten meiner Ansicht die Mikroorganismen, da sie eine optimale Bodenstruktur herstellen.
Mit den Hilfsmitteln wie Mulchen läßt sich der Prozess der Bodenverbesserung sehr rasch herstellen.
Auch Zuckerlösungen (natürlich am besten im Frühjahr) wie auch das Ausstreuen von Kaffeesatz, oder auch Zwiebelschalen regen verstärkt die Aktivität der Mikroorganismen an.
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michael
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michael
Akebia quinata


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« Antworten #8 am: 18. Oktober 2002, 17:42:56 »

Hi,

jetzt ist es passiert. Ich hab den Miste drauf und auch vorgestern dien Sand(gewaschener 0-4mm), ca. 5cm stark.
Ich werds wohl so liegenlassen über den Winter, mal sehen wie  das dann im Frühjahr aussieht.

grüsse
michael
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Hans
Gast
« Antworten #9 am: 18. Oktober 2002, 18:10:43 »

Hallo Michael,

den Boden würde ich den Winter über unbedingt bedecken. Mit Mulch oder Gründüngung. Die sog. Frostgare wird zwar von vielen konventionell wirtschaftenden Bauern befürwortet, hat aber zur Folge, dass die Bodenlebendigkeit abnimmt. Um dies auszugleichen müssen sie dann im Frühjahr/Sommer mit Chemie und Mineraldünger nachhelfen.  

In der Natur gibt es (fast) immer eine Bodenbedeckung. Und die weiss doch, was für sie am besten ist.  Smiley

Durch eine Bodenbedeckung wird das so immens wichtige Bodenleben in seinem Wirken begünstigt und vermehrt sich dadurch, wie ja auch schon Gussi geschrieben hat. Dadurch werden dem Boden dann Nährstoffe zugeführt und schön langsam ein Dauerhumus aufgebaut.

Weitere Vorteile sind noch der Schutz gegen Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit (kein Verkrusten) und der Schutz gegen Kälte und Hitze (einigermassen konstante Temperatur)


Beim Mist solltest du darauf achten, dass Luft an ihn kommt. Wenn er abgeschlossen unter der Erde liegt, kann es zu Fäulnis kommen. Da macht dann jeder Regenwurm einen Bogen drum.  Zwinkernd

Schöne Grüße
Hans
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Stephan Romahn
Gast
« Antworten #10 am: 22. Oktober 2002, 16:35:35 »

Hallo Hans,

das der Boden über den Winter bedeckt sein sollte, ist prinzipiell immer korrekt.
Ich habe dem Michael ja schon was von Winterroggen gepostet......... nur ist der wie ich Landschaftsarchitekt und die sind manchmal stinkend faul  Zwinkernd
Sehe mal Mist plus Sand in diesem Jahr ausnahmsweise als Mulch an ...
Daß die Frostgare - die nach Deinen Aussagen vonn vielen konventionell wirtschaftenden Bauern befürwortet wird, zur Folge hat, daß die die Bodenlebendigkeit abnimmt, halte ich für ein Gerücht. Wahr ist jedoch, daß die wirkung einer Forstgare- die gibt es ohnenhin nur auf bindigem Boden - nicht lange anhält.
Ich - Ökogärtner !- bin inzwischen auf dem Trip der Minimalbodenbearbeitung ohne Wendung.

.... aber ich nabe noch nicht mal den Samen für die Winterroggen-Gründüngung besorgt  Ärgerlich
Wird aber hoffentlich noch bis Anfang November, da dann schon die Kreiselegge diskoniert ist (MICHAEL, DAS ISSES: BESORG DIR SCHNELL MIETWEISE EINEN EINACHSSCHLEPPER MIT KREISELEGGE; SCHMEISS VORHER WINTERROGGENSAAT AUF DEN ACKER, DANN EINMAL TIEF EINGESTELLTE KREISELEGGE VORWÄRTS UND RÜCKWÄRTS UND DANN WINTERSCHLAF  Lächelnd )

Gruss

Stephan

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