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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Ist Mist gleich Mist? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Ist Mist gleich Mist?  (Gelesen 6547 mal)
Silvia
Gast
« am: 21. September 2002, 07:20:15 »

Angeregt durch Cosimas Frage habe ich noch eine andere Frage.  Wie kommt dieser unterschiedlich hohe Ammoniakgehalt in Mist eigentlich zustande? Pflanzenfresser sind unsere heimischen Mistlieferanten ja alle.

Und ein Bekannter schwört auf Kaninchenmist. Ein anderer behauptet, Pferdemist sei überhaupt das beste für die Pflanzen. Dann gibt es welche, die sagen, Mist ist Mist. Nur zu frisch dürfe er nicht sein.
Was stimmt eigentlich? Welchen Mist verarbeitet ihr?

Viele Grüße
Silvia
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ernst
Gast
« Antworten #1 am: 21. September 2002, 07:38:58 »

hallo silvia!
mist ist nicht gleich mist! aus der praxis ohne chem. analysewerte: mein favorit für alle tage ist ca. 1jahr alter rindermist mit hohem strohanteil, der einmal umgesetzt wurde und auf eine handvoll ca. 5 regenwürmer beinhaltet. frischer pferdemist gut verdichtet ist die beste grundschichte für das frühbeet. hühnermist ist zu scharf, darf nur inden kompost,mit kaninchenmist habe ich keine erfahrung. grüße ernst
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Cosima
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Waterkant


« Antworten #2 am: 21. September 2002, 09:24:17 »

Hier in Südwestfrankreich stehen viele riesige Taubenhäuser mit bis über tausend Taubenplätzen drin:

http://www.educreuse23.ac-limoges.fr/patrimoine/chiroux/le_pigeonnier.htm

Fast jeder Bauernhof hatte so ein Ding, in völlig verschiedenen Formen. Da gingen richtige Erbschaftsstreitereien los, alle wollten den tollen Mist bekommen - und natürlich die leckeren Täubchen. Aber der Mist war begehrter - er scheint also besonders gut zu sein. Probiert habe ich ihn noch nicht - im Moment schwöre ich auf Regenwurmkompost aus Kuh- und Pferdemist - suuuper.

Liebe Grüße
Cosima
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Allerbeste Grüße, Cosima

Buddhafiguren sind die Gartenzwerge von heute.
Meine moderativen Beiträge sind blau
Anne (Rhein-Main)
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Anne (Rhein-Main)

« Antworten #3 am: 30. September 2002, 09:16:57 »

Wie ist eure Meinung zu gekauftem Rinderdung??? Leider habe ich hier nicht die Möglichkeit, an Kuh- oder Pferdemist zu kommen.
Anne
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Silvia
Gast
« Antworten #4 am: 30. September 2002, 11:57:33 »

Für Mist sollte man eigentlich nichts bezahlen müssen, finde ich.
Das ist höchsten die Antwort auf die Frage: Wie mache ich aus Sch.... Geld? Grinsend

Aber im Ernst: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Bauern froh sind, wenn sie ihn los sind, denn sie wissen sowieso nicht, wohin damit. Daher haben wir ja die vielen nitratverseuchten Felder in Norddeutschland, weil die ganze Gülle dort ausgebracht wird.

Herzliche Grüße
Silvia
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Ulli
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« Antworten #5 am: 30. September 2002, 14:44:50 »

Hallo Anne,

wir hatten dieses Jahr das erste mal Rinderdung aus der Tüte gekauft. Ließ sich sehr gut dosieren, weil er pelletiert war. Leider ist er bei der Lagerung etwas feucht geworden(als die Tüte schon offen war). Er hat dann einen weißgelben Pelz bekommen, hat aber trotzdem gut gedüngt und die Pflanzen sind wunderbar gewachsen. Smiley

                                                                         Ulli
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lissard
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« Antworten #6 am: 04. November 2002, 10:59:20 »

...Und in Gegenden wie bei uns im Ruhrgebiet, wo wesentlich mehr gärtnernde "Stadtmenschen" als Landwirte zugange sind, gibt es einen regelrechten "Run" auf den Mist, so dass die fast alle mittlerweile Geld dafür nehmen (können)...ich war regelrecht erstaunt, als wir in die Eifel gezogen sind und man den Mist einfach so umsonst bekam, z. T sogar noch gebracht... Schockiert
Lilli
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Nirgends habe ich mehr Ruhe gefunden, als in Wäldern und Büchern. (Thomas von Kempen)
Christiane-Hannover
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« Antworten #7 am: 06. November 2002, 00:58:34 »

Ich bin leider auch auf gekauften Rinderdung angewiesen, habe damit aber zum Teil sehr gute Erfahrungen gemacht. Dass es dort so große Qualitätsunterschiede gibt, hätte ich nicht gedacht.

Unsere Landwirte rücken ihren Rinderdung jedenfalls nicht raus. Und die sehr scharfe Gülle kommt mir nicht auf`s Grundstück. Wir könnten in unserem Garten frischen Rinderdung auch nicht lagern, bleibt also nur der Kauf ......

LG
Christiane
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punga
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« Antworten #8 am: 06. November 2002, 16:24:49 »

Und es gibt nach wie vor BSE und noch keine Entwarnung für tierische Dünger - schon garnicht beim fleischigen Küchenabfall auf dem Kompost. Igitt !!


punga
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Günther
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« Antworten #9 am: 06. November 2002, 17:00:50 »

BSE ist eher bei Lebensmitteln ein -vielleicht- Problem. Nachdem ich den Mist nicht mit dem Gemüse oder Obst verzehre, komme ich nicht direkt damit zusammen. Und die krankmachenden Eiweißstoffe werden von den Pflanzen sowieso nicht aufgenommen, können gar nicht. Nach dem, biologischen oder chemischen, Abbau zu Aminosäuren oder noch weiter besteht keine Gefahr mehr. Schließlich sind im (tierischen) Mist reichlichst Fäkalbakterien, die auch nix schaden, außer, wenn ich die Karotte dreckig verzehre...
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Silvia
Gast
« Antworten #10 am: 06. November 2002, 18:37:37 »

Auf Gemüsepflanzen würde ich Mist sowieso eher nicht streuen - oder nur im Winter, wenn noch einmal alles richtig durchfrieren kann. Ich hätte zuviel Angst vor Spulwürmern und deren Eiern, die dann mit verzehrt werden. Aber bei anderen Pflanzen sehe ich das Problem nicht.

Gruß Silvia
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Ralf Gutzki
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Ralf Gutzki
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« Antworten #11 am: 07. November 2002, 10:57:33 »

Hi zusammen,

es ist leider immer noch nicht raus was die falsch gefalteten Prionen (BSE) im Gartenboden
machen und wie lange sie sich dort halten. Es ist auch nicht klar ob diese auf der Pflanze
liegen und selbst durch gründliches Abwaschen dort bleiben könnten.
Ein Restrisiko bleibt also bei Kuhmist.

Vogelmist, Hühnermist, Guano usw.. soll sehr viel P enthalten.
Wer eh schon Kompost benutzt sollte hier lieber anderen Mist nehemen.

Meerscheinchen und Kaninchenmist habe ich jahrelang auf dem Kompost Verteilt
und gute Erfahrungen gemacht.

Grundsätzlich soll jeder Mist erst Verrotten bis er in den Garten kommt.
Frischer Mist soll eher schädlich für die Pflanzen sein.

Soll keine Warnung sein sondern nur eine INFO!
Durch Kot von fleischfressenden Tieren (Hunde oder Katzen) kann die
Krankheit Toxoplasmose übertragen werden. Diese weit verbreitete
Infektionskrankheit des Menschen und zahlreicher Tierarten ist
normalerweise völlig harmlos und äussert sich mit denselben Symptomen
wie eine Grippe.
Die meisten Hunde- und KatzenhalterInnen haben die Krankheit bereits
gehabt und sind für eine weitere Ansteckung immun. Problematisch ist
Toxoplasmose aber für werdende Mütter. Bei einer Erstinfektion während
der Schwangerschaft kommt es nämlich zu Früh- oder Totgeburten.

Mist von pflanzenfressenden Tieren
(Hamster, Meeris, Schafe, Elefanten Smiley usw..) kann dagegen problemlos
kompostiert werden.

Hintergrundinfo: Toxoplasmose [griech.], meldepflichtige, durch
Toxoplasma gondii (ein etwa 10)mm großes Sporentierchen) hervorgerufene,
weit verbreitete Infektionskrankheit des Menschen und zahlr. Tierarten.
Die Erscheinungen der akuten T. des Erwachsenen sind u.)a. Unwohlsein,
Fieber, Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen, am Auge Ader- und
Netzhautentzündung sowie Gehirnhautentzündung. Bei Erstinfektion während
der Schwangerschaft kommt es zu Früh- oder Totgeburten.

tschüs....ralf
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tschüss....ralf
Eva
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« Antworten #12 am: 07. November 2002, 16:43:30 »

Nein, Ralph!  Hunde können niemals nicht Toxoplasmose übertragen, höchstens - wie Menschen und eigentlich alle Säugetiere - an Toxoplasmose erkranken.

Die Infektion mit Oozysten kann nur von Katzenkot (auch Tiger- oder Luchskot oder so) ausgehen. Der muß mindestens 48 Stunden alt sein, um infektiös zu werden, das heißt Erde im Garten oder auch ungewaschenes Gemüse/Salat kommen für die Übertragung in Frage. Meistens scheiden Katzen nur Toxoplasmen-Oozysten aus, wenn sie das erste mal Kontakt mit den Toxoplasmen haben, häufig ist das schon im Welpenalter.
Die andere Möglichkeit, sich Toxoplasmen zu holen ist der Verzehr von rohem bzw. nicht durcherhitztem Fleisch.  

Allerdings ist Fleischfresser-Kot im Garten problematisch, wenn Spul- oder Hakenwurmeier enthalten sind (Spulwürmer heißen Toxocara, vielleicht hattest Du das verwechselt). Beide können Schäden beim Menschen verursachen. Sicherste Methode zur Vermeidung ist das Entwurmen bei den eigenen Tieren - und bei den Nachbarn ruhig auch mal deswegen nachfragen.

Liebe Grüße
Eva
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punga
Gast
« Antworten #13 am: 07. November 2002, 21:11:58 »

Günther - hast Du schon mal gerochen - wenn Muttern jauchegedüngten Kohl kocht ??

punga
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Ralf Gutzki
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Ralf Gutzki
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« Antworten #14 am: 08. November 2002, 12:36:11 »

Hi Eva,

Du scheinst Dich gut damit auszukennen. Besser als ich.
Hunde können tatsächlich NICHT die Toxoplasmose übertragen.
Auch die  48 Stunden Angabe konnte ich an anderer Stelle jetzt lesen.
Danke für die Berichtigung  Küsschen

tschüs....ralf
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tschüss....ralf
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