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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Verdichteter Rasen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Verdichteter Rasen  (Gelesen 6812 mal)
Silvia
Gast
« am: 13. September 2002, 19:18:28 »

Hallo,

wir haben nach einem Sommer mit Baustelle im und ums Haus nun doch einen erbarmenswürdigen Garten. Sind die Beete vor allem voller Müll wie Nägel, Schieferbruch und Holzreste, sieht besonders der Rasen erbärmlich aus.

Überall gibt es trockene Stellen von Paletten, Holzlatten und einfach Müllsäcken, die wochenlang aus unerfindlichen Gründen dort lagern mussten, obwohl eigentlich jeder Handwerker seinen Müll mitnehmen sollte. Unter den Dachlatten kam der Rasen wie weggebrannt zum Vorschein. Liegt das an der grünen Imprägnierung?
Und Rigips entsorgt sich am besten, indem man ihn aus dem Fenster schmeißt, damit er unten angekommen schön in seine Teile zerbröselt Ärgerlich. Außerdem ist der Rasen z.T. durch Laufspuren sehr verdichtet. Unser Boden ist sowieso nicht das, was man weich und locker nennt. Nun kommt er mir vor wie Beton.

Was können wir machen, ohne alles neu anlegen zu müssen? Das haben wir nämlich vor zwei Jahren gemacht.

Viele Grüße
Silvia
 
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ernst
Gast
« Antworten #1 am: 14. September 2002, 03:40:16 »

hallo silvia!
wenn dein boden wirklich so stark verdichtet ist und du vorher schon unzufrieden warst, würde ich doch die ganze fläche fräsen und entsprechendes substrat bzw. sand einarbeiten und alles neu anlegen. natürlich gibt es andere möglichkeiten, die sind aber ebenfalls mühsam, zeitaufwendig und uu wenig erfolgreich.
grüße ernst
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heidrun
Gast
« Antworten #2 am: 23. September 2002, 18:13:24 »

Ich hatte es auch versucht, den alten Rasen zu retten und habe die Fläche mit einer Grabgabel "duchstochen". Eigentlich wie die Mühe umsonst, er ist schon wieder so fest. Ich glaube du hast mehr Erfolg wenn du ihn erneuerst. Zumal der Garten ja arg gelitten hat wie du schreibst.
LG Heidrun
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Silvia
Gast
« Antworten #3 am: 23. September 2002, 19:40:28 »

Ja, das befürche ich auch. Oder nützt es etwas, wenn man obenauf Sand streut und dann vertikutiert? SDand haben wir noch stehen.

Viele Grüße
Silvia
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Susanne
Gast
« Antworten #4 am: 24. September 2002, 06:52:47 »

Oben drauf Sand streuen hilft tatsächlich, sogar sehr gut. Allerdings nur, wenn man den Rasen gleichzeitig schont, also so wenig wie möglich drauf 'rum läuft.
Die "verbrannten" Stellen sind vermutlich durch Imprägniersalze vergiftet. Das wäscht sich aus, dauert aber länger.

Was ich euch raten würde ist folgendes.
Schneidet den ganzen Rasen kurz, auf etwa 4 bis 6 cm. Mischt Sand mit Rasensamen und mit gesiebtem Kompost. Wenn ihr keinen Kompost habt, mit ganz niedrig dosiertem Oscorna-Animalin (ein vergleichsweise harmloser Ökodünger).
Bringt die Mischung flächig aus, etwa 2 cm hoch, und harkt sie flach. Dann laßt es regnen.

Je nachdem, wo ihr wohnt, wird es noch einen oder zwei Monate so warm sein, daß der Samen keimt und der Rasen wächst. Laßt ihn ruhig mal was höher wachsen, etwa 10 bis 15 cm hoch, bevor ihr wieder mäht. Stellt den Rasenmäher dafür auf die höchste Stufe. Mäht ihn auch nächstes Jahr nur auf einer hohen Stellung, so daß das Gras ständig nicht kürzer als 5 bis 6 cm ist. So erholt er sich bei weitem besser, wurzelt tiefer und baut eine neue, gesündere Struktur auf. Wichtig ist, daß sich die Mikroorganismen, Regenwürmer etc. wieder erholen und die Verdichtung abbauen. Dafür sollte die Erdschicht unter dem Rasen gleichmäig leicht feucht sein und möglichst ungestört bleiben. Wenn ihr also auf der besandeten Fläche Erdhäufchen von Regenwürmern findet, dann habt ihr's richtig gemacht. Auch ein Maulwurfshügel ist ein positives Zeichen.

Die vergifteten Stellen werden noch länger schütter aussehen, aber im Frühjahr werden sie, je nachdem wieviel Regen zwischenzeitlich 'runter kommt, auch verschwunden sein.

So eine umfangreichen Renovierungsmaßnahme kann man auch gleichzeitig nutzen, um Schneeglöckchen, Kroküsse und Blauglöckchen im Rasen zu versenken. Oder um Wildblumen einzusäen.

Zum Thema Vertikutieren kann ich nur sagen, daß ich überhaupt nichts davon halte. Vor allem, wenn ein Rasen ständig zu kurz gemäht wird, zerstört Vertikutieren mehr als daß es nützt. Ein stark vermooster oder verfilzter Rasen sollte einmal gründlich abgeharkt und mit aufgekalktem Sand bestreut werden, außerdem nicht mehr so tief gemäht werden, dann ist er schnell wieder in Ordnung.

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Silvia
Gast
« Antworten #5 am: 30. September 2002, 12:07:42 »

Hallo Susanne,

ich habe deine Antwort heute morgen gerade noch rechtzeitig gelesen, bevor die Bauarbeiter das letzte Material und den halben Bigpack Sand wieder abgeholt haben, der noch auf dem Rasen stand. Sie haben ihn gleich ausgekippt. Jetzt ist endlich der letzte Müll verschwunden und wir können in den nächsten Tagen mit der Renovierung des Rasens beginnen. Wir versuchen es, wie du es vorgeschlagen hast. Das gefällt mir doch besser als alles noch einmal zu fräsen.

Herzliche Grüße
Silvia

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Susanne P.
Gast
« Antworten #6 am: 30. September 2002, 20:06:49 »

Es gibt Techniken zur Bodenbearbeitung, die jegliche Störung der natürlichen Schichtung des Bodens vermeiden,um die Bodenlebewesen zu fördern.Ich versuche so zu gärtnern, auch bei meiner Rasenwiese, die auch durch Bauarbeiten verdichtet war und bedingt durch Garagenabriss auch wieder neu verdichtet ist. Susanne's Methode funktioniert sehr gut, habe seit dem letzten Herbst so gemäht und mein Rasen ist grüner asl der des Nachbarn. Einige extreme Stellen wurden neu eingesäät mit Kompost und Sand. Auf der Nordseite habe ich allerdings auch weiterhin Moos im Traufenbereich der Obstbäume und Haselsträucher. Da ist der pH halt ständig sauer, trotz Muschelkalkuntergrund. Mich stören keine Beikräuter im Rasen und durch die stark verunkrauteten öffentlichen Grasstreifen sät sich sowieso wieder die hiesige Mischung der Wildkäuter aus. Durch regelmäßiges Schneiden und Mulchen mit dem Grasschnitt gebe ich aber den Gräsern einen Vorteil gegenüber den Rosettenkräutern und es hält den Boden feuchter und lockerer besonders im Sommer. Jetzt im Herbst muss man aber mit dem Laub aufpassen und rechtzeitig harken, denn in den abgefallenen Blättern sind viele phenolische Substanzen, dei Wachstumshemmend für Krautiges sein können.

LiGrü,

Susanne P.
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Molly
Gast
« Antworten #7 am: 11. Oktober 2002, 15:44:26 »

Susanne,

ich hab' Deine Renovierungsanleitung mit großem Interesse gelesen. Ich bin so ein "Kurz-Schneider" und der total verdichtete Rasen ist vollkommen mit Moos, Klee und weiß der Teufel noch was durchsetzt. Was mich aber wirklich stört, ist, daß der Rasen immer feucht ist. Drauf rumfläzen kann man vergessen.

Eigentlich sollte er ja renoviert werden. Aber die Nachbarn zur Linken (gleicher Boden) haben Drainagen einbauen lassen, neuen Mutterboden angeschüttet und Rollrasen verlegen lassen. Und trotzdem ist dieser Rasen ständig feucht und wird immer schütterer. Die mähen übrigens nicht so kurz.

Seitdem steht fest, mein ‚Rasen’ kommt weg, statt dessen lieber noch ein paar Rosenbeete - oder so.

Aber jetzt zweifele ich schon wieder. Hätte ich mit Deiner Methode vielleicht doch noch die Chance, mich irgendwann mal in meinen Garten zu legen? Was meinst Du?

Molly
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Andrea
Gast
« Antworten #8 am: 11. Oktober 2002, 17:01:46 »

Vielleicht liegt es sich auf einer Liege zwischen duftenden Rosen aber viel schöner auf einem Holzsteg oder Kiesplatz.
 Grinsend
Hört sich so an als ob es keine riesige Rasenfläche wäre lohnt sich da der Aufwand das Rasen doch noch wächst oder passt man sich dann nicht besser den Umständen an?
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Susanne
Gast
« Antworten #9 am: 12. Oktober 2002, 07:27:52 »


Molly,
ich denke mal, daß es graduelle Unterschiede von "feucht" gibt. Natürlich ist im Prinzip jeder Rasen feucht, zumindest so lange, wie das Gras noch grün ist.

Allerdings, wenn er selbst an heißen Sommertagen so morastig ist, so daß man sich nie drauf setzen kann, dann liegt es nicht am Rasen, sondern am Untergrund.
Habt ihr mal ein bißchen gebuddelt und die Bodenstruktur untersucht? Auf reinem Lehm- oder Tonboden wirst du nie was vernünftiges an Rasen zustande bekommen, das geht nur über Strukturverbesserungen.

Ob "meine" Methoden helfen, wirst du erst im Frühjahr wieder ausprobieren können. Wobei du berücksichtigen mußt, daß gründliche Veränderungen im Untergrund naturgemäß viel länger brauchen als nur eine Veränderung der Grasnarbe, und daß es dabei nicht mit ein bißchen Sand und Mäherverstellungen getan ist.

Rollrasen in Privatgärten halte ich persönlich für Schwachsinn... nur meine persönliche Meinung...


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Molly
Gast
« Antworten #10 am: 14. Oktober 2002, 12:18:09 »

Hallo Susanne,

Du hast meine Befürchtungen bestätigt: es wird nix werden mit Rasen. Tatsächlich ist es eher nass als feucht, auch an den sonnigsten Stellen, wenn es lange nicht geregnet hat. Und es stimmt, es ist auch ein Strukturproblem. Der Rasen war schon „angelegt“, als wir einzogen. Daß das vorher 1 Jahr lang eine Baustelle war, auf der schwere Maschinen und Kräne den Lehm- und Tonboden bis zum Geht-nicht-mehr verdichtet haben, war uns in seiner Auswirkung damals nicht bewußt. Alle Pflanzflächen haben wir mit Sand, Kies, Kompost und viel Schweiß in einen mittlerweile richtig guten Zustand gebracht, wobei natürlich die Pflanzenwurzeln auch ihren Beitrag leisten. Das der Rasen eine womöglich noch viel tiefergehende Bodenbearbeitung bräuchte, war erst klar, als es ‚drumrum’ schon ganz nett wurde. Ich hab’ mich immer gescheut, mit schwerem Gerät das schon Fertige wieder platt zu fahren, nur um an den Rasen ranzukommen. Du warst jetzt mein letzter Strohhalm; jetzt soll keiner mehr sagen, ich hätte nicht alle Möglichkeiten in Betracht gezogen.

Soll ich mal was sagen? Ich freu’ mich jetzt!!! Nu isses durch. Und ich kann noch Pflanzen kaufen, juchu! Und ich muß kein Laub mehr vom Rasen fegen (weil in den Beeten bleibt’s ja liegen Grinsend). Ich kann den ganzen Winter planen und zeichnen und Kataloge wälzen. Es ist fast, als hätte ich nochmal einen neuen Garten gekriegt. Das wird ein richtig guter Garten-Winter. Vielen Dank!

Molly

PS: Dein Tip vor 2 (?) Jahren mit den Blaubeersträuchern zieht weite Kreise. Einige Nachbarn sind von der Herbstfarbe (auffallend leuchtend rot) so begeistert, daß sie jetzt alle Blaubeeren pflanzen wollen!
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