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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Schwarzfäule am Wein? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Schwarzfäule am Wein?  (Gelesen 3356 mal)
papaver
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« am: 02. April 2006, 09:00:31 »

Hallo,

wir haben ein altes Haus gekauft und einen recht vernachlässigten Weinstock am Haus übernommen.  Im ersten Jahr hatten wir ein paar Trauben, aber seit 2 Jahren "ernten" wir nur noch verschrumpelte Mumien.  Bei der google-Suche traf ich auf die Schwarzfäule.  Da aber die nächsten Weinberge etwa 10 km  entfernt sind, kann ich mir das kaum vorstellen.
Was könnte es sonst noch sein und was kann man dagegen tun??  Unser Gemüsegarten ist unterhalb des Weinstocks - Gift ist also ein Problem....

Grüße,
papaver
« Letzte Änderung: 11. März 2008, 12:43:44 von Walther » Gespeichert
Soblu
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Soblu
Klimazone 7a Naturraum 467


« Antworten #1 am: 02. April 2006, 11:13:56 »

Hallo papaver,

hast Du auch noch andere Symptome außer den Beerenmumien an Eurem Rebstock wahrgenommen?
Ältere, geschrumpfte Beeren macht auch noch der Falsche Mehltau "Plasmopara viticola".
Sollte es tatsächlich Schwarzfäule sein... 10km sind kein Problem! http://www.wdr.de/tv/q21/944.0.phtml
Zitat
In vielen dieser Drieschen treibt die Schwarzfäule ungehindert ihr Unwesen, und der Wind trägt die Schwarzfäule-Sporen manchmal bis zu 80 Kilometer weit.

Scheint, als gäbe es keine andere Möglichkeit als eine chemische Bekämpfung.  Unentschlossen
Ein chemisches Mittel gegen den Echten Mehltau soll wohl auch gegen die Schwarzfäule "Guignardia bidwellii" wirken.
Handelsname "Flint".  Im unteren Drittel stehen die LD50 Angaben. Sie liegen jeweils bei über 2000mg/kg!
Zum Vergleich mal die LD50-Werte für Nicotin: LD50, oral, Ratte: 50 mg/kg und Coffein: LD50, oral, Ratte: 261-383 mg/kg
Die Werte sind an Versuchstieren(Ratten) ermittelt worden. Bei Menschen sehen die Werte etwas anders aus: Nicotin ca. 1 mg/kg und Coffein 100 - 200 mg/kg; aber immer noch erschreckend wie giftig manch alltägliche Sache eigentlich ist, oder?  Augen rollen


Beste Grüße

Soblu
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Sonnige Grüße,

Soblu
papaver
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« Antworten #2 am: 02. April 2006, 11:30:55 »

Hallo Soblu,

dumm, wir hätten Bilder von den Symptomen machen sollen.  Ich habe nun über den  Falschen Mehltau nachgelesen, erinnere mich aber nicht mehr genau, wie der Befall aussah.  Hm, müssen wir nun nochmal eine Saison abwarten zum diagnostizieren??
Interessant ist halt auch, dass wir im ersten Jahr nach dem Einzug Trauben hatten.  Seitdem hatten wir 2 Jahre mit Totalausfall.
Mein Mann lässt noch anfragen, ob Tomaten mit Braunfäule, die darunter standen, mit den Problemen in Beziehung stehen könnten???
Was gibt es denn an Bio-Mitteln gegen den Falschen Mehltau??

Vielen Dank für deine Hilfe,
papaver


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Soblu
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Soblu
Klimazone 7a Naturraum 467


« Antworten #3 am: 02. April 2006, 11:58:05 »

Ich persönlich würde erst bekämpfen, wenn bekannt ist, was die Rebe hat!
Die Mittel sind ganz verschieden für diese beiden Pilzkrankheiten.
Symptome des Falschen Mehltaus sind: weiße Beläge auf Blattunterseiten und grünen Beeren. Die Blätter haben zunächst gelb-grüne Flecken, die später braun werden. Die Blätter verdorren und die Beeren schrumpfen. Der Pilz überwintert im befallenen Laub. Dort könnte man ökologisch ansetzen! Räumt das Laub weg und gebt etwas Stickstoff für eine schnellere Rotte darauf. Dadurch entzieht Ihr dem Pilz die Überwinterungsmöglichkeit.
Ansonsten kommen noch Kupfermittel (Cu-oxychlorid, Cu-sulfat) in Frage. Aber Kupfer ist für das Bodenleben nicht gerade förderlich! Die anderen chemischen Keulen lasse ich mal besser weg Zwinkernd
Das Ihr im ersten Jahr noch gut geerntet habt, liegt evtl. daran, dass der Vorgänger den Rebstock entsprechend behandelt hat. Fragt ihn doch mal danach!

Die Braunfäule "Phytophtora infestans" kommt aus der selben Pilzgruppe, wie der Falsche Mehltau. Vermehrt sich also recht ähnlich. Sie befällt aber ziemlich sicher keinen Rebstock! Eine Gemeinsamkeit haben beide noch: Sie wurden aus Amerika eingeschleppt.
 
Beste Grüße

Soblu
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Sonnige Grüße,

Soblu
Sven
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Sven
Weinreben - Kletterpflanzen - Rankhilfen


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« Antworten #4 am: 11. Mai 2006, 07:39:39 »

... in der Regel handelt es sich bei sowas um Echten Mehltau, der ist typisch für alte Hausreben. Die Flecken sind vermutlich fleckige, netzartige Zeichnungsmuster, die auch auf diese Krankheit hindeuten, vielleicht auch eher lila-braun. Das wäre ganz typisch für Echten Mehltau. Den Stock roden und eine pilztolerante, moderne Sorte pflanzen, es hat meist keinen Sinn, daran herumzudoktern....

Mit Gruß, Sven
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