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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Wuchsverhalten unter Robinie 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Wuchsverhalten unter Robinie  (Gelesen 6167 mal)
Cosima
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Waterkant


« am: 09. September 2002, 12:49:10 »

Ich habe unter einer Robinie (die wir im Frühjahr in 3 m Höhe radikal gekappt haben) eine Chayote gepflanzt. Die ist explodiert, ich habe bis jetzt 41 Chayoten aus dieser einen Pflanze geerntet und minstestens 10 kleinere hängen noch dran. Die Triebe haben sich in die Robinie hoch sowie in zwei Richtungen am Zaun ausgebreitet - über einen Wein weg, an mehreren Johanniskrautsträuchern vorbei und schließlich in die Kirschlorbeerhecke, bestimmt 8 m weit. Die Nachbarn, von denen ich die Chayoten ursprünglich vor ein paar Jahren gekriegt habe, haben dieses Jahr extrem wenig Früchte, bzw Wachstum. Der Standplatz ist nur ein paar Meter weiter und bei ihnen seeeehr ähnlich, nur steht da keine Robinie.

Wenn ich es richtig verstanden habe, sondern Robinien doch Nitrate ab oder sammeln sie an den Wurzeln - entschuldigt, falls ich das nicht richtig kapiert habe. Aber ist es möglich, dass die Chayote wegen dieser Ausscheidungen so wahnsinnig wächst? Gedüngt habe ich sie überhaupt nie.

Liebe Grüße
Cosima
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punga
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« Antworten #1 am: 09. September 2002, 14:03:11 »

Hallo Cosima

Die Robinien sind Hülsenfrüchtler und gehören den Papillionaceae -
Leguminosen - = Stickstoffsammlern - an.

Sie gehen - wie viele andere Pflanzen (Erbse, Bohnen, Lupinen etc.)  - mit Stickstoffsammelnden Bakterien eine Symbiose ein - in der die Bakterien Luftstickstoff sammeln und an den Wurzeln anlagern.
Dafür erhalten sie von den höheren Pflanzen andere lebensnotwendige Stoffe.

Ich könnte mir vorstellen - dass Deine Pflanzen (was ist das für'n Zeug ??) davon profitieren.
Ist das was französisches ?

mit gruß
punga


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Cosima
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Waterkant


« Antworten #2 am: 09. September 2002, 14:23:11 »

Danke für die Info, Punga. Dann ist die Robinie ja doch zu irgendwas nützlich.

Chayoten (Sechium edule) gehören zur Kürbisfamilie (Cucurbitaceae) und die Ureltern von meinen stammen von der Insel Réunion (eine Insel rechts von Afrika, nicht weit von Madagaskar). Im Gemüseforum haben wir einen Thread, wo Du den gesamten Lebenszyklus der Pflanze in Bildern sehen kannst:

http://forum.planten.de/index.php?board=7;action=display;threadid=426;start=15

Chayoten stammen aber wohl ursprünglich aus den Bergen Mexikos, Mittelamerikas und Brasiliens. Schon bei den Azteken waren sie als alltägliches Gemüse beliebt.

Liebe Grüße
Cosima
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Susanne
Gast
« Antworten #3 am: 10. September 2002, 00:09:15 »


Im Gegensatz zur Robinie kann man bei Erbsen, Bohnen und andere Schmetterlingsblütlern aber einen Standortwechsel vornehmen und dadurch das verhüten, was die Robinie in Europe zum Schädling macht: Bodenvergiftung durch ständigen Stickstoffeintrag.

Gregor hat mal einen interessanten Beitrag dazu gebracht, in dem unter anderem erwähnt wurde, daß die Grundwasserverseuchung durch Robinien in Österreich zum Verbot dieser Bäume führen soll.
Vielleicht hat er ihn ja noch irgendwo 'rumfliegen und kann ihn nochmal hier 'reinsetzen.






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bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #4 am: 10. September 2002, 07:08:17 »

hallo cosima

Zitat
Insel Réunion (eine Insel rechts von Afrika, nicht weit von Madagaskar).

"rechts" von afrika gefällt mir besonders gut! hat dein geo-prof da nie mit dir geschimpft  Zwinkernd

nichts für ungut, aber das erinnert mich an eine "legendäre" geo-prüfung eines schulkollegen, der die professorin vor der landkarte mit "da oben" und "links sind die...."  zur verzweiflung gebracht hat. sowas vergißt man nie!
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freundliche Grüße,
Bernhard
Cosima
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Waterkant


« Antworten #5 am: 10. September 2002, 08:16:28 »

Bernhard, ich rechne mit der intuitiven Intelligenz der Leser, die wissen, dass rechts Osten ist  Grinsend

Susanne, diese eine Robinie ist die inzwischen letzte auf unserem Grundstück. Das Zeug wächst hier wie die Pest im wahrsten Sinne des Wortes und vier große Robinien haben wir schon gefällt. Die riesige Wiese neben unserem Grundstück wird seit zwei Jahren nicht mehr gemäht (nicht mal mehr einmal pro Jahr wie vorher) und die Wildnis, die entsteht, ist eine Robinienwildnis  Ärgerlich Sie haben sich schon eine große Fläche erobert und sind in den zwei Jahren gewaltig gewachsen. Leider gehört die Wiese uns nicht - aber ich wäre heilfroh, wenn hier alle Robinien vernichtet würden. Das Dreckszeug wächst wie die Feuerwehr und ist für die Umwelt das Letzte. Wenn ich 1991 schon gewusst hätte, WIE schlimm die Dinger sind, hätte ich nicht eine einzige auf dem Grundstück gelassen, leider habe ich das erst vor etwa zwei oder drei Jahren erfahren. Da können mich natürlich die vielen Chayoten nicht drüber hinwegtrösten.

Liebe Grüße
Cosima
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Klimazone 6


« Antworten #6 am: 10. September 2002, 08:20:12 »

@cosima: du setzt aber schon voraus, daß man die karten ordentlich genordet hält, oder  Grinsend

......schwerz beiseite: was sind chayoten. mit den vierbeinern haben die ja wohl nichts zu tun. klingt jedenfalls nach was scharfem!
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Bernhard
Cosima
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Waterkant


« Antworten #7 am: 10. September 2002, 08:58:08 »

Oooh, Bernhard, hast Du oben nach "rechts von Afrika" vor Schreck nicht mehr weitergelesen??? Klick doch mal auf den Link zum Chayoten-Thread.

Scharf sind sie nicht sondern ganz mild, man kann sie nur scharf machen - mit dementsprechenden Gewürzen.

Liebe Grüße
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Waterkant


« Antworten #8 am: 11. September 2002, 14:56:13 »

Hier mal ein Bild von der Robinienwildnis  Ärgerlich  Ärgerlich  Ärgerlich auf der Wiese hinter unserem Grundstück:

http://perso.wanadoo.fr/ckjw/11-09-02-robinien.jpg

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Waterkant


« Antworten #9 am: 29. September 2002, 10:30:43 »

Hihi, jetzt habe ich nochmal weit über 20 Chayoten von der selben Pflanze geerntet und es hängen immer noch welche dran...

Stecken jetzt eigentlich die ganzen Nitrate in den Chayoten?

Liebe Grüße
Cosima
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Günther
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« Antworten #10 am: 29. September 2002, 10:57:38 »

Die Nitrate stecken genauso oder genauso icht in den Früchten wie jeder andere Dünger.
Stickstoff ist ein Bestandteil des Eiweißes, ohne Stickstoff keine Proteine. Nitrate liefern leicht verwertbaren Stickstoff, an sich werden sie in der Pflanze als solche nicht benötigt (hoffentlich gibts da kein Mißverständnis).
Stickstoffdünger fördern vor allem den Blattwuchs, überschüssige Nitrate werden primär im Grünzeug gespeichert (Spinat !).
Die Früchte werden nicht so wahnsinnig viel Nitrat enthalten, teils, weil  die Stickstoffbakterien nicht nur bzw. sogar eher weniger Nitrat produzieren, und dieser gebundene Stickstoff geht langsam übers Jahr verteilt zu den Abnehmerpflanzen. Ein Schauferl Blaukorn liefert mehr und das schlagartig.
Wenn Neugier besteht, wieviel Nitrat im Gemüse, in Früchten, in Kartoffeln z.B., drin ist: Nitrat-Teststreifen/-stäbchen, beispielsweise von Merck, kaufen, empfindlichste Sorte, und testen. Vorsicht, relativ teuer!
Ich teste gerne vor Ort, beim Bauern, die Erdäpfel auf Nitrat: Aufschneiden, Streifen einlegen, zusammenpressen, und nach der Wartezeit ablesen. Da schauen die Bauern meist groß, und der Sinn ist: Je mehr Nitrat, desto schlechter lagerfähig.
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Cosima
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Waterkant


« Antworten #11 am: 29. September 2002, 12:16:36 »

Na, dann esse ich sie weiter ohne große Sorge - danke für die Erklärung! Allerdings klingt auch das mit der Testerei sehr spannend! Da werde ich bei meinem nächsten Deutschlandbesuch mal schauen, ob ich solche Teststreifen finde - hier sehe ich da eher schwarz. In was für Geschäften wird sowas verkauft (ich mein jetzt die besseren)? Gartencenter? Baumärkte? Kaufhäuser? Drogerien?

Liebe Grüße
Cosima
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Günther
Gast
« Antworten #12 am: 29. September 2002, 12:23:27 »

Teststreifen können mühsam sein.
Wenn man in einem Labor ist, kein Problem - no na.
Ansonsten: natürlich der Laborfachhandel, vielleicht manche Apotheken. Manchmal findet man sie auch in Gartencentern bei Bodentestsets, auch Umwelttestkits enthalten manchmal sowas, auf alle Fälle sind sie dann SEHR teuer.
Persönlich empfehle ich die Teststäbchen (sind Plastikstreifen) von Merck.
Die Haltbarkeit ist begrenzt, auf Ablaufdatum achten und kühl lagern. Können auch zur Trinkwasserkontrolle verwendet werden.
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Andreas Regner
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Klimazone 7 (6-8), phän. Naturraum 70


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« Antworten #13 am: 29. September 2002, 16:36:53 »

Im Gegensatz zur Robinie kann man bei Erbsen, Bohnen und andere Schmetterlingsblütlern aber einen Standortwechsel vornehmen und dadurch das verhüten, was die Robinie in Europe zum Schädling macht: Bodenvergiftung durch ständigen Stickstoffeintrag.
Gregor hat mal einen interessanten Beitrag dazu gebracht, in dem unter anderem erwähnt wurde, daß die Grundwasserverseuchung durch Robinien in Österreich zum Verbot dieser Bäume führen soll.
Vielleicht hat er ihn ja noch irgendwo 'rumfliegen und kann ihn nochmal hier 'reinsetzen.

hallo,

weiss nicht, ob du den meinst:
Die Killeralgen kommen - Überlegungen zur ''Einwanderungs-Problematik"
http://www.pflanzenbuch.de/modules.php?name=News&file=article&sid=99
oder
http://www.planten.de/pflanzen/botanik/einwanderungsproblematik/

weitere Texte mit Bezug auf Robinie und Boden (alle auch auf planten.de verfügbar) :

Das Weinviertel botanisch betrachtet    (längerer Absatz)
http://www.pflanzenbuch.de/modules.php?name=News&file=article&sid=226

Ein Loblied auf den Holler, das heilige Gehölz    (nur 1 Satz)
http://www.pflanzenbuch.de/modules.php?name=News&file=article&sid=170
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grüsse
andreas
ChristineSZ
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ChristineSZ
In case of doubt - make it sound convincing.


« Antworten #14 am: 29. September 2002, 19:13:47 »

Kann eine ca. 3-jährige, 1,80m hohe Robinie noch umgepflanzt werden? Wann wäre der beste Zeitpunkt?
Lg Christine
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La luz al final del túnel solo indica que llega el próximo tren ;-)
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