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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: Bodenlockerung / Gründüngung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Bodenlockerung / Gründüngung  (Gelesen 6159 mal)
Pimienta
Gast
« am: 05. September 2002, 11:55:13 »

Hallo,

ich möchte zur Bodenlockerung und als Gründüngung Lupinen pflanzen. Ich wollte sie im November aussäen (in Spanien) und beim nächsten Aufenthalt (ca. März/April) unterarbeiten.

Jetzt habe in einem Artikel folgenden Hinweis gefunden:

Zitat
"Wo 'Lupinus polyphyllus' mit seiner langen Pfahlwurzel einmal Fuß gefasst hat, breitet er sich auch weiter aus. Schuld daran ist die unerhört fleißige Samenproduktion. Die rund 60 Blüten pro Lupine erzeugen bis zu 2000 Samen und verschleudern den auch noch bis zu sechs Meter weit. ....
Einig sind sich die Experten in der Aussage:
Lupinen ja bitte, aber kontrolliert."


Wie lange brauchen die denn, um Samen zu bilden ?
Im Geiste sehe ich schon eine Lupineninvasion und entsprechend zornige Nachbarn vor mir.  Verlegen

Gibt es ungefährlichere Alternativen ?

fragt sich
Pimienta
« Letzte Änderung: 10. September 2002, 14:09:23 von Pimienta » Gespeichert
Susanne
Gast
« Antworten #1 am: 11. September 2002, 08:40:43 »


Wir haben in den milderen Gegenden Deutschlands ähnliche Probleme mit Gründüngepflanzen, die früher im Winter abstarben, in den heutigen Wintern aber nicht mehr.
Statt im Frühjahr tot, platt und düngend auf dem Acker zu liegen, erfreuen sie sich bester Gesundheit, schmeißen mit Samen und breiten sich hoffnungsvoll aus.
Das dürfte der gleiche Effekt sein, wie du ihn für die Lupinen in Spanien nennst.

Nun kann ich dir schlecht sagen, welche Gründüngungspflanzen in Spanien ratsam wären, da müßtest du mal mit "grünen" Spaniern sprechen.
Aber ich kann dir empfehlen, Gemüse anzubauen, welches im Prinzip die gleichen Vorteile bringt wie Düngelupinen. Da wären zum einen Schmetterlingsblütler wie Bohnen (Saubohnen, Stangebohnen, Buschbohnen usw.) und Erbsen aller Art. Zum anderen tiefwurzelnde Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler, Rettiche vor allem, aber auch Kohlsorten.
Nicht zuletzt sind Kartoffeln dafür bekannt, daß sie zur Bodenverbesserung beitragen.

Das heißt, im Prinzip kannst du durch einen gut geplanten Gemüseanbau den gleichen bodenverbessernden Effekt erzielen wie mit den nicht eßbaren Futterlupinen.
Eine zusätzliche Verbesserung erzielst du, wenn du einjährige Sommerblumen (Tagetes, Kapuzinerkresse, Phacelia, Sonnenblumen) die für Insektenfutter, mehr und andere Grünmasse, Bodendeckung und etwas Öko zwischen den Reihen sorgen, dazwischen säst. Außerdem sieht es netter aus und wirkt denkanstoßend auf die Nachbarn.

Eine andere Möglichkeit wäre, mal über den Teich zu gucken...
"Die drei Schwestern", Mais, Stangenbohnen und Kürbis, bilden den traditionellen, bodenschonenden Ackerbau verschiedener Indianervölker. Wenn du in einem klimatisch entsprechenden Teil von Spaniens residierst, könnten auch die drei Schwestern eine gute Wahl sein.
Der Acker wird in Streifen mit Abstand teilgepflügt. In die Streifen wird als erstes Mais gepflanzt. Wenn der Mais etwa einen Meter hoch ist, werden an die Basis der Maispflanzen Stangenbohnen gelegt. Sobald die Stangenbohnen Fuß gefaßt haben, werden Kürbispflanzen an den Rand der Streifen gesetzt.
Während die Bohnen durch ihre Stickstoffausscheidungen die nötige Zusatzdüngung von Mais und Kürbis herstellen, beschattet der Kürbis mit seinen großen Blättern den Boden und verhindert so Austrocknung.
Wer rechtzeitig im Frühjahr mit dieser Art der Feldbestellung beginnt, hat im Sommer einen gleichmäßig bedeckten Boden, geschützt vor Austrocknung und Erosion, zugleich die Aussicht einer bombastischen Ernte der Grundnahrungsmittel.
Was die Indianer allerdings nicht konnten, war, die abgeernteten Pflanzen unterpflügen, was die Bodenstruktur nochmals erheblich verbessert hätte. Sie zogen einfach weiter und überließen das Pflügen der Natur.

Ich würde heute keinen Gründünger mehr benutzen, wenn ich mit gleichem Aufwand und Effekt eine Ernte einfahren könnte.



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Pimienta
Gast
« Antworten #2 am: 12. September 2002, 09:00:42 »

Hallo Susanne,

Vielen Dank für Deine Antwort  Smiley.

Gemüseanbau ist eine interessante Alternative. Falls wir nicht alles ernten können, wird es eben untergepflügt.

Auch die Idee mit den "drei Schwestern" gefällt mir sehr (woher hast Du sie?).

Vielleicht werde ich es in einer Urlaubsperiode nicht schaffen (wir wohnen noch nicht dort), aber einen Anfang kann ich ja mal wagen. Klimatisch gesehen müsste es klappen.

Gruß
Pimienta

Gespeichert
Susanne
Gast
« Antworten #3 am: 13. September 2002, 06:14:46 »


Den "drei Schwestern", Mais, Bohnen, Kürbis, bin ich in amerikanischen Foren zuerst begegnet. Und die Zusammenstellung ist ja wohl auch genau das Gemüsecliché, welches wir mit Amerika verbinden...

Was mich daran so faszinierte war, daß diese Form der Feldbestellung sehr anspruchslos und pflegeleicht ist. Ideal für weit streifende Jägervölker, die nicht allmorgendlich mit der Hacke über die Scholle dackeln können. Solche Felder konnte man ruhig mal eine ganze Woche allein lassen.
Außerdem sind es alles drei Lagergemüse, die während des Winters mit das Überleben sicherten.

Wenn du Englisch kannst, mach mal eine Suche mit "three sisters" oder +corn +beans +pumpkin
bei google. Es gibt hunderte von Geschichten und Rezepten zu dem Thema. Auch kulturhistorisch sehr interessant.

Gespeichert
Margitta
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« Antworten #4 am: 20. September 2002, 07:35:30 »

Verstehe ich euch oben richtig: Ich könnte auf meine leeren Beete auch einfach breitwürfig mehr Spinat oder Feldsalat säen und dann das, was im Frühjahr davon noch übrig ist, unterhaken? Hätte den selben Effekt wie andere "Gründünger"? Hier in Bayern sind die Winter noch recht streng, was würde sich denn noch als Gründünger anbieten? Mein vor einiger Zeit gesäter Spinat und Feldsalat ist bisher sehr sehr kümmerlich wegen zu viel Nässe und niedrigen Temperaturen in den letzten Wochen.

Danke für Tipps!
Gruss, Margit
Gespeichert
Susanne
Gast
« Antworten #5 am: 20. September 2002, 09:30:53 »



Ja, das kannst du. Ein Bekannter von mir sät als letztes breitwürfig Feldsalat aus, funktioniert ausgezeichnet.
Wenn euer Wetter kalt und naß ist, würde ich vielleicht ein schneller keimendes Gemüse vorziehen, vielleicht auch eine Mischung, zum Beispiel Radieschen und Spinat. Hauptsächlich geht es ja darum, daß der Boden bedeckt ist.
Gut zur Bodengeneration ist auch eine dicke Strohdecke. Darunter erholt sich der Boden ausgezeichnet, und im Frühjahr kann das Stroh entweder abgeharkt und kompostiert oder untergepflügt werden. Hängt davon ab, wie stark es verrottet ist und wie dick die Schicht war.

Außerdem kann man jetzt schon alle Einjährigen aussäen, die winterhart sind, also zum Beispiel Sommerrittersporn, Löwenmäulchen oder Seidenmohn. Die Keimung erfolgt zwar häufig erst im Frühjahr, aber insgesamt zügiger als die Aussaat im Frühling.


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