Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
06. Dezember 2020, 02:09:54
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Alte Umfrage: Sollte die Sommerzeit (MESZ) abgeschafft werden?
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Spritzungen im Obstbau 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Spritzungen im Obstbau  (Gelesen 4306 mal)
Zwiebelchen
*****
Offline Offline

Zwiebelchen
Rosenfan, jetzt schwäbisch-fränkischer Wald, 500 m


« am: 14. Februar 2006, 14:53:18 »

Wir haben hier ja schon mehrmals diskutiert über / oder gegen Spritzungen der Obstbäume gegen die verschiedenen Schädlinge.
Im Familienkreis hatten wir eine heftige Diskussion wegen der Kupferspritzung bei der Pfirsichkräuselkrankheit. Mein Vater meint es wurde jahrzehntelang damit gespritzt. Jetzt ist das Gift nicht mehr für den Kleingarten erlaubt sondern nur im Erwerbsgartenbau.
Warum erlaubt im Erwerbsgartenbau? Wenn es schädlich ist für Mensch und/oder Tier warum ist es dort noch erlaubt?
Das gleiche Mittel darf ich als Kleingärtner aber für Zierpflanzen nehmen.
Verstehe ich nicht!
Grüße vom Zwiebelchen
« Letzte Änderung: 14. Februar 2006, 14:54:09 von Zwiebelchen » Gespeichert

Grüße vom Zwiebelchen
Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)
Baumfex
****
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #1 am: 15. Februar 2006, 20:46:58 »

Ich denk mal, dass man einfach davon ausgeht, dass man mit den Mitteln im Erwerbsobstbau "sachgemäß" umgeht, was immer man darunter auch verstehen mag ...
Zumindest ist im Erwerbsobstbau die Menge des eingesetzten Pflanzenschutzmittels auch ein gewisser Kostenfaktor, so daß zumindest von diesem Standpunkt aus von einem vernünftig dosierten Einsatz auszugehen sein sollte ...

Ist aber jetzt nur meine Privatmeinung.

Gruß
Baumfex
Gespeichert

Aliquid amplius invenies in silvis quam in libris.
Ligna et lapides docebunt te, quod a magistris audire non possis.
Soblu
****
Offline Offline

Soblu
Klimazone 7a Naturraum 467


« Antworten #2 am: 16. Februar 2006, 09:35:26 »

Wenn man gewerblich mit Pflanzenschutzmitteln handelt oder sie anwendet muss man seit einigen Jahren einen entsprechenden "Schein" dafür machen.
Selbst Mitarbeiter der Stromversorger, die mit "Round up" und Co. nur in den Umspannwerken für saubere Flächen sorgen sollen, müssen diesen "Schein" nachweisen!
Er nennt sich "Sachkundenachweis Pflanzenschutz"oder so ähnlich! Dauert 2-3Tage und ist für jeden mit etwas Verstand zu schaffen.
Kleingärtnern brauchen ihn meines Wissens nach nicht.
Deshalb steht auch auf jedem Mittelchen, für welche Krankheiten an welcher Pflanze und ob es für den Kleingarten zugelassen ist oder eben nicht.
Leider sind die Entwicklungs- und Zulassungskosten für PSM(Pflanzenschutzmittel) immer höher geworden, sodass es sich für die Pharmakonzerne nicht mehr lohnt ein wenig nachgefragtes PSM zu vertreiben. Meist wird noch bis zum Ende der Zulassung hergestellt und verkauft.
Danach sieht es dann Essig aus!

Allmählich werden uns die PSM ausgehen-der Anbau von Spezialkulturen wird eingestellt und wir beziehen dann das Gemüse/Obst aus dem Ausland.
Dort gibt es weniger strenge Auflagen (Wartezeiten, Spritzmengen usw.), aber so soll es wohl sein  Unentschlossen

Kupfer ist mit Schwefel eines der ältesten PSM. In den vorgeschriebenen Aufwandmengen sind Cu und S für Mensch und Tier weitgehend ungiftig (kein Gefahrensymbol).
Bis heute herrscht keine 100%Klarheit über die Wirkungsweise von Cu. Außerdem ist es giftig für Fische.
Vielleicht sind die beiden letztgenannten Gründe für den Rückzug aus den Kleingärten verantwortlich?!


Beste Grüße

Soblu
Gespeichert

Sonnige Grüße,

Soblu
Zwiebelchen
*****
Offline Offline

Zwiebelchen
Rosenfan, jetzt schwäbisch-fränkischer Wald, 500 m


« Antworten #3 am: 16. Februar 2006, 09:43:26 »

Na das ist doch schon mal der Versuch einer Erklärung. Ich verstehe, das manche Kleingärtner vielleicht auch des Guten zu viel tun um jeden Schädling zu vertreiben. Darum sind Bestimmungen zum Schutz von Mensch und Tier notwendig.
Um noch mal auf die Pfirsichbäume zu kommen. Die Spritzung wird dort im sehr zeitigen Frühjahr vorgenommen Feb/März. Bis sich dann Früchte ernten lassen ist doch noch solange Zeit. Aber vielleicht ist dort etwas Chemie bei das sich nicht abbaut. Zierpflanzen ißt man in der Regel nicht und da wäre es nicht so schlimm.
Verständlich ist das für den "normalen" Kleingärtner nicht.
Grüße vom Zwiebelchen
« Letzte Änderung: 16. Februar 2006, 09:44:30 von Zwiebelchen » Gespeichert

Grüße vom Zwiebelchen
Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)
Soblu
****
Offline Offline

Soblu
Klimazone 7a Naturraum 467


« Antworten #4 am: 16. Februar 2006, 11:27:16 »

Beim googlen eben noch gefunden:
aus Thüringen
ab Seite 81 geht es auch um die Kräuselkrankheit
gartenakademie
Uni Hamburg-Auflistung einer Vielzahl von Pflanzenkrankheiten
Uni Hamburg2

Eine 100%ige Erklärung, warum Cu verbannt wurde konnte ich nicht finden. Nur Sätze wie diese:
"Kupfer ist ein essenzielles Schwermetall, das bereits bei mäßig überhöhten Konzentrationen toxische Effekte auf Pflanzen und Bodenorganismen hat. Die Spanne zwischen essenzieller und toxischer Dosis ist bei Cu für viele Organismen gering. Für Menschen besteht jedoch nur eine relativ niedrige Toxizität."Quelle

In der BBA gab es wohl ein "Fachgespräch" zum Thema Kupfer und ökologischer Landbau; darüber dann einen Bericht-abgedruckt in Heftform: "Berichte aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, 53"
Leider scheint er vergriffen zu sein.

Beste Grüße

Soblu
Gespeichert

Sonnige Grüße,

Soblu
willem_baltic
Gast
« Antworten #5 am: 16. Februar 2006, 11:38:28 »

Moin Moin

ist einer von euch Kleingärtner? Die Jungs (und Mädels) kann man in drei Schubladen stecken.
Den Öko, der nachts ganz verschämt seine Rosen mit Spüli-Spiritus besprüht und Giersch als Gemüse betrachtet.
Und dann gibt es die "Naturburschen", die in ihrem 10m²-Gewächshäuschen halb Holland an Tomatenertrag übertreffen wollen. Da wird 10-Monate im Jahr alles reingepumpt, was der Baumarkt hergibt. "Viel hilft viel, aber ich will noch mehr ..." ist da das Motto.
Leider wird die 3. Gruppe immer kleiner, das sind die, die auch mal eine Wühlmausfalle aufstellen, immer kleiner.

Ich finde es gut, wenn nicht jeder Hansel alles bekommt und in die Pampa pumpen darf.

Gruss willem
Gespeichert
spatenstich
****
Offline Offline

spatenstich
Ein Tag ohne Lachen ist ein schlechter Tag!


« Antworten #6 am: 16. Februar 2006, 12:15:59 »

Ich kenne die deutsche Situation nicht so genau. Aber könnte es sein, dass es sich um ein Präparat handelt, dass seine Zulassung und/oder Indikation verloren hat? Oft gibt es dann ein neues Präparat oder ein Präparat mit einer neuen Formulierung (Wirkstoff/Beistoff) auf dem Markt.

Das Kupfer ist prinzipiell keine sehr harmlose Sache und ist irgendwo - mein Gott, die Schulzeit ist schon ewig her - im Periodensystem bei den schwereren Sachen angesiedelt. Die Regenwürmer nehmen gekupferte Blätter gar nicht gerne. Normalerweise lassen sie sie liegen.

Die Kräuselkrankheit ist eine sehr lästige Angelegenheit. Mit einer Kupferspritzung ist da nicht wirklich ausreichend gewerkt worden. Eine Spritzung sollte im Frühjahr und eine im Herbst erfolgen. Ich liebe Pfirsiche, aber die Spritzerei geht mir wohin - dreimal raten ist hier frei.

Spritz man den Baum nicht, schreitet die Krankheit mit dem teilweisen Laubfall fort und der Baum wird auf Dauer so weit geschwächt, dass er irgendwann eingeht. Nicht lustig. Lösungen kann ich aber auch nicht anbieten. Leider.

Spatenstich  Traurig
Gespeichert
Zwiebelchen
*****
Offline Offline

Zwiebelchen
Rosenfan, jetzt schwäbisch-fränkischer Wald, 500 m


« Antworten #7 am: 16. Februar 2006, 18:19:44 »

Oh Soblu, Deine Links sind ja Klasse. Habe mich festgelesen!
Danke  Smiley
Grüße vom Zwiebelchen
Gespeichert

Grüße vom Zwiebelchen
Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)
Soblu
****
Offline Offline

Soblu
Klimazone 7a Naturraum 467


« Antworten #8 am: 17. Februar 2006, 10:56:58 »

@zwiebelchen

Gern geschehen  Zwinkernd

@willem

Das kann ich so nicht stehen lassen.
Es geht mir nicht darum, dass
Zitat
jeder Hansel alles bekommt und in die Pampa pumpen darf.

Mir geht es eher um die, die davon in Dtl. leben müssen!
Die Landwirte die, im Gegensatz zur ausländischen Konkurrenz, immer weniger Mittel zur Verfügung und immer höher Auflagen/mehr Papierkrieg zusätzlich zu leisten haben.
Und die wenigstens davon pumpen sinnloserweise soviel wie möglich auf die Felder/Anlagen. Das geht nämlich ordentlich ins Geld!
Bei PSM und beim Dünger. Zwinkernd

Wer gibt freiwillig mehr aus, wenn er bei weniger Einsatz gleich viel Ernten kann? Die wenigsten.
Natürlich muß man dafür vorausschauend handeln-was nicht immer leicht fällt.
Welche Landwirt weiß denn heute, wie das Wetter in 7Tagen(oder zwei Monaten) wirklich aussieht?
Regnet es, wird es endlich warm und trocken, oder kommt nochmal Frost, läuft endlich das Wasser in die Drainagen  Unentschlossen
Sie arbeiten mit und nach dem Wetter. Jedes Jahr und jeder Bestand ist anders.
Nur ein Beispiel: Ist der Bestand im Frühjahr durch genügend Niederschläge und gute Nährstoffversorgung zu gut gewachsen (bestockt), sterben bei evtl. zu früh einsetzender Sommertrockenheit die Halme vorzeitig und es gibt nur Schmachtkörner. Hier kann keiner die Getreidefelder beregnen!

Kleingärtner müssen da weniger eng kalkulieren, weil sie nur wenigen Pflanzen oder m² behandeln wollen und sie verdienen ihr täglich Brot mit anderes Jobs.
Es soll Leute gegeben haben, die im Kleingarten ein Insektizid unter den Pflaumenbaum literweise verteilt haben.. wegen der Maden.
Jahrelang waren die Früchte madenlos Schockiert Schweigend

Ist halt meine Meinung... Zwinkernd

Beste Grüße

Soblu
« Letzte Änderung: 17. Februar 2006, 10:58:11 von Soblu » Gespeichert

Sonnige Grüße,

Soblu
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Spritzungen im Obstbau « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines