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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Obstbaumwiese mit 50 Jahre alten Bäumen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Obstbaumwiese mit 50 Jahre alten Bäumen  (Gelesen 5599 mal)
muesve
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« am: 28. August 2005, 15:10:38 »

Hallo zusammen,

ich habe von Oma+Opa eine alte Obstbaumwiese geerbt.
Die Sorten sind dank Opas Übersichtsplan bekannt.
Es handelt sich dabei um ca. 20-25 Apfelbäume, Kirschenbaum, 2-3 Zwetschgenbäume und Mirabellenbaum aus den 50er Jahren.
Die Wiese war verpachtet jetzt wollen wir die Wiese selbst bewirtschaften.
Bei meinem Streifzug gestern habe ich festgestellt, daß die Bäume mehr oder weniger verheerend aussehen und gar kein Obst tragen, im Gegensatz zum Nachbargrundstück.
Ich konnte insgesamt nur ca. 10 Äpfel sehen auch auf dem Boden lagen fast keine (auch ca. 10 Stück)

Meine Frage wäre nun was gibt es für einschlägige Literatur + Möglichkeiten die Obstwiese wieder auf Vordermann zu bringen bzw. lohnt es sich überhaupt noch die "alten" Bäume zu kultivieren.

Was würdet ihr tun?  Grinsend

Ich möchte mich im voraus schon für Eure Anworten bedanken!  Smiley

Falls Ihr Bilder sehen wollt, wäre das kein großes Problem ich könnte im Laufe der Woche welche schießen.

Gruß Sven
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Pflaume
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« Antworten #1 am: 29. August 2005, 07:55:17 »

Hallo Sven,

da die Bäume aus den 50ern stammen, dürften sie alle auf Sämlingsunterlage stehen. In diesem Fall wäre die vorgegebene maximale Lebensspanne zumindest bei den Äpfeln noch lange nicht erreicht.
Evtl. sind die Bäume auf dem Nachbargrundstück zur gleichen Zeit gepflanzt worden, vielleicht sogar vom gleichen Lieferanten, vielleicht weiß das noch jemand.
Aufgrund der Schilderung hört sich das allerdings nach einem gehörigen Stück Arbeit über mindestens ein halbes Jahrzehnt an. Habe selbst die Betreuung eines solchen Gartens, der allerdings noch nicht ganz so heruntergekommen war, vor 5 Jahren übernommen, wenn ich das nächste Mal dorthin komme (also vermutlich im März zum Baumschnitt) kann ich ja mal ein paar Fotos machen, was man in dem Zeitraum daraus machen kann, aber wie gesagt, es ist eine Menge Arbeit.
Wenn Du das dennoch in Angriff nehmen willst, wären einige Fotos jedoch hilfreich, um zu sehen ob es nicht evtl. schon zu spät ist. Bei der Gelegenheit vielleicht gleich auf morsche Äste/Stämme und Pilze überprüfen.
Alternative wäre, zumindest bei problematischen und hoffnungslosen Fällen die Fällung und Neupflanzung, wobei darauf zu achten ist, daß auf die Stelle eines Apfelbaumes ein Steinobstbaum kommt, und umgekehrt, wegen Bodenmüdigkeit.

Grüße
Pflaume
« Letzte Änderung: 29. August 2005, 08:05:08 von Pflaume » Gespeichert

Credo, quia absurdum - Tertullian
muesve
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« Antworten #2 am: 29. August 2005, 10:13:17 »

Hallo Pflaume,

ich werde heute nachmittag mal rüberfahren und ein paar Bilder schießen.
Danke für deine Antwort!  Smiley

Gruß Sven
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martinita
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« Antworten #3 am: 29. August 2005, 10:37:17 »

Herzlichen Glückwunsch zur Obstbaumwiese!

Ich habe auch von Opa so eine geerbt. Die meisten Bäume wurden nach dem Krieg gepflanzt, einige auch davor.
Leider hat mein Opa nicht Buch geführt, so dass ich keine Ahnung haben, welche Apfelsorten dort wachsen.
Mein vorteil: Die Bäume wurden wenig geschnitten und sind deshalb wenig "ver"schnitten...
Würde dir zum Baumschnitt Palmers "Notenschlüssel der Natur" empfehlen.
Die alten Bäume, auch die, die momentan nichts tragen würde ich persönlich stehen lassen. Vielleicht kommt ein Specht und zieht in so einen alten Baum ein.

Generell würde ich bis nächstes Jahr warten, um zu beurteilen, wie gut sie tragen, denn (zumindest bei uns in Süddeutschland) dieses Jahr ist ein schlechtes Obstbaumjahr.
Letztes Jahr wurden wir von den vielen Äpfeln beinahe erschlagen und dieses Jahr lohnt es fast nicht zu ernten....

Viele Grüße, Martinita.
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Zwiebelchen
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Zwiebelchen
Rosenfan, jetzt schwäbisch-fränkischer Wald, 500 m


« Antworten #4 am: 29. August 2005, 11:16:15 »

Ach ich bin richtig neidisch!!! Träume auch schon lange von einer Streuobstwiese und unterliege jedes Jahr aufs Neue der Versuchung mich um eine Pacht zu kümmern. Vielleicht befindet sich in der Umgebung hier ein verwilderter Obstgarten?
Also ich würde vielleicht auch in Erwägung ziehen einen Fachmann für Obstbaumschnitt zu gewinnen. Bei Baumschulen uä. gibt es soetwas. Und nach genaueren (!) Absprachen dann das Nötigste zu tun. Es ist ein Stück Arbeit und Du musst entscheiden ob du diese Verpflichtung eingehen willst. Das heißt ja dann auch die Fülle (wenn es dann so ist) verarbeiten.
Es kann einfach nicht sein, dass die Bäume nicht mehr tragen. Wenn Dein Opa so genau Buch geführt hat, hatte er sicher auch genug Sachverstand beim Anlegen der Obstwiese.
Grüße vom Zwiebelchen
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Grüße vom Zwiebelchen
Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. (chinesisches Sprichwort)
muesve
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« Antworten #5 am: 29. August 2005, 13:14:46 »

@Martinita

Bin auch aus Süddeutschland zwischen Pforzheim und Stuttgart. Nähe Vaihingen/enz.
Palmer, auch bekannt als Remstalrebell ist bekannt.
Schade, daß er verstorben ist.
Ich werde mich mal um das Buch bemühen.
Die Erträge sind allgemein schlecht dieses Jahr das ist bekannt aber wenn ich da des Nachbars Grundstück sehe, der hat Äpfel en masse.
Ich werde nachher mal kurz rüberfahren und ein paar knipsen.

Gruß Sven
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muesve
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« Antworten #6 am: 29. August 2005, 13:16:31 »

@Zwiebelchen

Das denke ich auch, zumal Opa ja auch im OGV und die Wiese 40 Jahre lang sein Hobby war.
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muesve
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« Antworten #7 am: 29. August 2005, 18:36:34 »

-> so, hier mal ein paar Bilder von den Bäumen! <-
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haweha
Gast
« Antworten #8 am: 29. August 2005, 18:57:20 »

Hallo muesve:

Ich hole mal den Link hervor (funktionierte bei mir nicht -
da ist ein slash am Schluss der Adresse zuviel)
...ein paar Bilder von den Bäumen...


Liebe Grüße
Hans-Werner
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Urs
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« Antworten #9 am: 29. August 2005, 19:22:18 »

Ich würde annehmen, die Bäume wurden vor nicht allzu langer Zeit sehr stark (zu stark) geschnitten und versuchen nun die Krone zu regenerieren. Das meiste Gezweig scheinen Wasserreiser zu sein, die Kronen sind auch viel zu dicht - im Gegensatz zu Nachbars Bäumen.
Ich würde die Kronen im Herbst oder Frühjahr vorsichtig auslichten.

Urs
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Pflaume
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« Antworten #10 am: 29. August 2005, 21:04:59 »

Herzlichen Glückwunsch,

solche Bäume hätte ich vor 5 Jahren auch gerne unter meine Fittiche genommen.
Ist zwar einiges zu tun- aber würde diese Bäume dem des Nachbarn dennoch vorziehen.

Sofern Du ein Buch von Palmer bestellen willst, kannst Du von mir die Emailadresse seines Sohnes Patrick haben, über Mitteilungen,
aufgrund dessen, daß es viele Spambrüder im Netz gibt, will ich sie nicht offen ins Forum stellen.

Ein Tip von mir: bevor Du schneidest, überlege Dir zuerst, wie Deine Bäume langfristig aussehen sollen.
Es gibt hier so ein Sprichwort, das auf den Baum übertragen heißt: Ein Gerader und ein Krummer haben abwechselnd geschnitten bis der Baum kaputt war.

Lieber nichts tun, als alle Jahre nach einem anderen „Schnittmuster“ die Bäume beglücken.

Also zuerst Theorie aus verschiedenen Richtungen z.B. Palmer – Obstbaumverein- LWA, von mir aus auch Hohenheim, wälzen, sich für eine Richtung entscheiden, und dann mal ein halbes Jahrzehnt das so durchziehen, damit man später sieht, was bei dieser Vorgehensweise herauskommt.

Wer einige Bäume zur Verfügung hat, sich aber nicht sicher ist welche Lehre die bessere ist, der kann auch verschiedene Bäume nach verschiedenen Lehren schneiden, um zu sehen, was an diesen Lehren dran ist, man darf aber dabei nicht durcheinanderkommen, also dann unbedingt entsprechend markieren.

@Martinita: ganz klar, letztes Jahr gab es deutlich mehr Obst, als dieses Jahr (zumindest hier in der Bodensseeregion), aber gut geschnittene Bäume bringen auch dieses Jahr ganz schön, zumindest jammerte mir meine Mutter bei meinem Besuch letzte Woche die Ohren voll von wegen der bevorstehenden vielen Arbeit mit den Äpfeln. Und beim ausheben einer Grube für die faulen und verfrüht abgeworfenen Äpfel bin ich ganz schön ins schwitzen geraten.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Urs
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« Antworten #11 am: 30. August 2005, 08:14:18 »

Hallo Muesve,

Pflaume hat schon recht, Nachbars Bäume sind nicht gerade wie typische, rgelmäßig aufgebaute Hochstämme geschnitten. Das waren sie vielleicht einmal. Auch beim Nachbarn sieht es so aus, als hätte jemand Stammverlängerung und Leitäste gekappt, vermutlich jedoch schon vor etwas längerer Zeit als bei Deinen Bäumen, und die entstandenen Wasserreiser ausgedünnt, um wieder zu ertragsfähigen Ästen zu kommen.Eine langlebige Baumkrone erzielt man so nicht. Vermutlich sollte vor allem die Höhe der Bäume begrenzt werden, um die Ernte zu erleichtern.
Was die Literatur angeht, so ist z. B. Palmers "Notenschlüssel der Natur" durchaus zu empfehlen, jedoch keinesfalls als einziges Werk. Was den Schnitt von eingewachsenen Bäumen angeht, fährt man nach Palmers Anleitung gut, beim Aufbau der Kronen frisch gepflanzter Bäume habe ich persönlich nach Palmers Methode (Schnitt auf Innenauge, Langschnitt) keine guten Erfahrungen gemacht. Als Einstieg möchte ich das Buch "Obstbaumschnitt in Bildern" von Hans Walter Riess empfehlen. Es ist überschaubar, gut dargestellt und preiswert.
Grüße

Urs
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