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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Botanikforum (Moderatoren: Giuseppe, Blue)  |  Thema: Aussprache botanischer Pflanzennamen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Aussprache botanischer Pflanzennamen  (Gelesen 24772 mal)
Ralf Gutzki
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Ralf Gutzki
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« am: 31. Juli 2005, 20:13:11 »

Wie ist die Aussprache botanischer Pflanzennamen?

Ich hatte mir hierzu volgendes notiert.
Nur stimmt dies und ist dies alles?
*Notiz*********************
Alle Vokale werden zudem getrennt gesprochen. Also Acaena nicht Acäna sondern
Aca-ena oder leianthus eben le-i-anthus.

Für die Konsonanten gibt es eine ganze Reihe von Regeln:

1. C vor ae,e,i,oe oder y wie Z, sonst wie k
2. Sch in rein griechischen Wörtern wie sk, in lateinischen wie sch.
3. Ti bleibt immer ti, wird also nie wie zi gesprochen, also Gentiana nie Genziana
4. gu, qu und su vor Vokalen immer wie gw, quw oder sw
5. V immer als w
6. Alle Doppelkonsonanten immer als zwei Laute, also Scilla immer wie Szil-la.
****************************
 
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tschüss....ralf
psilostemon
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psilostemons Garten in OÖ
...achtet auf Kleines und ihr werdet Großes finden


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« Antworten #1 am: 31. Juli 2005, 20:55:56 »

Hmm, interessantes Thema.
Ich habe keinerlei botanisches Wissen dazu, weil ich so selten mit Leuten lateinische Namen aussprechen kann, ich schreibe sie immer nur. Manches sage ich deshalb ganz falsch.
Meine 4 Jahre Lateinunterricht, die grade mal zwei Monate her sind  Zwinkernd haben mir leider nur bedingt geholfen.

Punkt 3 kommt mir seltsam vor. Habe ich noch nie angewendet oder so gehört.
Und ich würde Skilla sagen und nicht Szilla... aber das ist sicher falsch  Zwinkernd

Grundsätzlich kann man im Lateinischen, dem Schulischem, sagen, man spricht, wie man schreibt. Gleich fällt der Günther über mich her (huhu!), weil es sicher Ausnahmen gibt. Aber so habe ich es immer praktiziert und war eigentlich ganz erfolgreich damit  Zwinkernd

Lustiger ist eigentlich die Betonung der lateinischen Pflanzennamen. psiiiiilo-stemon oder psiloooo-stemon  Cool  (zweiteres, das weiß ich schon...)

VLG; Katrin
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Meine Geraniumhomepage findet ihr, wenn ihr ins Profil klickt :-)
doris-g
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doris-g
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« Antworten #2 am: 31. Juli 2005, 21:11:18 »

Zur Betonung fällt mir spontan Campanula ein. Ich hörte einmal eine Staudenfreundin Campanula mit Betonung auf dem zweiten A sagen: Campaanula
Ich habe zuerst gar nicht verstanden, um welche Pflanze es ging. Ich habe nämlich immer Campanula auf dem U betont  Unentschlossen
Was ist nun wohl richtig???

Viele Grüße Doris
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Ralf Gutzki
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Ralf Gutzki
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« Antworten #3 am: 31. Juli 2005, 21:23:33 »

Mir ist es in einem Laden passiert das aus Clematis ein Klim-Artist geworden ist.  Augen rollen Obwohl diese Pflanze ja wirklich recht artistisch klettert  Grinsend

Wie ist es nun mit Namen die aus dem grichischen abgeleitetr sind?
zb. bei Aegopodium podagraria; heiß es nun A-ego oder Ägo?
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tschüss....ralf
doris-g
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doris-g
Klimazone 6-7


« Antworten #4 am: 31. Juli 2005, 21:39:21 »

Ägo vermutlich  Cool
Ansonsten herrscht hier meinerseits ziemliche Unwissenheit

Viele Grüße
Doris
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schildlaus
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« Antworten #5 am: 31. Juli 2005, 22:04:24 »

Da geht ja gleich der Klugscheißer mit mir durch Grinsend. Wenn ich zusammenkratze, was ich aus dem Latein- und Griechischunterricht (lange her...) noch weiß, komme ich auf folgendes:

- ae wird schon als ä gesprochen, man sagt ja auch Caesar und nicht Za-esar oder gar Ka-esar (natürlich sagt man letztenendes auf deutsch Kaiser, aber das ist nochmal ein anderes Fass, das ich jetzt nicht aufmachen will). Wenn ae tatsächlich getrennt gesprochen werden soll, werden über das e (!) zwei Punkte (ein sog. Trema) gesetzt, zum Beispiel bei der Gattung Baëtis, eine Eintagsfliegengattung.

1. C vor ae,e,i,oe oder y wie Z, sonst wie k
- würde ich auch so machen, es gibt aber unterschiedliche Ansichten darüber.

2. Sch in rein griechischen Wörtern wie sk, in lateinischen wie sch.
- würde ich immer wie sch sprechen (Schoenus, Scheuchzeria usw.); mir fällt allerdings kein "rein griechisches" Beispiel ein.

3. Ti bleibt immer ti, wird also nie wie zi gesprochen, also Gentiana nie Genziana
- sehe ich auch so, ich kenne jedenfalls keinen Botaniker, der Genziana sagt

4. gu, qu und su vor Vokalen immer wie gw, quw oder sw
- Qu wie im Deutschen, sonst würde ich das so aussprechen wie es da steht. Zur Not bisschen nuscheln, Suaeda maritima oder Swaeda maritima ist dann kaum noch unterscheidbar.

5. V immer als w
Ja, - ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass jemand ernsthaft Fiola, Feronika und Faleriana sagt

6. Alle Doppelkonsonanten immer als zwei Laute, also Scilla immer wie Szil-la.
Wie willst Du denn das unterscheiden, willst Du zwischen den beiden L eine Pause einlegen (Scil*räusper*la)? Würde ich wie im Deutschen sprechen.

Die Betonung ist manchmal schwierig. Meist wird auf der drittletzten Silbe betont, außer wenn die zweitletzte lang ist. Also tatsächlich Campaaanula, - bei Campanuuula fangen einige Botaniker an zu prusten (Campanuuula patuuula ist ein stehender Witz unter Botanikern). Es gibt übrigens einen späten Chaplin-Film mit Ton, in dem er bei einer Party den Gärtner heraushängt und tatsächlich "die (!) Genus Campanuuula" sagt).

Aber wie auch immer - wie die Römer und Griechen tatsächlich gesprochen haben, weiß keiner genau, weil keiner dabei war. Eigentlich ist ja auch nicht sooo wichtig, Hauptsache die Botaniker verstehen sich untereinander.

Liebe Grüße

Wilfried
« Letzte Änderung: 31. Juli 2005, 22:07:12 von schildlaus » Gespeichert
Ralf Gutzki
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Ralf Gutzki
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« Antworten #6 am: 31. Juli 2005, 22:23:10 »

Ich würde jetzt doch das Fass offen haben, warum Caesar nicht wie deutsch Kaiser, Ka-esar gesprochen wird sonderen Ze-sar. Zunge  

Zitat
Aber wie auch immer - wie die Römer und Griechen tatsächlich gesprochen haben, weiß keiner genau, weil keiner dabei war. Eigentlich ist ja auch nicht sooo wichtig, Hauptsache die Botaniker verstehen sich untereinander.
Ich wolle auch wissen wie die heutigen Botaniker es aussprechen. Oder nuscheln die alle  Grinsend
« Letzte Änderung: 31. Juli 2005, 22:23:54 von Ralf Gutzki » Gespeichert

tschüss....ralf
schildlaus
Gast
« Antworten #7 am: 31. Juli 2005, 22:24:52 »

Was auch noch ein lustiges Problem ist:

Wie wird der Name ausgesprochen, wenn eine Pflanze nach einem englischen oder französischen Menschen benannt worden ist.

Brighamia -> Brickhamia oder Breihämmia
Teesdalia -> Tiesdejlia?

Bei den Orchideen gibt es eine Gattung Neocogniauxia, was nun?

Gerade noch gefunden:
"der Türkise Prachtgrundkärpfling Nothobranchius furzeri ist ein zentralafrikanischer Fisch in trockenfallenden Tümpeln. Die Art wurde zu Ehren von Richard E. Furzer aus Rhodesien (heute Zimbabwe) benannt; damit wird der Artname englisch ausgesprochen ("förseri")."

Grüße

Wilfried
« Letzte Änderung: 31. Juli 2005, 22:26:06 von schildlaus » Gespeichert
doris-g
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doris-g
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« Antworten #8 am: 31. Juli 2005, 22:31:56 »

Also nuscheln ist doch nicht schlecht  Grinsend
Das mache ich in Zukunft immer. Außer bei Campaanula  Zwinkernd
lachende Grüße
Doris
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Günther
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« Antworten #9 am: 31. Juli 2005, 23:04:39 »

Die Aussprache ist - leider - meist ein Streit um des Kaisers Bart.
Erstens weiß kein Mensch, wie die alten Römer wirklich gesprochen haben.
Zweitens war auch schon seinerzeit die Aussprache sehr unterschiedlich.
Im deutschen Sprachraum gibt es Regeln. Man spricht aus, wie man glaubt(-e), daß die alten Römer zu klassischer Zeit (Cicero &c.) gesprochen haben. Grob gesagt, man spricht, wie geschrieben, fast nach "deutscher" Aussprache. Feine Menschen sprechen von der "erasmischen" Aussprache...
Ein Überblick:
http://www.weikopf.de/Sprache/Romanisch/Aussprache_Latein/aussprache_latein.html
(nicht die einzige Möglichkeit...)
In England z.B. werden ALLE Fremdwörter nach englischen Regeln ausgesprochen, für uns unverdaulich.
Und eigentlich griechische Bezeichnungen gibts nicht, es gibt lateinische Bezeichnungen griechischen Ursprungs Augen rollen
Zur Betonung: Offiziell wird, ebenfalls nach (un-)gewissen Regeln, die Paenultima betont, im Extremfall die Antepaenultima. Sprich, die vorletzte oder drittletzte Silbe. Wobei der "klassische" Akzent teils anderer Art ist als unserer...

Im Zweifelsfalle:

Boren's Law 1: When in doubt, mumble.
« Letzte Änderung: 31. Juli 2005, 23:07:11 von Günther » Gespeichert
june
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« Antworten #10 am: 31. Juli 2005, 23:15:23 »

ich hab/hatte mit vielen Pflanzenkundigen Doktoren, Professoren) zu tun, will zwar nicht heissen, dass sie immer wissen was sie sagen bzw das dieses auch richtig ist, aber naja..  sie sagen übrigens alle Campaaanula, Ägopodium
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Tolmiea
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« Antworten #11 am: 01. August 2005, 01:40:24 »


Zur Betonung: Offiziell wird, ebenfalls nach (un-)gewissen Regeln, die Paenultima betont, im Extremfall die Antepaenultima. Sprich, die vorletzte oder drittletzte Silbe. Wobei der "klassische" Akzent teils anderer Art ist als unserer...

Im Zweifelsfalle:

Boren's Law 1: When in doubt, mumble.

Denk ja gar net dran.  Grinsend
Als während eines Besuches bei Frau Schiemann urplötzlich von Helleeeeeeborus gesprochen wurde, verstand ich im ersten Moment überhaupt nicht um was es ging  Cool Völlig irritiert zu Hause angekommen, hab ich meinen alten Zander geholt und tatsächlich: es wird die Betonung auf der zweiten Silbe angedeutet. Aaaaaaber, das geht mir so gegen den Strich, dass ich mich weigere. Punkt. Selbstverständlich  spreche ich also auch von Campanuula, und auch das bleibt so.Punkt. Lächelnd

Mein alten Zander führt ganze 4 Seiten Sprach-und Betonungsregeln auf mit zig Ausnahmen und Ungereimtheiten, und dazu wird erklärt:

"All diese Unterschiede, die vielen Regeln und noch häufigeren Ausnahmen können selbst bei humanistischer Schulbildung nicht vorausgesetzt werden; schreiben doch sogar die Sprachwissenschaftler, daß oft langdauerndes Quellenstudium nötig ist, um die naturwissenschaftlichen Fremdwörter sprachlich zu klären"..........Leider muss gesagt werden, dass es trotz über 135jähriger Bemühungen im deutschen Gartenbau bisher nicht gelungen geglückt ist, die richtige Betonung zu erreichen....."  Cool

Meine drei heimischen Lateiner bescheinigen mir ein gutes Sprachgefühl  Grinsend  und außerdem, wurde hier nicht sogar mal erwähnt, dass der Zander seine früheren Ausspracheregeln in den neuen Auflagen mittlerweile komplett herausgenommen hat? ....  Lächelnd

liegrü g.g.g.
(Betonung entgegen aller Regeln auf dem letzten g)

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gregor
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« Antworten #12 am: 01. August 2005, 06:47:10 »

In alten Büchern und im Zander bis zur vorletzten Ausgabe gabs Betonungszeichen, die das ganze vereinfacht haben. Leider ist diese gute Sitte abhanden gekommen. Es werden beispielsweise auch nicht alle Vokale getrennt gesprochen. Das gilt für Geum, Meum, Phleum, aber nicht für Centaurea, Nymphaea, Paeonia oder Phytheuma, wobei hier Mitteleuropäer ein eu sprechen, Griechen hingegen Phytevma sagen. Aber ob Vokale verbunden gesprochen werden sagt ebenfalls ein Betonungszeichen, nämlich ein durchgekoppelter Strich über den beiden gekoppelten Vokalen. Wurde vermutlich abgeschafft weil der Computer das nimmer schafft im Gegensatz zu den nun arbeitslosen Setzern.
Wie man Scil-la aussprechen soll ist mir rätselhaft. Geht für mich nur zusammen und spricht nicht einmal mein Diplomvater Fischer getrennt aus, und der ist da extremst pingelig.
Sehr berechtigt ist die Frage, ob man zu Pritzelago Pschizelago (Fischer meint letzteres), Poa chaixii Poa schäsii (Fischer) oder Forsithia (Fischer läßt das zu) Forseissia ausspricht.
De facto kannst mit richtiger Betonung auch anecken. Jeder Aquarianer und auch der Durchschnittsbotaniker sagt Echinodórus, dabei heißt es korrekt Echinòdorus. Wennst das sagst schaut Dich jeder fragend an als wärst total plemplem.
« Letzte Änderung: 01. August 2005, 07:47:34 von gregor » Gespeichert

d'Ehre
Grischa
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« Antworten #13 am: 01. August 2005, 07:14:14 »

Ach ja.
Meine Sorgen möcht ich haben... Grinsend
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gregor
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« Antworten #14 am: 01. August 2005, 08:06:38 »

Aber auch Du hast nix bessers zu tun als auch Deinen Senf dazuzugeben Zwinkernd
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d'Ehre
Grischa
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