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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Boden- und Düngungsforum (Moderator: Walther)  |  Thema: kornkali 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: kornkali  (Gelesen 11517 mal)
bernhard
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Klimazone 6


« am: 29. Juli 2002, 14:41:50 »

welche pflanzen würden sich eurer meinung über nährstoffe der folgenden zusammensetzung - kaliumchlorid - freuen:

40 % K2O - wasserlösliches kaliumoxid
6 %   Mg0 - wasserlösliches magnesiumoxid
3  % Na - wasserlösliches natrium
4 % S - wasserlöslicher schwefel
chloridhältig
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freundliche Grüße,
Bernhard
Walther
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Walther

« Antworten #1 am: 29. Juli 2002, 14:58:33 »

Außer Salzwiese am Wattenmeer fällt mir da nix ein.
Wenn es sich um Kaliumchlorid handelt, würde ich es überhaupt nicht verwenden. Viel zu viel Chlorid für den Garten und viel zu giftig für den Anwender - wenn ich mich richtig erinnere!

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peterr
Gast
« Antworten #2 am: 31. Juli 2002, 06:55:08 »

Moin, moin Bernhard,

Kornkali in der von dir genannten Zusammensetzung, findet vorwiegend Verwendung in der Landwirtschaft.

Er enthält alle Nährstoffe in waserlöslicher Form. Wird von der Pflanze direkt aufgenommen.
Wirkt unabhängig vom ph- Wert,  ist auf allen Standorten einzusetzen. Sichert das erforderliche K:Mg- Verhältnis: Kali braucht Magnesium! Schwefelanteil sichert die Grundversorgung vor allem bei der Herbstanwendung. Kornkali ist der meist verwendete Einzeldünger in der BRD. Vor allem für Raps, Mais und Zuckerrüben. Als vorsichtige Erhaltungsdüngung soll Kornkali bei mittleren und schweren Böden im Herbst ausgebracht werden, bei leichten Böden im zeitigen Frühjahr.

Der inzwischen verminderte atmosphärische S- Eintrag soll ANGEBLICH für Mangelerscheinungen bei bestimmten Kulturen verantwortlich sein. Kali begünstigt die Photosynthese, fördert den Assimilattransport, sorgt für bessere Wasser- und Stickstoffausnutzung, erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Frost. Bei guter Kaliernährung werden ausreichend Stoffe in die Zelle eingelagert, die den Gefrierpunkt des Zellsaftes erniedrigen. Da Kali die Bildung eines kräftigen und dichten Wurzelwerkes fördert, wirkt sich ein Auffrieren des Bodens nicht so schädlich auf das Wurzelsystem aus. Kali festigt dazu auch das Zellgewebe. Dadurch wird Pilzen und Schädlingen das Leben erschwert. Unter diesen Aspekten kann man den Dünger meiner bescheidenen Meinung nach,  mit der entsprechenden Umsicht, bei Gehölzen im Hausgarten einsetzen.
Der intelligente Gärtner kauft Kornkali im Landhandel und nicht im Gartencenter, es sei denn, er hätte Geld zum Saufüttern!

Peterr
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Iris
Gast
« Antworten #3 am: 31. Juli 2002, 07:25:19 »

Walther, es handelt sich - wie geschrieben - um KaliumOXID, auch um MagnesiumOXID. Das Chlorid ist höchstens als Verunreinigung (wie vielleicht auch das Natrium) drin, das heißt, das das ganze einen gewissen Kochsalzanteil enthalten kann. Das ist bei technischen Salzen häufig der Fall.
Liebe Grüße,
Iris
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Walther
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Walther

« Antworten #4 am: 31. Juli 2002, 08:59:40 »

Die Angabe als Oxid bedeutet NICHT, das auch Oxid drin ist, das ist nur eine Übereinkunft zur einfacheren und eindeutigen Berechnung des Kaliumgehalts in Prozent.

Der Kaliumgehalt, wird als K2O angegeben und nicht als K  - und zwar immer! -  egal ob es sich um Kaliumchlorid, Kaliumsulfat, Kaliumnitrat oder um andere Salze, auch mit Kristallwasser, handelt.

Kaliumoxid wäre viel zu energieaufwändig herzustellen, würde sofort mit Wassergas und CO2 reagieren oder ausgebracht direkt jede Pflanze stark schädigen.
Darum ist Kaliumoxid genau so wenig im Dünger wie P2O5 für Phosphor oder Natriummetall für Na.

Ich halte es für sehr bedenklich Halbwissen und Vermutungen hier einfach so reinzustellen - Hunderte von Lesern glauben es und verbreiten den Unsinn weiter.

Liebe Iris Ney - entschuldige bitte, das ich ausnahmsweise mal glaube es besser zu wissen und es dann hier auch noch schreibe. Aber in diesem Fall ist es zu wichtig. Für die Land- und Forstwirtschaft mag Kornkali ja gut sein, aber niemand, der nicht weis was er tut, sollte hohe Chloridgaben in seinen Garten streuen.
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Günther
Gast
« Antworten #5 am: 31. Juli 2002, 23:24:06 »

Es ist offenbar eine Mischung von Kaliumchlorid und Magnesiumsulfat, mit Kochsalz verunreingt. Chlorid mögen keine Pflanzen, bestenfalls tolerieren sie es. In bescheidenen Mengen kann man sowas als Kalidünger geben, wenn für genug Wasser zur Ausschwemmung des Chlorids vorhanden ist.
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bernhard
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Klimazone 6


« Antworten #6 am: 01. August 2002, 06:11:57 »

hallo miteinander!

@peterr: freut mich sehr von dir zu lesen! hab den sack schon ein jahr lang, gekauft beim lagerhaus = unser landhandel. da habe ich ja bei deiner einstufung jetzt gerade nochmal die kurve gekrazt.

der sack reicht bei sehr sparsamer anwendung vermutlich für die nächsten 3 generationen auch noch. kostete aber nur soviel wie eine 500g packung im gartencenter.

nur mal so zur beruhigung. ich hatte und habe nicht vor, das zeug bodendeckend und flächendeckend zu verwenden. dort wo ich es anwende ist auch für reichlich bewässerung gesorgt.

wenn man die prozentanteile addiert fehlt noch was auf hundert. ist das der trägerstoff? was kommt hier zur anwendung?
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freundliche Grüße,
Bernhard
Iris
Gast
« Antworten #7 am: 01. August 2002, 07:35:34 »

Lieber Walter XY, in diesem Fall wird mein Halbwissen ja nicht so schädlich sein, denn wie ja durch euch Fachleute einstimmig gesagt, ist NaCl in höheren Dosen für viele Pflanzen nicht gerade gesund. Daher wird es eben nur in Verunreinigungen drin sein, wenn der Dünger wirklich für Pflanzen bestimmt ist Grinsend.
BERNHARD, was Walter schreibt hat aber wirklich (ähm, in diesem Fall...) Hand und Fuß und du kannst damit auch erklären, warum du nicht auf 100% kommst, wenn du das addierst (die Anionen haben in der Regel eine höhere Masse als ein einfaches Oxid, daraus ergibt sich ein an sich höherer Prozentanteil der tatsächlichen Verbindungen). Vielleicht gibt es aber auch hier eine Übereinkunft, diverse Füllstoffe oder was auch immer nicht zu nennen? Diese Frage wird sicher Walter beantworten können. Ich muß nämlich schnell weg, habe mein Schutzschild noch in der Reparatur beim Schmied...
Herzliche Grüße,
Iris
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Walther
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Walther

« Antworten #8 am: 01. August 2002, 11:27:43 »

Wenn man auf der www-Seite des Herstellers nachsieht erfährt man, dass das Kalium im Kornkali tatsächlich aus Kaliumchlorid kommt.

Also rechnen wir doch mal.

1 Gramm Kaliumchlorid entspricht 0,524 Gramm 'Kalium'. (39,102 / 74,555)
1 Gramm Kaliumoxid (K2O) entspricht 0,830 Gramm 'Kalium'. ( 39,102 x 2 / 94,203)

1Kilogramm Kornkali entspricht 400 Gramm (40% = 40 Gewichtsprozente) K2O
400 Gramm K2O entsprechen 332 Gramm 'Kalium'. (400 x 0,830)

Dreisatz:
wenn 0,524 Gramm Kalium einem Gramm Kaliumchlorid entsprechen
dann entsprechen 332 Gramm Kalium 633,6 Gramm Kaliumchlorid

Also, mit 1kg Kornkali streut man 633,6 Gramm Kaliumchlorid in den Garten.

Von den 633,6 Gramm Kaliumchlorid sind 301,6 Gramm 'Chlorid'. Zusätzlich noch die Chloride aus dem Natriumchlorid.

Der Argumentation, das Chlorid würde sich schneller auswaschen als die Pflanze geschädigt wird, kann man nur entgegenhalten: dann wäscht sich auch das Kalium schneller aus, als die Pflanze es aufnehmen kann.

Übrigens, wenn jetzt jemand ratlos ist:
Der gleiche Hersteller bietet auch noch Patentkali an, das ist chlorid-arm!

(ansonsten bitte nachrechnen, ich hab mich bestimmt verrechnet)
« Letzte Änderung: 01. August 2002, 11:53:55 von Walther » Gespeichert
ernst
Gast
« Antworten #9 am: 27. August 2002, 09:00:33 »

hallo!
für hausgärten wird im normalfall eine kaliaufbesserung mit holzasche ausreichen, oder
grüße ernst
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Walther
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Walther

« Antworten #10 am: 12. September 2002, 12:00:30 »

Holzasche besteht zum überwiegenden Teil aus Metalloxiden und Silikaten bzw. aus Carbonaten, Phosphaten und Sulfaten der Alkalimetalle (= Natrium, Kalium usw.) und Erdalkalimetalle (= Calcium, Magnesium usw.).
Eine Lösung von Holzasche in Wasser und im Boden reagiert darum stark alkalisch und kann je nach Menge sicherlich auch eine Schädigung von Mikroorganismen und Pflanzenwurzeln hervorrufen.

Holzasche entspricht aber auch aufgrund ihrer Zusammensetzung einem vom Calcium dominierten Mehrnährstoffdünger.

Ungefähre Anhaltswerte sind folgende, die aber je nach Pflanzenart, Verbrennungsgrad und Fraktion schwanken können.
CaO:   40 Gewichts%,
MgO:     5 Gewichts%,
K2O:     6 Gewichts%,
P2O5:   3 Gewichts%,
Na2O:   0,5 Gewichts%.

Diese Werte können bei der Berechnung der Aschegaben als Dünger von Nutzen sein.

Wer in Gegenden wohnt, wo der Boden nicht automatisch kalkhaltig ist (und darüber auch noch froh ist), oder entsprechende Kulturen pflegt, sollte sinvollerweise mit Holzasche im Garten eher vorsichtig sein.
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