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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Apfelbaum in zwei Teile gerissen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Apfelbaum in zwei Teile gerissen  (Gelesen 5535 mal)
Maren
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Maren
Klimazone 7


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« am: 19. Juni 2002, 19:50:50 »

Jammer, Jammer, Jammer,

gestern abend fegte ein Gewitter mit Böen um 100 km/h durchs Dorf und hat eine Menge kaputt gemacht.

Leider wurde auch unser alter Apfelbaum an der Einfahrt beschädigt. Der Stamm ist bis 30 cm über dem Boden längs durchgerissen.



Es handelt sich um sehr leckere Äpfel mit rotem Fruchtfleisch, und wir würden den Baum gerne erhalten, falls das möglich ist. Wahrscheinlich haben doch beide Teile noch Wurzeln, und wenn man vielleicht mit einem Spannriemen verhindert, dass er ganz auseinanderbricht...
Es wäre schön, wenn uns jemand raten könnte.

Grüße
Maren

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Hilmar
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« Antworten #1 am: 20. Juni 2002, 21:08:39 »

Hallo Maren,

das sieht ja wirklich schlimm aus. Bei mir ist das Unwetter gerade jetzt vorbeigezogen, ohne Schäden zu hinterlassen.
Zur Rettung deines Apfelbaumes kannst Du einen Spannriemen um den Baum spannen, so dass dieser nicht auseinanderbricht. Ich habe aber auch schon geschmiedete Eisenringe gesehen. Die haben auch den Zweck erfüllt. Man muss allerdings aufpassen, dass sie nicht einwachsen. Eine Kronenverankerung, wie in  der Baumpflege verwendet, bei welcher Gewindestangen in den Baum eingebaut werden, ist auf Grund der weitreichenden stamminneren Fäule (welche ich zu sehen glaube) nicht möglich. Wenn die Äste des Apfelbaumes zum "verseilen" des Risses geeignet sind, kann man diese ebenfalls zusammenbinden. Das würde dann eine Kronensicherung darstellen und die entgegengesetzte Schwingung, welche zum Bruch führt, verringern. Eine dauerhafte Lösung stellen diese Vorschläge aber nicht dar. Versuche daher, die Apfelsorte bestimmen zu lassen (dafür gibt es echt gute Experten) und versuche dann, einen neuen Baum dieser Sorte zu bekommen. Oder Du kennst einen Experten, welcher Dir diese Sorte auf eine geeignete Unterlage veredelt, wodurch Du auch einen neuen Baum hast. Muss der jetzige Baum gefällt werden, hast Du trotzdem die gleiche Sorte im Garten. Allerdings weiß ich nicht, ob die Pflanzung eines Apfelbaumes an der selben Stelle eines entfernten Apfelbaumes möglich ist.

Gruß Hilmar
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Maren
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Maren
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« Antworten #2 am: 21. Juni 2002, 00:25:35 »

Hallo Hilmar,

Erst mal Danke für die Antwort.
Du guckst sehr genau, der Stamm ist tatsächlich teilweise faul, ich glaube es liegt  daran, dass hier früher der dicke Mittelast gerade herausgeschnitten wurde (mit Riesenstummel). Auf dieser ebenen Wunde sammelte sich Wasser und drang natürlich ein. Leider sind hier alle Obstbäume so geschnitten, wir haben also lauter faule Stämme. Sehr, sehr schade. Aufhalten kann man den Prozess wohl nicht, oder?

Sicher hast du ebenfalls gesehen, dass Moos auf der Rinde wächst. Auch das ist bei allen Obstbäumen ähnlich. Ist es vielleicht besser die „romantische Patina“ zu entfernen, oder macht das nix? An großen Erträgen liegt uns nicht unbedingt, wir können gar nicht alles verbrauchen. Trotzdem mag ich die Veteranen sehr und ich möchte, dass sie so „anständig“ wie möglich altern.

Dieser Baum z. B. bestimmt den Charakter der Einfahrt, er ist (war) der einzige schöne Laubbaum im Vorgarten, darum werde ich es wohl mit einem Spannriemen und Seilen versuchen. Falls das Ding einzuwachsen droht, könnte ich es ja von Zeit zu Zeit lockern. Bloß, mit so einem Riss hat das Wasser sicher noch mehr Angriffsfläche, kann man das vielleicht irgendwie zuschmieren?
Wie dauerhaft ist denn dein „nicht dauerhaft“ gemeint?

Die Apfelsorte bekomme ich bestimmt heraus, und veredeln lassen kann ich sie sicher auch. Aber ein junger Baum ist einfach nicht das Selbe, eben etwas Neues, dem würde ich rein instinktiv einen eigenen Pflanzplatz suchen.

Ach, der ganze Leittrieb von der großen Trauerweide gegenüber ist in den Weiher gefallen, und die riesige Dorfpappel hat gleich mehrere dicke Äste auf die Straße geworfen. Ich hoffe nur, dass nun niemand ängstlich nach dem Fällkommando schreit, und dass der Bürgermeister Reste aus der Kasse kratzt, um die Bruchstellen behandeln zu lassen.

Grüße
Maren
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Hilmar
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« Antworten #3 am: 24. Juni 2002, 21:13:58 »

Hallo Maren,

entschuldige bitte die späte Antwort, aber auch bei uns in der Umgebung hat das Unwetter verherrende Schäden hinterlassen. Deshalb stehe ich etwas im Stress (Arbeitszeit bis zu 16 Stunden täglich).
Die ausgefaulten Stämme bei Deinen Obstbäumen entstanden nicht durch das Wasser, sondern durch die Fäuleerreger, meist Pilze, welche durch das beim Schnitt freigelegte Kernholz in den Stamm eindringen konnten. Da kann man nichts dagegen tun. Die Fäule dringt weiter im Holz vor, obwohl der Baum sich dagegen wehrt und im gesunden Holz Barrieren gegen die Fäule aufbaut. Deshalb wird dieser Baum irgendwann einmal endgültig abbrechen. Das kann schon morgen sein, beim nächsten starken Sturm oder aber auch in vielen Jahren. Sollten bei einem Bruch irgendwelche Personen oder Gegenstände von höherem Wert (Autos, Gebäude u.ä.) beschädigt werden können, sollte man den Baum trotz aller Schönheit fällen. Die Schadensersatzforderungen nehmen ganz schnell horrende Dimensionen an, welche die schönste Schönheit nicht wettmacht.
Den Riss kannst Du nicht zuschmieren. Man kann nur versuchen, ihn durch Spannkraft wieder etwas zusammenzuziehen und darauf hoffen, das er wieder zusammen wächst. Das ist mir schon bei größeren Linden gelungen. Die Verspannung kann man dann aber nicht mehr lockern. Ich habe noch keinen Baum gesehen, welcher durch eingedrungenes Wasser zerborsten wäre. Das versickert durch den ausgefaulten Wurzelstock im Erdboden.
Das Moos am Baumstamm wirkt sich nicht negativ aus, solange gesunde Rinde (Borke) darunter ist. Gerade älteren Bäumen gibt es eine ganz besondere Ästhetik. Nur an Verletzungen unterstützt es die eindringende Holzfäule, da diese sich bei gleichmäßiger Feuchtigkeit besser ausbreitet.
Bei Dir sind es zwei Bäume im Dorf, welche der Sturm beschädigt hat. Ich fahre nächst Woche in die Landeshauptstadt und versuche dort 35 Bäume in einem Krankenhaus retten, welche ich bereits einmal gepflegt habe. Dort sind selbst gesunde Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen. Mal sehen, was mich da erwartet.

Gruß Hilmar
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Maren
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Maren
Klimazone 7


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« Antworten #4 am: 26. Juni 2002, 11:58:33 »

Oje, du Armer,
ich drücke dir die Daumen für die Krankenhaus-Bäume.
Unser Apfel ist inzwischen mit einem Spannriemen versehen, wir konnten den Riss aber nich völlig zusammenzurren.
Die schmalere Seite schwingt trotzdem ziemlich stark, die andere Seite scheint fest zu stehen.
Bis zur Ernte wird es wohl halten.
Vielleicht versuchen wir es dann mit einem radikalen Rückschnitt, bevor wir ihn ganz fällen.
Gebäude stehen ja nicht in der Nähe, nur die wenig befahrene Dorfstraße in 3,50 m Entfernung.

Schöne Grüße
Maren
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