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Autor Thema: Kalken  (Gelesen 10156 mal)
klaus
Gast
« am: 27. März 2002, 21:41:31 »

Die Standardgartenratgeber raten ohne Ansehen der Person, ich meine des Bodens, zum regelmäßigen Kalken. Mir erscheint dies eher unsinnig, weil Kalk die Reaktion des Bodens verändert und soweit ich es verstanden habe, die verschiedenen Nährstoffe nur erschließt. In älteren Büchern wird sogar zum Einsatz von Kalkstickstoff geraten. Ich möchte eine einleuchtende Erklärung über das wann und wie oft Kalken oder ob überhaupt?
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Günther
Gast
« Antworten #1 am: 27. März 2002, 22:33:51 »

Zu Urgroßvaters Zeiten hieß es, Kalk macht reiche Väter, aber arme Söhne.
Kalk in Maßen kann Nährstoffe mobilisieren und fördert auch den Verrottungsprozeß.  Und wenn alle Nährstoffe mobilisiert sind, ist der Boden verarmt und erschöpft.
Kalk ist wasserlöslich und wird bei ausreichender Bewässerung aus dem Boden ausgeschwemmt. Dieser Kalk kann sinnvoll nachgegeben werden. Kalkfreie Böden sind biologisch sauer, das mögen vielleicht Rhododendren und Heidelbeeren, aber nur wenige Nutzpflanzen.
Kalkstickstoff, im wesentlichen Calciumcyanamid, ist primär ein Stickstoffdünger, der noch dazu für Kalknachschub sorgt.
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Hans
Gast
« Antworten #2 am: 27. März 2002, 22:58:20 »

Hallo Ihr zwei,

also ich habe noch nie gekalkt. Kalkjungfräulich sozusagen  Zwinkernd

Auch wenn durch Regen etwas Kalk ausgeschwemmt wird, so bleibt der Kalkgehalt eines Stück Landes über das Jahr (und länger) gesehen doch relativ konstant. Wenn nicht gerade eine Sintflut hereingebrochen ist.
Wie kommt der ausgeschwemmte Kalkanteil wieder in die Erde, Günther?

Schöne Grüße
Hans
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Günther
Gast
« Antworten #3 am: 27. März 2002, 23:27:29 »

Eben durch Kalken. Ein bisserl auch durch Gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser.
Im Blumentopf, wo kaum Wasser frei durchfließt, sondern größtenteils verdunstet - direkt oder über die Pflanze - sammelt sich der Kalk und bildet die bekannten Krusten.
Das Ausschwemmen des Kalks stört vor allem bei von Natur kalkarmen Böden. In Gegenden, wo beispielsweise Granit den Untergrund und die Basis des Bodens bildet, ist auch der saure Regen viel kritischer als in Kalk- oder Dolomitgebieten,wo er abgepuffert werden kann.
Ich hab den Garten in einer Mergel-/Flysch-Gegend, da brauche ich auch eigentlich keinen Kalk.
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Peterr
Gast
« Antworten #4 am: 29. März 2002, 19:21:48 »

In meinem Gärtchen, mit im Durchschnitt leicht saurem Boden, bekommen diejenigen Pflanzen, die Kalk mögen, zusätzlich ihre Portion. In unterschiedlicher Menge und unterschiedlichen Zeitabständen. Im Frühjahr und immer bei Regen. Nicht dieses gelbliche, sehr feine Industrieabfallprodukt, das zu schnell aufgenommen wird, sondern groben Dolomitkalk. Nutzniesser meiner Kalkspende sind vor allem Süsskirschen. Man hat in unserer Gegend nach einem Hofneubau immer Süsskirschen über der Bauschuttgrube angepflanzt. Merkt ihr was?
Aber Kalk kriegen bei mir auch noch
Buxus,
Carpinus,
Acer campestre
Acer negundo
Acer platanoides
Acer pseudoplatanus
Oleander
Taxus
Robinia
Rosa
Rhus
Amelanchier
Berberis
Tilia
Sambucus
Sophora
Rhamnus
Pyrus
Tamarix
Syringa
Carpinus
Clematis
Prunus
Spiraea
Forsythia
Lavandula hab ich keine mehr. Ist der ganze Bestand erfroren!
Cotoneaster
Malus
Lonicera

Und noch ein paar andere plus Rasen und Wiese.
Bis jetzt hat sich keine Pflanze beschwert.

Peter


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Iris
Gast
« Antworten #5 am: 29. März 2002, 20:51:44 »

So wasserlöslich ist Kalk nu auch nicht! In saurem Regen ist Kalk besser löslich. Normaler Regen ist nur leicht sauer. Dazu kommt, daß einige Pflanzen (z.B. Birken, aber auch andere) den Kalk aus dem Boden in den Blättern ablagern. So sagt zumindest meine Literatur. Beim Verrotten der Blätter kommt der Kalk also dann wieder in den Boden. Daher soll man auch für Rhododendren nicht mit jedem Laub mulchen, wenn man an anderen Stellen kalkhaligen Boden hat. Aber - wie gesagt - das ist Buchwissen, selber habe ich noch kein Kalk in Birkenblättern gemessen :-(.
Peterr, wieso kalkst du Clematis?
Liebe Grüße,
Iris
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Peterr
Gast
« Antworten #6 am: 29. März 2002, 21:07:10 »

Hallo Iris,

ich kalke bei Regen deshalb, damit der Kalk von der Pflanzenoberfläche gleich abgewaschen wird. Nicht bei Kirschbaum - so hoch schmeiss ich meinen Kalk nicht- aber bei Wiese, Rasen und dem flachen Zeug.

Meine paar Clematis stehen zwischen Buxus und Taxus und kriegen reichlich Kalk ab. Das tut ihnen erwiesenermassen gut.

Liebe Grüsse Peterr
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Günther
Gast
« Antworten #7 am: 29. März 2002, 22:29:35 »

Auch nicht saurer Regen löst Kalk, durch die mitgenommene Luftkohlensäure (ich weiß, es ist eigentlich mehr gelöstes Kohlendioxid), die mit dem Kalk/Calciumcarbonat  das lösliche Calciumbicarbonat bildet. Die Tropfsteinhöhlen sind alle schon ohne sauren Regen entstanden.
Natürlich ist "Industriesäure" aus der Luft noch aggressiver - no na.
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Cosima
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Waterkant


« Antworten #8 am: 31. März 2002, 14:41:53 »

Wir haben hier ziemlich sauren Boden und ich habe noch nie gekalkt. Vor allem, da ich nicht weiß, inwieweit es nötig ist, um den Pflanzen etwas Gutes zu tun. Gibt man dieses Zeug in den Wurzelbereich? Oder über die Pflanze, wie ich in einzelnen Posts zu verstehen glaube? Meine Clematis wachsen bis jetzt auch ohne Kalk. Vielleicht würden sie natürlich mit Kalk noch besser wachsen?

Und Peterr: Zumindest bei Robinien kannst Du meiner Meinung nach garantiert auf Kalken verzichten. Hier wachsen die Biester im sauren Boden wie Unkraut. Wir haben jetzt endlich nur noch eine auf dem Grundstück und sie zu einem Marterpfahl zurückgestutzt, nachdem sie nach dem letzten Marterpfahlstutzen in 5 oder 6 Jahren eine Krone von 10 m Durchmesser gebildet hatte. Im Frühherbst werde ich mal ein Vorher-/Nachherbild reintun  Grinsend.

Liebe Grüße
Cosima

PS: Klasse, dass man jetzt unten die alten Nachrichten sieht!!

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Iris
Gast
« Antworten #9 am: 31. März 2002, 21:03:28 »

Cosima, manche Pflanzen darfst Du nicht kalken, z.B. alle Moorbeetgewächse (Du erinnerst Dich ;-)?: Lavendelheide, Rhododendren, Hamamelidaceae (Zaubernuß, Corylospsis/Scheinhasel, Fothergilla...), manche muß man nicht kalken (dazu zählen auch Clematisse!; so wie das bei Peterr klingt, kalkt er sie auch nur, weil sie dort stehen, wo er aus anderen Gründen Kalk streut) und anderen tut es sehr gut, wenn sie ab und an etwas Kalk bekommen. Dazu zählen besonders die meisten (nicht alle!!!) Helleboren und die anderen von Peterr oben aufgeführten Pflanzen. Rosen mögen auch etwas Kalk. Bei Unsicherheit einfach fragen!
Liebe Grüße,
Iris
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Waterkant


« Antworten #10 am: 01. April 2002, 10:48:49 »

Klar, Iris, dass Moorbeetpflanzen keinen Kalk mögen. An was soll ich mich erinnern - entschuldige mein Alzheimer  Verlegen!

Meine Rosen wachsen bisher auch ohne Kalk - was bewirkt der Kalk denn speziell an ihnen? Blühen sie besser?

Aus Peterrs Liste habe ich:
Oleander
Robinia
Rosa
Rhus (viele in der Umgebung, nicht bei mir)
Amelanchier
Tamarix (viele hier in der Umgebung, nicht bei mir)
Syringa
Clematis
Prunus
Spiraea
Forsythia
Lavandula

Sie alle kriegen keinen Kalk (ich schätze auch die in der Umgebung nicht) und wachsen und gedeihen trotzdem wunderbar. Wobei unser Boden wahrscheinlich eine ganze Ecke saurer ist als der von Peterr. Und ausgeschwemmt wird hier wohl in dem Sandboden alles in Nullkommanix  Huch.

Nur meine Rosmarine gehen mir immer wieder ein, der letzte mickert jetzt auch ziemlich dahin - allerdings wachsen sie in gleichem Boden hier an den Straßenrändern. Wahrscheinlich kriegen sie bei mir einen Pilz...

Ich habe auch keine Lust, Kalk auszubringen, wenn es den Pflanzen nicht wahnsinnig gut tut und wirklich nötig ist.

Liebe Grüße
Cosima

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Iris
Gast
« Antworten #11 am: 01. April 2002, 11:36:59 »

Ääh, Cosima, ist auch schon ne´ Weile her. Will das Thema nicht auswalzen, aber Du sagtest mal, daß Deine Pieris vermutlich deswegen so gesund ist, weil Dein Boden sauer ist. Mußt Dich nicht an alles erinnern ;-)!
An Deiner Stelle würde ich auch nicht kalken, wenn alles auch so gut wächst!!! Ist doch alles wunderbar! Hihi, laß den Peterr halt mal machen..., er möchte doch so gerne der Mann sein, der alles richtig macht ;-).
Sonnige Ostergrüße,
Iris
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Peterr
Gast
« Antworten #12 am: 01. April 2002, 11:52:35 »

...warum sollte man irgendwelche Massnahmen ergreifen, wenn sich die Pflanzen wohlfühlen?

Peterr
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Ursula
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Zone 8


« Antworten #13 am: 03. April 2002, 11:06:37 »

Wenn man nur bei Regen kalken soll, damit die Pflanzen nicht geschädigt werden, kann ich doch den Umkehrschluß ziehen, daß Kalken bei Trockenheit auf den Blättern der Pflanzen diese mit Sicherheit vernichten wird. Oder  Huch

Ich will nur sicher sein, daß ich das Richtige - für meine Zwecke - getan habe  Grinsend

Liebe Grüße,
Ursula
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Günther
Gast
« Antworten #14 am: 03. April 2002, 11:39:41 »

Nur bei Regen kalken???
Bestenfalls, damit's nicht so staubt.
Ätzkalk und Kalkhydrat sind da vielleicht kritischer, aber da schützt Regen auch nicht viel. Bei Kalziumkarbonat oder Dolomit udgl. kann es nur arg stauben.
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