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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Unterschied Ringlotte / Mirabelle 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Unterschied Ringlotte / Mirabelle  (Gelesen 61872 mal)
Sepp
Gast
« Antworten #15 am: 15. Juli 2003, 17:49:09 »

Hier vielleicht noch was brauchbares:
link

Jetzt bin ich zufrieden Smiley
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Eva
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You are a guest of nature. Behave.


« Antworten #16 am: 15. Juli 2003, 17:54:43 »

Könnte es sein, daß Kriachal nur im Süddeutschen / Österreichischen Raum verbreitet sind?

Jedenfalls sind sie jetzt reif und der Standort der Bäume wird dadurch erkennbar, daß auf Radwegen oder Rinnsteinen große Mengen der kleinen Früchte rumliegen und jede Menge Wespen drumrumschwärmen. Sowas kenn ich nur hier vom Süden, auch den recht frühen Reifetermin.

Zuhause haben wir im Garten einen Mirabellenbaum (Früchte gelb, klein, längsoval bis rundlich, eher geschmacksarm) und einen Ringlobaum (Früchte ca 4 cm Durchmesser, sehr süß, sehr aromatisch, sehr saftig, lösen sich nicht vom Kern). Ob die Familientradition diese aber richtig benannt hat? Beide werden etwa gleichzeitig und ca. drei bis vier Wochen vor den Zwetschgen reif, aber noch nicht jetzt. Jedenfalls sind unsere Ringlos so pappsüß und aromareich, daß man wie von Bonbons nicht viele davon essen kann. Die Mirabellen dagegen schmecken eher neutral und können (falls man sie nicht mehlig werden lässt) auch in großen Mengen verspeist werden  Grinsend. Ich habe mal mit zwei Freundinen an einem Abend einen 10l Eimer voll weggeputzt - ganz ohne Bauchweh.
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Günther
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« Antworten #17 am: 15. Juli 2003, 18:04:41 »

Laut Gärtnerliteratur werden Kriecherl gerne als Unterlage verwendet, deren Herkunft wüßte - vielleicht - ein guter altmodischer Gärtner Lächelnd
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Andi H.
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Andi H.
Blümchen blau...


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« Antworten #18 am: 15. Juli 2003, 18:05:00 »

Sorry, aber mit Zeitlhöflers Ansicht, Kriechen als Prunus cerasifera zu benennen, bin ich *absolut* nicht einverstanden. Wo hat der Mann das nur her Huch

Die Kirschpflaume oder Myrobalane (Prunus cerasifera) hat mit Kriechen, Mirabellen oder Pflaumen  nur insoferne etwas zu tun, als sie als eine ihrer Elternsippen angesehen wird. D. h. alle Pflaumen im weiteren Sinne gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Kreuzung der Schlehe (P. spinosa) mit einer Wildsippe der Kirschpflaume (P. cerasifera) zurück.

Was Mirabellen, Kriechen und Reineclauden (Reneklode, find ich, ist eine fürchterliche Verballhornung der namengebenden französ. Königin Claudia) angeht: die Systematik ist z. T. eher umstritten, da wie schon von peterr erwähnt leicht neue Hybriden entstehen (oft als "Landsorten" bezeichnet). Jetzt abgesehen vom strittigen Rang der Sippen (also ob's nun Arten oder Unterarten sind), trennt man aber meistens folgende Zuordnungen (Achtung, mangels Literatur sind die Beschreibungen *sehr* grob und taugen zum Unterscheiden in der Praxis kaum etwas! Buchtipp am Ende des Postings):

Reineclaude (Ringlotte; P. domestica subsp. italica): Frucht kugelig, violett bis (grün)gelb, max. etwa 3 cm im Durchmesser

Mirabelle (P. domestica subsp. syriaca): Frucht kugelig, violett bis (grün)gelb, max. etwa 2 cm im Durchmesser

Krieche (Haferpflaume; P. domestica subsp. insititia s. str.): Frucht kugelig, violett bis (grün)gelb, max. etwa 3 cm im Durchmesser; Saft meist rot; Fruchtfleisch löst sich schwer vom Kern; Kriechen gibz übrigens nicht nur in Süddeutschland u. Österreich, sondern auch in Frankreich, der Schweiz, Mittel-D...

Es gibt dann noch etliche weitere (wie die Ziparte, P. domestica subsp. prisca, oder natürlich die Zwetschke, P. domestica subsp. domestica), die aber zusammen mit Unterscheidungsmerkmalen und ausführlichen Beschreibungen in folgendem Buch abgehandelt werden:
Pflaumen, Kirschpflaumen, Schlehen. Heutige Pflanzen und ihre Geschichte seit der Frühzeit. von Udelgard Körber-Grohne
Meines Erachtens "das" Werk über die Pflaume und deren nähere Verwandte.

Liebe Grüße
Andreas


P.S.: Wie zum Kuckuck funktioniert noch mal die Verlinkung zu den Pflanzenbuch-Büchern? Und die Suchengines sowohl des Forums als auch des Archivs lassen mich wieder mal total hängen (Fehlermeldungen am laufenden Band). Oh. Pflanzenbuch ist auch grad eingeschlafen... Ärgerlich
« Letzte Änderung: 15. Juli 2003, 19:19:51 von AndreH » Gespeichert
Sepp
Gast
« Antworten #19 am: 15. Juli 2003, 18:57:38 »

Sorry, aber mit Zeitlhöflers Ansicht, Kriechen als Prunus cerasifera zu benennen, bin ich *absolut* nicht einverstanden. Wo hat der Mann das nur her Huch

Hat er doch gar nicht, oder? Bei P. cerasifera schreibt er immer Kirschpflaume, nie Kriechen oder ähnliches.


Günther,
nur Selektionen werden noch als Unterlage genutzt, wie die bekannte 'St. Julien A'. P. insititia ist ausläufertreibend, weshalb man meist die 'St. Julien INRA GF 955-2' benutzt, die keine Wurzelschosse bilden soll.
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Andi H.
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Andi H.
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« Antworten #20 am: 15. Juli 2003, 19:20:56 »

Ah, dann hab ich doch nur Ernsts Zitat falsch verstanden  Zwinkernd

Liebe Grüße
Andreas
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ernst
Gast
« Antworten #21 am: 15. Juli 2003, 19:30:30 »

Da hab ich jetzt wohl einen Wirbel hineingebracht. Ich sage nichts mehr ohne meinen Anwalt! Zwinkernd(und ohne jetzt einmal die Literatur zu wälzen!)
Aber eines beanspruche ich, andre,: ich bin schuld!
lg, ernst!

Votteler, Lexikon der Obstsorten, 1996.
Haferpflaume, regionalunterschiedlich für verschiedene Sortengebraucht, die zur Zeit der Haferernte reifen. Frucht ähnlich der Hauszwetschke, mittelgroß, oval bis länglich. Fruchthaut gelbgrün, schwach bereift.Fruchtfleisch gelbgrün, saftig, süß.Ertrag sehr hoch, alternierend. Reifezeit Anfang September. Verwendung fast ausschließlich zu Brennzwecken.

Das zB. entspricht absolut nicht meinem Wissensstand über die Haferpflaume- oder lt. Andre- Kriacherl!

Und um die Verwirrung komplett zu machen: was sind dann „Ziberl“? Grinsend
« Letzte Änderung: 15. Juli 2003, 19:51:03 von ernst » Gespeichert
Günther
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« Antworten #22 am: 15. Juli 2003, 19:55:24 »

Darf ich auch mal zitieren:

Steinobst
Vor allem in Ostösterreich finden wir verschiedene Arten der Pflaumen-Verwandtschaft eingebürgert: Kirschpflaume, Myrobalane (Prunus cerasifera), Krieche und Ziberl (P. domestica ssp. insititia und ssp. prisca), Mirabelle (P. cerasifera ssp. syriaca), Zwetschke (P. domestica ssp. domestica) und andere. Wild wächst die Schlehe (Prunus spinosa), die mit den genannten gelegentlich Hybriden bildet. Nicht alle diese zum Teil schon ab Juli reifenden Früchte eignen sich zu Frischverzehr. Für Kompott oder Kuchen sind jedoch alle geeignet. Die vitaminreiche Schlehe selbst schmeckt erst nach Frosteinwirkung gut.

Quelle: http://www.planten.de/pflanzen/obst/wildobst/einf%FChrung/  Grinsend
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Sepp
Gast
« Antworten #23 am: 15. Juli 2003, 19:56:55 »

Nix da, Ernst! Ich alleine trage dafür die Verantwortung, weil ich erst P. cerasifera ins Spiel brachte.

Wie auch immer, ich hätte gerne ein paar Kriecherlsamen, wenn möglich. Ernst, Peterr?
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psilostemon
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psilostemons Garten in OÖ
...achtet auf Kleines und ihr werdet Großes finden


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« Antworten #24 am: 15. Juli 2003, 19:58:36 »

willst nicht gleich eine ganze Pflanze?Huch  Grinsend  Zwinkernd
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Meine Geraniumhomepage findet ihr, wenn ihr ins Profil klickt :-)
Sepp
Gast
« Antworten #25 am: 15. Juli 2003, 20:21:59 »

ach, ich säe gerne aus Cool

Ende Juli ist halt nix mit ausgraben und nachdem ich demnächst mich eh nach Niederbayern traue, muss Peterr dran glauben Grinsend
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Baumfex
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« Antworten #26 am: 15. Juli 2003, 21:25:19 »

Ich hab im Garten auch einen Baum stehen, der wächst wie Brennessel, blüht im Frühjahr wie wahnsinnig (sehr kleine weiße Blüten) und trägt im Herbst regelmäßig zentnerweise kleine rote pflaumenähnliche Früchte, die sich gut zur Weiterverarbeitung eignen. Ausläufer bildet er keine und auch durch übelsten Schnitt ist er anscheinend nicht totzukriegen. Sämlinge haben z.T. auch rotes Laub. Müsste eigentlich die perfekte Unterlage für Mirabelle usw. sein.
Könnte das auch ein Kriecherlbaum sein??
Es gibt hier auch Bäume mit gelben Früchten, die jetzt schon reif sind. Die Robustheit dieser Bäume ist jedenfalls der Wahnsinn Schockiert
Wir bezeichnen Früchte dieser Bäume hier übrigens als "Türkische Kirschen". Keine Ahnung ob es diese Bezeichnung tatsächlich gibt Unentschlossen
LG
Baumfex
« Letzte Änderung: 15. Juli 2003, 21:41:39 von Baumfex » Gespeichert

Aliquid amplius invenies in silvis quam in libris.
Ligna et lapides docebunt te, quod a magistris audire non possis.
Lilia
Gast
« Antworten #27 am: 15. Juli 2003, 23:11:29 »

Also Doppelpunkt

Mirabellen sind kleiner als Reineclauden, schmecken bißchen anders, sonst ist aber wenig Unterschied.
Könnte man das als Zusammenfassung akzeptieren?

Hier in der Gegend gibt es gelbe, sappschige, tennisballgroße, runde Pflaumen, genannt "Wasserlatschen" - so schmecken sie auch -, keiner kennt den echten Namen. Kennt die jemand?


LG Lilia
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peterr
Gast
« Antworten #28 am: 16. Juli 2003, 07:25:09 »

Das was in meiner Gegend unter "Kriecherln" verstanden wird, ist jetzt noch lange nicht reif. Erntezeitpunkt ist, wenn ich mich richtig erinnere, so Anfang September. Jedenfalls bekommt derjenige Samen soviel er will, der mich dann nochmal daran erinnert.

peterr
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Amur
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« Antworten #29 am: 16. Juli 2003, 08:09:05 »

Ich kenne eigentlich nur Mirabellen, Reneklauden, Zwetschgen oder Pflaumen.
An einem Feldrain hier wachsen auch noch so wilde Mischungen die schon erstaunlich sind. Rote, gelbe, blaue oder auch grüne Früchte mit allen möglichen Geschmacksrichtungen, aber zu so essen eher weniger geeignet. Wo die wohl hin gehören. Scheisspfläumchen sagten meine Eltern, ohne näheres zu wissen.

Vom Schnapsbrennen und der Zolleinstufung in BW werden die Mirabellen zu den Zwetschgen und die Reneclauden zu den Pflaumen gerechnet.
Da bei gut ausgereiften Reneclauden fast die gleiche Menge rauskommt wie bei den Mirabellen, kommt man da besser weg.

mfg
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