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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Unterschied Ringlotte / Mirabelle 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Unterschied Ringlotte / Mirabelle  (Gelesen 61875 mal)
cimicifuga
Gast
« am: 15. Juli 2003, 15:16:01 »

Hallo!

 Kann mir vielleicht jemand den Unterschied zwischen Ringlotte (reneklode) und Mirabelle erläutern, oder ist das beides das selbe???
Ich habe auf jeden Fall Marmelade aus Früchten gemacht, und auf das Etikett habe ich Ringlotte geschrieben. Jetzt plagen mich die Zweifel. Unentschlossen
Aussehen: gelb, rund, Durchmesser 3-4cm. Säuerlich und sehr saftig. Kern löst sich nicht leicht ab.

Jetzt habe ich heute einen Baum gesehen, der Früchte hatte, die genauso groß werden, wie die die ich oben beschrieben habe, jedoch werden die rot und sind Süß aber auch extrem saftig (so, dass beim Reinbeißen der ganze Latz angesabbert ist Zunge Grinsend). Sind das jetzt rote Pflaumen oder auch Riglotten, oder sind die Übergänge sowieso fließend Huch

Ich blicke irgendwie nicht mehr durch.
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Günther
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« Antworten #1 am: 15. Juli 2003, 15:51:26 »

Bei mir sind Mirabellen bessere Kriecherln und lösen eigentlich nie vom Stein. Farbe meist gelb, bisweilen rot, Frucht kugelförmig.
Ringlotten sind meist größer, oft oval, Farbe gelbgrün oder reingelb oder rot oder auch zwetschkenblau. Sehr variabel, eher fad süß, manchmal steinlösend.
Geschmacklich sind Zwetschken (Hauszwetschken!) und Kriecherln besser, Ringlotten liefern oft Massenerträge.
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cimicifuga
Gast
« Antworten #2 am: 15. Juli 2003, 15:57:33 »

Bei mir sind Mirabellen bessere Kriecherln

Wie definierst du den Begriff Kriecherl? Das Wort ist mir zwar bekannt, aber sind das jetzt Mirabellen? Oder ist ds gar ein Sammelbegriff?
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Günther
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« Antworten #3 am: 15. Juli 2003, 16:04:01 »

Praskac befindet Mirabellen und Kriecherln gleich.
Theoretisch gibts Prunus insititia als Kriecherl, andere haben Prunus domestica var. insititia.
Wie auch immer, Kriecherln fallen in der Regel echt aus Kernen, Ringlotten nicht, und Mirabellen waren mir noch zu "fein" Grinsend
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Lilia
Gast
« Antworten #4 am: 15. Juli 2003, 16:04:45 »

Hm, eine gute Frage!
Ich dachte immer, es wären zwei  verschiedene Pflaumen, irgendwie habe ich Geschmack und Textur unterschiedlich auf der Zunge.
Die obstverarbeitende Industrie bevorzugt aber Renecloden, weil eben bei denen die Frucht nach dem Kochen nicht so auseinandergefallen ist. Das macht sich in den Gläsern besser.
Aus selbigem Grund werden. R. nicht für Marmelade genommen, zu arbeitsintensiv, wg. der anhängenden Steine.
Meine Enzyklopädie der Früchte verweist aber unter Renecloden auf die Seite mit Mirabellen, demnach wäre es eins.
Mirabellen sind m.E. größer und pflaumenähnlicher, Renecloden kleiner, runder, eben kirschenähnlicher.
Wahrscheinlich sind es Cousinen aus der Pflaumenfamilie.

LG Lilia
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peterr
Gast
« Antworten #5 am: 15. Juli 2003, 16:07:16 »

Es gibt Pflaumen, Zwetsch(g)en, Reneklauden (Reine Clauden, Reineclaude, Ringlotte?), Mirabellen und Kirschpflaume.

Pflaumen sind rund und reifen vor den Zwetschgen.

Zwetschgen sind zugespitzt und reifen nach den Pflaumen.

Renekloden haben eine kugelige Form, grün- gelblich bis rötlich schimmernde Haut und meist grünlich- weisses Fruchtfleisch, das schwer vom Stein löst.

Mirabellen sind klein, kugelig, gelbhäutig, sehr süss und gut Stein lösend.

Die Kirschpflaume wird meines Erachtens in Südbayern als Kriecherl bezeichnet. Leider ein aussterbendes Gehölz. Die Früchte sind rot oder gelb, nur 2 bis 4 cm gross und lösen sehr schlecht vom Stein. Unschlagbar für Kompott, Marmeladen...

Da eine Bastardisierung zwischen den Prunus- Arten leicht möglich ist, ist eine Abgrenzung oft schwierig. Für Marmeladenherstellung auch eher irrelevant.

peterr

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cimicifuga
Gast
« Antworten #6 am: 15. Juli 2003, 16:14:06 »

Wenn ich jetzt Peterr glauben darf, dann habe ich eine Kirschpflaume eingekocht. Ja? Huch
Soviele Widersprüchliche Angaben hier Unentschlossen
Wer weiß es wirklich???
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ernst
Gast
« Antworten #7 am: 15. Juli 2003, 16:41:31 »



Die Kirschpflaume wird meines Erachtens in Südbayern als Kriecherl bezeichnet. Leider ein aussterbendes Gehölz.

peterr



Das hab ich noch nicht festgestellt, peter! Kriecherln sind jedenfalls vom österreichischen Salzkammergut bis nach Grado, vom Plattensee bis Vorarlberg massenweise verwildert anzutreffen.
lg, ernst!
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Günther
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« Antworten #8 am: 15. Juli 2003, 16:45:18 »

Kriecherln gibts überall verwildert. Unser Baum war auch ein Wildsämling, und in der Gegend gibts in vielen Gärten Kriecherln, die teilweise sogar die Straßen in Rutschbahnen verwandeln.
Mit Grauen denke ich noch an die Zeit, wo wir drei große Ringlottenbäume im Garten hatten, alle drei blau wie Zwetschken, zwei eher runde, ein ovalfrüchtiger, und mit Unmassen Früchten.
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psilostemon
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psilostemons Garten in OÖ
...achtet auf Kleines und ihr werdet Großes finden


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« Antworten #9 am: 15. Juli 2003, 16:49:08 »

Hallo ihr Experten,
ich bin ja froh dass dieses Thema einmal angeschnitten wird! Hier gibt es 'Bauernzwetschgen', 'normale Zwetschgen' (Pflaumen oder bessere Zwetschgen???), 'Kriachal' und 'Ringlo'. Ich glaube, dass wir Ringlo und Kriacherl (Kriecherl klingt irgendwie seltsam  Zunge) verwechseln oder einfach beliebig benennen. Aber sagt mal, sind alle Pflaumen rund? Gelten nicht auch diese großen, saftigen, blauem Früchte mir dem orangen Fruchtfleisch das die Kerne bestens löst auch als Pflaumen? Sind Zwetschgen nicht diese kleineren Dinger dieser Gattung die gelbes Fruchtfleisch haben?

Könnt ihr sie anhand von Bildern identifizieren? Ich werde sie heuer nämlich alle fotografieren und zeigen  Grinsend.
Und aussterben tun diese seltsamen No-Name-Marmeladen Prunusgewächse hier sicher nicht, es gibt tausende von ihnen und leider immer weniger Leute die sie verarbeiten. DIE sterben nämlich aus o-Ton: 'Sowas kleines nehm ich nicht!' Ich finde sie besser als alles andere....

VLG; Katrin
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peterr
Gast
« Antworten #10 am: 15. Juli 2003, 16:54:04 »

Ach sieh an! Dann täuscht mein Eindruck. Hier in meiner Umgebung kenn ich nur zwei Menschen, die ihre Kriecherln noch nicht umgesägt haben, sondern schätzen und verwerten. Kennt ihr jemanden, der sich ein Kriecherl in seinen Obstgarten pflanzte? In dem Sinne war meine Äusserung zu verstehen.

peterr
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Günther
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« Antworten #11 am: 15. Juli 2003, 17:00:31 »

Kriecherln tät ich vielleicht lassen, wenn sie selber aufgingen.
Setzen tät ich lieber eine ganz gewöhnliche Zwetschke, außer ich hab großen Platzüberschuß. Kriecherln haben zwar Massenertrag, aber um gut zu schmecken, müssen sie vollreif sein, und eben vom Kern gehen sie auch nicht.
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Sepp
Gast
« Antworten #12 am: 15. Juli 2003, 17:05:52 »

Könnte man die Kriecherl denn irgendwie bot. bennen?
Sind das verwilderte Prunus cerasifera?
Bei uns gibt's die nicht; jedenfalls nicht, dass ich wüsste.
An Prunus gibt's hier nur eins in Massen: Schlehen, soweit das Auge reicht..
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ernst
Gast
« Antworten #13 am: 15. Juli 2003, 17:26:01 »

In einer der derzeit meineserachtens besten Arbeiten über Wildobst (Auch auf CD erhältlich) schreibt Andreas Zeitlhöfler unter 4.15 prunus cerasifera:

http://www.zeitlhoefler.de/garteninfos/index.html

lg, ernst!
« Letzte Änderung: 15. Juli 2003, 17:27:44 von ernst » Gespeichert
Sepp
Gast
« Antworten #14 am: 15. Juli 2003, 17:39:33 »

Gute Seite, Ernst, danke, aber über Kriecherl weiss ich trotzdem nicht mehr  Zwinkernd


PS: ohh weh, ich glaub, ich hatte Kriecherl vor den Augen, als ich Günthers Beitrag gelesen hab. Prunus insititia oder Prunus domestica var. insititia.
Die kenne ich nur als selektierte Unterlage 'St. Julien' bzw. 'Pixy'.

Mal weiterforschen...

« Letzte Änderung: 15. Juli 2003, 17:45:48 von Sepp » Gespeichert
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