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Pflanzen => Obst-Forum => Thema gestartet von: Susan am 19. November 2019, 21:36:37



Titel: Misserfolge beim Pfropfen
Beitrag von: Susan am 19. November 2019, 21:36:37
Habe im letzten Frühjahr mit mit einigem Aufwand erstmals über   Apfelsortenerhalt  ca 10 Reiser bestellt und auf andere junge Bäume aufgepfropft. Das war so im März. Die Reiser waren von 2 Leuten. Leider waren sie von beiden Versendern sehr dünn, ca 3-4 mm. Bei einer Lieferung zum Teil schon etwas trocken. Nun ja, sie kosten dort nicht die Welt aber ich war schon enttäuscht über die Qualität bei so einem engagierten Verein. Jedenfalls ist kein einziges Reis was geworden. Ich habe auch auf frisch gekaufte Unterlagen gepfropft, da ist auch nichts angewachsen. Die Jahre zuvor hat das schon zu 80%geklappt.
Zudem habe ich in diesem Jahr mich auch mal an Kirschen versucht. Hier bekam ich ordentliche Reiser, habe sie in ältere Bäume gesetzt, ist auch nichts geworden :'(.
Im Sommer Im Juli habe ich dann nochmal Augen versucht unter die Rinde zu schiebn, bei Kirsche und Apfel. Sie sind alle eingetrocknet. Bei Rosen gelingt mir das.
Was mache ich falsch?? Hat noch jemand dieses Jahr so schlechte Ergebnisse. Zu trockenes Frühjahr?


Titel: Re: Misserfolge beim Pfropfen
Beitrag von: Apfelmann am 20. November 2019, 19:01:18
Die Bäume. auf denen im Frühjahr aufveredelt wird müssen vorbereitet werden, also 1 - 2 Monate vorher zurückschneiden.
Vor dem Veredeln die Reiser im Wasser ein paar Minuten schwimmen lassen, dafür benutze ich Joghurtbecher.
Die veredelten Reiser dürfen nur noch höchstens 3 Augen haben.
Bei dieser verrückten trockenen Witterung sollten die Verdelungen alle 2 - 3 Tage mit Wasser eingesprüht werden.
Unbedingt auf Blattläuse achten und gezielt bekämpfen.
Frische Unterlagen sollten feucht eingeschlagen werden, damit die Saftströme anfangen, dafür sind Frühbeete, Folienzelte oder Hochbeete mit Folien- oder Glasabdeckung sehr praktisch.

Steinobst auch nur auf junges Holz veredeln, die Veredelung sollte Anfang März fertig sein, da diese Bäume sehr früh anfangen zu Treiben. Die Reiser spätesten im Februar schneiden.

Ich hatte bis 80% Verlust durch Trockenheit und Blattläuse, konnte mich aber auch nicht richtig um die Bäume kümmern, da ich sehr krank geworden bin

 zum Schmökern - ein altes Heft zum Veredeln
 (http://der-apfelmann.de/neu/doku.php?id=literatur:hachmeister:hachmeister)
LG


Titel: Re: Misserfolge beim Pfropfen
Beitrag von: Susan am 21. November 2019, 22:16:13
Danke für die Literatur, das werd ich mir zu Gemüte führen!
Ich will in bestehende junge  Bäume einzelne Äste einveredeln, dazu muss man auch schon vorher den Ast verschneiden? Das habe ich bisher nie gemacht und es hat geklappt. Was macht das vorherige Verschneiden?
Bei den Kirschen hatte ich mir junge Triebe in einem älteren  Baum gesucht, ist aber weder beim Pfropfen noch bei den Augen was geworden. Ich habe natürlich nicht gesprüht und so, wußte garnicht, dass so was nötig sein kann, Die Augen hatte ich mit gummi umwickelt und auch noch mit Wachs verschmiert. Ich dachte, da wird genug Feuchtigkeit aufgehalten.?


Titel: Re: Misserfolge beim Pfropfen
Beitrag von: Apfelmann am 25. November 2019, 19:51:54
Das Vorbereiten der Veredelung im Januar - Februar, die Krone abwerfen, oder die Äste einkürzen regt den Baum zum verstärkten Wachstum an,
die höchste Stelle im Baum wird am stärksten versorgt, in den Ästen ist es genauso,
die Veredelungstellen sollten am Ast gut versorgt werden, also hoch stehen.
Das Ansprühen hält die Reiser frisch und verzögert das Austrocknen bei extremer Trockenheit,
ein befreundeter Baumschuler hat mir solche Sachen erklärt.
Versuch mal bei den Kirschen in den Spalt zu pfropfen, vielleicht wird es besser.

LG