Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
28. Oktober 2020, 13:25:10
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Folge planten.de und Forum auch auf Twitter !
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Rebe Ontario: wie schneiden ? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Rebe Ontario: wie schneiden ?  (Gelesen 5229 mal)
Antonie
Gast
« am: 04. April 2004, 14:54:30 »

Hoffentlich bin ich hier im richtigen Forum, vielleicht hätte ich mich auch an das Kletterpflanzen-Forum wenden sollen. Nun hoffe ich, dass jemand meine Anfrage sieht:

Unsere Ontario-Rebe haben wir vor vier Jahren gepflanzt. Der Stamm ist inzwischen 2.50 m hoch und erreicht das Terrassengeländer auf dieser Höhe. Beidseitig haben wir zwei bis jetzt 4 m lange Kordon-Äste entlang dem Geländer gezogen. Wie würdet Ihr jetzt die Triebe an diesen Kordon-Ästen schneiden? Kurz, mittel, lang?
Besten Dank für Reaktionen!     Antonie
Gespeichert
Wühlmaus
*****
Offline Offline

Wühlmaus
Raue Ostalb, 500m ü.NN, Tallage, 6b


« Antworten #1 am: 04. April 2004, 15:16:32 »

Antonie,
für den Weinschnitt ist es jetzt eigentlich zu spät. Das sollte bis Ende Februar geschehen sein, da der Wein sonst sehr stark blutet.

An den KordonLeitÄsten sollten dann alle Triebe aus dem Vorjahr eingekürzt werden und zwar so, daß über den ersten Augen am Leitast ein Zapfen von ca. 5cm länge stehen bleibt.

Wenn der Wein blüht, sollten alle tragenden Triebe bis auf vier Blätter oberhalb der letzten Blüte eingekürzt und alle nichttragenden Trieb ausgebrochen werden. Einzige Ausnahme bildet hier der Trieb, der den Leitast verlängern soll. Der darf wachsen und wird im August auf die gewünschte Länge eingekürzt.

So aus dem grünen Bauch heraus würde ich Euch empfehlen, den Wein bis zur Blüte wachsen zu lassen und dann die entsprechenden Eingriffe vorzunehmen. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht Huch

Wühlmaus
Gespeichert
Antonie
Gast
« Antworten #2 am: 04. April 2004, 15:32:50 »

Ganz herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort!   Lächelnd
Ja, es ist recht spät für den Schnitt, doch war es in den letzten Wochen ausserordentlich kalt. Noch vor einer Woche gab es mindestens 30 cm Schnee. Alles ist im Rückstand. Deshalb wagt mein Liebster es nun doch, die Rebe zu schneiden. Gerade eben steht er auf der Terrasse mit der Schere. Deine Beschreibung habe ich ausgedruckt, und sie kommt in meinen Nachschlage-Ordner über Obstbaumschnitt!
Liebe Grüsse     Antonie
Gespeichert
Wühlmaus
*****
Offline Offline

Wühlmaus
Raue Ostalb, 500m ü.NN, Tallage, 6b


« Antworten #3 am: 04. April 2004, 15:37:14 »

Gern geschehen Antonie!

Kann ja verstehen, daß Ihr jetzt noch schneiden wollt  Smiley, aber dann wundert Euch nicht, wenn die Schnittstellen tropfen wie ein undichter Wasserhahn Unentschlossen

WühlmausGrüße
Gespeichert
Antonie
Gast
« Antworten #4 am: 04. April 2004, 16:25:23 »

Ich melde mich nach einer Weile wieder und berichte über die Schnittstellen.
Antonie
Gespeichert
Sven
****
Offline Offline

Sven
Weinreben - Kletterpflanzen - Rankhilfen


WWW
« Antworten #5 am: 06. April 2004, 07:46:28 »

Hallo Antonie,
nun ist es wohl schon zu spät, aber trotzdem noch ein paar Tipps: Schneiden so, daß ca. 15 bis 20 Augen (Knospen) pro qm zu begrünender Wandfläche oder je Meter Kordonlänge bleiben, mehr auf keinen Fall. 2/3 als Zapfen, aber auch 1/3 Bogen oder Strecker (5-8 Augen) sind gerade bei jungen Reben, die noch stark wachsen und sich nach Erschöpfung sehnen, gut. Manche Rebsorten tragen auch kaum an den unteren Knospen der Zapfen, da müssen zwangsläufig Bögen geschnitten werden, da erst ab dem 4. oder 5. Auge Blütenansätze in den Knospen sind.
Ich will das ganze Thema auch demnächst mal mit vielen Fotos auf meine Webseite bringen, schaffe es aber derzeit nicht wegen des Frühjahrsgeschäftes. Hier schon mal ein Foto zum Bluten, das sei nicht schlimm, ist gängige Winzermeinung. Die spät beschnittenen Triebe sollten aber abwärts angebunden werden, damit das Wasser frei abtropfen kann und nicht durch Abfließen am Zapfen oder Bogen die darunter liegenden Knospen "ersäuft".
Die Anzahl der stehenbleibenden Blätter über der letzten Traube pro Trieb beim Sommerschnitt ist eine fast religiöse Frage, die eifernd diskutiert wird. Die Meinungen schwanken zwischen 2 bis 8 und mehr Blätter. Allgemein geht der Trend dahin, eher mehr Blätter zu belassen, auch eingekürzte Geiztriebe, um die Assimilation zu fördern. Günstig ist im Sommer ein Ausbrechen von "unteren" Blättern, die sowieso kaum noch assimilieren. Je luftiger die Laubwand, umso weniger Krankheiten. Aber Ontario ist ja wohl ein pilzfester Amerikaner...

Grüße von Sven
Gespeichert
Antonie
Gast
« Antworten #6 am: 08. April 2004, 16:21:45 »

Hallo Wühlmaus, hallo Sven
Danke für Eure lieben Ratschläge, die ich mir für nächstes Jahr gerne merken werde. Bist Du Rebenfachmann, Sven? Wo würde ich Deine Webside finden?

Mein Mann hat, wie schon gesagt, die Rebe letzten Sonntag, den 4. April, doch noch geschnitten. Wahrscheinlich ist es Anfängerglück: ich kann euch mitteilen, dass sie bis jetzt noch nicht "geblutet" hat. Die Temperaturen waren aber in diesem Frühjahr bis jetzt sehr kühl. Bei der sogenannten "Ontario" handelt es sich um eine "Robusta-Rebe", es ist keine Edelrebe. Das mag vielleicht auch noch eine Rolle spielen.

Antonie
Gespeichert
Sven
****
Offline Offline

Sven
Weinreben - Kletterpflanzen - Rankhilfen


WWW
« Antworten #7 am: 08. April 2004, 17:37:33 »

Ja, manche finden eine Webseite nicht, und ich kriege es zum Beispiel nach Monaten immer noch nicht hin, in einem Beitrag hier einen ordentlich funktionierenden Hyperlink einzufügen. Was muß ich da bloß tun?
Webseiten eines Teilnehmers sehe ich immer an der runden, blauen Kuller ganz links neben dem Beitrag, neben dem Gesicht (Portrait) des Teilnehmers, falls derjenige eine hat. Siehst Du die Kullern nicht? Dann ist die Adresse www.fassadengruen.de  (ich kriege sie nicht als Link hier rein, wie schon beschrieben!!)

Ontario müßte eine Voll- oder Halbblut-Amerikaner-Rebe und damit absolut pilzfest und robust sein. Oft haben die "Amerikaner" dann einen ganz eigenen Geschmack in Beeren und Wein, die einen nennen es Fox-Ton (fuchsig schmeckend), die anderen belletristisch verklärt "Erbeer-Aroma". Wenn das auf einem Rebenschild drauf steht, sollte man etwas vorsichtig sein und die eigenen Geschmacksgewohnheiten überprüfen, bevor man kauft. Ich selber kann solche Beeren fast nicht essen.
"Muskat"-Ton ist ein schwacher, aber wirklich schwacher Abglanz des Fox-Tones und kann sehr aromatisch schmecken, mir zumindest.... Wie schmeckte denn die Isabella letztes jahr?
Gespeichert
Antonie
Gast
« Antworten #8 am: 12. April 2004, 08:42:13 »

Hallo Sven,
Danke für Deinen expliziten Hinweis - es stimmt, punkto Computer gehöre ich zu den schwer Lernbehinderten...
Ontario schmeckt übrigens ganz gut, von dem typischen "Fox-Ton" (in der Schweiz auch "Chatzeseicherli"=Katzenpisse genannt) ist kaum etwas zu spüren.
Antonie
Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Rebe Ontario: wie schneiden ? « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines