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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Wie Zwetschgenbaum schneiden? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Wie Zwetschgenbaum schneiden?  (Gelesen 20365 mal)
renate
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renate
phänologischer Naturraum 59/62 - Klimazone 7


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« am: 13. April 2003, 10:59:39 »

Hallo,

im Herbst 2001 habe ich einen Zwetschgenbaum (Hochstamm) gepflanzt. Welche Sorte das genau ist, weiß ich nicht. Das war, bevor ich begann, mich für Details zu interessieren Traurig.

In diesem Frühjahr wollte mir ein alter Gärtner zeigen, wie ich den Baum schneiden muß. Leider ist der Mann krankheitsbedingt ausgefallen. Ich habe zwar viel gelesen, aber ich traue mich nicht dran.

Dieses Bild zeigt den Blick von der Terasse aufs Nachbarhaus. Andere Perspektiven sind wenig sinnvoll, weil dann die dünnen Äste nicht mehr erkennbar sind.



Am liebsten wären mir einige Markierungen auf dem Bild da, wo ich schneiden muß
und eine kurze Erklärung, warum. Ein größeres Bild gibt's hier (160 KB).

Danke für die Hilfe!

Gruß,
Renate
« Letzte Änderung: 13. April 2003, 11:00:52 von renate » Gespeichert
Baumfex
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« Antworten #1 am: 13. April 2003, 13:41:15 »

Hallo Renate,
leider fehlen bei diesem ansonsten schönen Zwetschgenbaum die Seitentriebe im unteren Bereich, weil versäumt wurde, beim Rückschnitt die Innenaugen auszubrechen. Den Baum kannst du schneiden wie einen Apfelbaum (siehe weitere Postings), eher etwas stärker, damit er sich besser verzweigt.
Wichtig ist aber, die bei Zwetschgen häufiger auftretenden spitzwinklig angesetzten Schlitzäste unbedingt immer zu entfernen.
An deinem Baum sind das zum Beispiel die 2 steilen Starktriebe in etwa der Mitte des Mitteltriebes.

Gruß
Baumfex
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renate
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renate
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« Antworten #2 am: 14. April 2003, 15:00:52 »

Hallo Baumfex,

danke für die Info!

Ich habe jetzt eine grobe Vorstellung, wie ich vorgehen muß. Leider komme ich heute nicht dazu, wie eigentlich vorgesehen. Mache ich wohl nächstes Wochenende und frage dann ggf. noch mal nach. Da muß ja wirklich viel 'runter ... .

Ich brauche keine große Obsternte, aber ich möchte ihn schon fachgrecht pflegen, damit er lange lebt und gut aussieht.

Gruß,
renate
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Baumfex
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« Antworten #3 am: 14. April 2003, 15:31:56 »

Sieht eigentlich nicht so aus, als ob viel runter müsste. Besser etwas zu wenig als zu viel auf einmal rausschneiden. Schlitzäste entfernen (auch wenn es ein Leitast ist/war) und die Triebe, die nach innen wachsen. Leitäste ruhig etwas stärker anschneiden (vor allem die Mitte) und Innenaugen ausbrechen, das fördert die Verzweigung weiter unten und fertig Lächelnd.
Die dünnen langen Triebe am Kronenansatz auf keinen Fall wegschneiden. Evtl. etwas herunterbinden und als Fruchtast wachsen lassen, oder bei Bedarf als Leitast verwenden, da sie schön stumpfwinklig aus dem Stamm wachsen und somit eine hervorragende Statik haben.

Baumfex
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renate
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« Antworten #4 am: 14. April 2003, 19:58:09 »

Hallo Baumfex,

ach so. als ich "3-5 Leitäste stehenlassen" las, dachte ich, der halbe Baum müßte weggeschnitten werden :-).

Schlitzäste sind also Äste, die senkrecht nach oben wachsen?

"Leitäste ruhig etwas stärker anschneiden (vor allem die Mitte)" - was bedeutet das? Stark einkürzen?

Antwort eilt nicht, bin jetzt einige Tage nicht da.

Danke erstmal,
Renate

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« Antworten #5 am: 22. April 2003, 22:07:19 »

Hallo Renate,
Schlitzäste müssen nicht zwangsläufig senkrecht nach oben wachsen, aber entscheidend ist, daß sie spitzwinklig angesetzt sind, was früher oder später zu eingewachsener Rinde und damit zu einer instabilen Astanbindung führt. Schlitzt so ein Ast später z.B. bei Ertrag aus, gibt das üble Wunden.
Noch was: Bei zu starkem Wachstum oder Gummifluß, würde ich im Frühjahr nur die Leit- und Fruchttriebe anschneiden und jeweils im Spätsommer alle unnötigen Triebe entfernen.

Baumfex
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« Antworten #6 am: 05. Mai 2003, 07:20:31 »

Hallo Baumfex,

danke für die anschaulichen Erklärungen!

Vor ca. 10 Tagen habe ich es gewagt - eine wackelige Angelegenheit, weil darunter Stauden wachsen und die Leiter keinen festen Stand hatte. Rasen hätten wir darunter säen sollen ... . Eagal, der Schnitt nächstes Jahr erfolgt pünktlich zu Ostern, dann haben noch nicht so viele Pflanzen ausgetrieben und wir haben einen Osterstrauß Smiley. Dann habe ich hoffentlich auch eine langstieliege Baumschere, mit Rosenschere und Leiter komme ich nicht überall dran.

Der Baum hat reichlich 25% Blattmasse verloren. Ich habe dann aufgehört, weil sonst nichts mehr übrig geblieben wäre, dann Symmetrie 'reinzukriegen wäre schwierig geworden (u.a. wegen noch nicht ausreichendem Werkzeug). Ich habe deswegen auch einen der oberen Schlitzäste drangelassen. Muß ich nächstes Jahr nachholen.

Gruß,
Renate
« Letzte Änderung: 05. Mai 2003, 07:24:58 von renate » Gespeichert
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« Antworten #7 am: 05. Mai 2003, 15:21:49 »

Hallo Renate,
sieht von weitem ganz gut aus, in der Mitte vielleicht noch etwas zu hoch. Und wie gesagt, zu entfernende Äste kannst Du auch bzw. vorzugsweise im Spätsommer herausnehmen.
Mit Teleskopschere bzw. Säge ist ein sauberes Arbeiten nahezu unmöglich, da würd ich mir lieber eine freistehende ausziehbare Obstbaumleiter mit 2 Stützen zulegen oder ausleihen. Leider sind die Beschläge für die Stützen meist eine "Fehlkonstruktion", so daß sich die Leiter im unebenen Gelände manchmal nur mit Schwierigkeiten vernünftig aufstellen läßt.

LG
Baumfex
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« Antworten #8 am: 28. Mai 2003, 13:55:35 »

Hallo Baumfex,

so eine Leiter habe ich. Das nützt mir nur nicht viel, weil das Gelände sehr uneben ist - Staudenbeet eben. Wir haben lange Bretter untergelegt, trotzdem mußte mein Mann noch die Leiter festhalten während ich draufstand. Jetzt geht nichts mehr, weil die Pflanzen auf der Baumscheibe und drumrum schön groß geworden sind.

Das kommt davon wenn Frau, ahnungslos einen Garten plant. Rasen hätte ich vorsehen sollen. Mal sehen, ob ich Trittsteine im Beet versenken kann, die dann auch für die Leiter zu gebrauchen sind. Ansonsten muß ich entweder scheiden wenn nichts wächst, oder Umplanen und Umpflanzen.

Wenigstens spare ich die Ausgabe für eine Teleskop-Schere.

Gruß,
Renate
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« Antworten #9 am: 28. Mai 2003, 15:28:13 »

Deshalb plädiere ich ja schon immer dafür, keine Hochstämme zu pflanzen, wenn es nicht unbedingt sein muß Grinsend.
Der Irrglaube, daß die Stammhöhe was über die spätere Baumgröße aussagt scheint nämlich weit verbreitet zu sein. Hochstämme sind nur künstlich hochgeschnippelte aufgedüngte und windanfällige "Bohnenstangen", die noch aus der Zeit stammen, als unter den Bäumen noch Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde. Die selbe Unterlage mit nur 1m Stammhöhe ergibt nämlich eine genau so große Krone, nur fängt sie eben 1m weiter unten an und macht so die Pflege und Ernte etwas einfacher.
Mir ist es zumindest lieber, wenn ich mich beim Sensenmähen etwas bücken muß, als daß ich schon eine Leiter brauche, um nur an die untersten Äste zu gelangen Grinsend
Also den Baum schön breit erziehen, dann wird er nicht ganz so hoch Zwinkernd

LG
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Hans
Gast
« Antworten #10 am: 28. Mai 2003, 15:54:09 »

Hallo Baumfex,

ganz allgemein betrachtet gehen durch das leider nicht aufzuhaltende Verschwinden der Hochstämme zum einen robuste, alte und seltene Obstsorten verloren und zum anderen leidet die biologische Vielfalt sehr stark darunter, da ökologische Nischen für vielerlei Pflanzen- und Tierarten damit immer weniger werden.

Deshalb plädiere ich ja schon immer dafür, möglichst viele Hochstämme zu pflanzen.   Lächelnd
Ausserdem liegt es sich in einer Hängematte, die zwischen zwei Hochstämmen aufgespannt ist, ganz vorzüglich!  Grinsend

Schöne Grüße
Hans


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« Antworten #11 am: 28. Mai 2003, 17:47:00 »

Hans,

ich sprech nicht von mikkrigen kurzlebigen Zwergbäumen, sondern nur von kürzeren Stämmen, also in der Regel Sämlingsunterlagen. Das ist also genau die selbe Unterlage wie bei den Hochstämmen und gibt genauso große Kronen, wenn nicht sogar noch größere. Es gibt aber auch Hochstämme mit schwachwachsenden Unterlagen und deshalb kommt es beim Kauf immer auf die Unterlage an und nicht auf die Stammhöhe (Trugschluß!!).

Du bist bestimmt auch darauf hereingefallen, daß Hochstamm gleichbedeutend mit großen alten Obstbäumen ist stimmt's?

Ein Halb- oder Meterstamm auf Sämling ist die natürlichere Baumform, der Stamm wird beschattet und Ernte und Pflege werden erleichtert.

Und da wir gerade beim Thema sind: Du bist dafür, daß möglichst viele "Hochstämme" gepflanzt werden. Das ist auch kein Problem, weil man die in vielen Gemeinden kostenlos nachgeschmissen kriegt. Wenn es aber um die Pflege von Altbeständen und Neupflanzen geht, dann wird es zappenduster, dann gehn wirklich (fast) alle Lichter aus. Und hier liegt auch der Ansatzpunkt für die Rettung der sogenannten Streuobstwiesen: Pflegen statt pflanzen und wenn ein gepflegter Baum nach 60-120 Jahren zusammenbricht oder einem der entgegen der demographischen Entwicklung wuchernden Neubaugebiete weichen muß, dann kann man ihn ersetzen.

Ich hoffe, daß das irgendwann mal jeder weiß, der es wissen sollte Smiley

LG
Baumfex
« Letzte Änderung: 28. Mai 2003, 18:06:35 von Baumfex » Gespeichert

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