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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Rosen-Forum (Moderator: Giuseppe)  |  Thema: Die Rosenmacher 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Die Rosenmacher  (Gelesen 1983 mal)
jedmar
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Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #15 am: 14. Februar 2010, 20:55:17 »

Super gemacht! Und die ganze Arbeit dann für 10-12 Euro. Das wären in vielen Branchen nur 15 Minuten Arbeit pro Teil.
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Giuseppe
Moderator
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Giuseppes Fotoalbum
Zone 6, 470m ü. NN


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« Antworten #16 am: 14. Februar 2010, 22:08:01 »

Die 10 oder 12 Euronen "gehen" natürlich auch nur durch die Massenproduktion. Zusammengezählt kommen je Einzelpflanze vielleicht gar nicht mehr als die erwähnten 15 Minuten heraus, weil die meisten Arbeitsgänge ja mit einer großen Zahl von Pflanzen gleichzeitig oder in sehr kurzen Intervallen ablaufen. Das Aufwändigste dürfte wahrscheinlich das Veredeln sein. Wenn ein hiesiger Rosenschuler erzählt, dass eine gut eingespielte Kolonne gerne ihre 1000 Stück am Tag schafft - das wären ca. 2 pro Minute X 3 Leute - relativiert sich das auch etwas.

Trotzdem ist es eine schöne Leistung, die nicht "für umsonst" zu haben ist. Wenn rosenschule schreibt, die Veredler brauchen einen "Gummirücken", dann ist für mich damit gesagt, dass die nach ein paar Jahren ihre Bandscheiben zersetzt haben. Ein (Berufs-)Leben lang macht das wohl niemand.

Es wäre gut - und vielleicht trägt diese kleine Bilderserie dazu bei - wenn wir als Konsumenten der Pflanzen einfach diese Leute und deren Arbeit schätzen lernten und nicht nur auf die Preise schielten, die man beispielsweise in Holland oder in Schleswig-Holstein, wo noch mehr Masse und sicherlich auch mit einem noch höheren Grad an Automatisierung produziert wird, bezahlt.

Wichtig wäre für mich aber auch die Aussage - ob es so stimmt, kann uns rosenschule sicherlich einmal bestätigen oder widerlegen -, dass sich nach dem, was ich der Bilderserie entnehme, kein entscheidender Unterschied ergibt, ob von einer Sorte wenige Dutzend oder 5000 Stück veredelt werden. Einige Leute behaupten nämlich, sie könnten erst ab 5000 Stück je Sorte wirtschaftlich produzieren und streichen daher ihre Sortimente zusammen. Ich denke, bei dem trotz aller Mechanisierung noch großen Anteil an Handarbeit, der hier gezeigt wird, ergibt sich kein großer wirtschaftlicher Nachteil, wenn von einer Sorte nur 50 - 100 Stück produziert werden statt >5000.

Giuseppe
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"Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt." Rudyard Kipling
woidroserl
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Klimazone 5


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« Antworten #17 am: 14. Februar 2010, 23:35:15 »

Die Bilderserie bietet einen einzigartigen, hochinteressanten Einblick. Danke!!
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http://www.woidroserl.de
Rosenschule
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Rosenhacken zu dritt...


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« Antworten #18 am: 14. Februar 2010, 23:53:35 »

Die Sache mit dem Gießen ist recht einfach: Sternrusstau infiziert nur wenn die Blätter länger als 6 Stunden nass sind. Wir wässern per Zeitschaltuhr nur frühmorgens, wenn es eh Tau hat und so sind die Rosen nicht länger nass als normal.
 
Den Gummirücken braucht zum Glück nicht ganzjährig, wie so viele üble Arbeiten glücklicherweise schnell erledigt sind. Ein trainierter Rücken ist aber schon wichtig, statt Bodybuilding mache ich gerade Brennholz, jeder nach seiner Fasson.
 
Das mit den Stückzahlen ist tatsächlich so: der Arbeitsaufwand an sich ist der gleiche, den Unterschied macht nur die Sortentrennung und Etikettierung. Es ist kaum zu glauben, aber das macht unheimlich Arbeit: Es fängt an beim schneiden des Reisermaterials, das extra gekennzeichnet werden muss und setzt sich dann über die ganze Kultur fort, ständig Etiketten holen, anbringen, Restetiketten wegräumen, alles dokumentieren. Als wir zum ersten mal so viele Kleinsorten mit nur 2-10 Stück getopft haben sagt unser Mitarbeiter zu mir: da braucht ja alleine das aufschreiben, was wohin gestellt wurde mehr Zeit als das Topfen selbst.
Nach meiner Ansicht läge die arbeitswirtschaftlich rationale Menge pro Sorte bei 1000 Stück, darüber wird es kaum noch schneller. Tatsächlich kultivieren wir aber nur von etwa 20 Sorten überhaupt soviele, von etwa 300 Sorten vermehren wir nur je 20 Stück, die restlichen 250 Sorten sind so 100-400 Stück pro Sorte.
 
Es ist einerseits wirklich komisch: die Preise haben am allerwenigsten mit den Arbeitskosten bei der Kultur zu tun, alles andere ist wichtiger. angefangen vom Handling bei der Auftragsabwicklung, über die Händlermarge bis zu den Verwaltungskosten im Büro.  Andererseits ist es auch logisch: würdet Ihr alle immer gleich 10 Pflanzen von einer Sorte kaufen, könnte man wahrscheinlich die Rosen zum halben Preis anbieten. Rechnet mal zurück: 100% Kalkulationsaufschlag sind in allen Branchen üblich und nötig. Also kann man eine 15.- €-Rose im Großhandel 10erweise für 7,50 € kaufen, der Großhandel kauft Sie wiederum beim Kultivateur in Auftragsveredlung für 3,75€, davon entfallen 0,50 bis 1,50 € auf die Lizenzen.
So kann es passieren, dass eine Rose, die ja "relativ teuer" verkauft wird, dennoch für den Kultivateur wenig einbringt. Oder umgekehrte sichtweise: es ist doch ärgerlich, daß bei Verkaufspreisen von 6 bis 14 € beim Kultivateur um 5 Cent gefeilscht wird.
 
Da wir ja alle Schritte selbst machen von der Kultur bis zur Verkaufsberatung kann ich das alles etwas überblicken, die etwa 30% Mehrkosten in der Kultur, die der biologische Anbau mit sich bringt sind da gar nicht so schlimm, die ganze Verwaltung, Beratung, Katalogherstellung, Werbung und Websitepflege. das alles schlägt viel heftiger zu Buche. Mein Vater hatte vor 30 jahren mal einen Fabrikanten als Kunden, der Ihm einen Vortrag hielt, dass Gärtner einfach nicht rationell kalkulieren könnten sondern überhöhte Phantasiepreise verlangten. Mein Vater sagte Ihm: ganz einfach, wenn Sie mir als erstes garantieren, dass alle meine Rosen wachsen, und es keinen Ausfall gibt, und dann noch alle meine Pflanzen garantiert abkaufen, dann bekommen Sie die Rosen zu 25% des Preises!
 
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rosige Grüße aus Steinfurth
agi
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Klimazone: 6b Höhe: 366 m ü. NN Obb.


« Antworten #19 am: 15. Februar 2010, 00:26:10 »

Interessante Einblicke - danke Rosenschule
Es ist gut, wenn man auch die andere Seite kennenlernen kann.
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Liebe Grüße Agi
Ritax
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« Antworten #20 am: 15. Februar 2010, 09:19:28 »

danke, wirklich interssant!
rita
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Wienerwald, vermutlich Zone 7
montebello
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montebello
Don't feed the trolls!


« Antworten #21 am: 15. Februar 2010, 09:43:21 »

Ich fand die Darstellung auch sehr interessant und informativ! Wieviel Arbeit dahinter steckt - da ist ein Preis von ca 12 Euro sicher noch an der unteren Grenze. Normalerweise (Wühlmäuse mal außen vor) ist so eine  Rose ja auch ein langlebiges Produkt.

Grüße, montebello

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We may prefer to think of ourselves as fallen angels, but in reality we are risen apes (Desmond Morris).
Dorothea
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« Antworten #22 am: 15. Februar 2010, 10:21:23 »


Natürlich wäre es reizvoll. unsere Rosen für kleines Geld zu kaufen. Aber was habe ich davon? Die Freude ist doch nur kurzfristig, wenn der Rosenvermehrer nicht von seiner Arbeit leben kann und sie aufgeben muss.

Indem wir die Rosen zu einem reellen Preis kaufen, sichern wir uns auch für die Zukunft die Leistung der Rosenschulen, denn ein richtiger Rosenfreund und Sammler wird ja nie einen fertigen Garten haben. Es lohnt sich auch, bei kleineren Rosenschulen zu suchen, denn man findet dort unter Umständen auch Raritäten, die man sonst nur schwer bekommt.

Und wie montebello sagt, Rosen sind langlebig. An einem Rosenstrauss für 12 Euro habe ich 7-10 Tage Freude, eine Rose kann mich über Jahre begleiten und erfreuen.

Dorothea


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Dana
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Dana
Klimazone 8 a


« Antworten #23 am: 15. Februar 2010, 14:57:48 »

Danke für die sehr interessante Bildreihe. Wenn man weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt, findet man Rosenpreisen gar nicht so teuer! Grinsend
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saj
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saj
Klimazone 6


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« Antworten #24 am: 18. Februar 2010, 15:51:03 »

Ein beeindruckender Bericht über die "Rosenentstehung". Danke !!! So kann man sich tatsächlich alles besser vorstellen.

Gruß von Steffi
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alchemilla
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Klimazone ? 900 m ü.M.


« Antworten #25 am: 10. März 2010, 21:48:25 »

Hallo Rosenschule,
ich hab mir deine Bilderreihe gerade erst angeschaut, und ich bin beeindruckt!
Toll,dass du dir die Mühe gemacht hast alles zu dokumentieren,da sieht man erst mal wieviel Arbeit in einer Rose steckt!
Danke für die interessanten Einblicke in eure Arbeit,so wird wirklich jedem (?) klar, dass eine "gut" gemachte Rose eben ihren Preis hat!
Ich freue mich in diesem forum so schöne Beiträge zu finden!!  Lächelnd

Grüße alchemilla

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