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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Verpfuschte Krone bei Pfirsich 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Verpfuschte Krone bei Pfirsich  (Gelesen 5617 mal)
Sepp
Gast
« am: 23. März 2003, 21:24:32 »

Hallo,

ich hab mir heute bei einem Freund einen Pfirsich angeschut, den ich schneiden soll.
Der Baum ist ca. 20 Jahre alt, ein Halbstamm und die "Krone" ist trichterförmig mit 3 Leitästen aufgebaut gewesen.
An den Leitästen befinden sich praktisch gar keine waagrechte Äste mehr, sondern nur noch 1-2jährige Steiltriebe Augen rollen

Natürlich findet man so einen Fall in keinem Buch, deshalb die Frage an euch:
Wie schneide ich denn am besten?
Lässt sich da ohne runterbinden oder spreizen überhaupt was machen?

Wenn ich den treff, der die Jahre davor den Baum geschnitten hat Ärgerlich

vielen Dank schon mal,
Sepp

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Susanne
Gast
« Antworten #1 am: 24. März 2003, 09:20:33 »



Schwierig, wenn man den Baum nicht sehen kann. Pfirsich vergreist schnell, deshalb braucht er ja gelegentlich einen scharfen Rückschnitt zum Neuaufbau.
Aber so, wie du ihn beschreibst, ist ja nicht gerade viel zum Aufbauen übrig...

Ich würde also die Steiltriebe auf wenige Augen zurücknehmen, letztes Auge nach außen weisend, damit er wieder breiter wächst und eine neue Krone bildet.
Auf Früchte braucht ihr euch in diesem Jahr sowieso keine Hoffnung mehr zu machen.

Wenn der Baum so schrecklich verschnitten ist, würde ich mir überlegen, ihn generell neu aufzubauen und dadurch zu verjüngen. Dann auch die Hauptäste absetzen... aber das nicht jetzt im Frühling, sondern erst im Spätsommer.


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Amur
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« Antworten #2 am: 24. März 2003, 10:48:31 »

Sei doch froh. Solange er noch solche Triebe bringt, kann man alles draus machen. Du mußt nur diese jungen starken Triebe dazu verwenden.
Wenn er schon steil treibt, dann laß ihn auch steil rauf und nutze dazu ausgewählte Steiltriebe. WEnn du ihn immer versuchst flach zu drücken, wirst du einen ewigen Kampf haben und nur jede Menge Holz produzieren.
Mehr kann man wohl aus der Ferne  nicht dazu sagen.

mfg
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Sepp
Gast
« Antworten #3 am: 24. März 2003, 21:23:35 »

Hallo,

Amur,
das Problem mit den senkrechten Trieben an flachen Ästen hat man ja immer beim konventionellen Obstbaumaufbau. Die stellen auch kein grosses Problem dar, finde ich. Im Sommer wegschneiden oder reissen und fertig.

Den Rückschnitt der Steiltriebe auf wenige Augen habe ich mir schon überlegt, aber die Triebe, die dann entstehen, werden nach den Schnittgesetzen lang und zu senkrecht. Die müsste ich dann trotzdem runterbinden.

Ich könnte ja ein Expreiment starten und aus den Wasserschossen (schlanke) Spindeln machen  Grinsend
Oder gibt's das schon irgendwo?

Grüsse vom noch nicht überzeugten
Sepp
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Baumfex
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« Antworten #4 am: 25. März 2003, 11:13:15 »

Ich gebe Amur völlig recht, das Problem der Steiltriebe kann nicht dadurch gelöst werden, daß sie alle entfernt oder stark eingekürzt werden, sondern dadurch, daß sie teilweise als Leitastverlängerung benutzt werden, bzw. noch besser die Leitäste von Anfang an steil aufgebaut werden.
Wenn man mit dem Baum arbeitet und nicht gegen ihn hat man viel weniger Arbeit und mehr Erfolg. Also sich bei der Stärke des Rückschnitts an der Wüchsigkeit des Baumes orientieren und Leitäste immer schön steil halten. Auf keinen Fall also Leitäste auf flache Nebentriebe absetzen oder flach herunterbinden, das ist wirklich kontraproduktiv!

Baumfex
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Amur
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« Antworten #5 am: 25. März 2003, 12:28:46 »

Hallo,


Den Rückschnitt der Steiltriebe auf wenige Augen habe ich mir schon überlegt, aber die Triebe, die dann entstehen, werden nach den Schnittgesetzen lang und zu senkrecht. Die müsste ich dann trotzdem runterbinden.



Wenn du mir jetzt noch erklärst warum du diesen starkwüchsigen Baum auf nur wenige Augen zurückschneiden willst und nicht nur ganz wenige wegschneidest und dafür ein paar ganz verquere total rausnimmst, kommen wir weiter. WEnn du den starken Austrieb vom letzten Jahr lang läßt und eben nicht bis auf ein paar Augen runterschneidest, dann kommt er schon runter. Nur aufpassen daß er nicht in die Mitte reingeht.

Wenn er Holz will, dann laß es ihm und schneids nicht immer weg. Außer die Unterlage ist sehr schwach und bruchgefährdet. So einen Fall hab ich bei mir auch. Manche lassen sich kaum zäumen. Und ringeln mag ich nicht.

mfg
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Sepp
Gast
« Antworten #6 am: 25. März 2003, 19:28:19 »

Hallo,

auch ich bin ein Freund des weniger schneidens, aber in dem Fall geht das nicht einfach so, Amur, da der Baum total verpfuscht ist.

vielleicht hätte ich anmerken sollen, dass die Wasserschosser nur aus der Oberseite der Leitäste kommen, nicht von der Seite, was kein Problem wäre.

Wenn ich das so stehen lasse, habe ich einen Baum mit relativ flachen Leitästen und mehreren Spindeln auf jedem Leitast.
Da gibt's keine Leitastverlängerung und der Baum geht überhaupt nicht in die Breite.
Für meine Begriffe ist das ein unmöglicher Zustand.

Falls es weiter Unklarheiten gibt, muss ich mal ein Bild malen, da es mit einem Photo erstaml nix wird.

Grüsse,
Sepp
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Elro
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« Antworten #7 am: 26. März 2003, 01:55:20 »

Hallo Sepp,

gerade letzte Woche habe ich den Schnittkurs unseres Obst- und Gartenbauvereins (zum X-ten Mal) besucht.
Da wurde erzählt daß bei Pfirsich nicht die Baumform wichtig ist. Viel wichtiger ist darauf zu achten daß der Baum nicht vergreist.
Also sind die ein- und zweijährigen Triebe eigentlich gerade wichtig.
Kurztriebe stehen lassen, Fruchttriebe auf 3-4 Fruchtblüten einkürzen, alle anderen auf zwei Augen (der einzige Baum der Zapfen haben darf) kürzen. Also so richtig schön schnippeln. Nur Triebe die sich stören ganz rausschneiden.
Wenn der Baum im unteren Bereich verkahlt ist dann wie meine Vorredner/Schreiber berichten absetzen.

Übrigens der Baum der im Schnittkurs geschnitten wurde hatte nur zwei "Leitäste", einen fast waagrechten und einen der senkrecht in die Höhe ging.

@ Susanne,

warum nicht im Frühjahr absetzen?
Ich dachte daß dies den Neuaustrieb stärker fördert (was ja beim Pfirsich gewollt ist) und im Sommer geschnitten den Wuchs bremst.

Grüße Elke
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Susanne
Gast
« Antworten #8 am: 26. März 2003, 10:32:04 »

Warum ich nicht gerne im Frühjahr schneide, das ist mehr so eine persönliche Erfahrungssache.
Erstens, weil ich mir denke, daß kein Schnitt so dringend sein kann, daß ich Blüten und Früchte kappen müßte. Zweitens, weil der Saftdruck im Frühjahr so stark ist, daß ich bei manchen Bäumen ein Ausbluten an den Schnittwunden fürchte.
Drittens, weil ich sowieso lieber bei oder nach der Ernte schneide, nicht nur, weil ich dann weniger oft auf die Leiter muß. Der späte Schnitt erlaubt mir auch, daß ich mir den Baum vorher monatelang in Ruhe ansehen und Schnittstellen abwägen kann, dabei Schwachstellen erkennen oder Krankheitsbefall. Der Schnitt an einem kühlen Tag im Spätsommer ist auch mit weniger Eile und mehr Besonnenheit verbunden als der Schnitt im Frühjahr, wenn sowieso viel andere Arbeit ansteht.
Nach der Ernte hat der Baum bis zum Frost noch reichlich Zeit, die Wunden zu schließen, und bis zum Saftaustrieb im Folgejahr ist alles wieder gut verheilt.

Ausnahmen sind Korrekturschnitte nach Sturmschäden, oder wenn ich verdichtete oder vergreiste Bäume in anderen Gärten schneide. Daß mache ich notfalls auch im Frühling, allerdings nehme ich dabei lieber wenige, aber ganze Äste aus der Krone heraus. Dann sind zwar die Wunden größer, aber im Vergleich zu dem Licht- und Luftgewinn meiner Ansicht nach immer noch die bessere Lösung. Im folgenden Herbst kann dann nochmal verjüngend abgesetzt und freigeschnitten werden.






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Baumfex
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« Antworten #9 am: 26. März 2003, 10:59:31 »

Sepp, was spricht eigentlich dagegen, daß Du dir an jedem Leittrieb einen schönen Steiltrieb aussuchst und etwas nach außen bindest? Stehen die alle zu weit innen?

Baumfex
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Amur
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« Antworten #10 am: 26. März 2003, 12:00:39 »

@Susanne

Zumindest bei Äpfelbäumen kann ein sehr starker Schnitt im Spätsommer dazu führen, daß der Baum die bereits für den Frühjahrsaustrieb angelegten Knospen (incl. Blüten!) schon im Herbst austreibt. Und dann ist es Sch.... Manchmal zu sehen in den Erwerbsobstplantagen, wenn der Sommerschnitt zu hart ausgefallen ist.

Deswegen mache ich im Sommer keinen sehr starken Rückschnitt, sondern  nur ein Auslichten.
Und Blüten kappst du in jedem Fall. Die Blütenknospen fürs folgende Jahr werden ja bereits im Juli angelegt.
Wie das bei Aprikosen ist bin ich jetzt überfragt.
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Sepp
Gast
« Antworten #11 am: 26. März 2003, 20:07:14 »

Baumfex,

gegen das Herunterbinden spricht ja eigentlich nix, ausser dass es mehr Arbeit macht Smiley
Deshalb wollte ich gerne Alternativen hören.

Habe jetzt auch mit Meistern bei der Arbeit gesprochen und werde wohl binden.
Ich möchte es den Leuten nicht zumuten, ihre Pfirsiche in 3-4m Höhe zu ernten.

Im grossen und ganzen wird es eine Mischung aus binden und Susannes Vorschlägen.
ein Teil wird gleich heruntergebunden, nämlich die Triebe, bei denen es besser geht, die anderen Steiläste werden auf wenige Augen gekappt und der Neuaustrieb im Sommer gebunden, damit sie etwas flacher wachsen.

Grüsse,
Sepp
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Susanne
Gast
« Antworten #12 am: 26. März 2003, 20:17:34 »



Amur,
ich hab' nix von starker Schnitt und Apfelbäumen gesagt...


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