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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  Baumschutz-Forum (Moderator: Hilmar)  |  Thema: Kampf gegen den Hausbaum 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Kampf gegen den Hausbaum  (Gelesen 6413 mal)
fabfiddle
Gast
« am: 16. November 2009, 12:18:27 »

Hallo zusammen,
ich komme aus einer absolut ländlichen Gegend im bayerisch-schwäbischen Donautal. So viele neue Bäumchen auch gepflanzt werden - hauptsächlich entlang neuer Bundesstraßen -, so wenig ist bei unseren Landwirten, den Gemeinden und auch den privaten "Häuslebauern" an Sinn und Verstand übriggeblieben, was altbewährtes angeht: Hausbäume, Feldraine, Gehölze, Obstwiesen, Straßenbäume, Dorfbäume.
Wo ein Baum auch steht, überall steht er im Weg. Ein Ärgernis. Den Maschinen und dem Profit im Weg.

Die alten Pappeln an der Kreisstraße zum Nachbarort haben sie im Frühjahr gefällt. Die Weiden an der Dorfbrücke im letzten Herbst. Die Streuobstwiese wurde im letzten Sommer bis auf zwei Bäume vernichtet. Die Linden am Friedhof haben sie abgesägt, weil das Laub auf die Gräber gefallen ist.

Und erst vor zwei Wochen ist die lange Zeile mit alten Kirschbäumen gefallen.

Die Bauern haben die Leichen der Bäume hinten im Hof liegen. Aber sie wissen nicht, wo die Bäume sind. Es ist ihnen auch egal. Und wenn einer kommt und will der Gemeinde einen Baum schenken, eine Linde, eine Kastanie oder ein paar Holundersträucher, dann kündigen sie am Stammtisch an, dass sie die Rinde einschneiden werden, Nägel in die jungen Stämme schlagen oder die Wurzeln mit dem Pflug anfahren werden.

Der Bürgermeister ist machtlos, denn die Bauern machen die Politik. Wenn er am Friedhof eine neue Linde pflanzen lässt, ist nach zwei Tagen die Krone abgebrochen worden.

Und der BUND Naturschutz? Der sagt, dass er eh nichts machen kann, weil das meiste auf Privatgrund passiere. Ansonsten seien die Kreisräte praktisch beratungsresistent.

Ich könnte einen Hass kriegen, wenn ich durch die Felder meines Dorfes laufe, wo es aussieht wie auf einer russischen Kolchose. Bis an den Teer der Straße heran wird geplügt. Das einzige, was wächst, sind die Masten der Stromleitungen. Und die Thujen der ehemaligen Bauerngärten.

Was kann ich tun? Hat jemand Erfolg gehabt im Kampf für die Dorfbäume?
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Rosenfreak
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Rosenfreak
Ich hoffe auf viele Beiträge


« Antworten #1 am: 16. November 2009, 13:58:10 »

Oh je, das hört sich ja furchtbar an. Ist das gesamte Dorf so blöd?Huch?
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Wer zur Quelle will muss gegen den Strom schwimmen
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fabfiddle
Gast
« Antworten #2 am: 16. November 2009, 16:40:27 »

Viele sind so... manchmal bin ich schon froh, wenn ich jemanden sehe, dem es nur egal ist. Die, die keine Landwirte sind, sind zum Teil noch (oder wieder) anders. Es formiert sich gaaaaaanz langsam eine Gruppe, die es anders macht, die in kleinen Ecken Naturwiesen anlegt, die ihre Gärten anders gestaltet oder die einige Baumsetzlinge neben die Landstraße pflanzt.
Aber es sind halt viel zu wenige.
Was mir vorschweben würde, wäre eine gemeinsame Aktion mit Gemeinde, Vereinen und Bürgern: gemeinsame Ortsbegehungen in den drei Dörfern unserer Verwaltungsgemeinschaft einschließlich der Straßen dazwischen und der angrenzenden Felder. Sammeln von Ideen. Die Kinder in der Schule und in den Kindergärten mit einbeziehen, auch das Kloster auf unserer Flur. Pflanzaktionen durchführen, Wettbewerbe veranstalten, kleine Prämien aussetzen. Spenden einholen, Baumschulen mit dazunehmen. Jeder Bürger spendet einen Baum oder drei Sträucher. Vorher-Bilder und Nacher-Simulationen gegenüberstellen.

Aber bis dahin ists noch ein weiter Weg... Unentschlossen
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Ritax
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« Antworten #3 am: 16. November 2009, 17:13:03 »

hallo fabfiddle,
willst du den ortsnamen nicht nennen?
vielleicht wirds den baumgegnern doch peinlich, wenn ihr ort einen schlechten ruf bekommt!

die andere perverse seite:
bei uns in wien pflanzt kaum mehr jemand einen neuen großbaum auf seinem grund,
weil man ihn dann nicht fällen darf, wenn er zu groß wird.

lg, rita
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Wienerwald, vermutlich Zone 7
fabfiddle
Gast
« Antworten #4 am: 17. November 2009, 11:02:52 »

Das ist die Gegend um Dillingen an der Donau, Verwaltungsgemeinschaft Wittislingen. Stark "landwirtschaftlich" geprägt. Und einen schlechten Ruf haben wir diesbezüglich schon... letzthin hat einer gesagt: "Wenn Du einen Baum loswerden willst, pflanze ihn auf Bergheimer Flure".
In kleinen Privatgärten kann ichs ja verstehen, wenn man keine Eiche oder Kastanie setzen will. Da würde vielleicht manchmal ein bißchen mehr Überlegung bei der Auswahl von Sträuchern auch das Gewünschte bewirken (eine Hasel oder ein Mönchspfeffer bspw. wirkt schon ganz anders als eine Blautanne... ist natürlich Geschmackssache!) . - Aber er gibt doch so viele freie Flächen zwischen den Feldern oder an den Straßen...?

LG
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clara
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Akeleis Petit fleur
Klimazone 8 - Phänolog. Naturraum 67 40m NN


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« Antworten #5 am: 17. November 2009, 12:29:50 »

ich habe mal mit google maps mir den ungefähren Standort angeschaut - und verglichen mit Schleswig-Holstein

Ihr habt da dicke Wälder und Naturschutzgebiete stark abgegrenzt von der wirtschaftlichen Feldbestückung - und da sind weit und breit wirklich kaum Grün auszumachen.
Lediglich herum um Teiche und Seen und um die Dörfer ist Grün auszumachen.

In SH ist jedes Feld mit Grün eingegrenzt - da sind die Knicks, die den Abtrag von Sand und gegen den Wind gepflanzt werden.
Alle paar Jahre werden die allerdings auch auf den Stock gesetzt und schlagen von unten wieder auf. Das sind teils regelrechte Biotope.
Nun ist es in SH total platt - die Winde der Meere fegen da schon mal herum und Samen auch ins Wasser (Achtung - stark überzeichnet)

Die Frage ist, was ich mit googel nicht so erkennen kann, wie ist dort mit Maschinen über die Felder zu fahren? Oder welche Gründe haben die Landwirte warum sie dort keinerlei Grün haben? Und jetzt - was du beschreibst, das grenzt ja schon an Mafia
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Blumigen Gruß
clara (vormals akelei)
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Alfredos
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Alfredos

« Antworten #6 am: 17. November 2009, 13:14:10 »

Für einen Moment dachte ich, Du beschreibst unseren Ort.......  Weinen
Hier wird umgenietet was irgendwie geht. Streuobstwiesen (die machen Arbeit und keiner liest die Äpfel zusammen..... ). Straßenbäume (Äpfel, Zwetschgen, Kirschen) werden gefällt. In den Gärten fallen die alten Obstbäume damit man mit dem Mäher keine Kurven fahren muß.....

Bäume generell machen Dreck! Überall das Laub....... so eine Schweinerei...... was bilden die Dinger sich ein?
Ich frag mich manchmal, was sich Menschen so denken wenn sie einen alten Baum fällen.....
Wahrscheinlich sicher nichts....
Wir kämpfen schon seit Jahren um unseren Baum. Schlimmste Drohungen von allen Nachbarn und vor kurzem war schon wieder der Stadtgärtner da und sollte ihn beschneiden... weil einem anderen Nachbarn 3 Blätter ins Bad geweht waren. Hier kann man jeden Baum umlegen, kein Problem, egal wie alt und welche Sorte... Da wird dann eben gesagt er wäre ein Sicherheitsrisiko.

Traurig.
Und ich glaube nicht, daß sich etwas ändern wird.
lg
Alfredos
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Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage,
denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum.
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fabfiddle
Gast
« Antworten #7 am: 17. November 2009, 15:13:48 »

Mit den Maschinen ist das so eine Sache - die werden wirklich immer größer. Der Mähdrescher, der letzthin durch unsere Straße gefahren ist, hatte satte 630 PS - so viel wie mein Panzer früher beim Bund (Marder)... Aber das "Problem" sind die Anbauten hinten dran, vor allem die Spritzen, die ja teilweise 10 oder mehr Meter Spannweite haben. Die sind zwar zum Zusammenklappen, aber die größten Bauern machen genau das nicht, und dann bleiben sie an jedem Strauch beim Umdrehen hängen. Die kleineren bis kleinsten Bauern, wenn die so ein Teil mal haben, klappen am Wendepunkt immer alles weg - die fällen auch keinen Baum deswegen.
Es sind die reichsten Bauern...die knapp 60.000 € EU-Subventionen bekommen... Traurig
Die kleinen pflanzen auch mal nen Apfelbaum auf die Wiese  Küsschen.
Aber wir versuchen, was wir können. Vielleicht können wir wirklich mal unseren Bürgermeister "knacken", der "wackelt" schon... und es kam die Idee auf, nach alter Dieter-Wieland-Art mal einen Abend in der örtlichen Volkshochschule zu gestalten.
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Morus
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Lk Mansfeld-Südharz. Klimazone 7a


« Antworten #8 am: 17. November 2009, 18:46:56 »

Ich hab leider ähnliche Beobachtungen in den letzten Jahren, hier in unserer Region, machen dürfen:
In der direkten Nachbarschaft haben sich die Gärten (wenn man davon überhaupt noch reden kann) ziemlich stark verändert.

Zum Beispiel das Grundstück direkt südlich angrenzend. Bis zum Tode der Vorbesitzerin ein üppiger Bauerngarten mit unzähligen Obstbaumen, Gemüse und Blumenrabatten.
Erste Aktion des neuen Eigentümers...Komplettrodung....jetzt nach einigen Jahren sind ein Betongrill und zwei, drei Koniferen die einzigen, pflegeleichten "Schmuckstücke" der kahlen ca 1500 m2 umfassenden Fläche.
In westlicher Richtung standen früher ein großer Walnussbaum, und einige hohe Obstbäume. Alle gerodet. Nun pfeift der Wind ungebremst durchs Tal...

Die Obstbaumalleen und Hecken an den Feldwegen sind fast alle verschwunden. Die Gräben an den Wegen zugeschüttet. Alle Wege rund um den Ort asphaltiert.
Aber das Geschrei ist groß, wenn nach jedem Sommergewitter das Dorf von Schlammmassen der höher gelegenen Äcker überschwemmt wird...

LG, Morus.
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Ritax
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« Antworten #9 am: 17. November 2009, 21:54:00 »

die lösung muss aber sein: den leuten wieder gefallen an bäumen beizubringen.
ein fällverbot nämlich führt zum negativen ergebnis (siehe mein beitrag weiter vorher):
Zitat
bei uns in wien pflanzt kaum mehr jemand einen neuen großbaum auf seinem grund,
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« Antworten #10 am: 17. November 2009, 23:19:08 »

eure Geschichten machen Magengrummeln.
der Wind - auch so ein Thema - ein Baum fächelt ihn - fängt auch bedingt den Lärm auf - aber ein Brett nicht, Beton schon gar nicht.

Es ist ja nicht so, das die Baumschutzsatzung bei uns nicht aufgehoben wäre - aber das war wohl auch genau der Zeitpunkt wo man begann mir einzuheizen -
aber GSD - man denkt bereits wieder um. Besonders auch bei heimischen Gewächsen.

Und die Knicks gehören bei uns eh zum Landschaftsbild.
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« Antworten #11 am: 18. November 2009, 19:44:16 »

Ihr habt ja so erschreckend recht- leider! Scheint wohl überall so zu sein. Wir sind auch weit und breit die einzigen mit altem Baumbestand (wunderschön) und besonders jetzt beim Laubfall bei den Nachbarn "sehr beliebt". Einer bot mir ernsthaft einen Kanister Diesel an, den ich um den Stamm einer grenznah stehenden alten Hasel kippen sollte und dann anzünden. So löst er solche Probleme.
Bin froh von euch zu hören, das es noch baum- und umweltfreundliche Menschen in dieser technisierten Zeit gibt. Lächelnd
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shellfee
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Klimazone 8a


« Antworten #12 am: 18. November 2009, 21:53:54 »

*soifz*
bei uns sieht es auch so aus
http://picasaweb.google.de/shellfee/0111_Schnee?authkey=Gv1sRgCMbliqWVrcjxqQE#
Die Fäche ist weit aus größer als auf dem Bild. Zwischen den Feldern sind keine Bäume.
Und bei Wind(sturm), so wie heute, brauch ich viel Rotwein daß ich schlafen kann ...  Schockiert
traurige gruesse
shellfee
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wombat
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« Antworten #13 am: 02. Dezember 2009, 19:25:45 »

Da hilft nur selber pflanzen auf eigenen Grund, so dass dir niemand was fällen kann, shellfee. Hoffe, dein Grundstück ist groß genug und wenn du die Mindestabstände zur Grundstücksgrenze einhältst, kann dir in der Regel niemand was. Laub gehört zur Natur und wer das nicht möchte, der verdient eigentlich keinen Garten- so hart das klingt. Leider sind die nur- Rasenliebhaber auch Betonköpfe, mit denen man nicht reden kann und daher sei es gestattet, wenn ich etwas zynisch werde. Ausnahmen gibt es immer! Und vielleicht findet es ja jemand gut, wie es dann bei dir aussieht und macht es nach. Die Hoffnung ist immer da. Habe schon so manche völlig überraschende positive Reaktion auf meinen "Stadtwald" erlebt. Drücke dir die Daumen.
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shellfee
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Klimazone 8a


« Antworten #14 am: 02. Dezember 2009, 21:47:33 »

Hallo Wombat,
nein leider ist es nur ein kleines Grundstück (80qm). Wir haben eine blutpflaume gepflanzt, was aber evtl. schon fast zu groß für das Grundstück ist). Rasen haben wir nicht geplant, damit fallen wir schon komplett aus dem Rahmen  Cool
lg
shellfee
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