OTHallo,
Brennen hat in gärtnerischer und bäuerlicher Tradition eine lange Geschichte. Unter Kulturgesichtspunkten finde ich das auch interessant und es sollte m.E. Erfahrungswissen tradiert werden und modellhaft erhalten und idealtypisch auch wisssenschaftlich untersucht werden.Wie bei dem größten Teil bäuerlicher Kultur muss man von einem annähernden Totalverlust von regionalem (!) und angepasstem (sic!) Praxiswissen ausgehen, was durch Forschung nur sehr bedingt ausgeglichen werden kann. :-(
Zu Heiden (Lüneburg) u.ä. empfehle ich als Lektüre u.a. Ellenberg
http://www.planten.de/2004/08/19/botanik-pflanzengesellschaften/.
Diese Diskussion ist vielleicht etwas abstrakt, allerdings für mich persönlich hochwichtig, weil ich mich in einer Linie mit bäuerlicher und gärtnerischer Kultur sehe, die im wesentlichen vernichtet ist.
Ich habe das vorweggeschickt, weil es vielleicht eher Akzeptanz für meine
scheinbar radikale Forderung des möglichst weitestgehenden Verzichts auf Brennungen verdeutlicht. Nicht das ich falsch verstanden werde: Ich mag Lagerfeuer und wir brennen auch an Sonnenwende usw. Es geht mir nicht um den Tortalverzicht, sondern um einen grundlegenden Kulturwandel.
Angesichts des Klimawandels und aus grundsätzlichen ökologischen Erwägungen fordere ich Oberflächenvergrößerung in den
grünen Teilen der Erde (wozu perspektivisch nicht alle Teile von D
(Beispiel) gehören oder wenn nur mit größter Anstrengung). Oberflächenvergrößerung trägt zu einer größeren grünen Masse bei und bindet mehr CO2. Dazu können auch Totholzhecken beitragen. Wenn ich Gehölzschnitt usw. als Hecken formiere oder als Füllmaterial hinter Mauern
(Beispiel), das nachgefüllt werden muss, dann erreiche ich einen zweiten Effekt, der m.E. nicht zu unterschätzen ist: Ich lege damit CO2 relativ dauerhaft fest. Sicher nur in geringen Mengen, weil der größte Teil in Umsetzungsprozessen wieder freigesetzt wird. Ein Teil wird aber auch dauerhaft gebunden. Dazu gibt es auch großtechnische Überlegungungen (Einlagerung von Biomasse in Bergwergstollen und Verschließung), die ich nicht teile, weil sie meinen grundsätzlichen ethischen Erwägungen widersprechen. Dasselbe lässt sich aber auch in jedem Garten un im öffentlichen Grün im Kleinen praktizieren. Abgesehen davon, dass man sich relativ hochwertige zukünftige Kulturflächen vorbereitet, kann dies ein Ansatz sein, der überall (!) verfolgbar ist und nicht eine neue CO2-Vernichtungsindustrie aufbaut oder in den unsäglichen Überlegungen zur direkten Einlagerung von CO2 im Erdreich
(z.B. in Schleswig-Holstein) endet. Leider teilen auch bestimmte Umweltverbände wie DUH oder WWF diese Technologie als Übergangstechnologie. Ich sehe darin keine Lösung und propagiere statt dessen Eigenverantwortung im wahrsten Sinne des Wortes.
Das ist auch kein Spökenkikerkram - seit Jahren habe ich in meinen Gartenanlagen diese Systeme, die hervorragend funktionieren, Kosten senken, Artenreichtum fördern usw.
Leider habe ich nicht die Zeit, das differenziert auszuführen, hoffe aber, dass mein Ansatz auch so verständlich ist.
Für die konkrete Umsetzung von Brennplätzen würde ich mich an der regionalen bäuerlichen Tradition orientieren (die +- ausgestorben sein dürfte) und die versuchen auf meine Kleinverhältnisse zu übertragen. Die Orientierung an der Praxis der Nachbarn
kann ein Ersatz sein, muss aber nicht so sinnhaft sein.
